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What a feeling

Gruppenstunde | Alter: 13-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Mit Gefühlen umzugehen, sie zuzulassen und anderen zu zeigen ist keine leichte Sache. Angenehme und unangenehme Situationen - sei es in der Schule, zu Hause oder in der Freizeit- lösen unterschiedliche Gefühle aus. Die Frage dabei ist nur, wie diese anderen Menschen gezeigt werden können ohne dabei selbst in eine unangenehme Situation zu kommen und die eigene vertraute - sichere?- Position aufzugeben.
Da es Jugendlichen meist leichter fällt, sich mit gleichgeschlechtlichen Freundinnen bzw. Freunden über das eigene Erleben von Gefühlen auszutauschen, sollte die folgende Gruppenstunde nicht mit einer gemischtgeschlechtlichen Gruppe ausprobiert werden, sondern entweder nur mit den Mädchen oder nur mit den Burschen Deiner Gruppe.
Es soll klar werden, dass jeder Mensch Gefühle hat, für die es unterschiedliche Äußerungsformen gibt und daß eigene Gefühle von anderen Personen oft ganz unterschiedlich wahrgenommen werden können.

Material

  • Stimmungs-Barometer
  • Passende Musikstücke
  • CD-Player oder anderes Musikabspielgerät
  • Plakat
  • Schreibzeug
  • Leintuch
  • Rollenbeschreibungen
  • Namenskärtchen und Requisiten fürs Rollenspiel
  • Papier & Kugelschreiber

Aufbau

Nachdem ihr euch zum Einsteigen angesehen habt, mit welchen Gefühlen jede/r von euch zur heutigen Gruppenstunde gekommen ist, lauscht ihr drei kurzen Musikstücken, die unterschiedliche Gefühle in euch hervorrufen können, und versucht danach selber Gefühle nonverbal und verbal auszudrücken und euch über die Unterschiede dabei auszutauschen. Anhand von zwei Rollenspielen nehmt ihr anschließend Gefühle in konkreten Situationen unter die Lupe und verglicht, welche Gefühle von den Spielern gespielt wurden und welche davon von den Zuschauern wahrgenommen wurden. Zum gemütlichen Gruppenstundenausklang spielt ihr noch das Spiel "Gefühlsmix" in euer Runde.

 

Zum Auftakt


Zu Beginn der Gruppenstunde begrüßt Du Deine Kids und erzählst, dass es heute um das Thema "Gefühle" gehen wird. Um gleich einen Eindruck zu bekommen, welche verschiedenen Gefühle im Moment in der Gruppe vorhanden sind, teilst Du an die Gruppe Stimmungs-Barometer-Karten aus und bittest, daß jede/r darauf ihr/sein Gefühl einstellt, mit dem er/sie in die Gruppenstunde gekommen ist. Anschließend zeigt jede/r das Kärtchen den anderen, wer Lust dazu hat, kann auch Erklärungen zur Einstellung des Gefühls-Barometers abgeben.

Gefühl-volle Musik


Nun lädst Du die Mädchen bzw. Burschen Deiner Gruppe ein, sich im Gruppenraum einen gemütlichen Platz zu suchen und drei aufeinanderfolgende Musikstücke anzuhören. Dabei soll jedes Gruppenmitglied darauf zu achten, welche Vorstellungen die Lieder in ihr/ihm dabei auslösen bzw. welche Gefühle wahrgenommen werden können. Nach jedem Lied gibt es ein, drei Minuten Pause, um die Eindrücke kurz auf einem Stück Papier festzuhalten. Im Anschluß an die drei Lieder tauscht ihr euch anhand Eurer Notizen über eure Eindrücke aus und vergleicht, welche Liedstellen bei allen ähnliche Gefühle ausgelöst haben und welche unterschiedliche.

Verbale und nonverbale Gefühlsäußerungen


An der Wand hast Du ein Plakat aufgehängt, auf dem Gefühle stehen. Zum Beispiel könnten darauf Begriffen zu finden sein wie Trauer, Liebe, Wut, Haß, Begeisterung, Verachtung, Zorn, Enttäuschung, Unzufriedenheit, Unsicherheit, Überlegenheit etc... Du bittest nun, daß jemand aus der Gruppe sich einen Gefühlszustand, der am Plakat angeführt ist, aussucht, und diesen pantomimisch den anderen darzustellen. Aufgabe der anderen ist es, zu erraten, welches Gefühl gemeint sein könnte. Wer meint, lieber mit Lauten oder mit Sprache dieses Gefühl besser ausdrücken zu können, stellt seinen Begriff - hinter einem aufgehängten Leintuch stehend und ohne dabei gesehen zu werden - verbal dar.

Ge(tr)übte Wahrnehmung von Gefühlen


Nachdem ihr genug ausprobiert habt, auf welche unterschiedlichen Arten sich Gefühle ausdrücken lassen, geht's im weiteren Verlauf der Gruppenstunde um das eigene Wahrnehmen von Gefühlen bei anderen. Dazu bittest Du zwei Mädchen/Burschen Deiner Gruppe, ein kurzes Rollenspiel anhand von vorbereiteten Rollenbeschreibungen zu spielen. (Die Rollenbeschreibungen findest Du weiter unten, achte darauf, daß die Namen der Rollen nicht ident sind mit den Namen von anwesenden oder nicht anwesenden Gruppenmitglieder, nötigenfalls mußt Du die Namen der Rollen ändern.) Die Aufgabe der übrigen Gruppenmitglieder ist es, auf Zetteln mitzuschreiben, welche verschiedenen Gefühle ihrer Meinung nach in dem Rollenspiel vorkommen.

