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Ausländer/innen in Österreich 2

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Ziel

Die Gruppe soll durch Austausch von persönlichen Erfahrungen und Sachinformationen eine realistische Einschätzung der aktuellen Sitation von Ausländer/innen in Österreich erlangen. Vor diesem Hintergrund sollte es möglich sein, der Frage nachzugehen, welche Bedeutung und Herausforderungen diese Situation für uns darstellt.

Material

  • Plakat mit Österreich Umriss
  • zwei leere Plakate
  • Frage-Antwort-Kärtchen
  • Wörterbuch der Ausländerdisskusion
  • Papierpfeile

 

Bevor's losgeht...


Schon vor der Gruppenstunde hast du im Gruppenraum zwei Plakate aufgehängt:
Auf einem ist der Umriss von Österreich gezeichnet. Rundherum muss noch Platz frei sein. Im Österreich-Feld sind die Frage-Antwort-Kärtchen für den zweiten Schritt der Stunde angebracht.
Ein zweites Plakat ist ein kleines "Wörterbuch der Ausländerdiskussion". Da in diesem Zusammenhang immer wieder Begriffe fallen, deren Bedeutung nicht allen Kindern wirklich bekannt ist, sind dort folgende Beschreibungen nachzulesen:

Flüchtlinge
sind Menschen, die in ihrem eigenen Land aus Gründen der Rasse, der Religion, der Nationalität oder der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe oder auch aufgrund ihrer politischen Überzeugung verfolgt und bedroht werden. Dies ist in einer Vereinbarung der Vereinten Nationen (in der "Genfer Konvention") formuliert. Es gibt aber auch Menschen, die vor einem Bürgerkrieg oder vor den Folgen einer Naturkatastrophe (z.B. einer Überschwemmung) fliehen.

Einwanderer (Migrantinnen und Migranten)
sind Menschen, die ihre Heimat verlassen, um anderswo eine neue Existenz aufzubauen. Der Entschluss, in die Fremde zu ziehen, fällt den meisten schwer und kann viele Gründe haben: politische, soziale, wirtschaftliche und religiöse.

Asylbewerber/innen
sind Menschen, die einen Asylantrang gestellt haben. Wenn ihnen Asyl in Österreich gewährt wird, heißt das, dass die unter dem Schutz des österreichischen Staates stehen. Sie erhalten dann zum Beispiel Sozialhilfe und sind arbeitsrechtlich den Österreichern gleichhgestellt, dürfen aber nicht wählen gehen.

Während die Kinder noch aufeinander warten, könnt ihr das Plakat betrachten. So werdet ihr fließend in das Thema der Gruppenstunde einsteigen können.

Warum kommen Menschen aus anderen Ländern?


Die Gruppenstunde beginnt vor der Landkarte. Zusätzlich hast du Pfeile vorbereitet, auf denen jeweils ein Land geschrieben steht: Polen, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien, Bangladesch, Indien, Türkei, Deutschland, Russland, Chile, Sudan, USA... Jeweils 2-3 Kinder erhalten gemeinsam einen Pfeil. Sie sollen sich überlegen, aus welchem Grund oder welchen Gründen Menschen aus dem Land, das auf ihrem Pfeil steht, nach Österreich kommen könnten.

Was schätzt du?


Nun wendne wir uns den Fragekärtchen zu. Auf der Landkarte kleben mehrere (mit einem kurzen Tesa-Krepp-Streifen befestigte) Kärtchen mit je einer Frage. Auf der Rückseite des Kärtchen ist die richtige Antwort zu finden. Du wählst nun ein Kärtchen aus und liest die Frage vor. Die Kinder sollen aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten eine auswählen, die ihrer eigenen Schätzung entspricht.

Fragen
Seit 1945 kamen etwa zwei Millionen Flüchtlinge nach Österreich. Wie viele von ihnen, glaubst du, bleiben hier?

a. ein Viertel
b. ein Drittel
c. die Hälfte
d. zwei Drittel
e. drei Viertel
Antwort:Etwa ein Drittel aller Flüchtlinge blieb in Österreich

In welchen Berufen ist der Ausländeranteil hoch? (mehrere Antworten möglich)

a. Gastgewerbe
b. Managemant
c. Krankenhaus
d. Baugewerbe
e. Industrie
f. Landwirtschaft
g. an öffentlichen Stellen
Antwort:In Krankenhäusern, Restaurants und Baufirmen ist der Ausländeranteil am höchsten. Übrigens: In diesen Sparten gibt es zu wenige Österreicher/innen, die die benötigten Berufe ausüben wollen.

