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Eine Auferstehungsfeier

Messmodelle | Alter: 8-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Diese Osterfeier soll dazu beitragen, Kinder, für die die Osternachtsfeier selbst meist zu lang ist, mit diesem Fest vertraut zu machen, indem man gezielt einzelne Abläufe und Inhalte auswählt und an die Gruppe anpasst.

Material

  • Gitarre und evt. Instrumente für die Kinder zum Begleiten der Lieder
  • Liedertexte mit selbst ausgewählten Liedern, die zu Ostern passen und die ihr gerne singt
  • Raum gemütlich mit Polstern hergerichtet
  • CD-Player
  • Tischtücher, Tischschmuck,...
  • Alles weitere Material findest du bei den jeweiligen Abschnitten

Aufbau

Die vorliegende Osterfeier ist zu lang, um sie zur Gänze durchzuführen. Wähle deswegen all jene Teile aus, die dir für deine Gruppe passend erscheinen. Die Reihenfolge sollte dabei beibehalten werden.

Es werde Licht: Die Gruppe versammelt sich um die Gruppenkerze; wir segnen einander und ziehen in den Gruppenraum.
Geschichten von Gott und Mensch: Wir erinnern uns, was uns im letzten Jahr Gutes und Schlechtes geschehen ist; wir hören und sehen Geschichten von Gott und Jesus; wir bitten für die Menschen, die wir lieben und die Hilfe brauchen.
Wir möchten glauben: Wir beten gemeinsam.
Gemeinsames Mahl: Wir essen und trinken miteinander.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Gen 1,1 - 2,2

Evangelium: Lk 24, 1-12

Vorüberlegung


Man glaubt nicht an Christus aufgrund der Auferstehung am Ostermorgen; umgekehrt: Die Auferstehung des Herrn kann nur s e h e n, wer am eigenen Leib e r l e b t hat, dass Jesus in sich selbst "Leben", "Licht" und Auferstehung ist. Nur Kinder, die Freude, Liebe, Glück,... erleben dürfen werden Auferstehung begreifen und glauben.

Miteinander feiern gehört zum Zentrum gemeinsamen religiösen Lebens. Miteinander feiern soll schön sein, bereichern, Freude zum Ausdruck bringen. Miteinander feiern soll auch einen festen Grund haben - wir wollen wissen, warum wir uns freuen und was wir feiern. In der Jungschargruppe feiern wir Ostern, weil wir uns mögen und gerne zusammen sind, weil wir Jesus Christus mögen und ihm glauben, dass er uns ebenso mag. Weil er uns mag, hat er mit Menschen gelebt, hat uns gezeigt, wie gutes Leben miteinander möglich ist. Weil er uns mag, hat er für uns gelebt. Selbst der Tod konnte seiner Liebe nichts anhaben - er ist gekommen, auferweckt von Gott. Weil wir auf diese unsterbliche, unerschütterliche Liebe vertrauen, feiern wir jedes Jahr Ostern. Wie anders sollte diese Liebe aber für Kinder erfahrbar und glaubbar werden als in einer Gruppe von Menschen, die einander Gutes tun möchten.

Die Form dieser Feier ist nur ein Rahmen, der nicht zu einem Selbstzweck verkommen soll. Freu dich also, wenn du merkst, dass die Kinder sich wohl fühlen und dem Ausdruck verleihen. Auch wenn die Feier nicht ganz nach Plan ablaufen sollte. Ziel ist es, sich miteinander zu freuen, dass Ostern ist, und einander zu zeigen, dass man sich mag. Ostern ist ein Freudenfest. Und Freude ist zum einen nicht leise und ehrfürchtig - zum anderen kann man sie nicht verordnen oder als Programmpunkt planen. Das Osterfest ist also ein Angebot für die Kinder. Du stellst bloß den Rahmen und Formen zur Verfügung, wie man seiner Freude über das Leben (Jesu) Ausdruck verleihen kann.

