• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Mir ist fad!

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Ziel

Kinder versuchen, Neues zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen. Kinder sind neugierig und wollen ihnen nicht Vertrautes (kennen)lernen. Deshalb gibt es einen Zustand, der für jedes Kind bedrohlich ist: das Fad-Sein!
"Fad-Sein” soll zu einem Thema werden, über das man reden und blödeln kann. Auf diese Weise bekommen die Kinder die Möglichkeit, sich spielerisch mit einem für sie sehr präsenten Alltagsproblem auseinanderzusetzen.

Material

  • Schild: "Expert/innen-Kongreß"
  • Arztverkleidung, kleine Namensschilder
  • ein Tuch
  • kleine Alltagsgegenstände: Buntstifte, Papier, Streichholzschachteln, Radiergummis, Joghurtbecher, Büroklammern, leere Dosen, Flaschenkorken, Gabeln, Löffel
  • Stäbchen, Schnüre, Uhu, Scheren,
  • Naps, Witze & Comics
  • das Notfallpaket (für jedes Kind ein Papiersäckchen mit folgendem Inhalt):
  • Naps, Witze und Comics, eine Liste mit Adressen und Telefonnummern aller Gruppenmitglieder

Aufbau

Die Kinder nehmen als Expert/innen an einem Kongreß teil, bei dem es darum geht zu erforschen, ob es ein Gegenmittel gegen eine seltsame Krankheit, das Fad-Sein, gibt.
Zuerst wird diese Krankheit und ihre Verbreitung durch ein Virus-Spiel veranschaulicht, danach nehmen die Expert/innen an einem Ideenexperiment teil, wo sie aus alltäglichen Gegenständen etwas Neues machen können.
Anschließend beginnt in zwei Spielen die Suche nach den notwendigen Zutaten für das Gegenmittel: Süßholz und Lachwurzen.
Am Schluß kehren die Expert/innen mit ihren Ergebnissen zum Kongreß zurück und erhalten "Probepackungen” eines Mittels, das in akuten Notfällen hoffentlich über das Schlimmste hinweghelfen kann...

 

Der Expert/innen-Kongreß



Wenn die Kinder den Gruppenraum betreten, finden sie einen langen Konferenztisch mit Stühlen und eventuell auch mit schon hergerichteten Wassergläsern vor. An der Tür hängt ein großes Schild: EXPERT/INNEN-KONGRESS
Du selbst bist als Arzt/Ärztin verkleidet (z.B. mit einem weißen Gewand, einem Spielzeug-Stethoskop,...). Während Du die Kinder sehr herzlich beim Kongreß begrüßt, gibst Du jedem Kind ein Namenschildchen zum Aufkleben oder Anstecken. Auf den Schildern stehen nur die Titel (z.B. Dr., Prof., Ing.,...), ihren Namen als Expert/innen können sich die Kinder selbst ausdenken.
Sind alle versammelt, begrüßt Du nun noch einmal offiziell alle Kongreßteilnehmer/innen und bedankst Dich für ihr Kommen. Der Anlaß für diesen Kongreß ist nämlich, wie Du jetzt erklärst, ein sehr wichtiges und interessantes Problem, wahrscheinlich eine Krankheit, die Dich und mehrere andere Wissenschaftlerkolleg/innen und Expert/innen schon längere Zeit beschäftigt.

Ansteckungsgefahr?!



Vor allem jüngere Menschen und besonders Kinder werden häufig von diesen recht seltsamen Krankheitsanzeichen befallen. Sicherlich sind sie allen gut bekannt: Meist beginnt es damit, daß ein betroffenes Kind nicht weiß, was es tun soll. Es überlegt hin und her, aber es fällt ihm nichts ein oder es hat eigentlich gar keine Lust zu irgend etwas. Oft endet dieses Schlamassel in einer furchtbar schlechten Laune - in diesem Stadium kommt meist schon jede Hilfe zu spät. Die betroffenen Personen sagen um diesen Zustand zu beschreiben immer: "Mir ist fad!”

Man nimmt an, daß diese Krankheit auch ansteckend sein kann. Außerdem kann man dagegen nicht immun werden, d.h. auch wenn man sie schon einmal gehabt hat, kann sie wieder kommen. Deshalb forscht Du nun gerade sehr intensiv nach einem Gegenmittel, obwohl Du Dir nicht wirklich sicher bist, ob es überhaupt eines gibt. Für Deine Experimente und für die Suche nach den verschiedenen Zutaten zu diesem Mittel brauchst Du allerdings dringend mehrere Leute, die etwas vom dem Problem verstehen, Expert/innen also. Du bittest deshalb die Kongreßteilnehmer/innen, Dir zu helfen und mit Dir weiter zu forschen. Um diese komplizierte Krankheit ein wenig zu verdeutlichen, schlägst Du zuerst einmal ein Spiel vor.


Der Fad-Virus



(Dieses Spiel findest Du auch unter dem Namen "Virus" in der Spielemappe, 2.3)

Ein Kind ist der Fad-Virus und versucht, alle anderen anzustecken, indem es sie mit einem Tuch berührt. Natürlich ist niemand davon begeistert, deshalb laufen auch alle davon. Es besteht jedoch die Möglichkeit, sich vor dem Virus zu schützen, wenn man zu zweit ist. Ist der Fad-Virus also jemandem dicht auf den Fersen, kann man den Verfolgten retten, wenn man ihm für kurze Zeit die Hand gibt.
Wird dennoch jemand erwischt, so bleibt er stehen und ruft: "Mir ist fad!” bis jemand kommt, um ihn zu erlösen, indem er ihn an der Hand nimmt und "Komm mit zum Spielen!” sagt.
Möchte der Fänger nicht mehr Virus sein, dann wirft er sein Tuch weg. Wer es aufnimmt, ist der neue Fad-Virus.
Kennen Deine Kinder, dieses Spiel schon, kann noch folgende Variante eingeführt werden: Der Virus kann unschädlich gemacht werden, wenn sich vier Kinder an den Händen nehmen, den Virus einkreisen und dabei "LIRUM, LARUM, ASPIRIN - FENCHELTEE UND VITAMIN" (oder aber "Entgiftet! Entgiftet!") rufen. Ist das geschehen, muß der Fad-Virus sein Tuch abgeben und ein neues Kind übernimmt die Rolle.


