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Ein Herz für Gummibärchen

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: mittel

Ziel

Ziel dieser Gruppenstunde ist es, anhand dieses Themas gemeinsam Spaß zu haben. Dafür bedarf es sowohl einer Vorliebe für skurrilen Humor als auch für Gummibärchen. Ob die Kinder an der Skurrilität und dem kreativen Umgang damit Spaß haben, hängt auch ein Stück weit davon ab, wie dieses Thema präsentiert wird - deshalb solltest Du für diese Gruppenstunde auch etwas für diese Art von Humor übrig haben.

Material

  • Zeitungspapier
  • Packpapier, Papier, Schreibzeug
  • Gummibärchen
  • je nach Auswahl der Tätigkeiten:
  • ein Podium für den Speaker´s Corner
  • Kassettenrekorder, leere Kassetten für die Werbespots
  • vergrößerte Gummibärchensilhouetten für die Kleidungsentwürfe
  • Lego oder Karton für neue Verpackungsformen

Aufbau

Mit einigen Spielen macht Ihr Euch mit der "Lebensrealität" von Gummibärchen vertraut.
Die Interessen von Gummibärchen werden dann in einem Forderungskatalog formuliert, anschließend in verschiedenen Präsentationsformen dargestellt und der Öffentlichkeit präsentiert.

 

Über das Leben der Gummibärchen



Wenn alle Kinder da sind, erklärst Du, daß es in dieser Stunde um Gummibärchen gehen wird. Um die Gummibärchen besser verstehen zu können, werdet Ihr zu Beginn versuchen, Euch in das Leben der Gummibärchen hineinzuversetzen und dazu ein paar Spiele ausprobieren.
Du kannst dafür die hier beschriebenen Spiele verwenden oder aber auch andere Spiele an die Geschichte der Gummibärchen anpassen.


"Eisscholle"


(Das Spiel findest Du auch in der Spielemappe, 3.19)

Gummibärchen leiden oft daran, daß viel zu viele von ihnen in zu kleinen Packungen eingesperrt werden. Ihr könnt beim Spiel "Eisscholle" einmal ausprobieren, wie man sich in so einer engen Verpackung fühlt.
Dazu stellen sich alle Kinder auf ein am Boden ausgelegtes Zeitungs- oder Packpapier, die Verpackung der Gummibärchen. Nach und nach wird nun die Packung verkleinert, indem Du ein Stück Papier wegreißt. Ziel des Spieles ist es auszuprobieren, die kleinst mögliche Verpackung zu finden, in der immer noch alle Platz haben.


"Dschungel"


(Spielemappe, 1.6.)

Ein weiterer Nachteil an den engen Verpackungen ist, daß man kaum von einem Ende zum anderen kommt - zumal Gummibärchen bekanntlich leicht aneinander kleben bleiben. Wie das ist, könnt Ihr beim Spiel "Dschungel" feststellen.
Etwa zwei Drittel der Kinder bilden mit Armen und Beinen ein dschungelartiges Gummigeflecht, das sehr verwachsen ist. Die anderen Kinder versuchen vorsichtig, von einer Seite zur anderen zu klettern. Dort angelangt, werden sie selbst zur Gummimasse. Die Kinder, die vorher Teil des Gummigeflechts waren, lösen sich nach und nach auf und folgen den anderen durch den Dschungel nach.


"Obstsalat"


(Spielemappe, 2.16)

Da bei den Gummibärchenesser/innen die Farben unterschiedlich beliebt sind, bleiben manche Gummibärchen häufig übrig. Damit auch die nicht so beliebten oder sogar ganz andere Farben einmal zum Zug kommen, spielt Ihr "Obstsalat".
Die Kinder stellen sich im Kreis auf, ein Kind steht in der Mitte. Jedes Kind denkt sich nun eine Farbe aus, wie z.B. kirschrot, gurkengrün,... Das Kind in der Mitte ruft nun eine der Farben und versucht, das Kind mit der genannten Farbe zu berühren. Dieses kann sich vor dem/r Fänger/in schützen, indem es die Farbe eines anderen Kindes ruft, das es nun zu berühren gilt. Wird ein Kind berührt, bevor es eine neue Farbe rufen kann, dann geht es statt dem/r Fänger/in in die Mitte. Ruft ein Kind die Farbe des Fängerkindes, so wird es selbst zum/r Fänger/in.


Eine Plattform will gegründet werden!



