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Kürbis, Gurken, Sonnenblumenkerne — alles süß, oder was?

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Kochen nach den 5 Elementen (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser)

Material

Aufbau

 

Glaubt man der Ernährungslehre nach den fünf Elementen, dann zählen nicht nur Kürbis, Gurken und Sonnenblumenkerne sondern auch Rapsöl, Rindfleisch, Portwein, Spinat,... zu den süßen Lebensmitteln. Vielleicht sollte man daher beim nächsten Heißhunger auf Süßes in eine Zucchini beißen oder einen Schluck Olivenöl zu sich nehmen?

Nein! Haben wir Heißhunger auf Süßes, dann verlangt unser Körper nach nahrhaften Speisen wie gekochtem Getreide, Fleischsuppen und Hülsenfrüchten, die aber nicht nur aus süßen Lebensmitteln bestehen, sondern alle Elemente enthalten. Süßigkeiten wie Schokolade, Honig und Zucker befriedigen diese Gelüste nur vordergründig und halten nicht lange an, weil der Körper nicht das bekommt, was er wirklich braucht.

Bei der chinesischen Ernährungslehre geht es nicht wie bei uns um Kalorien, Vitamine und Spurenelemente sondern um Energie, den Ausgleich von Yin und Yang, den Aufbau und Erhalt der Lebensenergie. Die Ernährung steht auch in direktem Zusammenhang mit der Traditionellen Chinesischen Medizin, deren vordergründiges Ziel es ist, die Gesundheit zu erhalten. Fünf Elemente (Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser) stehen nicht nur für die Jahreszeiten und die Lebenszyklen von Lebewesen, sondern sind auch jeweils verschiedenen Organen zugeordnet. Sie stehen aber auch für Geschmacksrichtungen, über die die Zuordnung erfolgt: Saures gehört zu Holz, Bitteres zu Feuer, Süßes zur Erde, Scharfes zu Metall und Salziges zu Wasser. So steht jedes Lebensmittel für ein Element.


Kochen im Kreis


Kochen im Kreis ist eine Methode, bei der die Lebensmittel in der Reihenfolge der Elemente, denen sie zugeordnet sind, verkocht werden. Darin spiegelt sich der Vorgang von Wachstum, Verfall und Neubeginn wieder. Am Beispiel der Entwicklung von Pflanzen sieht das folgendermaßen aus:
Holz: der Keimling durchstößt die Erde
Feuer: die Fülle der Blüten
Erde: die Ernte
Metall: Rückzug der Säfte
Wasser: Umwandlung der Essenz der vergangen Generation in den Samen

Um eine Mahlzeit zuzubereiten, die für den Körper zuträglich ist, müssen alle fünf Elemente enthalten sein. Diese Ansätze mögen für unser westliches Verständnis etwas seltsam klingen, die dazu passende Kochmethode kann man aber auch ausprobieren, wenn man die Theorie dahinter nicht teilt. Sie macht nämlich einfach Spaß und verlangt einen kreativen Umgang mit Rezepten und Lebensmitteln.

Wenn du es mit deinen Kindern ausprobieren willst, hier eine kurze Anleitung, welche Regeln es dabei zu beachten gilt:

  • Jedes Nahrungsmittel ist einem Element zugeordnet. Diese Zuordnung basiert meist auf traditionellen Überlieferungen. Sie ist aber nicht immer eindeutig. Unterschiedliche Traditionen ordnen ein und dasselbe Nahrungsmittel unterschiedlichen Elementen zu. Das ist aber kein Problem, denn es gilt (nach der dahinterstehenden Denkweise) sowohl als auch. Das heißt, wenn ihr eine Zutat nicht auf der Liste findet, so kostet sie einfach und versucht herauszufinden, wo sie eurer Meinung nach hingehört. Diese Zuordnung ist dann für euch richtig.
  • Die Reihenfolge Holz, Feuer, Erde, Metall, Wasser, Holz, Feuer,... muss eingehalten werden. Es ist aber egal, wo man anfängt und wie oft man die einzelnen Elemente durchgeht.
  • Man kann mehrere Zutaten eines Elements auf einmal hineingeben.
  • Kein Element darf übersprungen werden.
  • Es reichen auch winzige Mengen von einem Element.
  • Man darf einen Schritt (aber nicht mehr) zurückgehen, aber kein Element auslassen.



Von zwei Dingen rate ich dir ab: Mach keine Zauberei oder esoterisches Getue daraus, denn das soll es nicht sein. Macht euch aber auch nicht darüber lustig, sondern probiert es nur aus, als das, was es ist: Eine der unzähligen Varianten Essen zuzubereiten.

Mehr über die Ernährung nach den fünf Elementen erfährst du im gleichnamigen Buch von Barbara Temelie.

Eine ausführlichere Liste mit Lebensmitteln findest du auf der Jungscharhomepage (http://wien.jungschar.at).

Holz (sauer)
Pflaume, Huhn, Ente, Essig, Petersilie, Brombeere, Himbeere, Ananas, Kiwi, Rhabarber, Zitrone, Apfel sauer, Clementine, Erdbeere, Heidelbeere, Johannisbeere, Kirsche sauer, Manderine, Orange, Preiselbeere, Sauerkraut, Tomate, Sojasprosse, Joghurt, Dickmilch, Frischkäse, Kefir, Sauermilch, Sauerrahm, Topfen, Dinkel, Couscous, Weizen

Feuer (bitter)
Hammel, Lamm, Fleisch gegrillt, Schafkäse, Basilikum frisch, Kakao, Mohn, Oregano frisch, Paprika, Wacholder, Rosmarin frisch, Salbei frisch, Roggen, Buchweizen, Brennnessel, Eisbergsalat, Endiviensalat, Feldsalat, Artischocke, Kopfsalat, Löwenzahn, Rucola, Holunderbeere, Quitte

Erde (süß)
Süßreis, Hirse, Maiskolben, Polenta, Gerste, Fenchel, Kürbis, Süßkartoffel, Zwiebel gebraten, Grüne Bohnen, Erbsen, Karotten, Kartoffel, Kohlrabi, Kohl, Melanzani, Broccoli, Chinakohl, Mangold, Paprika, Zeller, Spargel, Spinat, Zucchini, Gurke, Marille, Kirsche süß, Pfirsich, Rosinen, Dattel, Feigen, Pflaumen getrocknet, Apfel süß, Banane, Birne, Weintraube, Honigmelone, Mango, Wassermelone, Öl, Butter, Kuhmilch, Schlagobers, Zimt, Vanille, Safran, Zucker, Nüsse, Rindfleisch, Mandeln, Pistazien, Ei, Champignon, Maroni, Avocado

Metall (scharf)
Schimmelkäse, Cayennepfeffer, Chili, Curry, Ingwer, Knoblauch, Pfeffer, Hafer, Frühlingszwiebel, Lauch, Zwiebel, Basilikum getrocknet, Bohnenkraut getrocknet, Dillkraut, Liebstöckel, Kümmel, Koriander, Lorbeer, Majoran, Muskat, Nelke, Oregano getrocknet, Rosmarin getrocknet, Schinittlauch, Senf, Sternanis, Thymian getrocknet, Pute, Reis, Salbei getrocknet, Kresse, Radieschen

Wasser (salzig)
Salami, Schinken, Parmesan, Fisch, Linsen, Schweinefleisch, Oliven, Salz, Sojasoße

Autor/in: Christina Schneider

Publikation: Kumquat_1/02

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Schlagwörter: Essen, Kreativität, Welt