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Die 50. Sternsingeraktion — Happy Birthday!

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Die 50. Sternsingeraktion naht. Damit auch die Kinder von diesem besonderen Anlass bescheid wissen, ist es gut sich auf diese Sternsingeraktion besonders vorzubereiten. Die folgenden Bausteine sind auf verschiedene Arten einsetzbar: als Sternsinger-Vorbereitung in der Gruppenstunde oder beim Treffen mit allen Sternsinger/innen der Pfarre, als "normale" Gruppenstunde, die sich mit der 50.Sternsingeraktion befasst oder als Kinderfest im Laufe der Jubiläumsfeiern zur 50. Sternsingeraktion. Im Anschluss findest du auch Tipps für die Nachbereitung der Sternsingeraktion.

 

Er wird Früchte tragen


Das Symbol eines Baumes dient dazu, die lange Geschichte der Sternsingeraktion darzustellen. Als Einleitung kannst du die Geschichte "Er wird Früchte tragen" vorlesen (siehe unten).

Du hast einen Baum vorbereitet: auf dem hochgestellten Unterteil einer Bananenkiste klebt ein Plakat, auf dem ein großer Baum aufgezeichnet ist. Ein Baumloch ist zu sehen.
Du stellst den Baum vor und lädst die Kinder ein, mal in das Baumloch hineinzugreifen, um herauszufinden, was denn dieser Baum so alles in sich birgt.
In der Schachtel sind Dinge versteckt, die mit der Dreikönigsaktion, Sternsingen und Geburtstag zu tun haben: ein Spielzeugmotorrad, eine Geburtstagskerze, eine EZA-Schokolade, viele Geldmünzen, eine Krone, ein Sternsinger/innenumhang, das FairTrade-Logo, eine Bibel, viele kleine Geschenke (verpackte Zündholzschachteln), eine Weltkarte, ein Stern, das Sternsingergeschenk vom letzten Jahr, eine fair gehandelte Banane usw.

Wenn alles herausgeholt wurde, überlegen sich die Kinder, wie all diese Dinge denn zusammenhängen könnten. Es soll eine Rundum-Geschichte entstehen (Ein Kind fängt an zu erzählen, bindet ein bis zwei Gegenstände ein, dann setzt das nächste Kind fort und es entsteht z.B. eine lustige Erzählung über eine Prinzessin, die mit allen Mitteln versucht, ihren Prinzen zu umwerben...)
Wenn du eine Gruppe mit jüngeren Kindern hast, kannst du statt der Rundum-Geschichte eine Reizwortgeschichte erzählen: Jedes mal, wenn ein Gegenstand genannt wird, sollen die Kinder klatschen oder Platz wechseln oder andere Bewegungen machen.


Nun soll sich jedes Kind eines der kleinen Geschenke nehmen und auspacken. In den Zündholzschachteln sind einerseits Wortteile von "50 Jahre Sternsingen — Happy Birthday!", andererseits Papierstreifen mit den Eckdaten der DKA. Nachdem die Buchstaben zusammengesetzt wurden, sollte der "wahre" Zusammenhang der Dinge aus dem Baum nun immer klarer werden. Du erklärst, dass der Baum die DKA darstellen soll, und heuer das 50jährige Jubiläum gefeiert wird. Die Kinder versuchen nun, die Papierstreifen in die richtige Reihenfolge bringen. Sie werden anschließend auf den Baum geklebt, wohin sie zeitlich ungefähr passen.

