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Himmelschreiendes Unrecht

Messmodelle

Hintergrund

Der heutige Gottesdienst geht von der 1. Lesung Jesus Sirach 354, 15b-17, 20-22a aus. Die Grundidee des Gottesdienstes ist: dass unser Gott - im Gegensatz zu den griechischen Göttern - auf der Seite der Armen und Entrechteten steht. Er hilft denen, die ohne Schutz in der Gesellschaft sind. Vom Begriff des "himmelschreienden Unrechts" zur Zeit der Lesung wird durch einige Materialien (Kette, Brot, schwarzes Gesicht, Spraydose oder ähnliches) auf bestimmte Unrechtsituationen der heutigen Zeit hingearbeitet. Diese Unrechtsituationen und diverse Lösungsvorschläge werden bei der Gabenbereitung als Gaben gemeinsam mit Brot und Wein dargebracht.

Material

  • Plakat
  • Stifte
  • Kette
  • Brot
  • Scharzes Gesicht
  • Spraydose

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Verkündigung
  • Lesung
  • Gabenbereitung

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir 35, 15b-17.20-22a

Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung. Er ist nicht parteiisch gegen den Armen, das Flehen des Bedrängten hört er. Er missachtet nicht das Schreien der Waise und der Witwe, die viel zu klagen hat.
Wer Gott wohlgefällig dient, der wird angenommen, und sein Bittruf erreicht die Wolken. Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter.

Evangelium: Lk 18, 9-14

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Hintergrund 1. Lesung:

Geschichtlicher Hintergrund


Um die Lesung des heutigen Sonntags verstehen zu können, ist es notwendig die sozialen und historischen Hintergründe der damaligen Zeit zu kennen. Die soziale Lage dieser Zeit - in der Wende vom dritten zum zweiten vorchristlichen Jahrhundert - war sehr schlecht. Nach dem babylonischen Exil war das jüdische Volk unter persische Herrschaft geraten und die einfachen jüdischen Landbewohner standen einer kleinen, reichen Oberschicht gegenüber. Im Buch Nehemia wird davon erzählt, dass die Bauern ihre Söhne und Töchter verpfänden mussten, um das zum Überleben nötige Korn zu bekommen. Noch schlimmer wurde es, als die Griechen die Oberherren in Palästina wurden. Durch ein drückendes Steuer- und Abgabesystem begannen sie, die bäuerliche Bevölkerung regelrecht auszubeuten. Schonungslos deckt das Buch Jesus Sirach die bestehenden Missstände auf.

Gott des Rechts


Vor den Versen des heutigen Lesungsabschnittes geht es um die richtige Feier des Gottesdienstes. Das ist auch aufgrund des heutigen Evangeliums vom Pharisäer und Zöllner im Tempel nicht unwichtig. Bei Jesus Sirach werden zwei Missstände vor allem verurteilt: Erstens der Versuch, Gott mit Opfergaben zu bestechen und zweitens Opfer darzubringen, die durch Erpressung und Unterdrückung Minderbemittelter erworben wurde. Direkt daran schließt der erste Satz der heutigen Lesung an: "Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung." Gott ist unparteiisch und unbestechlich, anders als menschliche Richter es sind. Der Ausdruck "Gott des Rechts" kommt wahrscheinlich daher, daß früher sich Menschen an Jahwe wandten und vom Priester Auskunft über den göttlichen Entscheid haben wollten.

Jahwe - ein Gott der Armen


Die Frage, die der Verfasser der Lesung stellen möchte, ist: Was hat die jüdische Überlieferung zu sagen über Jahwe und die Armen im Lande? Jahwe ist ein Gott der Armen, anders als die griechischen Götter, denen die Armen egal sind. Unvoreingenommen hört Jahwe sich das Geschrei der Hilfesuchenden an. Witwen und Waisen gehörten von Haus aus zu den schwächsten Gliedern der Gesellschaft. Mit dem "Armen" dürfte einer aus unterdrücktem, kleinbäuerlichem Milieu gemeint sein. Gott lässt diejenigen, die einsam und arm sind, nicht unberücksichtigt, sie stehen unter seinem besonderen Schutz. Zusammenfassend könnte man die Lesung so formulieren: Jahwe steht auf der Seite der Armen und Entrechteten. Er hilft denen, die ohne Schutz in der Gesellschaft sind.

Es ist eine uralte Sehnsucht des Menschen, Gott durch bestimmtes Verhalten für sich zu gewinnen. Der eine versucht es mit Opfergaben (so in unserer Lesung), der andere legt sich besondere Frömmigkeitsübungen auf und bezahlt mehr, als von ihm verlangt wird (so der Pharisäer im heutigen Evangelium). Beide Textstellen lassen keinen Zweifel darüber, dass Gott sich nicht wie ein Mensch herumkriegen lässt. Der Mensch kann sich selber nicht zum Gerechten machen. Allein Gott ist es, der den Menschen gerecht spricht. Und dabei sind vor ihm alle Menschen gleich. Der Reiche und Fromme hat keinen Vorzug vor dem Armen oder dem, wegen seines Lebenswandels Verachteten.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Verkündigung


