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Überraschender Besuch

Messmodelle

Hintergrund

"Gastfreundschaft" ist auch das Thema des heute mit den Kindern gestalteten Gottesdienstes. Die Vorschläfe dieses Gottesdienstes sind speziell für die Möglichkeiten, die man im Rahmen eines Lagers hat, gedacht.
Gastfreundschaft hat zwei Seiten: Die erste ist die des Gastgebers, der seinem Gast oder seinen Gästen die Rast oder den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen möchte. Und der sich deshalb anstrengt, gutes Essen zuzubereiten, dem Gast ein Bad und was er sonst noch braucht, um sich wohl zu fühlen, zur Verfügung zu stellen.
Die zweite Seite ist die des Gastes. Dieser freut sich natürlich zuerst einmal über die Gastfreundschaft seines Gastgebers, aber auch er kann dem Gastgeber viel Freude bereiten. Entweder durch Gastgeschenke, die er mitbringt, oder einfach durch sein Dasein. Durch und in seinen Gästen kann der Gastgeber neue, interessante Geschichten und Menschen kennenlernen, neue Bekanntschaften und vielleicht sogar neue Freundschaften schließen.
Die Vorschläge zur Gestaltung dieses Gottesdienstes sollen den Kindern erstens die Geschichte von Abraham und Gott möglichst plastisch erlebbar machen und zweitens selber die Annehmlichkeiten der Gastfreundschaft kennenlernen lassen.

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Vorbereitung
  • Einleitung
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Einladung zur Mahlfeier

 

Bibelstellen

1. Lesung: Gen 18, 1-10a

In jenen Tagen erschien der Herr Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.
Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an und backe Brotfladen! Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete. Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er.
Da sprach der Herr. In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.

Evangelium: Lk 10, 38-42

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!
Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.

Hintergrund 1. Lesung:

In der Mittagshitze


Die heutige Lesung ist eine - an und für sich recht leicht verständliche und - wunderbar plastische Schilderung einer Gotteserscheinung, einer "Theophanie".
Abraham sitzt in der Mittagshitze unter den Eichen von Mamre - offenbar bekannten Bäumen - und erfreut sich des Schattens. Da stehen auf einmal drei Männer vor ihm, denen Abraham - ganz in der gastfreundlichen Tradition des Orients - entgegeneilt und sie bittet, doch eine kleine Weile zu bleiben.

.....einen Bissen Brot


Abraham bietet den Männern all die üblichen Annehmlichkeiten der orientalischen Gastfreundschaft an: Füße waschen, Schatten, und natürlich auch etwas zu essen. Der "Bissen Brot" ist aber nur Synonym für ein reiches Mahl: ganz aufgeregt und hektisch läuft Abraham kreuz und quer durch seinen Besitz, lässt frisches Brot backen und ein gutes Kalb schlachten und Butter und Milch zubereiten.

Gastfreundschaft und Gastgeschenke


Nach dem all das erledigt ist, setzt sich Abraham wieder zu seinen Gästen und bedient sie.
Und Abrahams Gastfreundschaft bleibt nicht ohne Gegengeschenk: Der Herr weiß um die größte Not Abrahams und Saras - ihre Kinderlosigkeit. Und der Herr verspricht einen Sohn. Wir kennen ihn alle als Isaak.

Drei oder ein Besucher?


Wenn man den Text aufmerksam liest, dann wird man bemerken, dass einmal von drei Besuchern, dann wieder nur von einem die Rede ist. An diesem kleinen Detail ist der Ursprung unserer Geschichte heraus zu ahnen: Es ist ein uraltes Motiv, dass Götter - und in der Urfassung der heutigen Lesung wird einmal von drei Göttern zu hören oder zu lesen gewesen sein - in Menschengestalt auf die Erde kommen, um die Menschen auf die Probe zu stellen. Allerdings ist von "auf die Probe stellen" nicht mehr viel übriggeblieben: Es geht in diesem Text um die Gastfreundschaft der Menschen, darum dass Gott den Menschen als Fremder begegnen kann, darum dass Gott hilft.

