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Tonexperimente

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Während des Arbeitens und in der Freizeit berieselt uns häufig Musik aus der Konserve. Diese Gruppenstunde bietet die Möglichkeit, einmal genauer hinzuhören und selber mit Tönen und Klängen zu experimentieren.

Ziel

Die Kinder sollen Spaß am gemeinsamen Musikmachen und Experimentieren mit Klängen und Tönen haben.

Material

  • verschiedene Klang- und Rhythmusinstrumente, z.B.: Orff-Instrumente, wie Xylophon, Tamburin, Klanghölzer, Rasseln, Triangeln,...
  • Wenn Du keinen Zugang zu solchen Instrumente hast, dann könnt Ihr natürlich auch Alltagsgegenstände verwenden, mit denen man Geräusche oder Töne erzeugen kann, z.B. Flaschen gefüllt mit Wasser, Dosen mit Reis, Becher, Waschmitteltrommeln, Topfdeckel,... Deiner Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • ein bzw. zwei Kassettenrekorder, zwei leere Kassetten
  • Packpapier, Schreibzeug
  • Plakat mit Noten
  • Plakat mit Notenlinien, Notenblätter
  • eventuell einige Zettel mit verschlüsselten Klangwörtern
  • Gitarre, Flöte oder ein anderes Instrument

Aufbau

In dieser Gruppenstunde geht es um verschiedene Tonexperimente, die Du mit Deinen Kindern ausprobieren kannst:
Klangraum: Im Klangraum bewegen sich die Kinder zwischen aufgebauten Klanghindernissen und versuchen entweder möglichst viele oder möglichst wenig Geräusche zu erzeugen.
Kompositionen & Interpret/innen: In zwei Kleingruppen wird jeweils ein kurzes Klangstück aufgenommen und aufgeschrieben, das danach von der anderen Gruppe interpretiert und nachgespielt wird.
Szene ohne Worte: Unterschiedliche Situationen werden nur mit Hilfe von Instrumenten dargestellt.
Cluster: Beim Cluster handelt es sich um ein Tongemisch, das entstehst, wenn alle unterschiedliche Töne singen und diese dann auch in der Lautstärke und Höhe variieren.
Dirigieren: Dirigent/innen können das entstandene Klanggemisch mit Hilfe von Gesten gestalten.
Musikalischer Code: Die Notennamen werden zum Schreiben von Wörtern und Sätzen verwendet, sodaß schließlich ein Geheimcode entsteht.

 

Klangraum



Vor der Gruppenstunde hast Du auf engem Raum bereits Klang- und Rhythmusinstrumente oder andere Gegenstände, die Geräusche oder Klänge hervorbringen (Dosen, Löffel, Alufolie,...) als Klanghindernisse aufgebaut. Je nach Räumlichkeit und Gegenstand werden die Hindernisse aufgelegt, aufgestellt, über den Boden gespannt oder im Raum aufgehängt, z.B. ein Teppich aus Alufolie und Papier, ein Dosenturm, nebeneinanderhängende Löffel, usw.

Zu Beginn der Gruppenstunde erklärst Du den Kindern, daß es heute um Töne und Klänge gehen wird. Die Kinder können nun durch den Klangraum gehen und versuchen, abwechselnd möglichst viele Geräusche zu erzeugen oder den Gegenständen möglichst wenig Töne und Klänge zu entlocken. Je mehr Kinder im Klangraum unterwegs sind, desto schwieriger wird die zweite Aufgabe sein.

Wenn die Kinder alle Klanghindernisse ausprobiert haben, geht es daran, mit Geräuschen und Klängen selbst zu experimentieren. Dazu zerlegt Ihr den Klangraum wieder in seine Bestandteile, sodaß Ihr dann einzelne Klang- und Rhythmusinstrumente zur Verfügung habt.


Kompositionen & Interpret/innen



Bevor Ihr mit dem nächsten Experiment beginnt, haben die Kinder die Möglichkeit, die Instrumente und Gegenstände zu erforschen und auszuprobieren. Wenn die Kinder mit den vorhandenen Instrumenten vertraut sind, dann kann es los gehen.

Für dieses Experiment teilen sich die Kinder in zwei Kleingruppen. Jede Gruppe bekommt einen Kassettenrekorder, eine leere Kassette, Packpapier und Schreibzeug. (Solltest Du nur einen Kassettenrekorder zur Verfügung haben, dann können die Gruppen auch nacheinander aufnehmen.) Die Kinder suchen sich Instrumente aus und nehmen sie in den Raum mit, in dem sie das Klangexperiment machen werden. Jede Kleingruppe sollte mindestens so viele Instrumente bzw. Gegenstände haben, wie Kinder in der Gruppe sind.
Jede Gruppe versucht nun, mit den ihr zur Verfügung stehenden Instrumenten gemeinsam ein kurzes Musik- bzw. Klangstück zu erfinden. Dieses wird auf Kassette aufgenommen und auf ein Plakat aufgeschrieben - jedoch nicht mit Noten oder Worten, sondern mit verschiedenen Zeichen, z.B. Punkten, Wellenlinien, Pfeilen,...

