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Ein Kind kommt auf die Welt

Gruppenstunde | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Jüngere Kinder sollen die unterschiedlichsten Bilder rund um die Weihnachtsgeschichte kennenlernen (nicht nur kitschig-romantische) und das ein oder andere Bild besser verstehen, indem sie überlgen, was die dargestellten Personen hier wohl denken und fühlen könnten. Dann geht es darum, was Kinder vom Leben erhoffen. Auch für die Älteren ist die Hoffnung ein Thema. Sie sollen in den Bildern sehen, daß die Geburt eines Kindes immer Hoffnung für seine Umgebung bedeuten kann. Dabei können sie über die sozial-politische Dimension der Gottesgeburt nachdenken.

Gottesgeburt - Gott wird Mensch: das bedeutet, daß Menschen wieder auf ein besseres Leben. hoffen dürfen und ihr eigenes menschliches Leben in allem, was es ist, gesegnet, also gutgeheißen wird und angenommen wird.

Die Kinder sollen erfahren, was die Menschwerdung Gottes zu Weihnachten bedeuten kann.

Für Jüngere: Die Kinder sollen sehen, wie unterschiedlich man die Geschichten um Weihnachten malen kann. Sie sollen die Möglichkeit haben, über die Beziehungen Mutter, Vater und Kind nachzudenken, ihre Erfahrungen auszutauschen. Sie sollen zum Ausdruck bringen, was sie sich erhoffen von ihrer Umgebung. - Sie können die Erfahrungen mit der eigenen Bedeutung, ein Kind zu sein, über das Jesuskind vermittelt, zum Ausdruck bringen.

Für Ältere: Die Kinder sollen erfahren, daß die Gottesgeburt Hoffnung für die Umgebung bedeuten kann - für eine bestimmte Familie, aber auch für die gesellschaftlich-politischen Umstände. Sie sollen erfahren, daß Jesus immer in einen bestimmten Hintergrund hinein geboren (gemalt) wird und was der bedeuten kann, wofür man ihn aber auch mißbrauchen kann.

Ziel

Zur Weihnachtszeit bieten wir ein weihnachtliches Modell für Kinder an, das zum einen einen eher feierlich-meditativen Charakter haben soll, also als "schön" und "angenehm" erfahren werden soll, zum anderen die theologische Weihnachtsbotschaft, daß Gott Mensch geworden ist, kindgerecht aufbereiten will, ohne dabei allzu philosophisch oder kognitiv zu arbeiten.

Material

  • Bilder, die Jesus als Kind zeigen (Krippenbilder, Familienbilder, Ikonen, Andachtsbilder ...) in mehrfach kopierter Ausfertigung: einen Satz zum Aufhängen, 2-3 Sätze zum Gestalten des Flügelaltares; Kerzen; Kopiervorlagen kannst Du im Jungscharbüro ausborgen!
  • Für Jüngere: für jedes Kind 4-5 kopierte Putti (kleine Engel, Bild anbei) und noch zusätzliche zum Gestalten des Flügelaltares; ein größerer, aufstellbarer Flügelaltar (aus Holz oder Karton), Zeichenpapier, Farben,
  • Für Ältere: Kopierte Bilder wie oben; Flügelaltar (s.o.), Teilausschnitte aus den Krippenbildern, Stifte, Papier, Farben

Aufbau

Im Rahmen eines Kirchenrundganges können die Kinder unterschiedlichste Bilder betrachten und miteinander ins Reden kommen. Das Modell bietet Dir zu den verschiedenen Bildern verschiedene Gesprächsimpulse für Jüngere und Ältere an.

Jüngere: Was denken die Personen auf dem Bild? Wie unterschiedlich sind Maria, Josef und das Jesuskind dargestellt, Wo sind Ochs und Esel? Wo ist der Heiligenschein? ...

Ältere: In welch unterschiedliche Hintergründe wird Jesus hineingeboren? Was kann das bedeuten? Welche Hoffnungen verbindet die Umgebung mit dieser Geburt?

