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Das ist ein Zeichen!

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Jeden Tag begegnen uns eine Vielzahl von Symbolen im Alltag: Das Fußgänger/innen-Übergang-Zeichen, das Stopp-Schild, das Schild, das zeigt, "dass hier Mist eingeworfen werden soll", WC-Schilder und viele andere mehr. Die meisten dieser Zeichen haben gemeinsam, dass eine Sache ohne Worte dargestellt wird, trotzdem werden sie von (den meisten) Menschen in unserem Kulturkreis verstanden, sobald sie gelernt haben, diese Bildersprache zu "lesen". Die Gruppenstunde bietet die Gelegenheit, sich einmal mit dieser Bild-Sprache zu beschäftigen, sie als Möglichkeit zu nutzen, miteinander zu kommunizieren, und spielerisch mit bekannten Alltags-Symbolen umzugehen.

Material

  • Symbole findest du z.B. unter www.autobahnpolizei.de/f2_vz.htm, www.smbg.de/Sites/arbeitsschutz/Schilder/schilder.htm. Du kannst sie aber auch selber zeichnen oder dir vom JS-Büro (nach Vorbestellung) ausborgen und zuschicken lassen.
  • Das weitere Material ist bei den einzelnen Bausteinen angegeben.

Aufbau

Du kannst die Bausteine beliebig miteinander kombinieren und zu einer Gruppenstunde zusammensetzen, manche sind besonders als Ein- oder Ausstieg bzw. für Ältere geeignet und sind besonders gekennzeichnet.

 

Ein unerwarteter Schilderwald (Einstieg)


Wenn die Kinder den Gruppenraum/ das Pfarrheim betreten, finden sie an unterschiedlichen Orten Symbole, z.B.: WC, Ausgang, Telefon, Sackgasse, Behälter für Abfälle... Auf einem Stapel liegen weitere Schilder, die von den Kindern zu den Orten passend oder "kreativ" aufgehängt werden können.

I wie Information (Einstieg)


Im Gruppenraum hast du einen Tisch mit einem "I" zu einem "Informationsstand" umfunktioniert. Du übernimmst die Rolle des/der Informationsbeamten/in und erklärst den Kindern, dass es in unserem Alltag viele verschiedene Symbole gibt, die uns auf Dinge hinweisen. Diese Bilder und Zeichen werden von den meisten Menschen verstanden, auch wenn die Menschen verschiedene Sprachen sprechen. Deshalb kann man sich auf Bahnhöfen, Flughäfen und anderen öffentlichen Orten einfach auf die "Bildersprache" verlassen.

Bilder-Geschichte


Die Kinder teilen sich in Kleingruppen (zu 3-4 Kindern) auf. Jede Gruppe sucht sich nun fünf der Schilder aus (ältere Kinder können die Schilder auch ziehen). Ihre Aufgabe ist es nun, sich eine kurze Szene auszudenken, in der ihre Schilder vorkommen, bei der aber nicht gesprochen werden darf! Nach einer kurzen Vorbereitungszeit (5-10 Minuten) treffen einander alle Gruppen wieder und spielen die Situationen vor. Nach dem Ende einer Szene können die Zuschauer/innen ihre Tipps abgeben, worum es gerade gegangen ist. Die Schauspieler/innen lösen Teile, die nicht oder anders verstanden wurden, natürlich auch auf. Je nach Alter und Rollenspiel-Erfahrung eurer Gruppe, ist es mehr oder weniger nötig, dass du den Gruppen beim Erstellen der Szenen Hilfestellungen anbietest!

Schilder-Parcours I


Die Schilder sind im Raum aufgehängt, -gestellt oder am Boden aufgelegt. Du nimmst ein kleines Wegweiser-Schild und beginnst nun eine erfundene Geschichte zu erzählen (je nach Alter der Kinder eignet sich z.B.: die Geschichte von einem Geist, der sich vor allen und jedem fürchtet; eine realistische oder ur-kitschige Liebes-Geschichte...) Ihr stellt euch gemeinsam bei dem Symbol auf, das zum Beginn der Geschichte passt und geht dann, während du erzählst, zum nächsten für die Geschichte passenden Symbol weiter. Wenn ein Kind erzählen möchte, gibst du das Wegweiser-Schild ab, und das Kind sucht sich ein passendes Symbol für die Fortsetzung der Geschichte aus.

