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Gott macht wieder lebendig

Messmodelle | Alter: 8-15 | Aufwand: niedrig

Ziel

Ein Gottesdienstmodell zum 5.Fastensonntag

Material

Aufbau

 

Bibelstellen

Evangelium: Ez; Joh, 37; 11, 12b-14; 3-7

Ein Gottesdienstmodell zum 5. Fastensonntag



Ez 37, 12b-14 (1. Lesung)
So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, daß ich der Herr bin.
Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, daß ich der Herr bin. Ich habe gesprochen, und ich führe es aus - Spruch des Herrn.

Joh 11, 3-7. 17. 20-27. 33b-45
In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tode führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Martha, ihre Schwester, und Lazarus. Als er hörte, daß Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Laßt uns wieder nach Judäa gehen.
Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Martha hörte, daß Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus.
Martha sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird er dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Martha sagte zu ihm: Ich weiß, daß er auferstehen wird, bei der Auferstehung am letzten Tag.
Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Martha antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, daß du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.
Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: wo habt ihr ihn bestattet? Sie antwortete ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus.
Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, daß dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.
Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Martha, die Schwester des Verstorbenen, entgegnet ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Dann nahmen sie den Stein weg.
Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, daß du mich erhört hast. Ich wußte, daß du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, daß du mich gesandt hast.
Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Hände und Füße waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und laßt ihn weggehen!
Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren, und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.


Zur Lesung: Hintergründe & Bedeutung



Ezechiel
Der Prophet Ezechiel wurde 597 aus Jerusalem nach Babylon deportiert. Er war Priester, bzw. Priestersohn und wohnte mit einigen Exulanten am Fluß Kebar. In der ersten Zeit des Exils (bis zur endgültigen Zerstörung Jerusalems 587) verkündigt er seinen Landsleuten Unheil. Nach der Zerstörung Jerusalems, nach dieser Katastrophe, überwiegen aber großartige Verheißungen.

Israel im Exil
Die Situation des Volkes Israel im Exil war aussichtslos - und Ezechiel war einer, der das durchaus realistischer einschätzte als viele seiner Landsleute. Schon das Leben im Unreinen Land bedeutete Abgeschnittensein von der Lebensgemeinschaft mit Jahwe, also nichts anderes als Tod. Außerdem war es natürlich für die Israeliten, die umgeben waren von anderen Religionen, sehr schwer, am Jahwe-Glauben festzuhalten. Der soziale Druck in Richtung Staatsreligion war gewaltig. Der Jahwe-Glaube war aber das Wesentliche für den Fortbestand Israels. Diese Situation bezeichnet das Bild von den "Gräbern". Aber im Gegensatz zu vielen anderen seiner Landsleute hat Ezechiel nicht vergessen, an wen sich sein Volk wenden muß, wenn es sich so in Schuld verstrickt hat, daß es am Rande des Todes ist: An niemand anderen als an Jahwe.

Gewißheit der Hilfe Jahwes
Diese Gewißheit, daß Jahwe auch weiterhin zu seinem Volk stehen wird, wird für den Propheten zum Auftrag: Auf die Klage des Volkes Israel soll Ezechiel mit den Verheißungsworten der heutigen Lesung antworten. Und wenn Ezechiel seinen Leuten die Worte Jahwes sagt: "..., ich bringe euch wieder in euer Land, dann werdet ihr erkennen, daß ich der Herr bin." (14), dann kommt da wieder der Zug im Wesen Jahwes zum Ausdruck, den Israel seit Anfang an immer wieder erfahren hat: Gott tut etwas, damit es seinem Volk (wieder) gut geht; dann werden sie erkennen, daß er der Herr ist. Die Exilssituation ist für die Israeliten zu Ende gegangen, aber die Zusage des Ezechiel bleibt aktuell: Jahwe ist ein Gott der Lebenden, ein Gott, der leben läßt.


Vorüberlegung zum Gottesdienst



Daß Gott von den Toten erweckt, das wußte schon das Alte Testament. Gott ist ein Gott der Lebenden und nicht der Toten. Und zum Leben gehört mehr als meßbare Hirnströme und Herz- und Lungenfunktion. Wenn Gott lebendig macht, so heißt das, daß er alles von uns nimmt, was uns am "Leben in Fülle" hindert. Die umgangssprachliche Aussage "Ich bin tot, erledigt, fix und fertig" macht deutlich, in wievielen Bereichen wir "lebendig gemacht" werden müssen. Es braucht dazu zwei Schritte;

Erstens entdecken, was uns "erledigt", "fix und fertig" macht und
zweitens uns gegenseitig helfen, diese Situationen zu verändern.

Gott läßt solche "Totenerweckungen" immer wieder geschehen.


