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Was? Wie? Warum?

Gruppenstunde Spiele | Alter: 13-15 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Unser Leben ist wesentlich geprägt durch den Kontakt zu anderen Menschen. Wenn wir uns mit anderen verständigen wollen, dann können wir das tun, indem wir Worte verwenden, oder auch nur durch Gesten, den Gesichtsausdruck, die Körperhaltung, usw.
Kommunikation entsteht dabei dadurch, daß eine Person etwas mitteilt und eine andere eben das aufnimmt und interpretiert. Von einer gelungenen Kommunikation spricht man dann, wenn das, was jemand mitteilen will, vom Gegenüber auch so verstanden wird.

Ziel

In dieser Gruppenstunde soll es darum gehen, einmal bewußter zu erleben, wie Kommunikation funktioniert bzw. was alles abläuft, wenn wir einander etwas mitteilen.

Material

  • Das nötige Material findest Du bei den einzelnen Spielen.

Aufbau

Folgend sind einige Kommunikationsspiele beschrieben. Zu jedem Spiel gibt es auch einige Reflexionsfragen, die Ihr verwenden könnt, um Euch nachher über Eure Erfahrungen auszutauschen.
Du kannst für die Gruppenstunde einige Spiele auswählen und sie beliebig aneinanderreihen. Beim Aussuchen solltest Du darauf achten, daß unterschiedliche Spiele vorkommen.

 

Dia-log-isch


Das Spiel beginnt, indem eine/r von Euch einen Satz sagt. Ein anderes Gruppenmitglied überprüft, ob es verstanden hat, was der/die andere ausdrücken wollte, indem es Rückfragen zu dem Gesagten stellt. Hat es auf seine Fragen dreimal die Antwort "Ja!" erhalten, kann mit einem neuen Satz begonnen werden.
Für dieses Spiel kann auch ein Thema gewählt und somit ein kurzes Gespräch, jeweils unterbrochen durch Rückfragen, geführt werden. Dabei ist allerdings darauf zu achten, daß vor Begeisterung für das Thema nicht ganz auf die Rückfragen vergessen wird!
Sind mehr als sechs Kids anwesend, dann sollte das Spiel in Kleingruppen stattfinden, damit jede/r öfter drankommen kann.

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • Habt Ihr Euch durch die Rückfragen besser verstanden gefühlt als vorher? Oder waren Eure Aussagen eh so klar, daß sie eigentlich keiner Rückfragen bedurft hätten?
  • Haben die Fragen das Gespräch gestört oder erleichtert?
  • Sind durch die Rückfragen zusätzliche Aspekte des Gesagten ans Licht gekommen - also etwas, das zwar nicht gesagt, aber gemeint wurde?


Sag´s anders!


("Sag´s anders!" findest Du in einer Variation auch in der Spieledatenbank )

Bei diesem Spiel wählt Ihr ein Thema aus, das für alle interessant ist, und tauscht Eure Meinungen darüber aus. Ein Gruppenmitglied beginnt, indem es mit einigen Sätzen seine persönliche Meinung zu dem Thema formuliert. Dann fordert es ein anderes Gruppenmitglied auf: "Sag´s anders!" Der/die andere versucht nun, denselben Inhalt mit eigenen Worten zu wiederholen, und tut im Anschluß daran seine eigene Meinung kund. Die einzelnen Stellungnahmen sollten dabei allerdings nicht zu lange sein.
Natürlich könnt Ihr auch mehrere Runden spielen bzw. mehrere Themen diskutieren - solange es Euch Spaß macht!

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • Haben die Wiederholungen im großen und ganzen das wiedergegeben, was Ihr ursprünglich gesagt habt?
  • War es schwierig, das zu wiederholen, was ein/e andere/r gesagt hat?
  • Haben die Wiederholungen das Gespräch gestört oder erleichtert?
  • Hat jemand von Euch etwas, das ein anderes Gruppenmitglied gesagt hat, nach einer Wiederholung besser verstanden als zuvor?


Was war davor?