Brücke zum Evangelium


"Gastfreundschaft" ist auch das Thema des heutigen Evangeliums. Die Gastfreundschaft der Maria und Martha. Und Gottes menschgewordenes Wort - Jesus - als alle Gastfreundschaft übertreffendes Geschenk.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kinder

Vorbereitung


Zu einem geeigneten Zeitpunkt am Lager lädt man alle Kinder, die den Gottesdienst gerne vorbereiten wollen, ein, sich dafür zu treffen.
Die im folgenden Modell gemachten Vorschläge sind eine Maximalvariante - je nach Möglichkeiten und Anzahl, der an der Gottesdienstvorbereitung beteiligten Kinder kann natürlich eine geeignete Auswahl treffen.
Die Vorbereitung des Gottesdienstes besteht aus zwei Teilen: Vorbereitung der Spielszene und Vorbereitung des Gastmahls.

DIE VORBEREITUNG DER SPIELSZENE
Gemeinsam mit den Kindern wird der Text gelesen, die Rollen verteilt (wenn mehr als vier Kinder mitspielen wollen, dann kann man Rollen für weitere Hirten, Bedienstete des Abraham ..... vergeben) und die Kostüme und ein großes Nomadenzelt vorbereitet. Das Spiel kann selbstverständlich als Stegreifspiel stattfinden. Zwei Vorschläge:
Entweder das Spiel bleibt unkommentiert und wird einfach von den Kindern gespielt. Hier muss man darauf achten, dass alle Szenen aus sich selbst heraus verständlich sind.
Oder analog zur Rolle eines Erzählers - wird gleichzeitig zum Spiel die Lesung vorgelesen; der gerade vorgelesene Satz bzw. die Verse werden im Anschluss daran von den Kindern gespielt.
Das Zelt sollte so groß wie möglich sein und wenn möglich Platz bieten für alle Kinder, die am Gottesdienst teilnehmen. Für den Bau des Zeltes braucht man ein paar Schnürte, eine möglichst große Plane (es genügen zum Beispiel ein paar zusammengenähte Leintücher), ein paar Zeltstangen und Erdhaken. Das Innere des Zeltes kann man dann mit Decken, Polstern, Teppichen oder anderen vorhandenen weichen und bequemen Materialien auslegen. Das Zelt soll so gemütlich wie möglich aussehen.

DIE VORBEREITUNG DES GASTMAHLS
Während die Szenen im Gottesdienst den anderen Kindern vorgespielt wird, werden die drei Kinder, die die besuchenden Fremden spielen, natürlich auch mit ein paar Kleinigkeiten bewirtet. Nach der Messe - wo wir alle zum Mahl eingeladen sind - wird die Feier noch in einem gemeinsamen Mahl fortgesetzt. Natürlich im Zelt und natürlich auch für alle Kinder.

Ein paar Vorschläge dazu:
Wenn es sich einrichten lässt, wäre es natürlich fein, den Gottesdienst um die Mittagszeit zu feiern. Dann ist das Gastmahl nach dem Gottesdienst natürlich auch das "richtige" Mittagessen. Vielleicht kann man am offenen Feuer vor dem Zelt grillen.
Natürlich kann man den Gottesdienst auch am Abend feiern. Dann kann sich an die Messe ein kleines Fest am Lagerfeuer anschließen. Gemeinsames Singen, Backen von Stangerlbrot ... Die Vorbereitung des Gastmahls können - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - natürlich soweit es geht, auch Kinder übernehmen. Im Rahmen des Lagers würde sich eine Kooperation mit der Küche empfehlen.