Nach Beendigung des Rollenspiels tauschen sich zuerst die Zuschauer in der Runde über die eben im Rollenspiel vorgekommenen Gefühle aus. Anschließend erzählen die SpielerInnen, mit welchen Gefühlen sie im Spiel beschäftigt waren. Möglicherweise stellt sich heraus, daß sich die Wahrnehmung der Zuschauer nicht ganz mit dem tatsächlichen Erleben der SpielerInnen deckt, vielleicht haben die Zuschauer noch ganz andere Gefühle gesehen, die nicht in der Rollenbeschreibung standen.

Rollenbeschreibungen für die Mädchengruppe


Sabine (13 Jahre): Hat soeben eine Entscheidungsprüfung zwischen 4 und 5 in Mathematik - ihr schwächstes Fach- bestanden und könnte die ganze Welt umarmen. Ihr Professor ist ziemlich streng und scheint sie nicht besonders zu mögen. Jetzt hat sie es ihm mal gezeigt! Soll der noch einmal sagen, daß sie faul ist! Das muß sie ihrer Freundin Andrea erzählen. Sie trifft sie heute. Andrea geht in eine andere Schule, sie kennen einander aber seit dem Kindergarten und verbringen viel Zeit miteinander. Andrea hat nicht mehr so recht glauben können, daß Sabine die Prüfung noch besteht.

Andrea (13 Jahre): Andrea ist unsterblich verliebt - er heißt Thomas und geht in die Nachbarklasse. Doch wie soll sie ihm das sagen? Sie gehört nicht zu den offensiven Mädchen, denen die Burschen zufliegen. Er scheint sie zu mögen. Wie das passiert ist? In der Disco auf der Sportwoche haben sie ein paar Mal getanzt- es war unglaublich. Heute trifft sie ihre Freundin aus dem Kindergarten- Sabine. Sabine hat ziemliche Probleme in der Schule, besonders in Mathematik, und scheint es heuer wahrscheinlich nicht zu schaffen. Vielleicht hat sie die Prüfung schon gehabt, Andrea weiß es nicht so genau. Sie hat jetzt andere Sorgen- Thomas, was für ein schöner Name! Sie könnte jetzt tausend Berge versetzen!

Rollenbeschreibungen für die Burschengruppe


Klaus (13 Jahre): Klaus und Helmut sind Freunde und gehen in die gleiche Schulklasse. Klaus hat seit drei Monaten eine Freundin - Tanja. Lang hat's gedauert, bis es soweit war, doch jetzt schwebt er im 7. Himmel - wenigstens bis gestern. Da mußte er nämlich feststellen, daß Helmut Tanja zu einem Eis eingeladen hat und sich mit ihr ausgelassen unterhalten hat - zumindest hat es aus der Entfernung so ausgesehen. Klaus findet das unfair, Tanja ist seine Freundin und nicht die von Helmut, außerdem kann man so etwas nicht mit seinem Freund machen. Will Helmut ihm Tanja etwa ausspannen? Nachdem sie schon drei Monate zusammen sind und das seine "Traumfrau" ist? Unglaublich! Das soll er sich nur mal trauen! Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um Helmut zur Rede zu stellen.

Helmut (13 Jahre): Helmut und Klaus sind Freunde und gehen in die gleiche Schulklasse. Klaus hat seit drei Monaten eine Freundin - Tanja. Seit er sie hat, ist wie ausgewechselt. Er kommt nicht mehr in den Park Fußball spielen, er muß dauernd lernen - man könnte fast meinen , er sei ein "Streber" geworden - und er hat überhaupt keine Zeit mehr für seine Freunde. Helmut findet Tanja sehr nett, er hat sie gestern nach der Schule zufällig im Eisgeschäft getroffen und sich mit ihr einige Minuten über die Schule und den kommenden Wandertag unterhalten. Anfangen möchte er mit ihr nichts. Scheinbar hat sich Klaus darüber geärgert - er ist gestern nicht dabei gewesen, und jetzt will Klaus mit Helmut "reden". Was der nur will?

Gefühlsmix


Zum Abschluß könnt ihr noch das Spiel "Gefühlsmix" ausprobieren (vgl. Das Spiel "Stille Erklärung" in der Spielemappe). Dazu setzt ihr euch im Kreis auf und jedes Gruppenmitglied überlegt sich einen Begriff, der ein Gefühl zum Ausdruck bringt.

Zum Beispiel: Wutanfall, Freudenträne, Hunger, Trennungsschmerz, Bauchweh, Verliebt sein, ... Danach beginnt jemand aus der Runde seinem/ihrer linken Nachbarin/n den Begriff ins Ohr zu flüstern. Diese/r überlegt sich einen möglichst genaue Umschreibung für diesen Begriff, die sie/er dann dem Nächsten ins Ohr flüstert. Diese/r sagt den Begriff, den es hinter der Beschreibung vermutet wiederum seinem/ihrer linken Nachbarin/n ins Ohr. Ist die ganze Runde durchgeflüstert worden, werden zuletzt das ursprüngliche Wort mit dem eingelangten Begriff bzw. Umschreibung verglichen und eine neue Runde begonnen.

Autor/in: aus dem Behelf Bub-Mädchen Mann-Frau

Publikation: KiK 98

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