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Kritisieren

Gruppenstunde | Alter: 10-13 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Kritik kommt vom griechischen ”kritikos” und übersetzt man mit ”Kunst der Beurteilung”. Es heißt aber auch Beanstandung. Diese zwei Bedeutungen unter einen Hut zu bringen ist oft sehr schwer. Aus diesem Grund neigt man häufig dazu Mißstände oder Fehler nicht aufzuzeigen, sondern diese zu übersehen oder zu erdulden. Ist aber die Ausübung einer Kritik einmal nicht mehr abwendbar, sei es, daß man dazu aufgefordert wurde (z.B.: Wie war mein Referat? ...), oder man von sich aus einen Zustand verändern möchte (z.B.: Deine Mutter räumt Deinen Schreibtisch immer wieder unaufgefordert auf, und Du findest Deine Sachen nicht mehr.), so geht man leider sehr oft durch Über- oder Untertreibungen am eigentlichen Ziel der Kritik vorbei.

Ziel

Ziel ist es zu erkennen was ich wahrnehmen muss, was ich beurteilen soll, bzw. was mich stört. Ich muß mir auch die Frage stellen, was ich davon ansprechen oder ändern möchte? Sind diese Dinge klar, kann ich in geeigneter Form Kritik anbringen.

Material

  • Peanuts-Plakate 1-3
  • Plakat mit Erklärung des Begriffs ”Kritik”
  • Vorgedruckte Zettel für Situationen in folgenden Umgebungen: Schule, zu Hause, Pfarre, im Park, auf der Straße (für jede Gruppe 4 Zettel je Umgebung). Idealerweise haben die einzelnen Umgebungen unterschiedliche Farben
  • grüne und rote Karten (für jedes Kind jeweils eine)
  • Erinnerungs-Zettel, auf dem alle drei Comics darauf sind sowie die Erklärung von ”Kritik”. Es soll auch genug Platz darauf sein, damit die Kinder die Grundsätze dazuschreiben können
  • (Für jedes Kind ein Zettel).

Aufbau

Erklärung des Begriffs ”Kritik” anhand von zwei Plakaten
Situationen werden in Kleingruppen gesammelt, im Plenum vorgestellt und erklärt
Zweiergruppen wählen sich eine Situation aus und überlegen sich als Vorbereitung auf das Rollenspiel, was genau der Punkt ist, der beurteilt oder beanstandet werden soll.
Bevor wir im Rollenspiel dann schauen, WIE diese Kritik rübergebracht werden kann, stellen wir uns grundsätzlich die Frage: WIE soll Kritik ausschauen. Worauf sollte ein Kritiker achten, wenn er kritisiert? (anhand des Plakates: "Das ist wichtig beim Kritisieren:” und vorgeschlagenen Stichworten)
Es folgt das Rollenspiel der einzelnen Zweiergruppen; Plänum beobachtet, ob Grundsätze eingehalten werden und zeigt dies schon während der Aufführung auf (grüne/rote Karten)

 

Begriffserklärung



Am Beginn der Gruppenstunde sollten ein paar Spiele gespielt werden, bei denen sich die Kinder bewegen können.
Verschiedenste dafür geeignete Spiele findest Du auf den roten Seiten der Spielemappe

Habt ihr alle Spiele gespielt, dann setzt Euch in einem großen Kreis auf den Boden oder um einen Tisch. In die Mitte legst Du das Peanuts-Plakat 1, und wartest bis alle Kinder das Comic gelesen haben.
Dann fährst Du fort: ”Ich würde sagen, daß Patty in einer schwierigen Situation ist. Aber die Frage ist ja nicht uninteressant: Was ist denn Kritik genau? Weil mich diese Frage sehr interessiert hat, habe ich im Fremdwörterbuch nachgesehen und folgendes gefunden.” Jetzt legst Du das vorbereitete Plakat mit der Begriffserklärung in die Mitte und erklärst mit eigenen Worten den Begriff. Vorsicht: Nicht den Sinn dieser Erklärung verändern!. Stelle auch gleichzeit fest, daß Patty jemanden beurteilen soll.

”Und jetzt eine andere Situation.”. Du holst das Peanuts-Plakat 2 heraus.

Nachdem alle das Comic gelesen haben, stellst Du, wenn die Kinder es nicht bereits von sich aus gemacht haben, fest, daß hier eine Beanstandung vorliegt.

”Wie geht es jetzt weiter?!” Du bittest jetzt die Kinder, sich in Gruppen zu max. 4 Kindern zusammenzufinden. Hast Du eine sehr kleine Gruppe genügen auch Zweier-Gruppen.

”Wir haben jetzt zwei Situationen kennengelernt: In der einen wurde Patty aufgefordert eine Beurteilung vorzunehmen. In der anderen störte Charly Brown etwas. Und jetzt die große Frage: Kennen wir auch Situationen in denen wir jemanden oder etwas kritisieren wollten oder mußten.” Jede Gruppe bekommt nun 20 Situations-Zettel in fünf Farben, d.h. vier Zettel pro Farbe. Jede Farbe steht für eine der folgenden Umgebungen: Schule, Zuhause, Pfarre, Park, Straße. Die Umgebung ist auf jeden Zettel oben notiert.


Situationen sammeln



Auf den Zetteln sollen die Kinder Situationen beschreiben, indem sie festhalten, wen und aus welchem Anlaß sie kritisiert haben. Verwende beim Erklären als Vorlage einen für Patty und Charly Brown ausgefüllten Zettel, damit die Kinder ein Bild bekommen, wie so etwas aussehen könnte.

In der Schule: Patty soll das Referat ihrer Freundin kritisieren.
zu Hause: Charlie muß seiner Tante sagen, daß sie nicht mehr seinen Schreibtisch aufräumen soll.