Im Anschluß an diesen Weihnachts-weg, "Sternen-weg" gestaltet die Gruppe einen Flügelaltar.
Jüngere malen ihr eigenes Krippenbild und überlegen, was ein kleines Kind erhofft.
Ältere malen und/oder formulieren einen ihnen bedeutsamen Hintergrund für die Gottesgeburt.

 

Dieses Modell ist am stimmungsvollsten, wenn Du es wie einen Kreuzweg in Eurer Kirche durchführst. Dazu verwendest Du Bilder, die von der Geburt Christi bzw. den Ereignissen rund um seine Geburt erzählen (Auszuborgen im Jungscharbüro)

Diese Bilder befestigst Du im Kirchenraum so, daß es ähnlich einem Kreuz-weg möglich ist, einen "Sternen-weg" durch die Kirche zu machen (Du hängst die Bilder z.B. über die Kreuzwegbilder).

Die Bilder kannst Du im JS-büro ausborgen und kopieren.

Für Jüngere



Bevor ihr in die Kirche geht, zeigst Du den Kindern folgendes Bild von Raffael, "Die Sixtinische Madonna" (um 1513):

Was sehen wir: eine Frau, ein Kind, 2 feierlich angezogene Personen. Was tun die? Die Frau und das Kind schauen uns an, der eine Mann betet an, die andere Frau zeigt sich uns mit geschlossenen Augen. Im Hintergrund sind schemenhafte Gesichter zu sehen, unten 2 freche Engerl.


Wie gefällt uns was auf diesem Bild?



Wir sehen Maria, Jesus, den heiligen Sixtus (ein Athener, Papst, im 3. Jahrhundert im Rahmen der Chrsitenverfolgungen ermordet) und die heilige Barbara (eine kluge und schöne Frau, die von Ihrem Vater gequält und ermordet wird, weil sie Christin wird)

und 2 kleine Engel, Putti: Was sich die beiden wohl denken mögen über die da oben? ("Eine schöne Maria, Jesus ist schon ganz schön groß, die Barbara schaut ja gar nicht hin, die sind alle so feierlich, der Jesus schaut ja uns an, die Maria auch, wer sind die vielen Köpfe im Hintergrund ...?")

Nach diesem einleitenden Gespräch erklärst Du den Kindern, daß viele Künstler im Lauf der Zeit gern und oft die Ereignisse um die Geburt Jesu dargestellt haben - auf viel verschiedene Weisen. Weil jetzt bald Weihnachten ist, wollen wir uns ein paar solcher Bilder von Jesus anschauen und schauen, was die Maler sich damals gedacht haben, und was wir uns heute darüber denken. Dann bekommt jedes Kind einen goldenen Heiligenschein mit Stern : wir sind auch heilig und machen uns auf unseren "Sternen-weg". (Im übrigen ist der Heiligenschein ein Symbol für die heilige, also ganze, gesunde, heile und heilende Ausstrahlung, die jemand hat. Der Heiligenschein zeigt, daß uns der Mensch gut tun kann und will. Das können wir auch versuchen.)

Außerdem bekommt jede/r einige Putti.

Wir machen uns auf den Weg in die halberleuchtet Kirche - so hell, daß man die Bilder genau betrachten kann, so dunkel, daß niemand Angst haben muß, es aber doch sehr anheimelnd wirkt.

Du gibst den Kindern einen Hinweis, welches Bild ihr als nächstes betrachten wollt (s.u.). Sie sollen das richtige Bild suchen. Dabei werden die Kinder sicherlich durch die Kirche laufen! Keine Panik - dafür wird ihnen nicht fad, und sie schauen sich die Bilder genau an!


14 Bilder



Nun schaust du dir die einzelnen Bilder mit den Kindern an. Die 14 Bilder und Vorschläge, was du dazu mit Kindern machen kannst, kannst du dir im Büro ausborgen.