Vorbereitung


Für diese Osterfeier wird auf das Vorbild der Osternachtsfeier zurückgegriffen. Natürlich ist diese Feier kein Ersatz oder die Kindervariante dieses Hochfestes der Auferstehung des Herrn, aber man kann auf viele Symboliken dieses Festes zurückgreifen. Auch der Aufbau der Osternachtsfeier lässt sich mit Kindern nachvollziehen.
Freilich soll das Fest nicht bloß eine theatralische Imitation des Originals werden. Vielmehr trägt es dazu bei, sich mit diesem Fest vertraut zu machen, indem man gezielt einzelne Abläufe und Inhalte auswählt, überdenkt und an die Gruppe anpasst. Das setzt natürlich voraus, dass du dir selbst auch Gedanken über Ostern gemacht hast und dir die alten Riten, Abläufe und Symbole gefallen.

Es ist daher sinnvoll, dieses Fest nicht genau nach dem abgedruckten Vorschlag zu gestalten. Du solltest dir überlegen, welcher "Ritus" für deine Gruppe hier unbedingt hineingehört (Lieblingslieder, Gruppensymbol, Geschichten aus der eigenen Gruppengeschichte, die "heilbringend", also schön und bereichernd für die Kinder waren, selbst gemalte Bilder aus anderen Gruppenstunden, - was eben alles seit dem letzten Osterfest an "Österlichem", Befreiendem passiert ist und euch wichtig ist). Die Feier wird schön, wenn es euer persönliches Osterfest wird. Die Lichtfeier ist besonders stimmungsvoll, wenn es bereits dunkel bzw. dämmrig ist.

Um diese Aktion vorzubereiten und durchzuführen, brauchst du Zeit zur Vorbereitung. Aber es zahlt sich aus! Je schöner Umgebung, Requisiten und Material gestaltet sind, umso stimmungsvoller wird euer Osterfest.

Es werde Licht


Material: CD-Player, CD mit Gregorianischen Chorälen oder anderer besinnlicher Musik, große, weiße Kerze, Buchstaben aus Wachsplatten, Zündhölzer, Kerzen für die Kinder (Tropfbecher!)

Du triffst dich mit deinen Kindern vor dem Jungscharheim auf der Gasse und gehst dann mit ihnen in den dunklen Kirchenraum. Dort ist z.B. Gregorianische Musik zu hören. Du solltest dich zuvor mit dem Pfarrer abgesprochen haben, damit ihr niemanden stört und von niemandem gestört werdet. In der Kirche steht an einem Ort, den du vorher ausgewählt hast, eine möglichst große, weiße Kerze - eure zukünftige Gruppenkerze. Jedes Kind bekommt nun einen Wachsbuchstaben - den Anfangsbuchstaben seines Vornamens. Diese Wachsbuchstaben hast du bereits aus bunten Wachsplatten ausgeschnitten und vorbereitet. Jedes Kind kann nun seinen Buchstaben auf der Kerze anbringen. Dann erklärst du den Kindern, dass das nun bis zum nächsten Osterfest eure Gruppenkerze ist. Immer, wenn ihr miteinander über Jesus redet oder betet oder singt, werdet ihr diese Kerze anzünden - als Zeichen dafür, dass Jesus immer für uns da sein möchte.

Du klebst dann das Zeichen für Christus aus Wachs auf die Kerze. Du erklärst, dass das die griechischen Initialen für Christus sind. Nun sind alle, die zur Gruppe gehören, auf eurer Kerze verewigt. Du solltest auch die Initialen derer aufkleben, die heute nicht da sind, so dass wirklich alle drauf sind. Dann zündest du die Kerze an. Nun wollen wir einander offiziell begrüßen. Ihr stellt euch im Kreis um die Gruppenkerze. Du sagst: "Wir möchten Jesus in unsere Mitte nehmen, um heute miteinander Ostern zu feiern." Dann bekommt jedes Kind von dir eine einfache Kerze. Du entzündest deine Kerze an der Gruppenkerze und forderst die Kinder auf, das auch mit ihrer Kerze zu tun. Nacheinander entzündet nun jedes Kind seine Kerze, bis der Ort, an dem ihr steht, schön erleuchtet ist. (Um Wachsflecken vorzubeugen, erhält jede Kerze einen Becher als Wachsfänger.)

