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Vive la crêpe!

Gruppenstunde | Alter: 8-13 | Aufwand: hoch

Ziel

Die Kinder haben in dieser Spielaktion die Gelegenheit, 2 österreichischen Palatschinkenköch/innen zu helfen, ihr Palatschinkenkuchl in eine französische Crêperie zu verwandeln.

Material

  • Tischtücher, Servietten, Geschirr und Besteck
  • schon vorher hergestellte Crêpes (dünne Palatschinken), im besten Falle warmgehalten
  • "Crêpezubehör" nach Wahl
  • Himbeersaft oder andere Getränke
  • Verkleidungen für Kinder und Gruppenleiter/innen
  • 2 Plakate
  • ein aus buntem Papier ausgeschnittener goldener Stern
  • kleine Notizblöcke oder Zettel für Kellner/innen, Stifte
  • evtl. Papiervorlagen für Speisekarten
  • evtl. französische Chansons als Hintergrundmusik
  • evtl. Gruppentanzkassette & Recorder
  • evtl. Zubehör f. Tischdekoration (Blumen, Zahnstocher, Klebeetiketten, Servietten,...)
  • evtl. Raumdekoration (Tücher, Girlanden,...)

Aufbau

Die Kinder haben in dieser Spielaktion die Gelegenheit, 2 österreichischen Palatschinkenköch/innen zu helfen, ihr Palatschinkenkuchl in eine französische Crêperie zu verwandeln. Dazu müssen sie französische Sitten lernen, das Lokal herrichten, die Palatschinken garnieren und schließlich diese als noble Gäste verzehren, bzw. als Kellner/innen servieren. So gelingt es, einen internationalen Lokaltester vom hohen Niveau der "Crêperie" zu überzeugen. Eventuell wagen die Gäste auch ein französisches Tänzchen.

 

Krise im Palatschinkenkuchl


Wenn die Kinder in die Gruppenstunde kommen, hängt schon ein Plakat an der Tür: "Palatschinkenkuchl ..." (hier kannst Du z. B. den Namen Eurer Pfarre einsetzen). Ihr Gruppenleiter/innen stellt euch als die Franzi und der Schurli vor - eures Zeichens Palatschinkenköch/innen. Leider seid Ihr recht zerknirscht, denn das Geschäft geht nicht gut.

Wenn man heutzutage in keinem internationalen Gastronomieführer erwähnt wird, hat man einfach keine Chance. Palatschinken sind außerdem nicht international genug, zudem kommt das Wort vom lateinischen Placenta (d.h. "flacher Kuchen"), und wenn der ursprüngliche Name einer Speise so klingt wie Blad - Center, denken alle gebildeten Gäste sofort, daß in dem Lokal nur fette Speisen angeboten werden. Man muß unbedingt auf Nouvelle Cuisine, die französische Art, vornehm zu speisen, umsteigen: es muß leicht sein (Crêpes sind dünner als Palatschinken), es muß besonders nett aussehen, die Speisen müssen kreative Namen haben und man muß auf französische Weise essen - deshalb haben Schurli und Franzi einen Französischkurs an der Volkshochschule besucht und sich über französische Tischsitten informiert.

Sie bitten die Kinder mitzuhelfen, das Lokal zu retten, denn alles Personal hat gekündigt, es kommen keine Gäste, aber momentan ist ein französischer Testesser von Gault Mondieu unterwegs - da muß alles klappen und der Eindruck eines französischen Nobellokals erweckt werden.

Französische Tischsitten


So gebt Ihr nun den Kindern Unterricht in feinen Tischsitten, Ihr habt schon einen Tisch gedeckt und führt die wichtigsten Regeln vor:

  • Erst nehmen die Damen Platz, die Herren rücken ihnen die Sessel zurecht.
  • Bei jedem Teller liegen Messer, Gabel und Löffel, da immer komplett aufgedeckt sein muß. Zum Crêpesessen darf man aber auf keinen Fall das Messer verwenden, das gilt als unfein.
  • Die Serviette breitet man aus und legt sie auf den Schoß.
  • Sobald man ausgetrunken hat, wird vom Ober Rotwein (d.h. Himbeersaft) nachgeschenkt. Wenn man nicht mehr trinken möchte, muß man etwas Saft im Glas lassen.
  • Wenn man trinkt, stößt man nicht unbedingt miteinander an, aber spricht einen Trinkspruch aus und erhebt die Gläser: Sante! (Gesundheit, gesprochen: Sontee)