Zu Beginn dieses Spiels verlassen zwei Kids den Raum oder halten sich die Ohren zu. Die anderen machen sich eine Situation aus, die sie gemeinsam erlebt haben könnten und stellen das Ende dieser Situation pantomimisch bzw. als Standbild dar. Wichtig ist, daß es sich dabei um ein Ereignis handelt, bei dem es zu starken Gefühlsregungen gekommen ist, z.B. nach einer schwierigen Schularbeit, nach einer Überraschungs-Party, nach einem Streit, nach einem Kuß, nach einem spannenden Film,... Bei der Darstellung kommt es also vor allem darauf an zu zeigen, wie sich die handelnden Personen nach einer solchen Situation fühlen, z.B. erleichtert, überrascht, wütend, ängstlich, beglückt, usw.
Die Kids, die beim Ausmachen der Situation nicht dabei waren, versuchen jetzt zu erraten, was vorher war bzw. welche Situation hier dargestellt werden soll. Dabei können sie auch Fragen stellen, die mit "Ja" oder "Nein" beantwortbar sind, z.B. "Seid Ihr über irgend etwas erleichtert?" "Freut Ihr Euch über etwas?" Sobald die Art und Weise der Gefühle herausgefunden wurde, können die Darsteller/innen auch weiterhelfen, indem sie das Umfeld oder den Anlaß der Situation beschreiben.

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • War es schwierig, ein Gefühl darzustellen bzw. zu erkennen?
  • Gab es deutliche Unterschiede zwischen den Darstellungen verschiedener Gefühle?


Stell´ Dir vor...


Material: Bilder oder andere einfache Darstellungen

Fünf Kids sind an diesem Spiel unmittelbar beteiligt, die anderen übernehmen die Rolle der Beobachter/innen. Bevor sich die fünf Mitspieler/innen melden, sollte das Spiel kurz erklärt werden, damit sie wissen, worauf sie sich einlassen.
Vier der Kids verlassen nun den Raum, dem fünften Gruppenmitglied wird danach ein Bild ca. 45 Sekunden lang gezeigt. Vorher bekommt der/die Mitspieler/in von Dir noch folgende Erklärung: "Ich zeige Dir jetzt 45 Sekunden lang ein Bild. Schau es Dir genau an, damit Du es anschließend dem/der nächsten beschreiben kannst!" Die Beobachter/innen sehen sich das Bild ebenfalls genau an. Ihre Aufgabe besteht anschließend darin, sich zu merken bzw. zu notieren, ob und was sich bei den Beschreibungen des Bildes verändert. Dann wird eine/r der draußen Wartenden hereingeholt.
Der/die erste beschreibt nun diesem Gruppenmitglied das Bild, das er/sie vorhin gesehen hat. Der/die zweite hat dann die Aufgabe, das Bild so, wie er/sie es sich vorstellt, wiederum dem nächsten Gruppenmitglied, das von draußen hereinkommt, zu beschreiben. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der/die letzte die Beschreibung des Bildes gehört hat.
Diese/r zeichnet nun auf, wie er/sie sich das Bild vorstellt. (Dabei kommt es nicht darauf an, wie gezeichnet wird, sondern was auf dem Bild zu sehen ist!) Dann werden die Beobachter/innen aufgefordert zu erzählen, welche Veränderungen ihnen an den Beschreibungen aufgefallen ist. Zum Schluß könnt Ihr auch das gezeichnete Bild und das Original nebeneinander legen, um zu vergleichen, was sich tatsächlich verändert hat.

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • Ist es schwer gefallen, das Bild zu beschreiben bzw. sich das beschriebene Bild vorzustellen?
  • Welche Elemente des Bildes haben sich durch das Weitergeben verändert?
  • Wie sind diese Veränderungen zustande gekommen?
  • Kennt Ihr das auch aus anderen Situationen, daß sich an Erzählungen oder Beschreibungen etwas verändert, wenn sie mehrmals weitergegeben werden?


Recht eckig!


Material: zwei Zettel mit Rechtecken (siehe Abbildungen) Papier, Stifte

Zu Beginn des Spiels bekommt ein Gruppenmitglied einen Zettel, auf dem einige Rechtecke abgebildet sind, alle anderen bekommen ein Blatt Papier und einen Stift. Das Gruppenmitglied, das den Zettel in der Hand hat, setzt sich nun mit dem Rücken zu den anderen und beschreibt, was es auf dem Bild sieht - und zwar so, daß es für die anderen möglich ist, die Rechtecke in der richtigen Lage auf ihrem Blatt aufzuzeichnen. (Die Größe der Rechtecke ist egal, wichtig ist nur ihre Lage zueinander!) Die anderen Kids dürfen dabei jedoch keine Rückfragen stellen.

Anschließend können alle schätzen, auf wie vielen Bildern die Rechtecke so gezeichnet wurden, wie sie auf der Vorlage zu sehen sind. Danach könnt Ihr vergleichen, wie viele Bilder tatsächlich übereinstimmen.