Dann sagst du: "Nun wollen wir einander begrüßen. Wir tun das, indem wir einander segnen - das heißt, indem wir einander etwas Gutes sagen!" Du forderst die Kinder auf, sich für den/die linke/n und den/die rechte/n Nachbar/in zu überlegen, was sie ihm/ihr Nettes sagen möchten. Du solltest vor allem bei jüngeren Kindern einige konkrete Beispiele geben ("Ich freu mich, dass du da bist", "Du hast heute eine hübsche Frisur","Ich geh gern mit dir in die Jung-scharstunde!"...). Dann forderst du die Kinder auf, ihren Nachbar/innen zu sagen, was sie sich überlegt haben - du tust das natürlich auch!

Dann machst du mit den Kindern ein Kreuzzeichen und sagst: "In einer Woche feiern wir in der Kirche ein Fest. Jesus Christus ist von den Toten auferstanden. Er hat die Menschen so geliebt, dass nicht einmal der Tod ihm etwas anhaben konnte. Jesus hat immer versucht, den Tod aus dem Leben zu vertreiben: Wenn es Menschen schlecht gegangen ist, hat er ihnen geholfen. Wir wünschen uns, dass Jesus auch unsere Sorgen vertreibt."
Gib den Kindern ein wenig Zeit und Stille zum Nachdenken. Wer möchte, kann nun seine Sorgen sagen. Das solltest du aber nur vorschlagen, wenn sich alle in deiner Gruppe halbwegs gut verstehen und das etwas Gewohntes sind. In jedem Fall (also egal, ob etwas laut sagen oder sich nur etwas denken) kannst du dann sagen: "Ich bitte für alle Kinder in unserer Gruppe, dass du, Jesus, sie von ihren Sorgen befreist. Mit deinem Licht vertreibe das Dunkel der Herzen!" Hier könntet ihr auch ein Lied singen, von dem du weißt, dass es die Kinder gern mögen (mit Instrumenten).

Dann sagst du: "Jesus ist das Licht - er will die Sorgen vertreiben. Und er will uns einen Weg zeigen! Nun wollen wir singen "Lumen Christi - Deo Gratias!", das heißt "Wir danken Gott für das Licht Jesus!"."

Du singst diesen einfachen Vers mit den Kindern dreimal. Dann zieht ihr mit den brennenden Kerzen ins Jungscharheim. Eine/r aus der Gruppe trägt die Gruppenkerze - bzw. wechseln die Kinder sich ab. Dabei könnt ihr euer Lieblingslied singen.

Geschichten von Gott und Mensch


Material: großes Weltbild (siehe Skizze; evtl. selbst gemacht aus Stoff bzw. Papier), Stoffstücke, Wolle, Papier, Klebstoff, Scheren, Stifte, kopierte Zettel mit Psalmtext für alle Kinder, CD mit Gregorianischen Chorälen bzw. anderer passender Musik

Im Jungscharheim werden die Kerzen ausgeblasen und die brennende Gruppenkerze wird einstweilen in der Mitte eines Matratzen/Polsterlagers auf den Boden gestellt.
Neben dieser Polsterstatt hängt ein großes Bild:
Himmel und Erde
Was die Kinder hier sehen, ist ein "Welt-Bild" - das Weltbild der Menschen, die die Schöpfungsgeschichte des Alten Testaments geschrieben haben. So sieht die Welt tatsächlich aus, wenn man nur von dem ausgeht, was man sieht, wenn man in der Früh aufsteht: über mir ein Himmelsgewölbe, unter mir der feste Boden der Erde. Denn dass die Erde rund ist, ist zwar richtig, aber wer hat das je gesehen von dem Fleck aus, auf dem er/sie steht? Und da die Dichter der Bibel am Meer lebten, sieht man auch noch das Wasser.