Wenn Du den Kindern ermöglichen willst, auch eigene Erfahrungen mit dem Kind-sein zu erzählen, lege den Schwerpunkt eher auf die Frage, was hier zu sehen ist und nicht so sehr auf den biblischen Hintergrund. Es geht weniger darum, Religionsunterricht in Sachen Weihnachtsgeschichte zu geben (dazu stimmen eher die ersten 8 Bilder ein), sondern Bilder anzuschauen, und sie auf sich wirken zu lassen. Dann kann es passieren, daß ein Gespräch ein Kind an etwas erinnert, das es gern und freiwillig erzählen will. Frag´ nicht eigens nach, red´ über das Bild, und was die da drauf sich so denken und fühlen. Korrigiere möglichst überhaupt nicht die Antworten der Kinder,, sondern laß sie ruhig phantasieren ... dann erzählen sie vielleicht von sich selbst ...

Nach jeder Bildbetrachtung überlegt jede/r ob ihm/ihr das Bild gefällt. Wenn es jemandem gefällt, kann er eines seines Engerl am Bild anbringen und eventuell dazuschreiben (den GL dazuschreiben lassen), was ihm/ihr gut gefällt. Dann können die Kinder aus Kerzen einen Stern zu dem Bild legen und die Kerzen anzünden. Dann wird die Kirche immer heller, und die "Heiligenscheine" der Kinder glänzen immer heller.


Künstler des 20. Jahrhunderts



Als Abschluß gestaltet Ihr gemeinsam einen Flügelaltar, den Du vorbereitet hast: allein, zu 2, zu mehrt malen die Kinder ihre eigenes Bild von einem kleinen Kind, das Jesus heißt. Sie können dazu die Bilder verwenden und ausschneiden, übermalen, ....


Hoffentlich ...



Dann überlegen wir, was dieses kleine Kind erhoffen könnte: In neue Putti mit Sprechblasen können die Kinder schreiben, was sich dieses kleine Kind von der Welt erhofft: Hoffentlich ..... hab ich eine liebe Mama, einen lieben Papa, ein schönes Haus, keinen Krieg, jemanden, der mich trägt, mit mir lacht, spielt, Freunde, eine Wiese, einen schönen Spielplatz ...

Dabei entsteht ein Altar, den man in der Weihnachtszeit in der Kirche ausstellen kann.


Für Ältere



Am Anfang zeigst Du den Gruppenmitgliedern folgende Bilder:

Jan van Eyck, Madonna des Kanzlers Rolin
Stephan Lochner, Maria im Rosenhag (um 1448)

Auf beiden Bildern sind Maria und Jesus zu sehen. Worin unterscheiden sie sich? Nun, auf dem Bild von van Eyck sieht man noch eine 3. Person, den Kanzler Philipps des Guten, Rolin, der hier die beiden anbetet während auf dem Bild Lochners nur ein Rosengarten zu sehen ist und oben im Hintergrund Gott abgebildet ist.

Das erste Bild ist ein Stifterbild - d.h., eine (meistens reiche) Person läßt einen Künstler ein Heiligenbild anfertigen, zahlt das und wird auch darauf dargestellt, meist durch Wappen, Beschriftung oder individuelle Züge gekennzeichnet, gemeinsam mit seinen Familienangehörigen, die nun alle (angeblich) "geheiligt" sind (angeblich, weil sie auf dem Bild zu sehen sind, das damals als in sich heilig galt). Solche Bilder gibt es seit der Spätantike. Seit der Romanik werden die Stifter verkleinert als Randfiguren, oft zu Füßen von Schutzheiligen oder seitlich der Hauptszene angebracht, wobei sie auf Flügelaltären auf den Seitenaltären zu sehen sind und von Schutzheiligen den heiligen Personen der Mitteltafel anempfohlen werden. Allerdings, und das ist hier das anders und deshalb faszinierend, in der Regel viel kleiner als Maria und ihr Kind und gemeinsam mit einem Schutzheiligen. Kanzler Rolin ist offensichtlich ziemlich selbstbewußt: van Eyck malt ihn in Größe (und also auch Würde) ebenbürtig mit Maria. Seinen Respekt drückt er durch die anbetende Haltung aus. Im Hintergrund ist eine wunderbare Landschaft zu sehen, fast schon ein Bild im Bild, eine Stadtlandschaft aus der Zeit des Malers. Die Szene spielt hier also in den Niederlanden. Jesus und Maria werden vom Künstler in die damalige Gegenwart versetzt und werden mit einem zeitgenössischen Hintergrund versehen.

