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Gleiches Recht für alle

Messmodelle

Hintergrund

Gerade für Kinder und in der Familie wäre die Gleichung: "Nicht Arbeiten -nicht Essen" als unreflektierte Regel wohl fatal. Besonders wenn Arbeit nur als Einkommenstätigkeit verstanden wird. Der Grundsatz kann nur richtig verstanden werden, wenn deutlich wird, wogegen sich Paulus damit wendet.
Für Kinder wird allerdings die Bedeutung der Regel leicht fassbar, wenn man bei ihrem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ansetzt. Darum soll über das Schlagwort: "Gleiches Recht für alle" nachgedacht werden.

Material

  • einige Schulhefte
  • Schwamm
  • Tafeltuch
  • Kreide
  • Schulmilchpakete
  • Trinkhalme
  • Lektionen
  • Altarglocke
  • Sammelkörbchen
  • Messbuch
  • Gotteslob

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung
  • Gabenbereitung

 

Bibelstellen

2. Lesung: 2 Thess 3, 7-12

Brüder und Schwestern! Ihr wisst wie man uns nachahmen soll. Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemand unser Brot umsonst gegessen; wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem von euch zur Last zu fallen.
Nicht als hätten wir keinen Anspruch auf Unterhalt; wir wollten euch aber ein Beispiel geben, damit ihr uns nachahmen könnt. Denn als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.
Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentliches Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.
Wir ermahnen sie und gebieten ihnen im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbstverdientes Brot zu essen.

Evangelium: Lk 21,5-19

In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schönen Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus: Es wird eine Zeit kommen, da wird von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem anderen bleiben; alles wird niedergerissen werden.
Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen, und an welchem Zeichen wird man erkennen, dass es beginnt?
Er antwortete: Gebt acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! Und: Die Zeit ist da. - Lauft ihnen nicht nach!
Und wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch dadurch nicht erschrecken! Denn das muss als erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
Dann sagte er zu ihnen: Ein Volk wird sich gegen das andere erheben und ein Reich gegen das andere. Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen, und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
Aber bevor das alles geschieht, wird man euch festnehmen und euch verfolgen. Man wird euch um meines Namens willen den Gerichten der Synagogen übergeben, ins Gefängnis werfen und vor Könige und Statthalter bringen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können.
Nehmt euch fest vor, nicht im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, so daß alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können.
Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern, und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

Hintergrund 2. Lesung:

Zusammenhang


Die heutige Lesung ist das unmittelbar folgende Stück nach der Lesung des 32. sonntags. Zum besseren Verständnis sei auch der fehlende Vers 6 zitiert:
Im Namen Jesu Christi, des Herrn, gebiete ich euch, Brüder: Haltet euch von jedem Bruder fern, der ein unordentliches Leben führt und sich nicht an die Überlieferung hält, die ihr von uns empfangen habt.

Naherwartung


Der Hintergrund für diese Aussage könnte eventuell eine Situation sein, die ihm Text des 2. Briefes an die Thessalonicher am Beginn des 2. Kapitels geschildert wird. In der falschen Erwartung, dass das Ende der Welt, die Vollendung der Gottesherrschaft, unmittelbar bevorsteht, gibt es einige Christen, die das fälschlicherweise annehmen und verkündigen. Diese Leute verwirren die Thessalonicher und versuchen sie von der Botschaft, die Paulus ihnen gebracht hat, abzubringen.

Konkreter Vorfall


Der Verfasser reagiert auf einen bestimmten, in der Gemeinde herrschenden Missverstände, der wohl mit dem Ende der Welt begründet wurde. Was genau passiert ist, lässt sich allerdings aus dem Text nicht restlos klären. Vielleicht wurden die Felder nicht mehr bestellt und jede Arbeit für die Zukunft als nutzlos angesehen (etwa nach dem Motto "Laßt uns essen und trinken, denn morgen sind wir tot!"). Es dürfte jedenfalls einige Christen gegeben haben, die nur auf Kosten anderer lebten, ohne selbst etwas zu arbeiten.

Vorbild des Paulus


In Vers 7 appelliert der Verfasser an das bessere Wissen der Leser und fordert die Leute auf, ihn, den Verkünder des wahren Evangeliums nachzuahmen. Paulus verweist an mehreren Stellen seiner Briefe, daß er, um seinen Gemeinden nicht zur Last zu fallen, seinen Lebensunterhalt durch manuelle Arbeit (er war Zeltmacher) verdient hat. Paulus verzichtete auf das ihm zustehende Missionarsrecht, sich den Lebensunterhalt von jemand schenken zu lassen. Das wurde ihm oft falsch ausgelegt und deshalb seine Autorität als Verkünder bestritten. Er hat es aber immer als Argument dafür verwendet, daß er der Verkünder des wahren Evangeliums ist. Natürlich ist die Verkündigung des Evangeliums eine Arbeit, sodass der, der den Menschen das Wort Gottes verkündigt, von ihnen als Lohn für seine Arbeit auch erhalten wird. Aber Paulus arbeitete Tag und Nacht, nicht weil er keinen Anspruch auf Lohn gehabt hätte, sondern weil er keine Ausnahme sein und so allen ein Beispiel zur Nachahmung geben wollte.