Das kannst du den Kindern anhand des Bildes erklären. In der Mitte steht ein Mensch — ganz allein. Du fragst die Kinder: "Was braucht dieser Mensch alles, um gut und glücklich leben zu können?" Die Kinder sollen nun alles, was in dieser Welt ihrer Meinung nach fehlt und wichtig ist für den Menschen, dazuzeichnen oder aus Stoff, Papier, Wolle,... herstellen und auf dem Bild anbringen. Wenn das Bild fertig ist, setzt ihr euch um die brennende Gruppenkerze zusammen und du erzählst den Kindern die Geschichte aus der Genesis — am besten mit deinen eigenen Worten.

Gen 1,1 - 2,2
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die ganze Welt. Auf der Erde war es noch wüst und unheimlich; es war finster und Wasserfluten bedeckten alles. Über dem Wasser schwebte der Geist Gottes.
Da befahl Gott: LICHT soll aufstrahlen! Und es wurde hell. Gott hatte Freude an dem Licht, denn es war gut. Er trennte das Licht von der Dunkelheit und nannte das Licht TAG, die Dunkelheit NACHT. Es wurde Abend und wieder Morgen: der erste Tag.
Dann befahl Gott: Im Wasser soll ein GEWÖLBE entstehen, das die Wassermassen trennt! So geschah es. Gott machte ein Gewölbe und trennte das Wasser über dem Gewölbe von dem Wasser, das die Erde bedeckte. Das Gewölbe nannte er HIMMEL. Es wurde Abend und wieder Morgen: der zweite Tag.
Dann befahl Gott: Das Wasser auf der Erde soll sich sammeln, damit das LAND sichtbar wird! So geschah es, und Gott hatte Freude daran, denn es war gut. Er nannte das Land ERDE und das Wasser nannte er MEER.
Dann befahl Gott: Die Erde soll grün werden, alle Arten von PFLANZEN und BÄUMEN sollen darauf wachsen und SAMEN und FRÜCHTE tragen! Da brachte die Erde alle Arten von Pflanzen hervor, bis hin zu den großen Bäumen. Gott hatte Freude daran, denn es war gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: der dritte Tag.
Dann befahl Gott: Am Himmel sollen Lichter entstehen, die Tag und Nacht voneinander trennen und nach denen man Tage, Jahre und Festzeiten bestimmen kann! Sie sollen am Himmel leuchten und der Erde Licht geben! Er machte zwei große Lichter, die SONNE für den Tag und den MOND für die Nacht, und dazu auch alle STERNE. Er setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie der Erde Licht geben, über Tag und Nacht herrschen und Licht und Finsternis trennen. Gott hatte Freude daran, denn es war gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: der vierte Tag.
Dann befahl Gott: Im Wasser soll sich Leben regen, und in der Luft sollen Vögel fliegen. Er schuf die großen SEEUNGEHEUER, alle Arten von WASSERTIEREN und die VÖGEL. Er hatte Freude daran, denn es war gut. Er segnete seine Geschöpfe und sagte: Vermehrt Euch und füllt die Meere! Und Ihr Vögel vermehrt Euch auf der Erde! Es wurde Abend und wieder Morgen: der fünfte Tag.
Dann befahl Gott: Die Erde soll Leben hervorbringen: VIEH, WILDE TIERE und alles, was auf dem Boden kriecht! Und er machte alle Arten von TIEREN. Er hatte Freude daran, denn es war gut.
Dann sagte Gott: Nun wollen wir den MENSCHEN machen, ein Wesen, das mir ähnlich ist! Es soll Macht haben über die Fische im Meer, über die Vögel in der Luft und über alle Tiere auf der Erde. Gott schuf den Menschen nach seinem Bild: er schuf MANN und FRAU. Er segnete die Menschen und sagte zu ihnen: Vermehrt Euch! Breitet Euch über die Erde aus und nehmt sie in Besitz! Ich setze Euch über die Fische, die Vögel und alle anderen Tiere und vertraue sie Eurer Fürsorge an. Er fügte hinzu: Ihr könnt die Früchte aller Pflanzen und Bäume essen, den Vögeln und Landtieren aber gebe ich Gras und Blätter zur Nahrung.
Gott betrachtete alles, was er geschaffen hatte, und er hatte Freude daran: Alles war sehr gut. Es wurde Abend und wieder Morgen: der sechste Tag.
So entstanden Himmel und Erde mit allem, was lebt. Am siebten Tag hatte Gott sein Schöpfungswerk vollendet und ruhte von seiner Arbeit aus. Deshalb segnete er den siebten Tag und erklärte: Dieser Tag ist heilig, er gehört mir.
So entstanden Himmel und Erde. Gott hat sie geschaffen.


