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Der fremde Gott

Gruppenstunde | Alter: 10-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Wohl in jeder Phase unseres Lebens ist es aus verschiedenen Gründen möglich, dass uns Gott fremd erscheint. Der emotionelle Zustand ist dann umso unangenehmer oder unerträglicher, je einsamer wir uns mit diesem Problem fühlen. Also wollen wir andere (in diesem Fall die gesamte Pfarrgemeinde) miteinbeziehen.

Material

  • Bibel, Lehrbücher für den Religionsunterricht, ev. Katechismus, Gebets- und Andachtsbücher
  • Fotoapparat
  • Material zur Gestaltung der Austellung

Aufbau

Wir gestalten eine Ausstellung, die mit Fortdauer eine Veränderung, eine Weiterentwicklung erfahren soll.
Fünf Phasen dieses Projektes, dessen Verarbeitung sicher über den Zeitraum einer Gruppenstunde vorausgeht, stellen unterschiedliche Anforderungen mit unterschiedlichem Arbeitsaufwand an die Gruppe.

 

Exhibition in Progress


I Bestandsaufnahme
II Gestaltung
III Eröffnung
IV Während der Ausstellung
V Abschluss

I Bestandsaufnahme


In dieser Phase sammelt die Gruppe, was alles dazu geignet ist, Gott fremd erscheinen zu lassen. Der/die Gruppenleiter/in hat dafür Anregungen zu geben, worauf die Gruppe ihren Blick richten könnte, muss aber unbedingt darauf achten, nicht seine eigenen Probleme zu jenen der Gruppenmitglieder zu machen.

Zuerst einmal schauen wir in die Bibel. Finden wir das Textstellen, die Gott in einer Weise zeigen, dass wir uns nur wundern können? Wie ist das mit diesem Gott? Wie ist das etwa mit diesem Gott, der unzählige Menschen in einer Sintflut umkommen lässt (Gen 6,1 - 9,29)?
Oder mit jenem, der Ungehorsam damit bestraft, jemanden einfach zu Salzsäule erstarren zu lassen (Gen 19,1-29)?
Warum spricht Jesus in Rätseln und lässt seine Jünger danach oft ratlos stehen (Mk 9,2-10; 9, 14-29; 9,30-32; u.v.m.)?
Hat die Gruppe mit einer vom/von der Gruppenleiter/in vorgegebenen Bibelstelle keine Schwierigkeiten - umso besser!
Stellen sich aber unbeantwortete Fragen, wird der entsprechende Text für die Ausstellung ausgewählt. Fallen der Gruppe andere Stellen aus der Bibel ein, die möglicherweise auch Befremden Hervorrufen?

Eine Zweite Fundgrube für Unklarheiten stellen viele Katechismen, Gebets- oder Andachtsbüchlein dar.
Was steht in unseren Lehrbüchern für den Religionsunterricht (die muss sich der/die Gruppenleiter/in zuvor besorgen und entsprechende Stellen heraussuchen)?
Oder welche Reaktionen ruft bei uns sie Betrachtung von Gebets- oder Anachstbildchen hervor?

Eine weitere Möglichkeit die Sammlung zu vervollständigen ist ein Lokalaugenschein in der Pfarrkirche durchzuführen (dafür ist es von Vorteil, einen Photoapparat mitzunehmen!)
Was empfinden wir, wenn wir die Bilder und Statuen anschauen?
Welches Bild von Männern und welches Bild von Frauen wird da befördert?
In welchem Verhältnis stehen die Darstellung von Leid zu jener von Erlösung?
Welche Assoziationen rufen die Kreuzwegstationen in uns hervor?
Was sollen wir eigentlich mit einer sogenannten "Herz Jesu"-Darstellung?
Wie sind die Sitzgelegenheiten angeordnet und auf welches Gottesbild lässt das schließen?
Jesus hat einmal gesagt "Lasset die Kinder zu mir kommen"- haben die Kinder in unserer Kirche dazu überhaupt Gelegenheit?

II Gestaltung


Hat die Gruppe genügend Material gesammelt, überlegt sie die technische Ausführung der Ausstellung.
Worauf werden alle Texte, Photographien und andere Bilder collagiert?
Was soll kopiert (bzw. vergrößert), was mit der Hand geschrieben werden?
Wie werden Widersprüche verdeutlichts, wie Fragen formuliert?
Zu welchen Texten wird etwas hingeschrieben, was wird mit Leuchtstift hervorgehoben, was wird unkommentiert verwendet?
Was wird geklebt, was angenagelt, was angebunden, was frei aufgehängt, sodass auch die Rückseite zu besichtigen ist?
Ist genug Platz geblieben, damit auch andere gestalten können?

III Eröffnung


Im Rahmen eines Sonntags-Gottesdienst eröffnet der Pfarrer oder Kaplan die Ausstellung. Je nachdem, was für den weiteren Verlauf des Projekts günstiger scheint, erläutert er selbst , der/die Gruppenleiter/in oder ein Mitgleid der Gruppe (oder auch mehrere), wie es dazu kam, was sich die Gruppe von dieser Austellung erwartet und lädr schließlich die Gemeinde ein, während eines bestimmten Zeitraumes (2 Wochen, Advent- oder Fastenzeit,...) eigene Beiträge dazu zu leisten.
Arbeitsmaterial (Bleistifte, Kugelschreiber, verschiedene farbige Bunt- und Filzstifte, Leuchtstifte, Klebstoff, Schere, unbeschriebenes Papier,...) stehen für alle, die bereit sind mit bzw. weiter zu gestalten, zur Verfügung.

IV Während der Ausstellung


...haben sich Gruppenleiter/innen und Gruppenmitglieder ihre Zeitpläne derart eingeteilt, dass jeden Tag irgendjemand einmal die Ausstellung besucht um zu gewährleisten, dass auch immer genügend Arbeitsmaterial für willige Mitgestalter bereitsteht.

V Abschluss


Nachdem der vereinbarte Zeitraum verstrichen ist, bezieht der Pfarrer (oder Kaplan) den aktuellen Status der Austellung in die Sonntagspredigt ein. So wie sie sich an diesem Tag präsentiert, stellt sie auch ein wenig ein Bild der gemeinde dar.

  • Ist überhaupt etwas verändert worden?
  • Sind diese Veränderungen konstruktiv oder destruktiv?
  • Sind Fragen geklärt oder sind weitere oder mehr Fragen offen?
  • Hat unser Pfarrer/Kaplan auf alle diese Fragen Antworten oder ist ihm selbst manches fremd?
  • Zeigen sich Gemeinsamkeiten innerhalb der Gemeinde?

Publikation: fremdsein

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Schlagwörter: Religiöses, Bibel, Ich