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Wer ist der König?

Messmodelle

Hintergrund

Der Begriff des Königtums ist ein sehr alter, allerdings für die Kinder im ursprünglichen Sinn nicht mehr aktuell. An diesem Sonntag soll folgender Aspekt des "Königtums" herausgegriffen werden: Ein König bestimmt vor allem auch das Zusammenleben seines Volkes.
Christus ist ein ganz anderer König als die üblichen. Wenn ein Volk sich einen König erwählt, wie in der heutigen Lesung aus Sam 2, so erwartet es sich etwas von diesem König. Was erwarten wir nun, die wir sagen, dass Christus unser König ist, von ihm? Warum wollen wir, die Menschen in der Kirche, dass Christus - und nur er - unser König ist?

Material

  • Landkarte von Israel
  • Gestzbuch
  • Einen Zettel auf dem steht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst"

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente dafür sind:

  • Verkündigung

 

Bibelstellen

1. Lesung: 2 Sam 5, 1-3

In jenen Tagen kamen alle Stämmen Israels zu David nach Hebron und sagten: Wir sind doch von deinem Fleisch und Bein. Schon früher, als noch Saul unser König war, bist du es gewesen, der Herr hat zu dir gesagt: Du sollst der Hirt meines Volkes Israel sein, du sollst Israels Fürst werden.
Alle Ältesten Israels kamen zum König von Hebron; der König David schloss mit ihnen in Hebron einen Vertrag vor dem Herrn, und sie salbten David zum König von Israel.

Evangelium: Lk 23, 35-43

In jener Zeit verlachten die führenden Männer des Volkes Jesus und sagten: Anderen hat er geholfen, nun soll er sich selbst helfen, wenn er der erwählte Messias Gottes ist.
Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann hilf dir selbst!
Über ihm war eine Tafel angebracht; auf ihr stand: Das ist der König der Juden.
Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnten ihn: Bist du denn nicht der Messias? Dann hilf dir selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in deiner Macht als König kommst.
Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir. Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.

Hintergrund 1. Lesung:

Samuel-Bücher


Die beiden Samuel Bücher haben nicht so sehr die Geschichte des Propheten Samuel, als die der beiden ersten Könige Israels, Saul und David, zum Inhalt.

Kontroverse um das Königtum


Dass das Volk Israel überhaupt zu Königen kam, ist das Ergebnis eines Angriffes von außen - der Philister - und der darauf folgenden Erwählung Sauls zum König und Retter von den Philistern. Diese Erwählung ist aber keineswegs ohne Konflikt innerhalb Israels abgegangen. Innerhalb des Alten Testamentes wechseln sich königskritische und königsloyale Texte immer wieder ab, und das bleibt so bis zum Ende des israelitischen Königtums. Die Argumente der Königskritiker: Wir brauchen keinen König, denn Jahwe ist unser einziger König und Führer im gesellschaftlichen "Experiment Israel". Sie wiesen auch immer wieder darauf hin, dass die Könige ihre Macht missbrauchen würden oder klagen immer wieder, eben diesen Missbrauch an. Letztendlich war die politische Geschichte der Könige Israels auch eine tragische, die 588 v. Chr. In der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier katastrophal endete.

Davids Weg


David war der erfolgreichste und beliebteste Heerführer Sauls gewesen. Nachdem er sich mit ihm überworfen hatte, flüchtete er zu den Philistern, sammelte aber bald darauf eine Schar von ihm treu ergebenen Söldnern um sich und baute seien Einfluss im Südteil Israels (in Juda) immer mehr aus.
Nach dem Tod Sauls und einigen Kämpfen mit kurzfristigen Nachfolgern stellte sich David nicht nur dem Süden, sondern ganz Israel als die einzige und richtige Alternative in der Staatsführung dar (denn von einer solchen kann man erst unter David das erste Mal berechtigterweise reden). Konsequenterweise wurde er von den Vertretern aller Stämme Israels gefragt, ob er nicht ihr König werden wolle. Sie führten drei Begründungen an:
• er war ihr Landmann (ihr "Fleisch und Blut")
• er hatte - zumindest In Juda - die de facto Herrschaft bereits inne und
• er war von Samuel (und damit von Gott) zum König über ganz Israel auserwählt.
Die Königseinsetzung in Hebron erfolgte durch die Ältesten von ganz Israel in Form der zwei, auch später den König noch legitimierenden Designationsschritten: Salbung und Akklamation durch das ganze Volk Israel.
Der Text bringt das Bild des Hirten, der das "Volk Israel weiden" soll: Indem David mit Israel einen Bund schließt, übernimmt er, so wie Gott selbst, der auch einen Bund mit Israel geschlossen hat, die Verantwortung und Sorge für Israel. Dabei bleibt er aber letztendlich immer Gott verantwortlich.