Die Kinder sollen während des Erzählens überprüfen, ob die im Schöpfungsbericht erwähnten Sachen (in Großbuchstaben im Text hervorgehoben) auch alle da sind. Wenn etwas fehlt, können es die Kinder dazumalen. (Licht, Himmel, Erde, Sterne, Pflanzen, Früchte, Bäume, Tiere und natürlich Menschen). Dann sagst du: "Offensichtlich brauchen wir Menschen eine volle Welt, um gut und glücklich leben zu können. Wir brauchen... (nun können die Kinder alles, was nicht in der Genesis erwähnt wurde und auf dem Bild zu sehen ist, erzählen) — wir brauchen eine Welt, die in Ordnung ist. Gott hat uns eine schöne Welt geschenkt, wie wir auf eurem Bild sehen können. Wir singen ein Lobpreislied." (mit Instrumenten)

Auch eure Gruppe ist ein wichtiger Teil der Welt und für euer "Welt-Bild". Du schlägst den Kindern vor, sich an schöne Erlebnisse des vorigen Jungscharjahres zu erinnern und diese einander zu erzählen. Dann könnt ihr miteinander einen Antwortpsalm beten: Du sagst den Kindern, dass in diesem Psalm Gott dafür gedankt wird, dass er die Welt so schön geschaffen hat.

Am besten ist, du wählst die Textabschnitte aus, die dir gefallen, und das in einer Länge, die du deinen Kindern zumuten möchtest. Nach jedem Textabschnitt können die Kinder erwidern: "Danke für unsere schöne Welt" oder den alten Kehrvers singen, den du vielleicht aus der Kirche kennst: "Herr, sende Deinen Geist aus und erneuere das Angesicht der Erde!" (mit Instrumenten)

Psalm 103/104
Sende aus Deinen Geist und das Antlitz der Erde wird neu!
Ich will dem Herrn von ganzem Herzen danken
den heiligen Gott mit meinem Lied besingen!
Ich will den Herrn mit allen Kräften preisen
und niemals seine Freundlichkeit vergessen!

Den Herrn will ich preisen:
Herr, mein Gott, wie bist Du groß!
In Hoheit und Pracht bist Du gekleidet,
in Licht gehüllt, als wäre es ein Mantel.
Wie ein Zeltdach spannst Du den Himmel aus,
Deine Wohnung hast Du über dem Himmelsozean gebaut.
Du nimmst die Wolken als Wagen
oder fliegst auf den Flügeln des Windes.
Der Sturm ist Dein Bote
und das Feuer Dein Gehilfe.

Du hast die Erde auf Pfeilern gebaut,
nun steht sie fest und stürzt nicht zusammen.
Du lässt Quellen entspringen und zu Bächen werden;
zwischen den Bergen suchen sie Ihren Weg.
Sie dienen dem Wild als Tränke,
Wildesel löschen Ihren Durst.
An den Ufern bauen die Vögel Ihre Nester,
aus dichtem Laub ertönt Ihr Gesang.

Du hast den Mond gemacht, um die Zeit zu messen,
die Sonne weiß, wann sie untergehen muss.
Schickst Du die Dunkelheit, so wird es Nacht,
und die Tiere im Dickicht werden lebendig.
Die jungen Löwen brüllen nach Beute; sie erwarten von Dir, Gott, dass Du sie satt machst.
Geht dann die Sonne auf, so ziehen sie sich zurück
und ruhen sich in ihren Schlupfwinkeln aus.
Nun erwacht der Mensch. Er geht an seine Arbeit
und müht sich, bis es wieder Abend wird.