Er wird Früchte tragen


"Ich kann nicht mehr!" stöhnte der kleine Star Para zu seiner Mutter. Es war seine erste Reise in den Süden und Para war noch nicht so kräftig und erfahren wie all die anderen Zugvögel, die gemeinsam mit ihm Richtung Afrika flogen, um dort zu überwintern. "Halt noch kurz durch! Gleich machen wir Rast. Siehst du den Baum dort vorne? Dort werden wir Pause machen und viele Freunde treffen!" beruhigte ihn die Mutter. Erleichtert raffte Para noch all sein Kräfte zusammen und visierte den Baum an. "Das ist aber ein schöner Baum", dachte er sich. "So groß und so viele Äste, der muss schon ewig alt sein!" Während des Landeanflugs versuchte Para zu erkennen, was sich alles rund um den Baum abspielte. Da waren die anderen Zugvögel, die sich in Scharen um ihn herum sammelten. Viele Früchte konnte er erkennen, die auch ihm als Nahrung dienen würden, und im Schatten des Baumes tummelte sich auch allerlei Getier, um dort vor der brütenden Hitze Schutz zu suchen. Para war so fasziniert, dass er doch glatt eine Ast übersah, den er mit voller Wucht streifte. Vollkommen aus der Flugbahn geworfen, purzelte Para von Ast zu Ast und blieb schließlich am untersten hängen. "Pass doch auf, dass du keinen Ast abbrichst! So schnell wächst der nicht mehr nach!" hörte Para benommen eine Stimme über sich. Es war Kilu, das "Hauseichhörnchen". Kilu wohnte schon sein ganzes Leben auf diesem Baum und war sehr bedacht drauf, ihn gut in Schuss zu halten. "Tut mir leid, ich hab diesen Ast übersehen..." versuchte Para sich zu entschuldigen. "Wohl das erste mal hier, Kleiner?" fragte Kilu nach und war schon etwas milder gestimmt, als Para mit dem Kopf nickte. "Du musst wissen, diesen Baum müssen wir gut pflegen, damit er weiterhin wächst und Platz für uns alle bietet. Er hat es ja anfangs nicht leicht gehabt. Wurde verpflanzt. Weg aus seiner Umgebung." Para wurde aufmerksam, er liebte Geschichten, vor allem nach einer so anstrengenden Reise. Kilu begann schon gleich zu erzählen und auch wenn Para wohl der einzige war, der die Geschichte noch nicht kannte, gesellten sich mit Zeit immer mehr um Kilu herum. Kilu war ein guter Geschichtenerzähler. Voll Spannung lauschten die Tiere und allen voran Para, der seiner Mutter vor dem Einschlafen gleich die ganze Geschichte nochmals erzählte: "Weißt du, früher hat es hier ganz anders ausgesehen. Der Baum war noch nicht hier und es war ganz ödes Land hier! Man hat ihn hierher gebracht, um hier das Land zu beleben. Der Baum war ganz klein und schwach. Kilu hat dann ganz viele Tiere versammelt, die alle mitgeholfen haben, den Baum zu pflegen. Der Maulwurf hat die Erde umgegraben, dass sie lockerer wird. Die Pelikane haben Wasser herbeigebracht, Marienkäfer haben die Blattläuse beseitigt und ringsum den Baum haben sich nach und nach immer mehr Pflanzen und Tiere angesiedelt. Der Baum ist immer größer geworden und hat mehr Äste und Zweige bekommen. Kilu hat sich dort auch verliebt, in Dinka! Und sie haben eine große Hochzeit gefeiert. Kilu hat dann mit seiner Dinka gewettet ob der Baum einmal Früchte tragen wird. Und weißt du was, als der Baum dann wirklich zum ersten Mal Früchte getragen hat, haben Dinka und Kilu selber auch Nachwuchs bekommen!"
"Heut hab ich viel erlebt! Ich freu mich schon, wenn ich einmal Kinder habe, dann kann ich ihnen auch diesen Baum zeigen!" murmelte Para und kurz darauf fielen ihm auch schon die Augen zu.

Eine Zeitreise


Gemeinsam begibt sich die Gruppe auf die Reise durch die Geschichte der Dreikönigsaktion. Die Geschichte ist in kurzen Sätzen zusammengefasst, diese werden vorgelesen (du kannst natürlich noch mehr dazu erzählen) und passend dazu werden einige Aktivitäten gemeinsam gemacht. (Weitere Infos zur Geschichte der Dreikönigsaktion findest du auf www.sternsingen.at) Dieser Baustein kann in Verbindung mit dem Baum vom vorherigen Teil stehen, indem mit den verschiedenen Symbolen zu den einzelnen Abschnitten der Baum verziert wird.