Dabei sollen aber keine Namen genannt oder Hinweide auf Personen gegeben werden, sondern lediglich das Verhältnis beschrieben werden /Freund/in, Bekannte/r, ...)
Während die Kinder dabei sind, Situationen zu beschreiben, gehe immer wieder von Gruppe zu Gruppe. Sie werden sicher einige Fragen an Dich haben.

Sind alle Gruppen fertig, setzt Euch zu einem großen Kreis zusammen: ”Jetzt sind wir alle natürlich gespannt, welche Situationen wir schon erlebt haben. Welche Gruppe möchte den Anfang machen?”. Wenn sich die erste Gruppe gemeldet hat, bitte die Gruppe, gemeinsam die Situationen vorzustellen.

Wurden alle Situationen vorgestellt, so fordere die Kinder auf, sich in Zweier-Gruppen zusammenzufinden.
Bei einer ungeraden Zahl von Kindern kannst bzw. sollst Du mitmachen.
Die neu gebildeten Gruppen sollen sich jeweils eine von den vielen gesammelten Situation aussuchen, die beide Kinder in ähnlicher Form kennen. Es dürfen auch mehrere Gruppen die selbe Situation nehmen.


Situationen beruretilen



”Wir haben jetzt einige interessante Situationen gesammelt, von denen wir uns jetzt jeweils eine ausgesucht haben. Die Frage ist jetzt, was stört uns in der Situation, die wir ausgesucht haben? Wie beurteile ich die Sache, oder was auch immer ich da beurteilen soll.”

Sind alle Gruppen fertig, setzt Euch zu einem großen Kreis zusammen. Du legst das Peanuts-Plakat 3 gleichzeit mit dem leeren Plakat mit der Überschrift ”Das ist wichtig beim Kritisieren” in die Mitte des Kreises.

Nachdem die Kinder ihre Kommentare zu dem Comic abgegeben haben: ”Meiner Meinung nach, ist das eine sehr wichtige Frage, die sich Charly Brown hier stellt. Und ich bin mir sicher, daß es hunderte Dinge gibt, auf die man achten sollte. Aber worauf sollte man Eurer Meinung nach bei einer Beurteilung bzw. Beanstandung ganz speziell achten?”.


Grundsätze der Kritik



Bei dieser Gedankensammlung sollten die Kinder zuerst ihre Vorschläge sagen, vielleicht fängt die Gruppe darüber zu diskutieren an. Wenn Du Bedenken zu dem ein oder anderen Vorschlag haben solltest, so gib diese auch bekannt. Schließlich versuchen die Kinder Grundsätze für Kritiken zu finden, da sollte kein Unsinn dabeisein (z.B.: Dem anderen eine ‘runter hauen, ...). Sind alle Kinder und Du mit einem Vorschlag einverstanden, dann lade das Kind ein, den Vorschlag auf das Plakat zu schreiben.

Glaubst Du, daß Deine Kinder nicht von alleine die Punkte sammeln werden, dann kannst Du natürlich Stichwörter vorgeben von denen sie jene auswählen sollen, die sie beim Kritisieren für wichtig halten. Auf weißen Zettelchen können natürlich noch weitere wichtige Punkte hinzugefügt werden.

zynisch sein, sachlich bleiben, übertreiben, untertreiben, lustig, ernst, ruhig bleiben, aggressiv werden, Witze machen, Finger zeigen, schimpfen, beleidigen, den anderen nicht reden lassen, vor vielen Leuten kritisieren, sich lustig machen, mit alten Geschichten kommen, zuerst etwas Positives, etwas Gutes sagen, nicht in die Augen schauen, sich vorher in die Lage des andern versetzen

Überlege Dir unbedingt vorher selbst, was für Dich persönlich wichtig ist!


Rollenspiele



Wenn ihr euch geeinigt habt, dann lade die Zweiergruppen ein, jeweils ein kurzes Rollenspiel zu der von ihnen ausgewählten Situation vorzubereiten. Einer der beiden soll dabei kritisieren und der andere kritisiert werden. Mache die Kinder dabei darauf aufmerksam, daß sie nicht sie selber spielen sollen, sondern andere Personen. Notfalls, gehe von Gruppe zu Gruppe und kläre wer wer ist.

Haben alle Gruppen sich ausreichend vorbereitet, können die Rollenspiele beginnen. Die Zuschauer werden immer dazu eingeladen mittels den roten und grünen Karten den Schauspielern zu zeigen, ob sie sich an die ausgemachten Grundsätze halten oder nicht.

Am Ende der Stunde teile jedem Kind eine Kopie des Erinnerungs-Zettels aus, und lädst sie ein, die gesammelten Grundsätze dazuzuschreiben. Als Erinnerung.




Peanuts-Plakat 1:
- ”... und das war mein Referat über die Züchtung von Kühen.”
- ”Ich darf mich setzen?”
- ”Ich soll jetzt eine Kritik zu dem Vortrag machen, Frau Lehrerin?”
- ”Was ist denn eine Kritik genau?”

Peanuts-Plakat 2
- ”Ich wollte dem Mädchen mit den roten Haaren einen Liebesbrief schreiben.”
- ”Aber ich kann nicht. Meine Tante hat meinen Schreibtisch aufgeräumt.”
- ”Jetzt finde ich finde meine Sachen nicht mehr.”
- ”Dann sag’ doch etwas.”

Peanuts-Plakat 3
- ” - ”
- ”Wie soll ich das nur sagen?”
- ” - ”
- ”Was sollte ich beim Kritisieren beachten?”

Autor/in: Walter C. Huber

Publikation: KiK 80

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Schlagwörter: Ich, Werte, Ich und die anderen