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Streiten kann gut sein

Messmodelle

Hintergrund

Im heutigen Gottesdienst steht der Streit aus der Apostelgeschichte, ob sich Heidenchristen beschneiden lassen müssen oder nicht, im Mittelpunkt. Es soll versucht werden, die Lesung aus der Apostelgeschichte nach den drei Streitregeln aus dem Jungschar-Jahresthema "Fair streiten lernen" zu analysieren.
Der Friede, den Jesus uns (im heutigen Evangelium) verheißt, ist nicht ein Friede, wo einer über den anderen siegt, sondern ein Friede, wo alle an einem Konflikt beteiligten als Gewinner hervorgehen.

Material

  • Plakat
  • Stifte

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Lesung
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 15, 1-2.22-29

In jenen Tagen kamen einige Leute von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr euch nicht nach dem Brauch des Mose beschneiden lasst, könnt ihr nicht gerettet werden. Nach großer Aufregung und heftigen Auseinandersetzungen zwischen ihnen und Paulus und Barnabas beschloss man, Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen sollten wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und den Ältesten nach Jerusalem hinaufgehen.
Da beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte auszuwählen und sie zusammen mit Paulus und Barnabas nach Antiochia zu senden, nämlich Judas, genannt Barabbas, und Silas, führende Männer unter den Brüdern. Sie gaben ihnen folgendes Schreiben mit:
Die Apostel und die Ältesten, eure Brüder, grüßen die Brüder aus dem Heidentum in Antiochia, in Syrien und Zilizien.
Wir haben gehört, dass einige von uns, denen wir keinen Auftrag erteilt haben, euch mit ihren Reden beunruhigt und eure Gemüter erregt haben. Deshalb haben wir uns geeinigt und beschlossen, Männer auszuwählen und zusammen mit unseren lieben Brüdern Barnabas und Paulus zu euch zu schicken, die beide für den Namen Jesu Christi, unseres Herrn, ihr Leben eingesetzt haben. Wir haben Judas und Silas abgesandt, die euch das Gleiche auch mündlich mitteilen sollen.
Denn der Heilige Geist und wir haben beschlossen, euch keine weitere Last aufzuerlegen als diese notwendigen Dinge: Götzenopferfleisch, Blut, Ersticktes und Unzucht zu meiden. Wenn ihr euch davor hütet, handelt ihr richtig. Lebt wohl!

Evangelium: Joh 14, 23-29

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mich liebt, wird er an meinem Wort festhalten; mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen.
Wer mich nicht liebt, hält an meinen Worten nicht fest. Und das Wort, das ihr hört, stammt nicht von mir, sondern vom Vater, der mich gesandt hat.
Das habe ich zu euch gesagt, während ich noch bei euch bin. Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht einen Frieden, wie die Welt ihn gibt, gebe ich euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht. Ihr habt gehört, dass ich zu euch sagte: Ich gehe fort und komme wieder zu euch zurück. Wenn ihr mich lieb hättet, würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.
Jetzt schon habe ich es euch gesagt, bevor es geschieht, damit ihr, wenn es geschieht, zum Glauben kommt.

Hintergrund 1. Lesung:

Apostelgeschichte


Im zweiten Teil seines Werkes will Lukas darstellen, wie die Frohbotschaft Jesu sich beim Übergang zu den heidnischen Völkern entwickelt hat. Es handelt sich dabei weniger um eine Geschichte der Kirche oder der ersten Missionen, sondern um ein theologisches Werk, das um das Jahr 80 für heidnische Leser niedergeschrieben wurde. Es geht in der Apostelgeschichte um die Darstellung des Zeugnisses für Jesus, dessen Evangelium sich unaufhaltsam über die ganze Welt ausbreitet. Die vielfältigen Probleme und Konflikte vermögen das Voranschreiten der Heilsgeschichte nicht zu hindern, sicher auch deswegen, weil sie nicht verdrängt, sondern konsequent ausgetragen werden. Lukas beantwortet vor allem zwei Fragen, die in der ersten Zeit der Kirche brennend aktuell waren.
Das Verhältnis der Kirche zu den Judenchristen
Das Verhältnis zu den Heidenchristen.
Toleranz und in Christus gründende Versöhnlichkeit gehören wesentlich zur geschwisterlichen Liebe der Christengemeinden.