Eventuell könnt Ihr den Kindern auch noch ein paar andere französische Vokabel beibringen:

  • Bon appetit: Guten Appetit!
  • Garcon:Kellner (gesprochen: Garßo)
  • merci: danke
  • s'il vous plait: ich bitte darum (sil wu plä)


Nach dieser Unterweisung können sich die Kinder gleich versuchen und neue Sitten und Vokabel üben. Ihr überlegt Euch nun auch französische Namen. Franzi nennt sich Madame France und ist Oberkellnerin, Schurli verwandelt sich in Maitre Georges und ist Chefkoch. Dann wird ausgemacht, wer von den Kindern Gast und wer Personal sein will (Aufteilung ca. 2/3 Gäste, 1/3 Personal). Diese Rollen werden dann bis nach dem Essen beibehalten. Für die Kellner/innen müssen dann allerdings noch genügend Crêpes aufgehoben werden!
(Wenn sich für eine der beiden Gruppen nicht genügend Kinder finden, dann könnt Ihr den Tausch der Gruppen auch früher, als in der Gruppenstunde geplant, durchführen, damit die Kinder beides lange genug ausprobieren können.)

Was die Gäste vorbereiten:


  • sie decken die Tische und schmücken sie vielleicht auch (mit Blumen, kleinen selbstgezeichneten französischen Flaggen, die man leicht aus Zahnstochern und weißen Klebeetiketten herstellen kann, bunten Servietten oder ähnlichem.)
  • sie verkleiden sich
  • sie erfinden einen neuen Namen für die Crêperie und malen ein Plakat für die Tür.
  • eventuell dekorieren sie den Raum (bunte Tücher, Faschingsgirlanden,...)
  • sie können sich Schummelzettel mit Vokabeln vorbereiten und verstecken


was das Personal vorbereitet:


  • sie überlegen sich lustige Namen für die Crêpes und können eventuell Speisekarten gestalten. (Crêpe Surprise; Crêpe Französischer Waldbeertraum an zartem geschlagenem Obers, mit schokoladenem Kuß behaucht; Crêpe auf nussigem Grunde, am Strand eines Sees aus Kompott von der Marille,...) Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
  • sie bereiten die Zutaten für die Crêpes vor (geschnittene Früchte, Schokosauce, Nüsse, Schlagobers, Streusel, pikante Zutaten,...: was auch immer Euch schmeckt.)
  • sie überlegen sich, wer zuerst servieren bzw. zuerst kochen will.
  • die Kellner/innen werden mit Servietten, Papier und Stiften ausgerüstet, die Köch/innen können beginnen, Crêpes zu dekorieren.


Die Eröffnung


Wenn alles bereit ist, gibt Madame France im Lokal den Startschuß, der Laden wird offiziell geöffnet, französische Hintergrundmusik kann eingelegt werden. Die Kellner/innen schwärmen aus, Bestellungen werden aufgegeben. Um die Wartezeit aufs Essen zu überbrücken könnte Madame France vielleicht Gäste und Kellner/innen zu einem Tänzchen bitten: Den französischen Tanz "Champs Elysees" findest Du auf der Gruppentanzkassette, die man auch im JS - Büro ausborgen kann.

Monsieur Mondieu betritt das Lokal...


Sobald der erste Schwung an Bestellungen vorbei, der ärgste Andrang in der Küche geschafft ist, muß Maitre Georges kurz seine Mitköch/innen verlassen. Unbemerkt kleidet er sich um, verwandelt sich in Monsieur Mondieu und erscheint (sehr auffällig) im Lokal, wo er nur ein Glas Wasser bestellt. Er wird prompt bedient und ist angetan von Flair, kreativem Angebot an Speisen und dem vornehmen Publikum - so gibt er sich zu erkennen und verleiht der erfreuten Madame France eine Etoile, einen Stern, den jene gleich aufhängt. Madame France erklärt, daß zur Feier des Tages alle eingeladen sind.
Sobald der Testesser das Lokal verlassen hat, kann sich (spätestens) auch das Personal dazusetzen, und, ohne auf französische Sitten achten zu müssen, können die restlichen Crêpes gemütlich - österreichisch - verzehrt werden. (Du mußt darauf achten, daß auch für die Kinder, die Personal gespielt haben, genug übrigbleibt!)

Autor/in: Martin Lacroix, Daniela Reichel, Beate Smrz

Publikation: KiK 98

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Schlagwörter: Spiel, Essen