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Eine Polarexpedition

Gruppenstunde Ausflug Spiele | Alter: 8-10 | Aufwand: hoch

Ziel

Ausflüge im Sommer sind für die meisten Gruppenleiter/innen kein Problem. Es gibt unzählige Spiele, die amn verwenden kann, um einen Ausflug lustig und abwechslungsreich zu gestalten. Wie wär's mit einem Ausflug im Winter? Eine "Polarexpedition " ist ein wunderbarer Anlaß, neue Schneespiele auszuprobieren und sich mit dem Thema Winter und Schnee spielerisch zu befassen.
Die Kinder lernen bei dieser Aktion neue Schneespiele kennen und entdecken den Winter von einer ganz neuen Seite.

Material

  • Vorbereitungsstunde:
    • Packpapier
    • Karton
    • Kochlöffel (einen für jeden Forscher)
    • Fön
    • Kerze
    • verschiedene Kleidungsstücke
    • Lupe
    • Faden
    • weißes Seidenpapier oder Servietten
    • Kaffeefilter
    • Sicherheitsnadeln
    • Buntpapier
    • Scheren
    • Filzstifte
    • (Kartoffel-)Stempel
    • Erde
    • Schüssel
    • Gläser
  • für die Expedition:
    • mehrere Leintücher, die du zusammenhältst
    • vier 1,5m hohe Stäbe
    • mehrere Paar Handschuhe aus verschiedenen Materialien
    • Topf
    • Gaskocher
    • Kaffeefilter
    • große Thermoskanne mit Tee

Aufbau

Eine Polerexpedition muß natürlich gut vorbereitet werden: In der Vorbereitungsstunde werden Informationen über den Winter gesammelt. Außerdem wird die Ausrüstung zusammengestellt und bereits mit den ersten Experimenten begonnen.
Für die Expedition selbst eignet sich eine große Wiese mit viel Schnee. Ein Forschungszentrum wird gebaut und die Experimente werden durchgeführt. Dabei ist es wichtig, daß zwischendurch Bewegungsspieloe eingeplant werden. Als Abschluß der Aktion kann man die Forschungsergebnisse z.B. im Schaukasten der Pfarre aushängen.

 

Gruppenstunde zur Planung der Expedition

Vorbereitung


Das Begrüßungsplakat trägt die Aufschrift "Großes Polarforschertreffen" und hängt an der Tür zum Gruppenraum.
Aus Karton schneidest du kleine Namenskärtchen aus, auf die Du Sicherheitsnadeln oder Kluppen klebst. Entweder beschriftest Du sie schon mit Namen wie "Dr. Kühl" oder "Dr. Frost" oder Du bittest die Kinder, sich selbst welche auszudenken.

Auf ein Packpapier malst Du ein großes Thermometer. Neben die einzelnen Markierungen zeichnest Du Kinder, die nur Unterwäsche anhaben. Aus buntem Papier schneidest Du nun die Kleidungsstücke aus, die später auf diese Zeichnungen geklebt werden.

Für jeden Forscher fertigst du einen Ausweis. Dazu schneidest Du eine Karte in der Größe A6 aus Karton aus, beschriftest sie mit den entsprechenden Namen, dem Titel "Polarforscher" und Deiner Unterschrift und stempelst sie mit einem Stempel (z.B. aus der Pfarrkanzlei oder ein selbstgemachter).

Du gestaltest eine Einladung für die Polarexpedition. Darauf sollten Treffpunkt, Expeditionsziel und geplante Rückkunft vermerkt sein, aber auch, was die Forscher unbedingt mitnehmen sollten: warme Kleidung, Schal, Haube, Handschuhe, einen Rucksack, ein Häferl, Proviant, das Schneetiefenmeßgerät, den Forscher-Ausweis, eventuell Fahrscheine;

Außerdem hast du je eine Wasserschüssel mit heißem, kaltem und lauwarmem Wasser; für den Wassertest bereitest Du zwei Gläser und eine Schüssel vor. In ein Glas gibst Du ein bißchen Erde.

Begrüßung


Wenn die Kinder kommen, begrüßt Du sie ganz herzlich zum großen Polarforschertreffen und überreichst ihnen ein Namenskärtchen. Wenn alle da sind, hältst Du eine Begrüßungsrede. Du heißt noch einmal alle ganz herzlich willkommen und erzählst, daß eine Polarexpedition vorbereitet werden muß. Dazu müssen jetzt schon einige Experimente durchgeführt werden und die notwendige Ausrüstung muß gebastelt werden. (Du solltest auf jeden Fall die Wörter "Expedition" und "Experiment" erklären).

