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Gott hat mich lieb

Gruppenstunde | Alter: 8-10 | Aufwand: mittel

Ziel

”Jemand hat mich lieb” - das ist wohl die schönste Erfahrung, die ein Kind machen kann. Gleichzeitig ist dieses Gefühl eine wichtige Voraussetzung, um einen anderen Menschen vertrauen zu können und eine Beziehung oder im späteren Leben eine Partnerschaft aufbauen zu können.Und nur wer spürt, wie es ist, von Menschen geliebt zu werden, kann auch glauben, daß Gott uns lieb hat.

Material

  • Stoff oder Kartonfigur
  • Buntpapierblumen (bunt)
  • kleine Hundehütten aus naturfarbenem Papier
  • Geschichte
  • Stifte und Klebstoff

Aufbau

Maxi ist traurig: Wir überlegen, warum Maxi traurig ist, und wer ihn lieb haben könnte
Spiel ”Mach’s nach”: Phantomimisch stellen wir da, wie man es einem anderen zeigen kann, daß man ihn lieb hat.
Geschichte: ”Wie können wir einander Nette Dinge tun, damit wir uns wohlfühlen”
Hundehüttenskala: Wir schauen, was uns am meisten freut und was uns am angenehmsten ist.
Abschlußlied oder Spiel

 

Anmerkung:
Diese Gruppenstunde wurde bewußt vom Materialaufwand und auch vom Aufbau her sehr einfach gehalten. Sie ist daher sowohl für Gruppenleiter/innen, die noch wenig Erfahrung haben, als auch für die ersten Gruppenstunden, wenn die Kinder einander erst kennenlernen, sehr gut geeignet!


Warum ist Maxi so traurig?



Im Gruppenraum finden die Kinder eine traurige Gestalt - entweder eine ausgestopfte Puppe oder eine Figur aus Karton, die traurig dreinschaut.
Wir setzen uns rund um die Figur und du fragst die Kinder, warum sie glauben, daß Maxi so traurig ist. (Wenn ein Kind deiner Gruppe zufällig Maxi heißt, dann solltest du einen anderen Namen wählen!)
Schließlich verrätst du ihnen den Grund: Maxi hat das Gefühl, daß ihn keiner lieb hat!
Das ist natürlich wirklich sehr schlimm, obwohl du dir das eigentlich nicht vorstellen kannst, denn du weißt, daß Maxi normalerweise ein sehr lustiger Bub ist, der viel Freunde hat.
Nun fragst du die Kinder, von wem sie glauben, daß sie sehr lieb gehabt werden.
Für jeden Einfall (Mama, Papa, Oma, Opa, Hund, ...) legst du um den Maxi herum eine bunte Blume auf.


”Lieb haben”


Eine Abwandlung von ”Mach’s nach”, Spielmappe Nr. 1.16

Wir stellen uns jetzt in einem großen Kreis auf. Bestimmt haben alle diese Personen, die uns eingefallen sind, auch den Maxi lieb. Aber er merkt es nicht, denn sonst wäre er ja nicht traurig.
Überlegen wir einmal, wie können wir es denn sehen oder hören oder spüren, daß uns z.B. die Mama lieb hat. Was macht sie, wenn sie uns das zeigt? Die Kinder sollen das aber nicht einfach erzählen, sondern jeweils ein Kind, dem etwas einfällt, macht das pantomimisch vor, anschließend machen wir das alle nach.
Möglichkeiten sind: streicheln, Hand geben, Bussi schicken
aber auch jemanden etwas Gutes kochen, mit jemanden tanzen ...


Die Geschichte von Jakob



Vielleicht ist unserem Maxi jetzt auch schon eingefallen, daß ihm jemand auf so eine Art gezeigt hat, daß er ihn lieb hat.
Maxi hört gerne Geschichten, und du erklärst, daß du den Kindern jetzt eine Geschichte vorliest, das freut’ den Maxi auch.
Bevor du die Geschichte vorliest, legst du in die Kreismitte ein Packpapierplakat, mit einer Hundehütte aufgezeichnet.