Davids Ruhm


Unter Davids Herrschaft erreichte Israel - nicht zuletzt gefördert durch die gesamtpolitische Konstellation - seine größte Ausdehnung.
David gelang es auch (was Saul vor ihm nur ansatzweise verwirklichen konnte), den Norden und den Süden (Juda und Israel), die schon immer kontrovers gewesen waren, durch seine Person zu vereinigen. Bald nach seinem Tod ging diese Verbindung wieder in Brüche, ebenso kamen die nunmehr zwei Reihen in immer größere Schwierigkeiten.

Die Hoffnung auf Davids Haus


Der Glanz Israels zur Zeit Davids blieb in der Erinnerung aber erhalten. An das Haus David sind immer neue, wechselnde Messias Erwartungen geknüpft worden. Hoffnungen auf einen politischen Messias, der Israel wiedererstarken lassen würde, aber nach dem Exil mehr und mehr auch auf einen universellen Messias, der für alle Menschen Heil bringen würde.

Jesus, Davids Sohn


Wenn Jesus als der Davids Sohn bezeichnet wird, so ist er einerseits der Endpunkt einer langen "Messias - und Königsgeschichte", andererseits erfüllt er die Erwartungen ganz anders, als die Leute dachten.
Das zeigt sich im heutigen Evangelium:
Jesus, dem der "Thron Davids" verliehen ist, dessen "Herrschaft..... kein Ende" haben wird (Lk 1,32) ist auch der, der mit dem Titel "König" verspottet wird. Dieser Verspottete, ans Kreuz geschlagene, ist der wahre König.
Wenn der eine, der neben Jesus am Kreuz hängt, bittet: "Herr, denk an mich ..." (Ps 74,2), wie alle Beter Israels seit Jahrhunderten zu Gott beteten, dann zeigt sich gerade dadurch, was für ein König Jesus ist: Er will alle retten, die Sünder zuerst.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Verkündigung


Wenn ich jetzt die Frage stelle, wer unser König ist, welche Antwort könnte ich darauf bekommen? Wahrscheinlich die, dass wir gar keinen König mehr haben, weil wir ja in einer Demokratie leben. Trotzdem feiern wir heute das "Christkönigsfest". Überlegen wir heute gemeinsam, was dieses Fest für uns bedeuten könnte.
In der heutigen Lesung haben wir gehört, dass die Israeliten sich einen König erwählt haben, nämlich David. Sie haben das natürlich nicht nur so aus "heiterem Himmel" getan, sondern sie hatten ihre Gründe. Zwei davon habe ich hier:

Der Leiter der Verkündigung zeigt eine Landkarte, vielleicht von Israel und ein Gesetzbuch vor.

David wurde nicht ein König von irgendeinem Land, er wurde König von Israel. Die Leute wollten von David, dass er Israel mächtig machen sollte und gegen seine Feinde schützen würde.
Um das tun zu können - und die Menschen von Israel wussten das natürlich - erließ David Gesetze. Er brauchte Steuern und Arbeiter.
Nun, wie das bei Menschen so ist, sind sie nie ganz vollkommen und gut. Wenn ein König Gesetze erlässt, dann kann er sie auch zu seinem eigenen Nutzen verwenden, gegen die Leute, die ihn zum König gewählt haben. Das war zur Zeit des König Davids noch sehr selten, aber in späterer Zeit gab es dann viele Könige in Israel, die ihre Leute ausnutzen, ihnen viel Geld wegnahmen, sie für schwere Arbeiten einsetzten, sodass viele immer wieder sagten: Es wäre doch besser gewesen, wenn wir keinen König hätten.

An dieser Stelle kann man mit den Kindern auch noch kurz darüber reden, ob sie auch schon einmal davon gehört haben - oder es erlebt haben - dass Könige, andere Menschen ausgenützt haben.
So ein König ist Christus nicht, er ist ganz anders, aber wie?
Der Leiter der Verkündigung zeigt noch einmal die Landkarte und Gesetzbuch vor.

Überlegen wir uns wieder mit diesen beiden Dingen - Landkarte und Gesetzbuch - was für ein König Christus ist.
Wenn Christus von seinem Königreich redet, dann meint er immer das "Himmelreich", und das ist nicht irgendwo, sondern das beginnt schon hier mitten unter uns. Das Himmelreich ist nicht etwas, was gegen andere verteidigt werden muss, es ist für jeden da.
Und das "Gesetz", die Worte mit denen uns Christus sagt, wie wir miteinander leben sollten, ist auch nicht so dick wie dieses Buch.

Der Verkündigungsleiter zieht einen Zettel aus dem Buch, auf dem steht: "Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst."
Wenn Christus also unser König ist, dann will er, dass es uns gut geht. Er will, dass wir so gut miteinander umgehen, wie er uns behandelt. Er will, nicht so wie David nur für Israel, sondern für alle Menschen, dass sie gut zusammenleben und schwer arbeiten und dass es uns dadurch schlecht geht, sondern in seinem "Gesetz" steht, dass wir einander lieben sollen, und zwar sollen wir unseren Nächsten lieben, also jeden Menschen, der neben uns lebt. So ein König ist also Christus.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : Christkönigssonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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