Kristalle machen


(für dieses Experiment ist ein Kühlschrank notwendig)

Dazu füllst Du ein Glas mit Wasser, hängst eine Schnur hinein und stellst es in das Gefrierfach des Kühlschrankes. Du erklärst den Forschern, daß sich an der Schnur Eiskristalle bilden, wenn das Wasser friert. Am Ende des Treffens wird man das Ergebnis sehen können.

Wärmeempfindungstest


Du bittest die Forscher zu den drei vorbereiteten Wasserschüsseln und erklärst ihnen den Verlauf des Experimentes: eine Hand soll in die Schüssel mit dem kalten Wasser getaucht werden, die andere Hand in die Schüssel mit dem warmen Wasser. Danach sollen beide Hände in die dritte Schüssel getaucht werden. Dann soll der Forscher, der das Experiment gerade durchführt, bekanntgeben, ob das Wasser in der dritten Schüssel warm oder kalt ist.

Wassertest


Du erklärst den Forschern, daß auf der Expedition erforscht werden muß, wie sauber der Schnee ist. Deswegen muß jetzt ein Wassertest durchgeführt werden. Du gießt Wasser in die beiden Gläser, die Du vorbereitet hast, und von den Gläsern durch Kaffeefilter in die Schüssel. Die Kaffeefilter werden sofort beschriftet und später auf die Expedition zu Vergleichszwecken mitgenommen.

Durchzugstest


Nun muß festgestellt werden, welche Kleidungsstücke am wenigsten luftdurchlässig sind. Dazu eignet sich der Durchzugstest. Vor eine Kerze die Du zuvor angezündet hast, werden nacheinander verschiedene Kleidungsstücke gehalten und mit einem Fön angeblasen. Geht die Kerze hinter dem Kleidungsstück aus oder flackert sehr stark, so ist dieses nicht sehr empfehlenswert für eine Polarexpidition, weil es viel Luft durchläßt.

Ausrüstung/Bekleidung


Dazu brauchst Du das Thermometerplakat. Gerade habt ihr erforscht, welche Kleidungsstücke luftdurchlässig sind und welche nicht. Aber was zieht man eigentlich bei welcher Temperatur an? Du bittest die Forscher, die passenden Kleidungsstücke aufzukleben. Dann verkündest Du die Temperatur des Tages und gemeinsam stellt ihr nun fest, was man alles anhaben sollte, wenn man sich an die frische Luft begibt. Du erklärst, daß bei der Expidition eine ähnlich tiefe Temeperatur herrschen wird.

Ausrüstung/Schneetiefenmeßgerät


Auf der Expedition muß auch erforscht werden, wie tief der Schnee ist. Dazu müssen aber erst Meßgeräte hergestellt werden. Du teilst die Kochlöffel aus und erklärst, wie praktisch dieses Meßgerät ist. Es hat sogar einen Haltegriff. Das einzige, was noch fehlt, sind die Markierungen. Es ist Vorschrift, daß die unterste Markierung schwarz ist, die mittlere blau und die oberste rot. Außerdem müssen die Markierungen bei allen Meßgeräten auf der gleichen Höhe sein. Du bittest die Forscher nun, die Meßgeräte ordnungsgemäß zu markieren. Natürlich können die Meßgeräte auch verziert werden. Solltest Du erwarten, daß der Schnee stellenweise mehr als kochlöffeltief ist, dann wäre es sehr praktisch, noch zusätzlich eine Schneemeßstange mitzunehmen.

Bei einer Polarexpedition kann natürlich allerhand passieren. Vielleicht kommt plötzlich eine Eiswolke daher oder das Eis schmilzt und man treibt auf einer Eisscholle. Darauf muß man natürlich gut vorbereitet sein.

Eiswolke


Während die Forscher durch den Raum gehen, erzählst Du, daß ihr bei der Expedition plötzlich in eine riesige Eiswolke geratet und es immer kälter wird. Dabei lassen die Forscher ihre Körper langsam erstarren, als würden sie verreisen. Du erzählst weiter, daß sich die Eiswolke langsam wieder entfernt. Dabei "tauen" die Forscher wieder auf.

Eisscholle


Auf der Expedition scheint die Sonne so stark, daß das Eis langsam zu schmelzen beginnt. Die Forscher haben Glück und treiben auf einer Eisscholle (Packpapier) umher. Leider Schmilzt auch diese Eisscholle immer mehr (Du reißt immer wieder ein Stück vom Packpapier ab). Wie klein kann die Scholle werden, damit trotzdem noch alle Forscher auf ihr Platz haben?

Schneekristalle


Jeder Forscher erhält eine Bastelvorlage, die Du vor der Stunde schon zusammengefaltet hast (am besten weißes Seidenpapier oder Servietten). Du erklärst, daß nun einige Formen, wie Schneekristalle aussehen können, vergrößert dargestellt werden sollen. Auf der Expedition soll der Schnee mit einer Lupe untersucht werden.