Nachdem Ihr Euch ein wenig in die Lebensumstände der Gummibärchen hineinversetzt habt, schlägst Du vor, eine Plattform oder eine Bürgerinitiative zur Vertretung der Interessen von Gummibärchen zu gründen. Diese Plattform braucht natürlich einen klingenden Namen, wofür Ihr nun Vorschläge sammeln könnt.
Als erster Schritt in Richtung Emanzipation der Gummibärchen wird von den Kindern ein Forderungskatalog im Namen der Gummibärchen erstellt. Die Kinder sollen dabei durch die grundlegenden Forderungen der Gummibärchen angeregt werden, die sich bei einem - nach langen Jahren des Mißerfolges - einmalig geglückten Dolmetschversuch herausgestellt haben, z.B.

  • atmungsaktive Verpackung
  • freie Farbwahl
  • Recht auf Kleidung auch für Gummibärchen
  • Wahlrecht für Gummibärchen
  • Einzelverpackung
  • Freilandgummibärchenhaltung
  • von der Massenware zum Qualitätsgummibärchen
  • gummibärliche Zuchtbedingungen




Werbespots & Co.



Im nächsten Schritt sollen diese Forderungen in eine Präsentationsform verpackt werden. Dabei ist es wichtig, daß Du den Kindern Tips und Anregungen gibst, welches Material sie verwenden können und welche Möglichkeiten der Darstellung es gibt, wie zum Beispiel:


Slogans für Gummibärchen



Es können Slogans erfunden werden, um die Forderungen der Plattform für Gummibärchen an den Mann bzw. an die Frau zu bringen. Diese Slogans werden auf Plakaten, Transparenten, Flugblättern o.ä. präsentiert.


"Speaker´s Corner"



Von einem Art "Speaker´s Corner" aus (einem Podium in einer Ecke des Raumes) werden Reden gehalten, um die Interessen der Gummibärchen durchzusetzen. Die Zuschauer/innen können die Redner/innen durch zustimmende "Yeah, yeah!"-Rufe unterstützen.


Werbespots



Um ein größeres Zielpublikum zu erreichen, können auch Werbespots, Belangsendungen oder Hörspiele auf Kassette aufgenommen werden. Text, Musik und Geräuschkulisse werden von den Kindern erstellt und in Szene gesetzt. Die Spots für die Anliegen der Gummibärchen können natürlich auch in Rollenspielen dargestellt und eventuell sogar auf Video aufgenommen werden.


Interviews



Interessant wäre es auch, Passant/innen zu diesem brisanten Thema zu interviewen. Ihr könnt dabei z.B. versuchen herauszufinden, welche Farbe von Gummibärchen junge bzw. ältere Leute eher bevorzugen und was die Leute von Einzelpackungen oder gar von Freilandgummibärchen halten.


Die Geschichte der Gummibärchen



Aufklärungsarbeit über die Lebensweise von Gummibärchen könnte durch eine "Kleine Naturgeschichte der Gummibärchen" geleistet werden, z. B. mit Artikel über "das grüne Wiesengummibärchen, sein Balzverhalten und seine Ernährungsgewohnheiten", usw. Um das dramatische Schicksal von Gummibärchen noch konkreter werden zu lassen, könnt Ihr auch Lebensgeschichten einzelner Gummibärchen erfinden.


Artgerechte Gummibärenhaltung



Wollt Ihr das Recht auf Kleidung und Wohnung für Gummibärchen verwirklicht sehen, dann entwerft doch neue Farbkombinationen oder modische Kleidungsstücke für Gummibärchen auf vergrößerten Gummibärchensilhouetten. Aus Lego oder Karton könnt Ihr Modelle für die ideale Wohnumgebung für Gummibärchen herstellen und neue Verpackungsformen kreieren.


Eine Ausstellung



Um die ungummibärlichen Lebensbedingungen anschaulich darzustellen, kann schließlich auch noch eine Ausstellung gestaltet werden, in der beispielsweise der natürliche Lebensraum und die heutigen Bedingungen für Gummibärchen gegenübergestellt werden.


Helft den Gummibärchen!



Wenn alle Werke fertig sind, gilt es zu überlegen, wie die Ergebnisse an andere Leute herangebracht werden können. Plakate und Objekte können im Gruppenraum oder in anderen Räumlichkeiten der Pfarre ausgestellt, Flugzettel auf der Straße oder in der Pfarre verteilt werden. Ihr könnt Eure Ergebnisse (Texte, Flugzettel, Photos der Objekte) natürlich auch direkt an die Firma Haribo, 4017 Linz, schicken.

Zum Schluß: Solltest Du nach dieser Gruppenstunde Hemmungen haben, den Kindern einige Gummibärchen anzubieten, dann sei Dir noch folgendes gesagt: Gummibärchen leben, um gegessen zu werden. Ihr irdisches Dasein bis dahin möchten sie allerdings gummibärchenwürdig verbringen!

Autor/in: Andrea Jakoubi, Verena Magrutsch

Publikation: Urarg

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Schlagwörter: Kreativität, Spaß, Grundkurs