• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Grenzen-Los

Messmodelle

Hintergrund

Die heutige zweite Lesung beschreibt uns, wie Paulus seinen Freunden die Freiheit begreiflich machen will, in der Christen leben dürfen. Er zählt dazu Menschengruppen auf, die in der damaligen Zeit für besonders krasse Gegensätze stehen: Juden und Nicht-Juden, Sklaven und Freie, Frauen und Männer. Mit diesen Personen beschäftigen wir uns darum auch im Gottesdienst. So soll nachvollzogen werden, was es bedeutet, herkömmliche Grenzen aufzubrechen, um in Freiheit miteinander leben zu können.

Material

  • sechs Figuren aus Papier oder Karton mit den Bezeichnungen "JUDE", "NICHT-JUDE", "MANN", "FRAU", "SKLAVE", "FREIER" und "MENSCH"
  • Papierfigur für jedes Kind
  • Stifte

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Lied
  • Vor der Lesung
  • Lesung
  • Nach der Lesung
  • Friedensgruß-Aktion
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

2. Lesung: Gal 3,26-29

(2. Lesung; Übersetzung Gute Nachricht)
Ihr seid also Gottes Kinder, weil ihr durch das Vertrauen mit Jesus Christus verbunden seid. Als ich in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand. Es hat darum nichts mehr zu sagen, ob einer Jude ist oder Nichtjude, ob er Sklave ist oder frei, ob Mann oder Frau. Durch eure Verbindung mit Christus seid ihr alle zu einem Menschen geworden. Wenn ihr aber Christus gehört, seid ihr auch Abrahams Nachkommen und bekommt, was Gott Abrahams versprochen hat.

Evangelium: Lk 9, 18-24

In jener Zeit als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija: wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden.
Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Höhenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werde; aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Zu allen sagte er Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

Hintergrund 2. Lesung:

Gesetz u. Glaube


Der Lesungstext steht in einem Abschnitt des Galaterbriefes, wo sich Paulus über die Bedeutung des Gesetzes Gedanken macht. Paulus selber ist ja im jüdischen Gesetz groß geworden. Er hat aber durch seine außergewöhnliche Begegnung mit Christus - wobei sich sein Leben markant verändert hat - eine neue Sicht für jene "Gesetzesreligion" Beschreibung des Gesetzes, dass es nahezu als widergöttliches Prinzip erscheint. Demgegenüber stellt er die Verheißung an Abraham und dessen Glaube, beides bekommt im Bekenntnis zu Jesus ein neues Gesicht.

Adressaten und Gegner


Im Galaterbrief ist diese theologische Überlegung vom Interesse geleitet, den "Gegnern" der christlichen Gemeinde in Galatien, die Paulus gegründet hat, entgegenzutreten. Die "Gegner" sind - wenn auch nicht näher beschrieben - Judenchristen, also Christen der selben Gemeinde, die auf ihre jüdische Herkunft und Gewohnheit pochen. Paulus versucht in seiner theologischen Argumentation gegen diese Spaltungstendenzen anzugehen.

Söhne Gottes


"Söhne Gottes" verwendet Paulus im Sinne von erwachsenen Söhnen, nicht Kindern. Im Sinne von freien Söhnen, nicht Sklaven. Er redet auch gezielt von "Gottessöhnen" und spielt dabei auf "Söhne Abrahams" an. Dass Paulus alle Glaubenden als "Söhne Gottes" bezeichnet, ist für ihn möglich im Hinblick auf Jesus Christus, den Sohn Gottes schlechthin.