Während die Forscher arbeiten, kannst Du ihnen die neuesten Forschungsergebnisse über Schnee berichten: Schneekristalle bilden sich bei - 12 bis - 16 Grad C (hier kannst Du noch einmal das Thermometerplakat verwenden!) um einen kleinen Kern (z.B. ein Rußteilchen). Sie können aussehen wie Sterne, Nadeln oder Plättchen und sind höchstens 6 mm groß (etwa wie eine Erbse). Bei 0 Grad C verketten sich diese Schneekristalle zu Flocken. Wenn es sehr kalt ist, schneit es nur selten. Es gibt verschiedene Schneesorten:

  • Pulverschnee: feinkörnig und trocken; bei niedrigen Temperaturen
  • Pappschnee: grobkörnig und feucht; bei ca. 0 Grad C
  • Harsch: entsteht aus liegendem Schnee durch Sonne, Regen und Wind
  • Firn: macht die Sonne aus liegendem Schnee im Hochgebirge

Das Kristall-Experiment


Du erinnerst die Forscher an das Kristallexperiment: das Ergebnis muß unbedingt nocht festgestellt werden. Wenn Du das Glas mit der Schnur aus dem Tiefkühlfach herausgenommen hast, können die Forscher mit einer Lupe das Ergebnis betrachten.

Bevor die Kinder gehen, überreichst Du ihnen Ausweise und Einladungen für die Expedition.

Die Expedition


Für die Expedition benötigst du die oben angeführten Materialien. Außer dir sollten noch mindestens zwei Gruppenleiter/innen mitgehen.

Das Schneespiel


Während ihr auf dem Weg zu der Wiese seid, auf der geforscht werden soll, könnt ihr dieses Spiel spielen:

Du erzählst eine Geschichte und jedesmal, wenn in dieser Geschichte das Wort "Schnee" vorkommt, müssen alle auf ihre Nase greifen. Denn die Nase ist der Körperteil, der am schnellsten einfriert und muß darum aufgewärmt werden. Nach einiger Zeit ernennst Du einen neuen Geschichtenerzähler. Wenn dieser Geschichtenerzähler nicht mehr weitererzählen will, ernennt er wieder einen anderen u.s.w.

Forschungszentum


Forscher brauchen natürlich ein Forschungszentrum. Ihr baut drei Mauern aus Schnee und steckt die Stäbe in die Ecken. Dann packst Du das große Tuch aus. Du erklärst, daß dieses Tuch das Dach eures Forschungszentrums sine wird. Aber zuerst kann man damit noch wunderbar ausprobieren, wie man sich in einem Iglu fühlt. Du legst das Tuch auf den Boden und bittest die Forscher, sich in einem Kreis um das Tuch aufzustellen. Jetzt packt jeder Forscher den Rand des Tuches mit beiden Händen. Auf "Los" hebt ihr das Tuch gemeinsam hoch und senkt es wieder. Wenn ihr das ein paar Mal gemacht habt, hebt ihr das Tuch noch einmal hoch. Wenn es gerade hoch oben ist, stellen sich schnell alle darunter (ohne das Tuch auszulassen!) und setzen sich auf das Tuchende.

Zwischen den Experimenten sollten unbedingt Bewegungsspiele eingeplant werden! Später findest Du einige Vorschläge.

Experimente

Schneetiefe


Du bittest die Forscher, ihre Meßgeräte herzurichten. Du erklärst, daß erforscht werden muß, wo hier der Schnee am tiefsten ist. Dazu steckt man das Meßgerät in den Schnee (der Griff muß natürlich nach oben zeigen). Dann berichten die Forscher einander von ihren Ergebnissen.

Der Handschuhtest


Es muß erforscht werden, mit welchen Handschuhen man am besten im Schnee spielen kann. Du bittest die Forscher, sich in einer Reihe aufzustellen. Jeder erhält nun ein Paar Handschuhe, zieht sie an, formt einen Schneeball, wirft ihn auf ein vorher ausgemachtes Ziel, zieht die Handschuhe wieder aus und gibt sie weiter. Die Forscher müssen nun genau aufpassen, ob die Handschuhe, die die von ihrem Nachbarn erhalten, innen schon feucht sind. Ist das der Fall, müssen sie das sofort sagen. Du notierst auf einem Blatt Papier, welches Paar Handschuhe nach wievielen "Testschneebällen" naß ist. Seid ihr mit dem Test fertig, liest Du die Ergebnisse vor.