Wie anders noch auf dem anderen Bild: da sind Maria und das Jesuskind im Paradies zu sehen (Rosengarten ist ein Bild für das Paradies!), gemeinsam mit Gott und vielen Engerln.

Du erklärst deinen Gruppenmitgliedern, daß ihr euch heute angesichts der nahenden Weihnachtszeit mehrere solcher Bilder anschauen wollt - und zwar soll es weniger um die heiligen Personen gehen als um den Hintergrund, in den das kleine Kind Jesu dabei gestellt wird. Damit wollen die Maler etwas zum Ausdruck bringen: z.B. daß Jesus auch jetzt da ist, oder daß die Menschen hoffen, daß er in diese Situation geboren werden würde, damit sich etwas ändert, oder um zu zeigen, daß er die Gegenwart segnet, also gutheißt und ihr Gutes will.

Dann geht ihr in die Kirche. Die Bilder hast Du zu einem "Sternen-weg" aufgehängt (s.o.) - ähnlich einem Kreuzweg in der Fastenzeit können wir in der Weihnachts/Adventzeit einen Weihnachtsweg machen und schauen, in welche Hintergründe Jesus schon geboren wurde. Spannender ist das ganze noch, wenn Du Dir die Mühe machst, und auf den Bildern einstweilen nur die heiligen Personen zu sehen sind, der Hintergrund jeweils noch mit zurechtgeschnittenem Papier abgedeckt ist.


14 Bilder



14 Bilder stehen dir für Ältere zur Verfügung. Auch diese kannst du dir mit Vorschlägen, was man zu den einzelnen Bildern machen kann, im Jungscharbüro ausborgen. Am Ende all dieser Krippenbilder kannst du dir mit den Gruppenmitgliedern gemeinsam folgense Frage stellen:

Was würden wir den Betrachtern eines Jesusbildes mitteilen wollen und wie könnten wir das symbolisieren?

Auch mit den Älteren kannst Du dann die unterschiedlichsten Josefs verleichen, Ochsen und Esel suchen, Heiligenscheine suchen, schauen, wem welches Bild am besten gefällt und einen Stern aus Kerzen zum Bild stellen bzw. steht der vielleicht schon dort (aber so, daß man das Bild ohne Verbrennungsgefahr betrachten kann!).


Künstler des 20. Jahrhunderts



Die Gruppenmitglieder gestalten nun miteinander einen Flügelaltar (s.o.). Du stellst ihnen zurechtgeschnittene Teile der Bilder zu Verfügung, und zwar jeweils die heilige Familie, Maria, Josef, das Jesuskind; den Hintergrund hast Du weggeschnitten. Jede/r kann sich (allein, zu zweit, zu mehrt ..) die Familie, die Maria, den Jesus wählen, der ihm/ihnen am meisten anspricht - und soll nun einen Hintergrund zu diesem Jesus gestalten: Wo soll Jesus heute hineingeboren werden, in welchen Hintergrund möchte ich Jesus stellen? Wo braucht´s ihn? Was soll er dort bewirken?

Auch diesen Altar kann man in der Kirche austellen.


Hoffentlich ...



Wenn wir uns wünschen, Jesus soll in eine bestimmte Situation geboren werden, erhoffen wir uns davon, daß die Situation sich ändert, besser wird. Die Geburt Jesu kann bedeuten, daß Menschen wieder hoffen dürfen. Finden wir das sinnvoll?
Dazu kannst Du den Gruppenmitgliedern ein Zitat aus "Schlafes Bruder" von Robert Schneider vorlesen, über das man dann noch diskutieren kann.

"Eine jede Hoffnung ist ohne Sinn. Kein Mensch verfalle auf die Idee, auf die Erfüllung seiner Träume zu sinnen. Vielmehr soll er den Irrsinn des Hoffens begreifen. Hat er ihn begriffen, darf er hoffen. Wenn er dann noch träumen kann, hat sein Leben Sinn." (Schlafes Bruder, 135)

Autor/in: Regina Ferschl

Publikation: KiK 91

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Jahreskreis: Weihnachten

Schlagwörter: Advent/Weihnachten, Religiöses