Christus anziehen


Auf Christus taufen bedeutet: der Mensch, der getauft wird, wird mit dem Heilsgeschehen von Jesus Christus in Verbindung gebracht. Ihm wird Gottes Heil angeboten und anvertraut. Paulus spricht an dieser Stellen von einem "Anziehen". "Christus anziehen" ist im übertragenen Sinn zu verstehen, wie es in der Bibel öfter vorkommt: Menschen bekleiden sich mit Gerechtigkeit (Hiob 29,14; Sir 27,8), aber auch mit Schande (Psalm 35, 26, 132, 18), oder Gott kleidet sein Volk in das Heilsgewand (Jes 61,10). Diese Metapher will also eine neue "objektive" Seins Weise zum Ausdruck bringen. Gleichzeitig ist es eine Art "Einheitsgewand", das die Getauften anziehen, das die unterscheidenden Zeichen der früheren Existenz unwichtig macht! Wichtiger als die Unterschiede, die Menschen voneinander trennen, ist jetzt das, was sie gemeinsam haben. Vor Gott sind alle Menschen gleich - geliebt.

Eins in Christus


Die äußeren Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden, Sklaven und Freien, Mann und Frau bleiben zwar nach der Taufe bestehen, aber sie haben jedwede Heilsbedeutung vor Gott verloren.

Abrahams Nachkommen


Da Christus ein Nachkomme Abrahams ist, sind alle, die zu Christus gehören (durch die Taufe) Abrahams Nachkommen und haben Anteil an dessen Verheißungen. Es ist also gar nicht notwendig, ein Jude zu werden, oder sich einfach dem Judaismus hinzugeben.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Lied


"Manchmal feiern wir mitten im Tag"

Vor der Lesung


Es sind sechs Figuren aus Papier oder Karton hergerichtet, die die Bezeichnungen "JUDE", "NICHT-JUDE", "MANN", "FRAU", "SKLAVE", "FREIER" und "MENSCH" haben. Diese Personen leben im Griechenland des 1.Jahrhunderts, also kurz nachdem Jesus gelebt hatte. Der Apostel Paulus hatte Kontakt mit mehreren christlichen Gemeinden und schrieb ihnen auch Briefe. In einem Brief an die Galater schreibt er:

Lesung


Nach der Lesung


Wir haben hier jeweils eine Vertreterin bzw. Vertreter der angesprochenen Gruppen, die durch die Taufe vor Gott gleich sind, das heißt, die er gleich lieb hat, egal ob sie Männer, Frauen, Sklaven, Freie, Juden oder Nicht - Juden sind. Wir suchen jetzt Eigenschaften, die diese Gruppen voneinander unterscheidet und schreiben diese jeweils auf die Figur, die diese bezeichnet.
Doch nicht nur das, was uns voneinander unterscheidet ist wichtig kennenzulernen, sondern auch die Gemeinsamkeiten. Wir wollen jetzt Eigenschaften suchen, die diese und auch uns untereinander verbinden, was haben wir alle gemeinsam? Das können wir dann auf die "MENSCH" - Figur schreiben.
(menschliche Eigenschaften wie: haben Hunger und Durst, spielen gerne, singen, tanzen, gehen spazieren; aber auch: sind traurig, fröhlich, wollen glücklich sein, etc.)
So wie auch wir aus verschiedenen Familien und Wohnungen kommen, manche von uns jung, andere schon älter und manche Buben, andere Mädchen sind, also einiges uns zwar verbindet, wie die Figuren, die wir vorhin beschriftet haben, so gibt es auch Unterschiede zwischen uns. Dennoch aber liebt Gott uns alle.

Friedensgrußaktion


Jedes Kind bekommt eine kleine Figur, auf die es seinen Namen schreiben kann bzw. etwas zeichnen. Diese werden dann einander Frieden wünschend ausgetauscht als ein Zeichen dafür, dass wir zwar alle sehr unterschiedlich sind, aber einander dennoch positiv begegnen und gemeinsam in Frieden zusammen sein können.

Fürbitten


Guter Freund, wir sind alle unterschiedlich. Bitte lass uns damit zurechtkommen, wenn andere ganz einfach anders sind als wir.

Guter Freund, du hast uns alle gleich lieb, obwohl wir verschieden sind. Hilf uns Menschen ernst zu nehmen, auch wenn wir nicht alles gleich tun wie sie.

Guter Freund, vieles verbindet uns Menschen. Lass uns öfter gemeinsam lachen, spielen und singen.

Publikation: Effata

Share |

 

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 12. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...