Jakob fühlt sich sehr zu Hause



Der Vater sitzt im Garten und liest Zeitung. Da hört er Hammerschläge. Er zuckt zusammen. Es ist ihm unangenehm. Er will lieber Ruhe haben. Er ist nämlich müde von der Arbeit.
Da hört er die Stimme von Jakob. ”Vati komm einmal her, halt mir das, bitte!”
Der Vati seufzt und steht auf. Er sieht, wie Jakob an einer Hundehütte arbeitet. Er fragt: ”Vati, wie gefällt dir meine Hundehütte?”
Der Papa ist entsetzt und meint: ”Um Gottes Willen, Jakob, werden wir gar einen Bernhardiner haben?”
Doch der Jakob beruhigt ihm: ”Nein Vati, das ist nur eine Besucherhundehütte. Ich brauche sie für Flocki, wenn er mit der Kathi auf Besuch kommt. Damit er sich bei uns zu Hause wohl fühlt. Die Hundehütte ist so groß, damit Kati und ich auch drin sitzen können. -- Bei Regen zum Beispiel oder wenn wir ein Geheimnis haben, und überhaupt!”
Jakob plaudert weiter: ”Du Vati, ich glaub, die Kathi ist gern bei uns. Fast lieber, als bei ihren Eltern, weil sie so oft streiten. Gelt, die Kathi darf eh immer kommen, wenn sie mag?”
”Von mir aus, wenn es ihre Eltern erlauben”, entgegnete der Vater.
Der Jakob überlegt und meint: ”Du Vati, ich hab mehr Plätze zum Zuhausefühlen als die Kathi. Ich hab nachgezählt. Drinnen im Haus, im Garten, bei der Oma, in dieser Hundehütte und bei der Kathi. Manchmal sogar im Wald, wenn ich weiß, daß ihr in der Nähe seid. Und, wo fühlst du dich zu Hause?”
Der Vati denkt nach: ”Ich glaub am ehesten dort, wo Mutti ist. Ja überall dort, wo sie ist.”
Jakob wundert sich: Egal wo?”
Vati entgegnet: ”Ja Jakob, wo Mutti ist, fühl ich mich zu Haus, weil wir uns gern haben.”
Da wird der Jakob nachdenklich: ”Was machen denn die, die niemanden zum Gernhaben haben? Wo fühlen die sich zu Hause? - Beim lieben Gott?”
”Du Jakob, der liebe Gott darf für uns keine Ausrede sein, daß wir uns nicht um die kümmern, die sich nirgends zu Hause fühlen. Im Gegenteil, Gott will, daß wir allen Menschen helfen, damit sie sich auf der Erde halbwegs zu Hause fühlen. Aber da gibt es noch viel zu tun,” seufzt der Vati.
Da ist der Jakob ganz stolz, daß er für Kathi und Flocki schon gesorgt hat.
Etwas später klingelt es und Kathi kommt mit Flocki vorbei.
”Hallo, Jakob! Was ist den bei dir los. Den ganzen Nachmittag hör ich dich hämmern.”
Der Flocki kriecht in die Hundehütte. ”Jö, ist die Hütte aber schön”, ruft Kathi, die ist ja fast zu groß für den Flocki.
Die Hütte gehört auch für uns alle drei”, entgegnete der Jakob. Da freut sich die Kathi: ”Jakob, hier ist es schön. Wie zu Hause! Nein, noch mehr als zu Hause.”
Der Jakob freut sich: ”Und ich weiß auch warum.”
”Warum?” will die Kathi wissen.
Weil wir uns so gut verstehen.


Anschließend erklärst du:



Es gibt also zu Glück jemanden, der jeden von uns ganz sicher lieb hat - und das ist der liebe Gott. (Falls es den Kindern am Anfang nicht ohnehin schon eingefallen ist, legen wir noch schnell eine Blume für den lieben Gott zu unseren Maxi!)

Allerdings kann der liebe Gott uns nicht richtig streicheln, für uns etwas Gutes kochen,... (Hier nennst du die Dinge, die den Kindern bei ”Mach’s nach” eingefallen sind). Weil er aber trotzdem möchte, daß wir alle, auch der Maxi, es spüren, daß er uns sehr lieb hat, freut er sich, wenn wir uns gegenseitig gute Dinge tun, so daß wir uns wohlfühlen - eben so, wie der Jakob für den Flocki etwas Nettes tun wollte, damit er sich zu Hause fühlt.


Hundenhüttenskala



Jeder, dem nun etwas einfällt, was er einem anderen tun könnte, daß er sich freut und wohlfühlt, der schreibt das (oder zeichnet es) auf das Hundehüttenplakat. Reihum liest nun jeder seine Idee vor, und wir entscheiden gemeinsam, wie super uns das freut. Das geht am einfachsten, in dem jedes Kind entweder 1 Finger (für super) oder 2 (für ganz super) oder 3 (für super, super, super) hoch hält, und du in etwa den Durchschnitt ermittelst.


Das freut uns aber!



Es wäre nett, wenn du mit Filzstift den Mund von Maxi auf einen Lachmund ausbessern könntest, denn schön langsam freut er sich, weil er so viel über’s lieb haben gehört hat.

Als Abschluß solltest du mit den Kindern noch etwas machen, was ihnen Freude bereitet. Wenn deine Kinder gerne singen, könntet ihr das Lied ”Gottes Liebe ist so wunderbar” (mit Bewegungen) oder das ”Mutmacherlied” lernen. Sind die Kinder aber schon recht unruhig, dann wäre es besser, gemeinsam noch ein Bwegungsspiel oder Fangspiel zu spielen!

Autor/in: Angelika Herret-Rosenkranz

Publikation: KiK 85

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Schlagwörter: Gefühle, Religiöses