Einleitung


Zu Beginn des Gottesdienstes versammeln sich alle Teilnehmer/innen des Lagers rund um das aufgebaute Zelt. Der/die Leiter/in des Gottesdienstes begrüßt alle recht herzlich.
Am Beginn des heutigen Gottesdienstes werden uns ein paar Kinder eine Geschichte aus dem Alten Testament vorspielen. Die Geschichte von Abraham und Gott. Gott besuchte Abraham um die Mittagszeit bei den Eichen von Mamre ....
Nun wird das Stegreifstück von den Kindern, die es vorbereitet haben, gespielt. Entweder in der unkommentierten Fassung (siehe oben) oder in der Variante mit Erzähler.
Je nachdem, ob das Stück leicht oder eher schwer verständlich war, kann man nun noch einmal die Lesung selbst vorlesen - die Gefahr einer Verdoppelung ist in diesem Fall kaum zu befürchten, da die Geschichte selbst mit sehr einfachen und plastischen Mitteln das Geschehen darstellt und so - vor allem für die kleineren Kinder - nochmals der Zusammenhang hergestellt wird.

Verkündigung


Jetzt haben wir gerade die Geschichte von Abraham, der von Gott bei den Eichen von Mamre besucht worden ist, gehört. Mamre liegt in Israel, im Orient. Und dort sind die Menschen sehr bekannt für ihre Gastfreundschaft.
An dieser Stelle kann man Details über orientalische Gastfreundschaft erzählen:
Füße waschen, um vom - in südlichen Ländern und trockenen Gegenden reichlich vorhandenen - Reisestaub zu befreien; Wasser, Wein, Brot und Salz als Zeichen der Gastfreundschaft; langandauernde, üppige Festmähler und lange Gespräche, um die letzten Neuigkeiten (in einer Zeit ohne Zeitung und Fernsehen) zu erfahren ...........
Gastfreundschaft ist auch bei uns etwas sehr Wichtiges.
Gastfreundschaft hat zwei Seiten: Da gibt es einmal den Gastgeber (jetzt kann man sammeln, was man als Gastgeber alles an angenehmen und nette Dingen für seine Gäste tun kann).
Die andere Seite ist die Seite des Gastes. Oft ist es üblich, daß man als Gast dem Gastgeber kleine oder große Geschenke mitbringt: Blumen, Schokolade oder andere kleine Aufmerksamkeiten. Das schönste Gastgeschenk können aber auch die Gäste selber sein. Über liebe Gäste, Freunde oder Verwandte, die einen besuchen, freut man sich einfach.
Es kann auch immer wieder geschehen, dass man von seinen Gästen sehr angenehm überrascht wird. So ist es zum Beispiel Abraham in der heutigen Lesung gegangen. Gott, der bei Abraham zu Gast war, hat ihn und seine Frau Sara mit einem Versprechen überrascht. Obwohl die beiden eigentlich schon zu alt dafür seien, würden sie noch ein Kind bekommen. Ein Kind, das sie sich schon so lange sehnlichst gewünscht hatten. Und wirklich bekam Sara noch einen Buben: Isaak!
Vielleicht ist das auch uns schon einmal passiert, dass wir von Gästen oder neuen Bekanntschaften angenehm überrascht worden sind.
An dieser Stelle könnte man über Ferienfreundschaften und Erlebnissen mit Menschen sprechen, die man auf Reisen - oder auch während des Lagers - kennengelernt hat.

Zum Evangelium


Auch im heutigen Evangelium hören wir von Gastfreundschaft. Und zwar ist Jesus bei seinen Freunden Martha, Maria und Lazarus zu Gast.

Fürbitten


Wir bitten darum, dass man sich bei uns in Österreich immer wieder um Gastfreundschaft bemüht.

Wir bitten dich um gute Ideen, wie wir unseren Gästen Freude bereiten können.

Wir bitten darum, dass wir Menschen, die wir noch nicht oder noch nicht so gut kennen, mit Offenheit und Interesse und nicht mit Vorurteilen begegnen.

Wir bitten darum, dass auch du immer wieder bei uns zu Gast bist.

Einladung zur Mahlfeier


Wir alle sind jetzt auch zu einem Mahl eingeladen - zur Eucharistie. Ich lade euch alle jetzt ganz herzlich ein, miteinander (im Zelt) Eucharistie zu feiern.
Im Anschluss an die gemeinsame Messe feier soll das gastfreundliche Ereignis noch seine Fortsetzung in einer gemeinsamen Agape (Festessen, siehe oben die Vorschläge bei der Einleitung) finden.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 16. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...