Elemente für den Gottesdienst



Einleitung
Der Mensch, den wir heute kennenlernen (dabei wird das Bild vorgezeigt) heißt Lazarus. Vielleicht haben manche von euch seine Geschichten schon einmal gehört: Lazarus war ein guter Freund von Jesus. Als Lazarus an einer schweren Krankheit gestorben war - wir werden das im heutigen Evangelium hören - kam Jesus nach Bethanien, wo Lazarus und seine zwei Schwestern wohnten und weckte seinen Freund von den Toten wieder auf.
Damals war es üblich, die Toten in Leinenstreifen zu wickeln, deshalb hat Lazarus auf unserem Bild ein paar Streifen umgebunden.
Gott erweckt aber nicht erst seit Jesus von den Toten. Wir werden jetzt eine Lesung aus dem Alten Testament hören, aus der wir erfahren, daß die Israeliten schon 500 Jahre vor Jesus wußten und daran geglaubt haben, daß Gott von den Toten erwecken kann.

Verkündigung
Für die Verkündigung werden kleine Zettel, ungefähr 10 mal 15 cm, gebraucht, auf denen Dinge stehen, die eventuell am Beginn des Gottesdienstes zu folgender Fragestellung gesammelt werden: "Was erledigt uns? Was muß passieren, daß wir davon nachher fix und fertig sind? Was macht es aus, daß wir uns manchmal wie tot fühlen?". Diese Zettel, auf denen Antworten wie z.B. "Hunger, eine große Anstrengung, Angst, Streß, eine Schularbeit am nächsten Tag, eine schlechte Note..." stehen, werden nun jemandem, der mit weißen Binden (ähnlich wie Lazarus) umwickelt ist, zwischen die einzelnen Lagen gesteckt, so daß beim Auswickeln ein Zettel nach dem anderen wieder zum Vorschein kommt. Zum Binden kann man z.B. Küchenrolle oder Klopapier verwenden.

Der Umwickelte wird nach der Lesung, eventuell auf einem Stuhl sitzend, hereingetragen.

So ungefähr hat man früher einen Toten für die Bestattung hergerichtet. Als der Prophet Ezechiel, der die Lesung, die wir heute gehört haben, geschrieben hat und von Leuten erzählte, die in ihren Gräbern liegen, hat er aber gar nicht an Menschen gedacht, die schon richtig "tot" sind. Wir haben wahrscheinlich alle schon einmal gehört, daß jemand leicht stöhnend gesagt hat: "Heute bin ich wie tot", oder wenn jemand sagt: "Ich bin erledigt, ich bin fix und fertig", dann meint das eigentlich das gleiche. Unserem armen "Toten" sind sehr viele solcher Dinge passiert, die ihn fix und fertig gemacht haben. Machen wir ihn doch wieder lebendig!

Der/die Leiter/in der Verkündigung lädt nun die Kinder ein, den "Toten" gemeinsam auszuwickeln - ein Tip: je mehr zuerst um den "Toten" herumgewickelt wurde, desto interessanter ist es nachher, ihn auszuwickeln. Außerdem können mehr Kinder daran beteiligt sein. Beim Auswickeln kommen die Zettel, die zwischen den Binden stecken, nacheinander zum Vorschein. Gemeinsam wird nun überlegt , was man denn machen könne, wenn "den Armen" z.B. "Hunger fix und fertig gemacht hat:" - ein gutes Essen kochen, zum Essen einladen, ein Stück Schokolade schenken.

Das wird solange fortgesetzt, solange es den Kindern Spaß macht. Es macht nichts, wenn zum Schluß ein paar Zettel nicht oder nur kurz besprochen wurden. Der "Tote" sollte aber wieder "ganz lebendig", das heißt ganz ausgewickelt werden.

Wir haben jetzt gerade gemeinsam gesehen: Nicht nur Gott kann lebendig machen; er hilft auch uns, daß wir einander wieder lebendig machen können. Dazu war es aber wichtig, draufzukommen, was uns fix und fertig, was uns "tot" gemacht hat. Dazu ist es wichtig, daß wir aufmerksam füreinander sind, um zu merken, wenn es jemandem von uns schlecht geht. Wenn wir so zueinander sind, dann kann noch etwas passieren: Es kann schon einmal vorkommen, daß nicht sofort jemand bemerkt, daß und warum es mir gerade jetzt schlecht geht. Aber wenn ich weiß, daß die anderen wollen, daß es mir gut geht, daß ich "lebendig wie ein Fisch im Wasser bin", dann kann ich ihnen auch sagen, was ich brauche, damit es mir wieder gut geht.

Fürbitten
Gott, du willst, daß es uns gut geht, du willst, daß wir lebendig sind. Deshalb bitten wir dich:

Für alle Menschen, vor allem für die, denen das Notwendigste zum Überleben fehlt: Mach sie stark und ausdauernd in ihrem Kampf um bessere Lebensbedingungen.

Für alle, die krank sind: Daß sie von liebenden Menschen besucht werden.

Für alle Kinder, die von ihren Eltern nicht gut behandelt werden: Laß sie Menschen kennenlernen, bei denen es diesen Kindern gut geht.

Für unsere Gemeinde: Hilf uns, immer mehr eine Gemeinschaft zu werden, wo keiner dem anderen weh tun will, sondern wo jeder von den anderen das bekommt, was er braucht.

Für die Menschen, die schon gestorben sind: Laß es ihnen bei dir gut gehen.

Darum bitten wir, durch Jesus, unseren Bruder.

Autor/in: aus dem Sammelband effata

Publikation: KiK 86

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Jahreskreis: Fastenzeit

Schlagwörter: Gottesdienst, Religiöses