Herr, was für Wunder hast Du vollbracht!
Alles hast Du weise geordnet;
Die Erde ist voll von Deinen Geschöpfen!
Ich will dem Herrn singen mein Leben lang;
meinen Gott will ich preisen, solange ich atme.
Ich möchte ihn erfreuen mit meinem Lied,
denn ich selber freue mich über ihn.


Nun ist nicht alles so schön in dieser Welt und manchen Menschen geht es nicht so gut. Ihr könnt euch nun miteinander überlegen, für wen ihr bitten wollt. Versuch daraus, ein ganz normales Gespräch zu machen. Dann kannst du die Kinder einladen, die Namen der Personen zu nennen ("Ich bitte für Susi, unsere Frau Nachbarin, die Tante Helga, den Opa, die Menschen, die hungern,...). Nach jeder Nennung beten alle: "Wir bitten dich, hör uns zu!" Dann leite über zur Auferstehungsgeschichte:
"Die Christ/innen glauben und hoffen darauf, dass es allen Menschen einmal gut gehen wird. Warum eigentlich? Weil Jesus das versprochen hat. Auch ihm ist es nicht immer sehr gut gegangen, er ist sogar so gehasst worden, dass er ans Kreuz geschlagen wurde und gestorben ist. Und doch ist er wieder auferstanden. Niemand hat das gesehen. Seine Freunde und Freundinnen haben bloß ein leeres Grab gefunden. Das war ihnen Grund genug zu glauben, dass Jesus lebt. Viele haben gezweifelt und gezögert - aber die, die ihn geliebt haben, haben es früher oder später doch geglaubt. Wahrscheinlich glaubt man einem Menschen nur, wenn man ihm vertraut und ihn liebt. Ich erzähle euch die Geschichte, wie sie in der Bibel steht."

Lk 24, 1-12
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas:
Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen.
Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht Ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert Euch an das, was er Euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss den Feinden Gottes ausgeliefert werden und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte. Und sie kehrten vom Grab in die Stadt zurück und berichteten alles den Elf und den anderen Jüngern. Es waren Maria Magdalena, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus; und die übrigen Frauen, die bei ihnen waren, erzählten es den Aposteln. Doch die Apostel hielten das alles für Geschwätz und glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab. Er beugte sich vor, sah aber nur die Leinenbinden dort liegen. Dann ging er nach Hause voll Verwunderung über das, was er gesehen hatte.


"Diese Geschichte haben seither Millionen Menschen geglaubt. Diese Geschichte verspricht uns, dass es auch uns gut gehen wird und soll: im Leben und nach dem Tod."

Du erzählst die Auferstehungsgeschichte am besten frei, in deiner eigenen Sprache. Dann schlägst du den Kindern vor, es sich bequem zu machen, sich ein wenig zu entspannen, still zu werden und im Kerzenschein Gregorianischen Chor- älen oder einer ähnlichen passenden Musik zu lauschen. Je nach Atmosphäre schlägst du den Kindern vor, sich im Geist noch einmal diese Geschichte vorzustellen.
Du kannst den Kindern dabei helfen, indem du leise Impulsfragen stellst, die das Nachdenken erleichtern:

  • Was haben die Frauen wohl angehabt, als sie zum Grab gegangen sind?
  • Was haben sie miteinander geredet?
  • Wie hat der Stein ausgesehen?
  • Wie hat es dort gerochen?
  • Wie hat die Umgebung des Grabes ausgesehen?
  • Was haben die Männer am Grab gesagt?
  • Wer war das wohl?
  • Was haben sich die Frauen gedacht?
  • Haben sie sich gefürchtet?
  • ...