Sind beide Gruppen mit ihrem Stück fertig, dann lassen die Kinder ihr Plakat und ihre Instrumente liegen und tauschen die Räume. Jede Gruppe versucht nun, die Aufzeichnungen der anderen in Klänge und Geräusche umzusetzen und nachzuspielen. Diese Version des Stückes wird dann ebenfalls auf Kassette aufgenommen.
Anschließend kommen die Gruppen wieder zusammen. Gemeinsam hört Ihr Euch nun die verschiedenen Interpretationen der Stücke an.


Szene ohne Worte



Mit Hilfe der unterschiedlichen Instrumente könnt Ihr auch ein bestimmtes Thema oder eine Szene darstellen. Dazu setzt Ihr Euch im Kreis auf, die Instrumente liegen in der Mitte und können je nach Belieben eingesetzt werden. Ihr überlegt Euch gemeinsam ein Thema, z.B. "ein Gewitter beginnt", "auf dem Bauernhof", "Aufstehen am Morgen", usw. und versucht es dann, mit Geräuschen und Klängen umzusetzen. Dabei können die Kinder natürlich auch ihren Körper als Instrument einsetzen und z.B. klatschen, pfeifen, mit den Fingern schnipsen, auf die Oberschenkel trommeln,...


Cluster



Beim Cluster geht es vor allem darum, auf einzelne Töne und ihren Zusammenklang zu horchen. Um einen Cluster entstehen zu lassen, könnt Ihr Euch entweder im Kreis aufsetzen oder kreuz und quer durch den Raum gehen. Jedes Kind summt oder singt nun irgendeinen Ton so, daß es auch die anderen gut hören kann. Jetzt geht es darum, zu horchen und auszuprobieren: Wie klingt dieses Gemisch aus Tönen? Passen sie zusammen? Was passiert, wenn ich meinen Ton verändere, also höher oder tiefer singe?
Es kann vorkommen, daß während des Ausprobierens ein harmonischer Klang entsteht - das muß jedoch nicht sein, es ist auch nicht das Ziel eines Clusters. Wenn Du mit Deiner Gruppe noch nie einen Cluster versucht hast, dann kann es länger dauern, bis es zu einem Klanggemisch kommt. Nehmt Euch deshalb einfach genug Zeit zum Ausprobieren!


Dirigieren



Wenn Ihr weiter mit Eurer Stimme experimentieren wollt, dann könnt Ihr, bevor der Cluster beendet wird, Dirigent/innen bestimmen, die die Töne durch Gesten lauter, leiser, ab- und anschwellend oder gruppenweise verschieden gestalten können bis die Tontraube nach einem gigantischen Crescendo (Lauter-Werden) endet oder immer leiser wird und langsam verklingt.


Musikalischer Code



Um einen musikalischen Geheimcode geht es im letzten Tonexperiment. Für diese Methode wäre es gut, wenn Du zumindest ein wenig mit dem Notenlesen vertraut bist.

Da alle Noten auch mit einem oder mehreren Buchstaben bezeichnet werden, eignen sie sich nicht nur zum Musizieren, sondern auch dazu, sie als eine Art "Geheimsprache" zu verwenden.

Um solche "Klangwörter" zu bilden, stehen Euch folgende Buchstaben zur Verfügung: c, d, e, f, g, a, h, b, es, as, des, ges, fis, cis, gis, dis, ais, eis his. Buchstaben für die es keine Noten gibt, werden normal geschrieben. Wenn Ihr einen Satz bilden wollt, dann könnt Ihr die einzelnen Worte durch Taktstriche voneinander trennen. Die Schreibweise sieht dann folgendermaßen aus:


Die Kinder können nun gemeinsam versuchen, mit reinen Klangwörtern oder anderen Wörtern Sätze zu bilden. Du schreibst auf dem Plakat mit den Notenlinien gleich mit. Es wäre fein, wenn Du auch Notenblätter bereitstellen könntest, falls einige Kinder die Wörter selbst aufschreiben oder auch mit nach Hause nehmen wollen.
Wenn die Kinder mit der "Klangschrift" vertraut geworden sind, dann können sie sich auch gegenseitig Nachrichten in dieser Geheimsprache zukommen lassen. Du kannst für die Kinder auch einige Beispiele vorbereiten, die sie dann gemeinsam entschlüsseln können.

Reine Klangwörter:
Affe, Hase, Bach, Bad, Dach, fad, fesch, gab, Eis, Gehege, Chef, cash, das, Ebbe, ach, Kaff, Faß,...
Wörter mit einem Buchstaben:
Disco, Gefahr, Becher, Koffer, Gast, Flasche, fast, Gras, Besen,...

Habt Ihr einige Sätze aufgeschrieben, dann kann der Kassettenrekorder noch einmal zum Einsatz kommen, um die schräge Komposition, die Ihr notiert habt, aufzunehmen. Mit einer Flöte, einer Gitarre, einem Xylophon, o.ä. spielst Du (oder ein Kind) nun die Töne, die Ihr aufgeschrieben habt. Kommt ein Buchstabe vor, setzt das Instrument kurz aus und alle sprechen den Buchstaben im Chor. Zum Ausklang könnt Ihr Euch dann Eure Komposition gemeinsam anhören.

Autor/in: Andrea Jakoubi,Verena Magrutsch,Karin Magrutsch

Publikation: Urarg

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Schlagwörter: Musik, Experimente, Kreativität