Schilder-Parcours II


Diese Variante ist besonders für jüngere Kinder oder Gruppen, die nicht so gerne selber erzählen, geeignet, Voraussetzung ist, dass DU gerne erzählst: Vor Beginn der Erzählung zählen die Kinder durch, bei einer großen Gruppe übernehmen je 2-3 Kinder eine Nummer. Du beginnst wiederum eine Geschichte zu erzählen, allerdings bleibst du in dieser Variante die ganze Zeit der/die Erzähler/in. Die Kinder können die Geschichte beeinflussen, indem sie sich nun zu Symbolen ihrer Wahl stellen und dir so zu verstehen geben, was passieren soll! Das Kind bzw. die Kinder mit der Nummer 1 beginnen dabei, danach kommt die Nummer 2 dran, der Geschichte eine neue Wendung zu geben, usw.

So bin ich nicht! (für Ältere)


Schilder müssen in sehr knappen Bildern Dinge so darstellen, dass möglichst alle verstehen, worum es geht. Wenn man Schilder genauer betrachtet, so stellt man fest, dass durch diese Verkürzung auch Klischees transportiert werden: Auf den meisten WC-Schildern haben Männer kurze Haare und Hosen an, während Frauen sich durch lange Haare und meist extrem ausgestellte Röcke auszeichnen (die heutzutage niemand mehr trägt). Dabei gibt es viele Männer mit langen Haaren, Frauen mit kurzen Haaren, Frauen tragen bereits seit Jahrzehnten Hosen und Männer seit einiger Zeit auch Röcke.
Fallen euch noch mehr klischeehafte Bilder auf Schildern ein?
Wie sieht es mit Schildern aus, die Kinder zeigen?
Kann man Frauen/ Männer/ Mädchen/ Buben darstellen, sodass klar ist, wer gemeint ist, aber keine klischeehaften Rollenbilder gezeigt werden?

Aha-Erlebnisse...


könnt ihr auslösen, wenn ihr die Schilder in der Pfarre oder im Pfarrgebiet an Stellen aufhängt, die man ursprünglich nicht mit dem Symbol verbinden würde.
Variante 1: Ihr streift in Gruppen oder zusammen durch die Gegend und hängt dort Schilder auf, wo es spannend/ witzig... erscheint, z.B. ein Stopp-Schild auf die WC-Türe, ein Spielstraße-Schild auf den Kirchenplatz, usw. (Wenn ihr in Gruppen unterwegs seid, könnt ihr euch das Gebiet aufteilen und euch dann im jeweils anderen Gebiet auf die Suche nach den Schildern machen.)
Variante 2 (für Ältere): Ihr überlegt euch gemeinsam, welche symbolische Bedeutung die Schilder für euch haben, z.B. Sackgasse — hier geht es nicht weiter, ein anderer Weg muss gesucht werden...; Trinkwasser — hier kann man sich erfrischen... und überlegt nun, wo die Schilder in der Pfarre oder rund ums Pfarrgebiet hinpassen. Damit auch Außenstehende verstehen, was ihr gemeint habt, könnt ihr auf die Schilder noch eine kurze Erklärung schreiben, evtl. mit der Aufforderung, eigene Gedanken dazu zu schreiben, die ihr euch in der nächsten Stunde ansehen könnt.

Statt alt mach neu


Auch wenn es schon Unmengen an Symbolen gibt, ihr findet sicher noch neue, die die Welt braucht, wie z.B.: "Diese Blume muss gegossen werden", "Die Unordnung in meinem Zimmer ist gar keine, sondern es gefällt mir so!", "Achtung, ich bin heute echt schlecht gelaunt!"...
Für die Kreation neuer Symbole könnt ihr euch in Kleingruppen teilen. Die neuen (ruhig auch skurrilen) Symbole werden dann in einer Art Präsentation den anderen Gruppen vorgeführt — diese sind nun aufgefordert, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und sich zu überlegen, was DAS denn nun sein könnte.

Autor/in: Andrea Jakoubi

Publikation: Kumquat_1/03

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Schlagwörter: Kommunikation, Spiel