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Nicht aufgeben

Messmodelle

Hintergrund

Wir sind immer wieder versucht, angesichts der Ungerechtigkeit, der Unterdrückung und der Gewalt, die in der Welt herrschen, zu sagen: "Da kann man nichts machen! Was kann ich mit meinen begrenzten Möglichkeiten schon dagegen tun? Auch wir bejammern den Zustand der Welt und klagen vielleicht auch Gott an. Warum hat er die Menschen und die Welt nicht besser gemacht?
Aber auch uns gilt die Zusage: Wer Gott (dem Guten) die Treue hält, wird das Leben retten. So gilt auch heute: Nicht aufgeben, an das Gute glauben, Besserung erhoffen, für Gerechtigkeit eintreten und gegen Gewalt auftreten. Nicht nachgeben und weichen

Material

  • Zeitungen der letzten Wocchen

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vor der Lesung
  • Nach der Lesung

 

Bibelstellen

1. Lesung: Hab 1, 2-3; 2, 2-5a

Schon so lange, Herr rufe ich zu dir, und du hörst mich nicht! Ich schreie: Gewalt regiert! Und du greifst nicht ein! Warum lässt du mich solch himmelschreiendes Unrecht erleben? Warum siehst du untätig zu, wie die Menschen geschunden werden? Wo ich hinsehe, herrschen Gewalt und Unterdrückung, Entzweiung und Streit.
Und der Herr antwortete mir und sagte: Was ich dir jetzt enthülle, sollst du öffentlich auf Tafeln schreiben, in deutlicher Schrift, damit jeder lesen kann! Denn was ich dir ankündige, wird nicht sofort geschehen; aber es wird mit Sicherheit eintreffen. Darauf kannst du dich verlassen. Warte geduldig, bis es soweit ist! Schreibe also:
Wer das Recht mit Füßen tritt, geht zugrunde, wer mir die Treue hält und das Rechte tut, rettet sein Leben. Deshalb wird der prahlerische Räuber, der anmaßende Kraftprotz, sein Ziel nicht erreichen.

Evangelium: Lk 17,5-10

In jener Zeit baten die Apostel den Herrn: Stärke unseren Glauben! Der Herr erwiderte: Wenn euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, würdet ihr zu dem Maulbeerbaum hier sagen: Heb dich samt deinen Wurzeln aus dem Boden und verpflanz dich ins Meer!, und er würde euch gehorchen.
Wenn einer von euch ein Sklaven hat, der pflügt oder das Vieh hütet, wird er etwa zu ihm, wenn er vom Feld kommt, sagen: Nimm gleich Platz zum Essen! Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Mach mir etwas zu essen, gürte dich und bediene mich; wenn ich gegessen und getrunken habe, kannst auch du essen und trinken. Bedankt er sich etwa bei einem Sklaven, weil er getan hat, was ihm befohlen wurde?
So soll es auch bei euch sein: Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen wurde, sollt ihr sagen: Wir sind unnötige Sklaven; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan.

Hintergrund 1. Lesung:

Habakuk


Der Prophet Habakuk trat ungefähr um das Jahr 620 vor Christus öffentlich auf. E wird auch in der Apokalypse Daniels erwähnt, dass er im Auftrag eines Engels den in die Löwengrube geworfenen Daniel ernährt.

Politische Lage


Es ist eine politisch sehr unruhige Zeit. Die Großmacht Babylon übt großen Druck auf das Königreich Juda aus, in dem auch die innenpolitische Lage gespannt ist. Die unkluge Politik des Königs und das religiöse und moralische Fehlverhalten von Teilen der Bevölkerung bedrohen zunehmend die Existenz des Landes. Wenige Jahre später kommt es (597 und 586) tatsächlich zu den großen Katastrophen, Jerusalem wird belagert, eingenommen und zerstört.

Klage des Volkes


In dieser schon länger dauernden schlimmen Lage tritt Habakuk mit lauten Klagen an Gott Israels auf: "Wie lange noch, Herr?" "Warum schaust du tatenlos zu? Überall Gewalt und Unterdrückung!" Es geht ihm dabei nicht um seine persönliche Situation, sondern um die Not der Gemeinschaft, um die Zukunft seines Volkes.

Zusage Gottes


Als Antwort auf diese Klagen formuliert er Gottes Zusage, dass die gegenwärtige Not beendet werde und das Heil kommen wird, wenn auch der Zeitpunkt noch im Ungewissen ist. Darauf sollen die Menschen vertrauen. Die Gerechten, die also in einem solidarischen Verhältnis zu Gott stehen, werden ein sinnerfülltes Leben führen können. Das Leben der anderen aber ist sinnlos.

Nicht aufgeben


Die Grundfragen des Habakuk sind bis heute immer wieder aktuell. Genauso ist es die Botschaft, die er ausspricht: Nicht vor der Zeit aufgeben.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Vor der Lesung


Als Anschauungsmaterial werden Zeitungen der letzten Woche mitgebracht. Die Kinder suchen jene Schlagzeilen heraus, die von Gewalttätigkeiten, Unterdrückung und Ungerechtigkeit berichten.
Sie können das laut vorlesen, dann wird die Frage gestellt:

Was können wir dagegen tun, können wir etwas ändern?
Irgendwie scheint es, als ob wir dagegen machtlos sind, als ob das Böse in der Welt stärker ist als das Gute, das Menschen tun. Zumindest wird in den Zeitungen davon weniger berichtet. Es kommt uns auch oft so vor, als ob Gott dabei nur zuschaut und nichts verhindert und wir fragen uns, wie kann er das alles zulassen?
Ähnlich wie uns mit den Nachrichten, ging es dem Volk der Juden zur Zeit des Propheten Habakuk. Rundherum gab es schlechte Nachrichten und die Befürchtung, dass ihr Land von fremden Mächten besetzt und ihre Stadt Jerusalem zerstört wird. Schaut Gott einfach nur zu, fragten sie sich, hört er nicht unsere Bitte um Hilfe und unser Klagen, so fragt auch der Prophet. Und er bekommt eine Antwort, die auch uns heute noch Mut machen kann.

Nach der Lesung


Der Prophet sollte es also auf Steintafeln eingravieren, was Gott zugesagt hat, damit man noch lange Zeit später nachprüfen kann, ob es stimmt: Wer das Recht mit Füßen tritt, geht zugrunde, wer das Rechte tut, rettet sein Leben.
Um das zu überprüfen, könnten uns auch die Zeitungen wieder helfen. Sie berichten uns von Skandalen, die aufgedeckt wurden, von Verbrechern, die gefasst wurden, von Aufständen, Streiks oder Befreiungsbewegungen, damit die Unterdrückung aufhört, von Verhandlungen und Gesprächen um Krieg zu verhindern und Frieden zu machen.

Die Kinder könnten auch selber nach solchen guten Beispielen suchen.
Es ist ganz wichtig, dass wir daran glauben, dass das gute und das gerechte Tun zum Ziel führen. Vor allem dürfen wir es das Schlechte nicht nachmachen, nur weil es erfolgreicher aussieht. Gewalt nicht mit Gewalt beantworten, Unrecht nicht mit neuem Unrecht. Sonst wird das Böse wirklich mehr in dieser Welt.
Wir dürfen nicht aufgeben, daran zu glauben, dass das Gute, dass Gott stärker ist und dass es schlauer und gescheiter ist, nicht durch Unrecht etwas schneller erreichen zu wollen.
Da müssen wir freilich auch Gott bitten, so wie die Apostel im Evangelium den Herrn baten: "Stärke unseren Glauben!"

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 27. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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