16.Jahrhundert: Das Brauchtum


"Ausgehend von Klöstern und Gymnasien in Bischofsstädten zogen als Könige verkleidet, Handwerker und Studenten von Haus zu Haus und spielten den Zug der Heiligen Drei Könige zur Krippe nach, um dafür Gaben für sich zu sammeln."
Hier gibt es eine Bibelgeschichte, die mit Fehlern gespickt ist. Gemeinsam versucht ihr, den Fehlern in der Geschichte auf die Spur zu kommen. Die Geschichte mit den Fehlern und eine Auflösung dazu findest du auf unserer Homepage wien.jungschar.at

1954/55: Die Dreikönigsaktion kommt zum Vorschein


"Die Jungschar belebt den alten Brauch des Sternsingens wieder, um für ein Motorrad zu sammeln. Das Motorrad soll ein Dankeschön an die Organisation MIVA sein, die die Jungschar bei ihrer Lichterstafetten-Aktion im Jahr davor unterstützt hat."

  • Die Kinder schätzen das erste Sammelergebnis (€3.080,36 österreichweit), zum Vergleich könnt ihr das Ergebnis der letzten Sternsingeraktion eurer Pfarre daneben stellen.
  • Hier könnt ihr auch ein Spiel spielen: Alle stehen im Kreis. Die Jeeps (z.B. 2 rote Bälle) sollen der Lichtstafette (z.B. 1 gelber Ball) nachkommen, indem der Ball jeweils zum Nachbarn weitergegeben wird. Der Lichtstafettenball darf geworfen werden, die Jeeps dürfen nur weitergegeben werden. Ein Jeep hat die Lichtstafette erreicht, wenn der/die Mitspieler/in, die im Augenblick die Lichtstafette in der Hand hält, vom Jeep berührt wird.
  • Für den Baum könnt ihr bunte Jungscharzeichen malen/ausschneiden und in den Baum kleben.



1961: erster Personaleinsatz


"Der erste "Personaleinsatz" findet statt. Österreichische Entwicklungshelfer/innen fahren direkt zu den Menschen, die mit dem Geld der Sternsinger unterstützt werden."

  • Das Lied "Von Mensch zu Mensch eine Brücke bau’n" zu singen und tanzen passt hier gut.
  • Das Spiel "Verstärker" spielen: Die Kinder stehen im Halbkreis. Ein Kind denkt sich eine Bewegung und ein Geräusch aus und macht es vor, das nächste Kind soll es ein bisschen verstärkt nachmachen, das nächste Kind noch mehr usw.
  • Für den Baum bastelt ihr Falt-Menschen-Ketten und dekoriert ihn damit.



1963: Projekt-Koordinationsstelle wird gegründet


"Die Sternsingeraktion wird immer größer, immer mehr Geld wird gesammelt. Man muss sich entscheiden, welche Projekte unterstützt werden. Dafür wird jetzt eine eigene Stelle gegründet, um die Sternsingeraktion besser zu bewältigen."

  • Auf einem Globus oder einer Weltkarte sucht ihr die Länder, in denen Projekte der Dreikönigsaktion unterstützt werden. Die Schwerpunktländer der Dreikönigsaktion sind: Philippinen, Indien, Uganda, Südafrika, Kenya, Tanzania, Brasilien, Nicaragua und Kolumbien.



1992: der Staat finanziert einige DKA-Projekte mit


"Das Geld kommt nun nicht nur von den Sammelbüchsen, auch der österreichische Staat stellt Geld für Projekte der Dreikönigsaktion zur Verfügung! Sternsingen ist schon lange keine kleine Sache mehr!"

  • Hier könnt ihr als Symbol für das viele Geld Euro oder Schillingmünzen durchpausen und diese auch in den Baum kleben.



1993: Transfair (FairTrade) wird gegründet


"Bananen, Orangen, Kakao und Kaffee legen einen weiten Weg zurück, bis sie bei uns in den Supermärkten landen. Die Bauern und Bäuerinnen in den Herkunftsländern bekommen keinen gerechten Lohn für ihre Arbeit. Die Dreikönigsaktion ist an der Gründung des Vereins TransFair, der inzwischen FairTrade heißt, beteiligt. FairTrade sorgt dafür, dass diese Bauern und Bäuerinnen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit bekommen. Die Sternsinger-Idee, Notleidenden zu helfen, wird somit auch auf einem anderen Weg von der Jungschar unterstützt."