Wenn Ausländer/innen in Österreich eine Arbeitsbewilligung haben, dann zahlen sie Arbeitslosenversicherung. Sie zahlen mehr an Arbeitslosenversicherung ein, als sie im Falle eigener Arbeitslosigkeit zurückbekommen. Wie groß, glaubst du, war im Jahr 1990 der Unterschied (in Schilling)?

a. 50 Millionen Schilling
b. 100 Millionen Schilling
c. 300 Millionen Schilling
d. 700 Millionen Schilling
Antwort:1990 zahlten ausländische Arbeitsnehmer/innen 700 Millionen Schilling mehr an Arbeitslosenversicherng, als sie herausbekamen.

Es gibt Menschen, die sagen, Auslände/rinnen begehen mehr Straftaten als Inlände/rinnen. Was glaubst du? Liegt die Kriminalität von Gastarbeitern und Asylwerbern

a. unter dem österreichischen Durchschnitt?
b. im österreichischen Durchschnitt?
c. über dem österreichischen Durchschnitt?
Antwort:Die Kriminalität von Ausländern/innen liegt unter dem österreichischen Durchschnitt.

Wie viele Asylanträge wurden wohl von Jänner bis September 1992 gestellt?

a. 11.200
b. 14.500
c. 19.400
d. 23.600
Antwort:Von Jänner bis September 1992 wurden 14.500 Asyltanträge gestellt.

Wieviel Quadratmeter Wohnraum, schätzt du, haben die meisten Personen aus einer Familie aus der Türkei oder aus dem ehemaligen Jugoslawien für sich zur Verfügung?

a. 4 Quadratmeter
b. 9 Quadratmeter
c. 17 Quadratmeter
d. 26 Quadratmeter
Antwort:80 Prozent dieser Familien hatten 1990 pro Person nicht ganz 4 qm Wohnraum. Zum Vergleich: Die Österreicher/innen haben durchschnittlich 33 qm Platz für sich.

Wer befürchtet was?


In einer Situation, in der Menschen aus äußerst schwierigen Lebenssituationen heraus in unser Land kommen, können sich verschiedene Probleme entwickeln - für Ausländer/innen genau so wie für Inlännder/innen. Wenn alle zusammenhelfen, können diese Probleme aber gemeistert werden, sodass alle zufrieden leben können. Das wollen wir nun überlegen.

Dazu teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Jede Gruppe erhält ein Plakat. Auf einem Palkat steht: "Wir Ausländer/innen befürchten, dass..."; auf dem zweiten steht: "Wir Inländer/innen befürchten, dass...". Jede Gruppe sucht nun 10 Minuten lang für ihr Plakat nach möglichen Antworten. Dies ist sicher nicht sehr schwer, weil ja darüber viel gesprochen und geschrieben wird.

Danach kommen wieder alle zusammen. Die ganze Gruppe betrachtet nun gemeinsam die Sammlung von Befürchtungen. Dazu überlegt nun:

  • Können wir diese Befürchtungen verstehen?
  • Ist es wirklich so, wie es hier befürchtet wird? (Dabei könnt ihr die Frage-Antwort-Kärtchen zu Hilfe nehmen)
  • Kann etwas getan werden, damit dass nicht mehr befürchtet werden muss? (z.B. bessere Informationen über das, wie es wirklich ist; Lösungsmöglichkeiten für einzelne Probleme...)



Ein Beispiel dazu: Auf dem Inländer-Plakat steht: "Zu viele Kinder können in der Schule nicht deutsch sprechen. Das erschwert das Lernen unserer Kinder." eigentlich ist es aber so, dass nur ein kleiner Teil der Kinder mit ausländischer Muttersprache deutsch so schlecht kann, dass die anderen Kinder dadurch beim Lernen besonders behindert würden. Dennoch könnt ihr überlegen, was getan werden könnte, damit alle Kinder in den Schulen gut lernen und gut deutsch sprechen können.
Schreibt dazu eure Gedanken und Ideen gleich auf das Plakat dazu!

Auch kleine Schritte sind wichtig...


Am Schluss schaut ihr euch das soeben entstandene Plakat noch einmal an. Such auch einen oder ein paar eurer Vorschläge aus, die ihr selbst verwirklichen könnt. Sicher finden sich in der Pfarrgemeinde auch Erwachsene, die euch dabei helfen; zum Beispiel, an jemanden einen Brief zu schreiben, andere Leute zu informieren, für ausländische Menschen etwas zu tun etc. Auch ein kleiner Schritt kann sehr viel helfen und ist wichtig!

Publikation: fremdsein

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