Der "Grundsatz"


Vers 10 bringt eine leicht verständliche Alltagsregel in einer Sprichwort artigen Formulierung, die uns heute noch durch die Fabel von der Grille und der Ameise bekannt ist (vom lateinischen Dichter Phädrus, ca. 50 n. Chr., der Grundsatz stand übrigens auch in der Verfassung der UdSSR!).

Falsche Folgerung


Aber wie so oft, bei kurz zusammengefassten Faustregeln, verleitet auch diese zu Missverständnissen: Gilt er auch für Menschen, die nicht arbeiten können, obwohl sie wollen, die alt oder behindert sind, die trotz vieler verzweifelter Versuche keinen Arbeitsplatz finden, denen es unangenehm ist, nur von anderen leben zu müssen.
Der Grundsatz möchte keine allgemeingültige Aussage über Arbeitsethik machen. Er wendet sich gegen einen konkreten Missstande (der einer falschen Lehre über die Naherwartung entstammt) und nimmt Stellung gegen ein NICHT ARBEITEN WOLLEN; nicht gegen ein NICHT ARBEITEN KÖNNEN .
Vers 11 verstärkt das eben Gesagte: Wir hören.......dass einige alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten.

Ermahnung an falsche Propheten


In Vers 12 wendet sich der Verfasser mit der Autorität des Paulus an die Betroffenen. Er verwendet neben dem strengen Wort "gebieten" noch das mildere "ermahnen" (vergleiche auch die Einleitung In Vers 6). Im Namen Jesu Christi (er steht auf der Seite Gottes, der Gemeinde gegenüber) gibt er die Weisung, dass es nicht in Ordnung ist, sich aushalten zu lassen, obwohl man sehr wohl selber für seinen Lebensunterhalt aufkommen könnte.
Vielleicht steckt dahinter die Abgrenzung Paulus gegenüber diesen falschen, selbsternannten Propheten, die den Leuten Lügengeschichten erzählen, und diese gut zu verkaufen verstehen? Er, als der von Gott berufene Verkünder des wahren Evangeliums, hat das nicht nötig. Er arbeitet auch nicht im eigenen Interesse, sondern ihm geht es um die Sache Gottes.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Vor der Lesung


Stellt euch vor, es stimmt, was ich euch jetzt sage, ab morgen gibt es keine Schule mehr. Was würdet ihr dann heute machen - oder besser gefragt - nicht mehr machen?
Kinder antworten wohl: keine Aufgaben, viel Fernsehen etc.
Ich kann die Eltern beruhigen und muss euch leider enttäuschen, es stimmt leider nicht. Aber wir können uns jetzt leicht vorstellen, wie es damals in der Christengemeinde von Saloniki war, als einige immer wieder sagten: Morgen geht die Welt unter. Da haben etliche gedacht, dann muss ich auch nicht mehr arbeiten, wozu soll ich noch das Feld bestellen, wofür soll ich noch Waren aller Art herstellen und verkaufen, wenn wir morden tot sind. Das Arbeiten haben sie also gleich sein lassen, nicht aber das Essen. Und so haben sie ihre Vorräte aufgebraucht und sind plötzlich der Gemeinde zur Last gefallen, als es nicht stimmte, was sie glaubten, dass nämlich das Ende der Welt bald da sein wird.
Von diesen Missständen in der Gemeinde hat Paulus gehört und schreibt deshalb in seinem Brief zurück: "Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen!". Und dann erinnert er an sein eigenes Beispiel. Eigentlich hätte Paulus nicht arbeiten müssen, als Prediger hatte er ein Recht, dass ihm die Gemeinde seinen Lebensunterhalt zahlt. Aber er hat darauf freiwillig verzichtet, um niemandem einen Vorwand zu bieten, der auf Kosten der Gemeinschaft leben wollte.

Nach der Lesung


"Gleiches Recht für alle!", so könnten wir sagen. Jeder muß etwas zur Gemeinschaft beitragen. Wir dürfen nicht nur erwarten, daß uns die anderen etwas bieten. Das ist in der Kirche ebenso wie in Schule und Familie. Wir möchten das jetzt an zwei Beispielen zeigen:
Material: einige Schulhefte, Schwamm, Tafeltuch, Kreide, Schulmilchpakete, Trinkhalme. Lektionen, Altarglocke, Sammelkörbchen, Messbuch, Gotteslob. Die liturgischen Gegenstände können von den Kindern den verschiedenen Leuten zugeordnet (hingebracht) werden.

Was passiert, wenn einer seine Aufgabe nicht erfüllen will, obwohl er könnte?
Was passiert, wenn jeder seine Aufgabe, die er übernommen hat, gut erfüllt?
Welche Aufgaben können wir zum Gelingen der Gemeinschaften, in denen wir leben, übernehmen.

Gabenbereitung


Die Kinder übernehmen verschiedene Aufgaben.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 33. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...