Beachte beim Fragestellen die Chronologie der Geschichte. Du solltest dir die Fragen schon vorher überlegt haben, um die Kinder nicht zu verwirren. Rechne damit, dass manche Kinder, vor allem jüngere, deine Fragen laut beantworten werden. Alles ist hier okay und nichts falsch, was die Kinder assoziieren. Wichtig ist die Entspannung - zwing die Kinder zu nichts. Wenn es nicht klappt, ist es gut die Sache nicht in die Länge zu ziehen, gib den Kindern aber auch die Möglichkeit, sich an diese (vielleicht ungewohnte) Stimmung zu gewöhnen.

Wir möchten glauben


Material: Schale mit Weihwasser

Nun könnt ihr gemeinsam als Abschluss der entspannenden Stille beten — das Vater Unser, das Glaubensbekenntnis, ein selbst gedichtetes Gebet, das Jungschargebet — einigt euch miteinander auf ein Gebet, das euch gefällt und das alle kennen.

Wenn ihr nun nach dem Beten so gemütlich um die Kerze sitzt, kannst du eine Schale mit geweihtem Wasser, das du dir beim Pfarrer besorgt hast, herbeiholen und jedem Kind ein Kreuz auf die Stirn machen. Wenn es dir passend erscheint, können einander die Kinder auch gegenseitig ein Kreuz auf die Stirn machen. Du sagst: "Glauben ist manchmal nicht so einfach, aber wir wollen es versuchen. Wenn wir einander mit Weihwasser segnen, soll uns das helfen, einander zu glauben, dass wir uns mögen. Und dass wir Jesus mögen."

Gemeinsames Mahl


Material: Becher, Schalen, Teller, Traubensaft, (selbst gebackenes) Brot, Butter,...

Nun bereiten wir miteinander ein gemeinsames Mahl vor: Wir decken einen Tisch oder richten unsere Polsterstatt her. Wir holen Becher, Schalen, Teller — was man halt so alles braucht. Zu trinken gibt es Roten Traubensaft und zu essen (selbst)gebackenes Brot, auf das man Butter, gehackte Kräuter, Salz, Aufstriche geben kann.

Rezept für "Fladenbrot" (4 Fladen, eine Flade können sich immer 2 Kinder teilen):


Zutaten: 30g Hefe, 2 EL Olivenöl oder weiche Butter, 1 TL Salz, 300g Wasser, 500g frisch gemahlenes Weizenmehl

Zubereitung: Die Hefe und das Salz im Wasser auflösen. Öl/Butter dazugeben und verrühren. Das Mehl dazugeben und gründlich kneten. Mit einem Tuch bedecken, kühl stellen und 15 bis 20 Minuten gehen lassen. Den gut gegangenen Teig in 4 Teile aufteilen und zu Fladen formen. 15 bis 20 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei 200°C 20 bis 30 Minuten backen.

Dann setzen wir uns zu Tisch bzw. auf den Boden. Bevor wir das Brot aufteilen und trinken, hören wir noch einen Text aus der Bibel. Du leitest ihn so ein: "Jesus will, dass es uns gut geht. Dass er auferstanden ist, könnte für uns heißen, dass wir darauf hoffen dürfen, dass er uns mag. Er lädt uns ein, mit ihm seine Auferstehung zu feiern. Im Alten Testament klingt eine Einladung so":

Jes 55, Auszüge
So spricht der Herr:
Auf, Ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!
Auch wer kein Geld hat, soll kommen.
Kauft Getreide und esst, kommt und kauft ohne Geld,
kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!
Warum bezahlt Ihr mit Geld, was Euch nicht nährt,
und mit dem Lohn Eurer Mühen, was Euch nicht satt macht?
Hört auf mich, dann bekommt Ihr das Beste zu essen
und könnt Euch laben an fetten Speisen.
Neigt Euer Ohr mir zu, und kommt zu mir,
hört, dann werdet Ihr leben!


Dazu könnt ihr wieder einen alten Kehrvers wie: "Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Quellen des Heiles!" oder ein anderes Lied singen (mit Instrumenten).

Mahlzeit! Und noch fröhliches Feiern!

Publikation: Fasten- & Osterzeit

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Jahreskreis: Ostern

Schlagwörter: Ostern, Religiöses, Gottesdienst