Das Experiment



Nach dem Virus-Spiel führst Du die Expert/innenrunde zu einigen Gegenständen, mit denen Ihr ein Experiment durchführen werdet:
Auf einem Tisch oder auf dem Boden liegen (nicht zu wenige) verschiedene kleine Alltagsgegenstände, wie z.B. Buntstifte, Papier, Streichholzschachteln, Radiergummis, Joghurtbecher, Büroklammern, leere Dosen, Flaschenkorken, Löffel, etc. Außerdem hast Du Stäbchen und Schnüre, Uhu und Scheren vorbereitet.

Du bittest nun die versammelten Expert/innen, sich vorzustellen, daß ihnen gerade ein wenig fad zu werden beginnt. Und wenn einem so fad wird, dann bräuchte man eigentlich eine Idee. Eine ausgefallene vielleicht, oder ein witzige, oder eine seltsame,... Zum Beispiel eine Idee, was man mit diesen Dingen, die man ja sehr oft braucht und die auf den ersten Blick eigentlich nicht besonders aufregend scheinen, anfangen könnte, außer sie so zu verwenden, wie sonst auch immer.
Fällt den Kindern selbst nichts ein, kannst Du auch Vorschläge einbringen: einen schiefen Turm bauen, eine moderne Skulptur machen, eine Landschaft auf einem Bild kleben, ein Mobile basteln, eine Lärmmaschine konstruieren,...

Wenn das Ideenexperiment als beendet angesehen werden kann, beginnt die Suche nach zwei - wie sich der/die Forscher/in einbildet - unbedingt notwendigen Zutaten für ein mögliches Gegenmittel:


Das Süßholz



Du erzählst den Kindern, daß das Süßholz (das man dringend braucht, um sich im Krankheitsfall die Situation wenigstens etwas versüßen zu können!) nur in sehr feuchten, sumpfigen Gebieten vorkommt und meistens sehr schwer zu finden ist. Nur sehr wenigen Forscher/innen ist es bis jetzt gelungen, zu diesen Orten vorzudringen. Die einzige Hilfe in diesem Fall sind Frösche, die in den sumpfigen Gegenden zu Hause sind und durch ihr Quaken den Platz anzeigen, wo das Süßholz zu finden ist. Nun kann die Suche losgehen!


Heiß - Kalt



Ein oder zwei Kinder sind die Forscher/innen, die vor der Suche des Süßholzes kurz den Raum verlassen. Währenddessen verstecken die anderen kleine Süßigkeiten (die sich gut aufteilen lassen, z.B. Naps) im Raum.
Sobald die Forscher/innen hineingerufen werden, spielen die anderen Kinder Frösche, die - je nachdem ob die Suchenden näher oder weiter vom Versteck weg sind - lauter oder leiser quaken, um ihnen die Suche zu erleichtern.
Das Spiel kann natürlich ein paar Mal wiederholt werden, damit alle Kinder die Möglichkeit haben zu suchen. Ist genug Süßholz gefunden, geht es weiter zur...


Lachwurzen



Die Lachwurzen besteht aus verschiedenen Witzen, Comics, Scherzfragen oder ähnlichem (Bücher mit Scherzfragen und Witzen kannst Du Dir im Jungscharbüro ausborgen). Diese werden allerdings von einem gewissen langen Weilix verwaltet, der sie nur dann herausgibt, wenn er zuerst irgendwie zum Lachen gebracht wird - sei es, daß man ihm einen guten Witz erzählt, Grimassen schneidet, irgendwelche Blödeleien veranstaltet,... Kitzeln gilt nicht! Diese Rolle kann ein/e zweite/r Gruppenleiter/in übernehmen, sie kann aber auch von einem Kind gespielt werden.

Nachdem die Expert/innen also auch diese Aufgabe bewältigt haben, kehren sie mit ihren Ergebnissen zum Kongreß zurück und können nun gemeinsam beraten, ob sie nun glauben, daß es tatsächlich ein Gegenmittel gegen das "Fad-Sein” geben kann.


Ein Notfallpaket



Auf jeden Fall hast Du für alle Kongreßteilnehmer/innen in einem Säcklein eine Probepackung eines Mittels vorbereitet, das zwar vielleicht nicht hundertprozentig wirkt, aber womöglich helfen kann, das Allerschlimmste zu verhindern - ein Notfallpaket sozusagen.
Den Inhalt dieser "Probepackung” führst Du nun noch einmal vor:


Der Inhalt

  • einige Naps (Süßholz), um sich - wie gesagt - im Krankheitsfall die Situation etwas versüßen zu können
  • einige Witze und Comics, um sich abzulenken und aufzuheitern
  • eine Liste mit Adressen und Telefonnummern aller Gruppenmitglieder, falls man einfach jemanden zum Plaudern braucht oder seine ausgefallenen Ideen nur mit jemandem zweiten verwirklichen kann...



Am Schluß verabschiedest Du Dich noch von den Teilnehmer/innen und bedankst Dich für die hilfreiche Zusammenarbeit.

Autor/in: Karin Magrutsch, Bernhard Natschläger

Publikation: Na ich

Share |

 

Schlagwörter: Gefühle, Spiel