Für die zweite Runde bekommt der/die "Zeichnungs-Anleiter/in" einen Zettel, auf dem die Rechtecke in anderer Anordnung abgebildet sind. Genau wie beim ersten Durchgang beschreibt er/sie für die anderen, was auf dem Bild zu sehen ist. Jetzt dürfen die anderen Kids allerdings auch Fragen stellen, um Wiederholungen bitten, usw.
Auch nach der zweiten Runde könnt Ihr zuerst schätzen, wie viele Bilder mit der Vorlage übereinstimmen, und dann nachschauen.

Wichtig: Bei der Übung geht es nie darum, wer etwas "richtig" oder "falsch" gemacht hat, sondern um die Erfahrung, wie schwierig Kommunikation sein kann.

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • Welche Unterschiede gab es zwischen dem ersten und zweiten Durchgang?
  • War die Anleitung beim ersten Mal eher zu schnell oder zu langsam?
  • War es schwierig, nach dieser Anleitung zu zeichnen?
  • Waren die Schätzungen nach dem Zeichnen ungefähr richtig? Aus welchen Gründen wurde zuviel/ zuwenig geschätzt?


Fünf Quadrate


Material: pro Kleingruppe fünf Kuverts, fünf zerschnittene Quadrate aus Karton, ein ganzes Karton-Quadrat und einen Zettel mit der Aufgabenstellung

Für die Vorbereitung dieses Spiels brauchst Du pro Gruppe sechs genau gleich große Quadrate aus Karton mit einer Seitenlänge von ca. 10 cm. Du zerschneidest fünf der Quadrate entsprechend der folgenden Skizze, wobei Du darauf achten solltest, daß Teile mit dem gleichen Buchstaben exakt die gleichen Maße haben.

Wenn die Quadrate zerschnitten sind, verteilst Du die Stücke folgenderweise auf fünf Kuverts:
Kuvert 1: i, h, e
Kuvert 2: a, a, a, c
Kuvert 3: a, j
Kuvert 4: d, f
Kuvert 5: g, b, f, c

Für das Spiel benötigt Ihr Gruppen mit jeweils fünf Mitspieler/innen. Die restlichen Gruppenmitglieder übernehmen die Rolle der Beobachter/innen, die für dieses Spiel unerläßlich sind. Sie sollen jeweils einer Fünfer-Gruppe zuschauen und beobachten, wie die Gruppe die Aufgabe löst und in welcher Weise sich die Gruppenmitglieder dabei verständigen.
Jede Gruppe erhält einen Satz Kuverts, ein ganzes Quadrat und einen Zettel mit folgender Aufgabenstellung:

"Jedes dieser Kuverts enthält verschiedene Kartonstücke. Eure Aufgabe ist es, aus diesen Teilen fünf Quadrate von genau gleicher Größe herzustellen. (Ihr habt auch ein Musterquadrat zur Verfügung.) Setzt Euch dafür in einem Kreis auf. Ihr seid fertig, wenn jede/r ein vollständiges Quadrat vor sich liegen hat.

Während Ihr die Aufgabe löst, gelten folgende Spielregeln:

  • Kein Gruppenmitglied darf sprechen.
  • Jede/r bekommt ein Kuvert und fängt mit den Teilen an, die darin liegen. Er/sie legt sie vor sich auf und versucht, damit ein Quadrat zu bilden.
  • Wenn jemand ein Teilstück nicht mehr braucht, kann er/sie es in die Mitte legen.
  • Wenn jemand ein Stück braucht, das in der Mitte liegt, kann er/sie es sich einfach nehmen.
  • Jede/r darf nur an seinem eigenen Quadrat herumprobieren, aber nie zu einem anderen hinübergreifen."



Nachdem die Gruppen die Aufgabenstellung gelesen haben, fangen sie an. Wenn Du merkst, daß eine Gruppe nach etwa fünf Minuten noch nicht weitergekommen ist und ungeduldig wird, kannst Du vorsichtig eingreifen und ihnen — ebenfalls, ohne zu sprechen - Hilfestellungen geben.

Sind alle Gruppen fertig, dann könnt Ihr Euch darüber austauschen, wie das Spiel gelaufen ist. Die Beobachter/innen teilen nun auch mit, was ihnen aufgefallen ist.

Fragen für einen anschließenden Austausch:

  • Wie habt Ihr Euch in der Gruppe verständigt?
  • Habt Ihr das Gefühl, daß die anderen verstanden haben, was Ihr mitteilen wolltet?
  • Wie war es, wenn Ihr gerne ein Teilstück haben wolltet, das nicht in der Mitte, sondern bei jemand anderem gelegen ist?
  • Konntet Ihr einander beim Zusammensetzen der Quadrate helfen?

Autor/in: Gabi Wisowsky

Publikation: Bravo & Co, KiK 78

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Schlagwörter: Kommunikation, Spiel