Einleitung zur Lesung: Der Lesung aus dem Alten Testament, die wir heute hören werden - sie ist dem Buch Jesus Sirach entnommen - liegt die schlechte Situation der jüdischen Kleinbauern zugrunde. Sie wurden nämlich von einer kleinen Gruppe reicher Griechen, die das Land besetzt hatten, unterdrückt. Die Not der Bauern war so groß - so erzählt uns die Bibel - dass sie sogar ihre eigenen Kinder verpfänden mussten, um das zum Überleben notwendige Korn kaufen zu können. Erwachsene nennen so etwas - vielleicht habt ihr es schon einmal gehört -: "Das ist ein himmelschreiendes Unrecht!"
Dieser Ausdruck kommt daher, dass wir in der Bibel oft hören, wie Menschen ihre Not und ihre Bedrängnis zum Himmel, das heißt zu Gott schreien. Der Verfasser der heutigen Lesung möchte ganz klar herausstreichen, dass unser Gott einer ist, der auf der Seite der Schwachen steht, auf der Seite derer, die ihre Not "zum Himmel schreien". Im Gegensatz dazu war den griechischen Göttern, die die griechischen Unterdrücker Palästinas glaubten, die Not der Menschen egal. Die Betonung der heutigen Lesung liegt ganz klar darauf, daß unser Gott ein Gott der Schwachen und Armen ist, der das Flehen der bedrängten Menschen hört:

Lesung


Lesung. Jesus Sirach 35, 15b-17,20-22a

Damals passierte also in Palästina himmelschreiendes Unrecht, in dem die Griechen die Juden unterdrückten. Gibt es heute auch noch himmelschreiendes Unrecht? Wo passiert Unrecht, das heute in diesem Jahr zum Himmel schreit? Ich habe Euch vier (oder mehr) Gegenstände mitgebracht. Erinnern Euch diese vier, bzw. einer davon, an ein Unrecht der heutigen Zeit.

1. KETTE, 2. BROT, 3. SCHWARZES GESICHT, 4. SPRAYDOSE
Die Kinder antworten und mögliche Unrechtsituationen werden auf ein vorbereitetes Plakat geschrieben, z.B.
KETTE: Menschenrechtsverletzung in Diktaturen, Waffenexporte an kriegsführende Länder, usw.
BROT: Verelendung der sogenannten "Dritten Welt", Hungersnöte, usw.
SCHWARZES GESICHT: Rassendiskriminierung, Ausrottung von Indianerstämmen, usw.
SPRAYDOSE. Umweltverschmutzung, Ozonloch, Algenverschmutzung der Adria usw.

Wir können sicher sein, dass Gott auch heute unseren "Schrei zum Himmel" hört. Er steht auf der Seite des Rechts, auf der Seite der Armen, auf der Seite derer, denen Unrecht getan wird. Aber Unrecht nur zum "Himmel zu schreien" ist noch zu wenig. Wir müssen durch unser Leben auch etwas dazu beitragen, dass himmelschreiendes Unrecht verhindert oder abgeschafft wird.
Kinder können jetzt zum Mikrophon kommen und sagen, was für sie ein himmelschreiendes Unrecht ist oder welches himmelschreiende Unrecht ihnen zu einem der vier Gegenstände einfällt. Sie "schreien es dadurch zum Himmel", sie sagen es Gott. Wir alle versuchen bei jedem "Unrecht", das zum Himmel "geschrien", bzw. Gott gesagt wird, zu überlegen, was wir, oder auch die Erwachsenen dagegen tun können. Die Lösungsmöglichkeiten schreiben wir dann zu dem "himmelschreienden Unrecht" auf das Plakat dazu. - Gespräch mit den Kindern.
Dass unser Gott auf der Seite der Armen und Schwachen, der Bedrängten und Sünder steht, hören wir auch im heutigen Evangelium. Lk 18, 9-14.

Gabenbereitung


Priester: Wir können das, was uns als himmelschreiendes Unrecht bedrängt, Gott sagen. Wir wollen zur Bereitung der Gaben das Unrecht, das es heute in unserer Welt gibt, und Lösungsmöglichkeiten, die uns dazu eingefallen sind, als Gaben gemeinsam mit Brot und Wein darbringen.

Kind mit Kette:
Ich bringe eine Kette dar. In vielen Ländern unserer Welt sind Menschen unschuldig eingesperrt.

Kind mit Brot:
Ich bringe als Gabe ein Stück Brot. In unserer Welt verhungern viele Menschen, weil die einen zu viel und die anderen zu wenig haben.

Kind mit schwarzem Gesicht:
Ich bringe als Gabe ein schwarzes Gesicht. Viele Menschen werden aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihrer Rassenzugehörigkeit ungleich behandelt.

Kind mit Spraydose:
Ich bringe als Gabe eine Spraydose dar. Sie soll uns ermahnen, dass wir auf unsere Welt, die du uns geschenkt hast, in Zukunft besser aufpassen müssen.

Kind mit Lösungsvorschlägen:
Ich bringe gemeinsam mit Brot und Wein unser Plakat mit einigen Lösungsvorschlägen als Gabe dar. Wir legen das himmelschreiende Unrecht und unsere Bereitschaft, dagegen etwas zu tun auf deinen Altar.

Priester:
Herr, wir haben alles auf deinen Altar gelegt und bitten dich, dass es uns immer mehr gelingt mit deiner Hilfe Unrecht in Recht zu verwandeln, genauso wie jetzt Brot und Wein in der Wandlung zu Deinem Fleisch und Blut wird. Durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 30. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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