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Was ich in meinem Bezirk/in meiner Gemeinde blöd finde!

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: hoch

Hintergrund

"Niemand will soviel Reformen durchführen wie Kinder!" - diese Notiz von Franz Kafka weist darauf hin, dass Kinder ihre Umwelt nicht von vornherein so annehmen wie sie ist. Kinder sind kritisch und sie finden Sachen blöd. Kinder sagen zu vielen Dingen, die ihnen nicht taugen, einfach "Nein!". Es ist wichtig, Kinder in ihrem kritischen Geist zu unterstützen.
In dieser Gruppenstunde geht es darum, Sachen zu suchen, die Kindern nicht gefallen, die sie komisch und nicht gut finden. Es soll aber auch darum gehen, wie man mit solchen Sachen umgehen und ob man vielleicht etwas daran ändern kann. Es ist dir sicher schon aufgefallen, dass Kinder Veränderungen für möglich halten, die Erwachsene sich gar nicht auszusprechen trauen.

Material

  • für jedes Kind einen kopierten Plan von eurer Gemeinde, eurem Bezirk, eurem Pfarrgebiet (je nach Größe)
  • einer der Pläne auf A3 kopiert
  • rote Klebepunkte
  • Impulsfragen für jedes Kind kopiert
  • Plakat
  • Symbole zum Bewerten der Probleme

Aufbau

Zuerst geht ihr gemeinsam durch euren Bezirk oder Ort und sucht nach Sachen, die einfach blöd sind. Im Anschluss daran sammelt ihr die Ergebnisse und bewertet die einzelnen Probleme, ob ihr sie selber lösen könnt, Hilfe dabei braucht oder euch gar nicht einfällt, was man dagegen unternehmen könnte.
Je nachdem, wie viel Zeit übrig bleibt, formuliert ihr noch Briefe an Zuständige oder überlegt, wann und wie ihr was im Bezirk verbessern könntet.

 

Auf der Suche nach blöden Sachen!


Jedes Kind bekommt einen Plan der Pfarrumgebung, auf dem das Gebiet eingezeichnet ist, in dem sich die Kinder bewegen sollen. Außerdem bekommt jede/r noch rote Klebepunkte und die unten stehenden Impulsfragen, die die Suche erleichtern sollen.
In Kleingruppen mit je einer/m Gruppenleiter/in (vielleicht kannst du dir für diese Gruppenstunde Gruppenleiter/innen "ausborgen") durchkämmt ihr nun die Umgebung nach Sachen, die euch gewaltig stören! Wenn ihr etwas gefunden habt, klebt ihr an die Stelle im Plan einen roten Klebepunkt.

Impulsfragen:

  • Gibt es einen Ort, an dem du nicht gerne vorbeigehst?
  • Hast du hier in der Gegend zu wenig Platz zum Spielen, zum Austoben, zum Freunde/innen treffen, zum Herumhängen,...?
  • Was gefällt dir an den Spielplätzen nicht?
  • Was fehlt dir hier in der Gegend?
  • Wo und wann sind Leute unfreundlich zu dir?
  • Was gefällt dir an den Straßen nicht?
  • Was gefällt dir in den Geschäften nicht?
  • Gibt es einen Ort, wo du gerne wärst, aber nicht sein darfst oder kannst?
  • ....


Darauf können wir verzichten!


Wenn wieder alle im Jungscharheim sind, tragt ihr anhand eines größer kopierten Plans alle Punkte ein, die die Kinder als störend empfinden. Überall wo die Kinder etwas gefunden haben, das sie blöd finden, klebt ihr auch auf den großen Plan einen roten Klebepunkt. Die Kinder erzählen dann noch, was dort genau das Problem ist. Auf einem Plakat daneben notiert ihr in Stichworten die Erklärung und verbindet sie mit einem Pfeil zum Klebepunkt.

Was können wir da tun?


Anschließend geht ihr die Punkte einzeln noch einmal durch und teilt die Punkte in drei verschiedene Kategorien ein:

Das schaffen wir allein!


Überall dort, wo ihr meint, dass ihr selber etwas daran ändern könnt, gebt ihr einen grünen Pfeil dazu, auf dem eure Lösung des Problems und eventuell, wann ihr anfangen könnt, da etwas zu ändern steht. Wenn ihr es z.B. unerhört findet, dass in eurem Bezirk die Autos in der Spielstraße immer zu schnell fahren, könnt ihr eine Kampagne starten und einmal in der Gruppenstunde Zettel verteilen gehen oder ein Transparent mit eurer Forderung gestalten, das ihr dann in der Spielstraße gleichzeitig als Federballnetz verwendet. Überlegt euch, welche der Ideen in dieser Kategorie ihr wirklich umsetzen wollt, macht nur die Sachen, die euch wirklich Spaß machen.

Da brauchen wir Hilfe!


Euch fällt zwar eine Lösung ein, aber allein wird sich das kaum umsetzen lassen? Vielleicht gibt es eine/n Verantwortliche/n für diesen Bereich, der/m ihr einen Brief schreiben könntet oder die/den ihr einmal besucht und sie/ihn zu der Lage interviewt um herauszufinden, warum das so ist. Z.B.: die/den Bezirksvorsteher/in oder die/den Filialleiter/in des Supermarktes, die/den Direktor/in einer Schule...
Diese Ideen schreibt ihr auf ein aus Papier ausgeschnittenes rotes Kreuz.

Keine Ahnung, was wir da machen könnten!


Es wird sicher auch Punkte geben, bei denen es keine offensichtliche Lösung oder Ansprechperson gibt. Diese Punkte bekommen ein Sackgassenzeichen.
Vielleicht könnt ihr bis zur nächsten Gruppenstunde recherchieren, wer da zuständig ist. Bei manchen Problemen wird vielleicht die einzige Lösung sein, ihnen aus dem Weg zu gehen. Wenn zum Beispiel in der Imbissstube neben der Schule das Essen ganz grauslich ist, wird die einzige Möglichkeit sein, sich künftig das Essen nicht von dort zu holen. Oder ihr gebt einen grünen Pfeil dazu und sagt, dass die Betroffenen von nun an probieren, das Mittagessen öfter von zu Hause mitzunehmen oder in der Schulkantine zu essen.

Wenn ihr jetzt noch Zeit habt, dann könnt ihr die grünen Pfeile und die roten Kreuze durchgehen und anfangen Transparente zu malen, Flugzettel zu gestalten, Briefe zu formulieren, Adressen und Telefonnummern von Kontaktpersonen herauszufinden...

Autor/in: Lisi Straßmayr und Angie Weikmann

Publikation: kumquat_3/02

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