  • An dieser Stelle kann eine faire Jause stehen: mit fair gehandelten Bananen, fairer Schokolade und Kakao...
  • Für den Baum: FairTrade-Logos anmalen und in den Baum kleben, "Faires" Obst und andere Produkte in den Baum zeichnen.



1996: Die Slowakei macht mit!


"Sternsingen wird "international". Im Nachbarland Slowakei wird mit Hilfe der Jungschar auch eine Sternsingeraktion gestartet."

  • Hier könnt ihr slowakische Flaggen auf den Baum kleben.



2002: Die Jungschar unterstützt internationale Kampagnen gegen Ungerechtigkeiten


"In vielen Ländern, in denen die Dreikönigsaktion Projekte unterstützt, herrscht große Ungerechtigkeit in Politik und Wirtschaft. Die Jungschar setzt sich für die Menschen in diesen Länder auch dadurch ein, dass sie Aktionen unterstützt, die sich gegen diese Ungerechtigkeit richten. Zum Beispiel wird eine Unterschriftenaktion für die Sicherung des Landes der Maxakali-Indianer in Brasilien organisiert."

  • An dieser Stelle spielt ihr ein Fangspiel: Wer gefangen wurde bleibt ruhig stehen und ruft um Hilfe. Die anderen Kinder können das Kind wieder befreien, indem sie das gefangene Kind mit ihren Armen umschließen.



2003/2004: 50 Jahre Sternsingen


"50 Jahre Sternsingen — wir gratulieren!"

  • Der Baum kann nun fertig verziert werden: Hand- oder Fingerabdrücke als Blätter, alte und aktuelle Sternsingerfolder zerschneiden und als Collage "neu arrangiert" dazu kleben, eigene Sternsingerfotos dazu kleben usw.



Im Zuge der "Reise" ist nun ein schön geschmückter und informativer Baum entstanden, der im Pfarrcafe oder der Sternsingermesse gezeigt werden kann, bzw. zur Sternsinger-Ausstellung dazu gestellt oder im Jungscharheim aufgehängt werden kann.

Die Sternsingergeschichte unserer Pfarre


Die eigene Pfarr- oder Gruppen-Sternsinger-Geschichte ist sicher auch spannend. Vielleicht gibt es alte Fotos etc., die man in den Baum einbauen kann.
Erstellung einer Sternsingerbilanz: wie haben sich die Sternsinger-Ergebnisse verändert, wie viele Gruppen/Kinder waren jährlich unterwegs. Gab es schon mal Hoppalas, lustige Erlebnisse, starke Sprüche?

Der Kinderfolder


Für zu Hause bekommen die Kinder den Kinderfolder und das Abziehbild zur Sternsingeraktion 2004. Wegen der darin enthaltenen Infos ist es wichtig, den Folder vor der Sternsingeraktion auszuteilen.

Während und nach dem Sternsingen


Die Sternsingerkinder erleben bei den Hausbesuchen sehr viel und bekommen Einblick, wenn auch nur kurz, in unzählige Haushalte. Meistens werden sie freundlich empfangen, oft werden ihnen aber auch die Türen vor der Nase zugeknallt, oder es werden schon an der Sprechanlage die eigenartigsten Ausreden gefunden, warum der hohe Besuch gerade in diesem Moment nicht aufgenommen werden kann. Um auch diese Erfahrungen einzuordnen und vielleicht auch dem Ärger über die Reaktionen mancher Leute Platz zu geben ist es wichtig, dass die Begleitpersonen einen guten Draht zu den Kindern haben und auch für Fragen der Kinder bereit stehen bzw. dafür Zeit haben.
Eine gute Möglichkeit, den Kindern Raum für ihren Ärger und ihre Freude zu geben, ist auch, während der Sternsingeraktion in der Pfarre (in dem Raum, in dem sich die Kinder umziehen) ein Plakat aufzuhängen, auf dem die Kinder blöde und tolle Erlebnisse aufschreiben können, oder eine Sammlung der blödesten Ausreden anzufangen (z.B.: "Ich bin gerade nicht da!"). Das Plakat kann einfach die ganze Zeit hängen bleiben und immer wenn jemandem etwas einfällt kann er/sie es auf das Plakat dazu schreiben.

Autor/in: Babsi Maly und Angie Weikmann

Publikation: Kumquat_4/03

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