Experimente mit Schnee


Du packst die Lupe aus und verkündest, daß interessierte Forscher nun den Schnee genauer betrachten können.
Im Forschungszentrum stellst Du den Gaskocher auf und bittest die Forscher, den Topf mit Schnee anzufüllen. Es soll erforscht werden, wieviel Wasser nun aus diesem Schnee wird. Du zündest den Gaskocher an und setzt den Topf darauf.
Wenn der Schnee geschmolzen ist, erinnerst Du an das Experiment mit den Kaffeefiltern. Das gleiche Experiment soll nun mit dem geschmolzenen Schnee durchgeführt werden. Habt ihr das Experiment abgeschlossen, vergleicht ihr den Filter mit den beschrifteten Filtern aus der Vorbereitungsstunde.

Spurensuche


Wenn ein Wald in der Nähe ist, könnt ihr Spuren suchen und mit den Vorlagen vergleichen.

Bewegungsspiele

Ausschütteln


Alle gehen herum, bis einer (zuerst am besten Du) stehenbleibt und sich einen Körperteil aus- schüttelt. Dann bleiben alle stehen und schütteln sich diesen Körperteil aus. Wer nicht mehr will, geht einfach weiter. Dann gehen alle weiter, bis der nächste stehenbleibt und sich ausschüttelt. Selbstverständlich können auch mehrere Körperteile gleichzeitig ausgeschüttelt werden.

Virus


Du niest laut. Die anderen Gruppenleiter sind furchtbar aufgeregt: wenn das Virus nicht gefangen wird, stecken sich alle Forscher an und die Expedition muß abgebrochen werden! Ein Gruppenleiter ist das Virus, das durch Berührung alle Forscher infizieren (versteinern) will. Das Virus ist mit einer Haube ausgerüstet, mit der es die Forscher infizieren kasnn. Hat das Virus sein Dasein satt, wirft er die Haube weg und ist nun wieder ein ganz normaler Forscher. Der Forscher, der die Haube aufnimmt, ist das neue Virus. Wenn zwei Forscher Hand in Hand stehen, sind sie gegen das Virus immun und können nicht infiziert werden. Ein infizerter Forscher kann durch zwei gesunde geheilt werden, indem diese ihn zwischen ihre einandergereichten Hände nehmen und rufen: "Gesund, gesund!". Kreisen vier Forscher, die einander an den Händen halten, das Virus ein, so ist es nicht mehr gefährlich und muß die Haube abgeben.
(Achtung: Unbedingt Spielfeld abgrenzen!)

Eisbär


(= Rosa Frau)

Mitten in euren Experimenten kommt Euch plötzlich ein Eisbär in die Quere. Ein Forscher ist der Eisbär der auf einer Seite des Spielfeldes steht. An der anderen Seite stehen die übrigen Forscher. Der Eisbär fragt sie: "Wer fürchtet sich vor einem Eisbären?" Die Forscher geben zu: "Alle!" Da der Eisbär weiß, daß man sich nicht mehr so sehr fürchtet, wenn man mit anderen zusammen ist, empfiehlt er: "Dann fürchtet euch zu dritt!" Die Forscher bilden Dreiergruppen und der Eisbär versucht, jemanden zu fangen, der nicht in einer Dreiergruppe ist. (Der Eisbär hätte auch eine andere Zahl rufen können.) Die Gruppen können und sollen sich dabei auch auflösen und neu bilden, um einzelne vor dem Eisbären zu schützen. Wer dann doch erwischt wird, ist der neue Eisbär.

Schneeflockenrennen


(= Amöbenrennen)

Du erinnerst die Forscher daran, was sie in der Vorbereitungsstunde über Schnee gehört haben: Schneekristalle schließen sich bei 0 Grad zu Schneeflocken zusammen. Die Forscher sind nun Schneekristalle und schließen sich zu mehreren Schneeflocken zusammen. Die Kristalle einer Schneeflocke halten sich an den Händen, wobei ein Kristall möglichst viele Hände berühren soll. Dann beginnt das Rennen durch den Schnee.

Jamaquak


Die Forscher stehen plötzlich ganz seltsamen Tieren gegenüber. Weil sie Forscher sind, wollen sie natürlich ausprobieren, wie sich diese Tiere fühlen: sie umfassen mit den Händen ihre Knöchel und gehen rückwärts. Die Augen müssen offenbleiben, damit die Forscher nicht zusammenstoßen.

Spuren machen


Um die Forscher, die nach euch kommen, zu verwirren, könnt ihr verschiedene Spuren erfinden und ihre Wirkung ausprobieren. (z.B. Jamaquak-Spuren, Pinguin-Spuren, ...)

Wenn den Forschern trotz der Bewegungsspiele nicht so richtig warm wird, werden die Häferln ausgepackt und der heiße Tee getrunken.

Autor/in: Alrun Fichtenbauer,Elisabeth Glöcker,Thomas Narosy

Publikation: KiK 80

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Schlagwörter: Winter, Rausgehaktion, Experimente