Das Apostelkonzil


Im syrischen Antiochia entstand die erste, größtenteils aus Heidenchristen bestehende Gemeinde. Bekehrte Pharisäer aus Judäa, die die Beschneidung und das Gesetz als heilsnotwendig erachteten, forderten deshalb beides auch für die Heidenchristen in Antiochia. Deswegen kam es dort zu einem großen Streit. So schickt die Gemeinde Paulus, Barnabas und einige andere zu den Aposteln und Ältesten in Jerusalem.
Es kommt zu einer Versammlung in Jerusalem im Jahr 48/49, die man dann später das "Apostelkonzil" nannte. Man wollte so eine wichtige Entscheidung nur den "Aposteln und Ältesten in Jerusalem" überlassen. So diskutierten die Vertreter der strengen judenchristlichen Richtung mit den Missionaren, die für mehr Freiheit eintraten. Das Wort des Petrus (Apg 15,7-12) hat entscheidendes Gewicht. Er verschafft Paulus und Barnabas Gehör. Jakobus stimmt einerseits für die "Freiheit vom Gesetz", andererseits will er den Heidenchristen vier Verpflichtungen auferlegen, wohl um der Gemeinschaft mit den jüdischen Brüdern willen.
Verboten ist:
- Der Kauf von Götzenopferfleisch und die Teilnahme an Kultmählern
- Unzucht, das heißt die Ehe zwischen Verwandten,
- der Genuss von Tieren, die nicht dem Gesetz gemäß geschlachtet ("geschächtet") wurden und
- der Genuss von Blut.

Für die Freiheit


Die Erzählung von der Lösung dieses ersten großen und grundlegenden Konfliktes der jungen Kirche hat exemplarischen Charakter. Der Konflikt wird beschrieben, die große Aufregung und die heftige Auseinandersetzung nicht verschwiegen. Selbst Petrus trat bei dieser Versammlung für ein gesetzfreies Christentum ein. Es sollte allein auf den Glauben ankommen. Man wollte aber auch keine totale Trennung zwischen Juden und Heiden, auch wenn diese nur Formales betroffen hätte. Unter Christen verschiedenster Denkweise und unterschiedlichster Herkunft, muss es immer im den Vorrang des Glaubens gehen. So wählen die Apostel und Ältesten mit der ganzen Gemeinde eine Gesandtschaft aus und übersenden das Schreiben ("Aposteldekret") den Gemeinden in Antiochia, in Syrien und Zilizien (in Kleinasien, Hauptstadt war Tarsus), mit ihrer Entscheidung für die Freiheit. Durch diese Ablehnung der Heilsnotwendigkeit des jüdischen Gesetzes für die Heidenchristen wurde der Weg zur Universalität des Christentums eröffnet. Insgesamt kann diese Entscheidung für die Freiheit uns - als Kirche heute - ein Beispiel sein, wie man mit kirchlichen Konflikten und theologischen Meinungsverschiedenheiten umgehen kann.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr Jesus Christus, du schenkst uns deinen Frieden, wir aber streiten oft unfair und sind nur auf unsere eigenen Vorteile bedacht.

Herr Jesus Christus, du schenkst uns deinen Frieden, wir aber wollen oft mit dem Kopf durch die Wand und unseren eigenen Standpunkt um jeden Preis durchsetzen.

Herr Jesus Christus, du schenkst uns deinen Frieden, wir schaffen es aber oft nicht, Konflikte und Streitereien in unserer Gemeinde ehrlich auszutragen.

Zur Lesung


In der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte geht es um die Frage, ob auch Nichtjuden, die Christen werden wollen, sich beschneiden lassen müssen. Beschneiden heißt, dass den Buben bzw. Männern die Vorhaut (Hautfalte am Ende des männlichen Gliedes) abgeschnitten wurde. Diese Beschneidung bedeutete die Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Israeliten.
In der Gemeinde von Antiochia, in der vor allem Christen lebten, die keine Juden waren, ist über diese Frage ein Streit entstanden. So zeigt uns die heutige Lesung, dass es manchmal gut und notwendig ist, ordentlich zu streiten.

Verkündigung


Wir wollen versuchen diesen Streit nach den drei Streitregeln des Jungschar-Jahresthemas "Fair streiten lernen" zu untersuchen.
Die drei Streitregeln stehen groß, für alle gut sichtbar auf einem Plakat:

- Sag, wenn dir etwas nicht passt!
- Wer will was und warum?
- Wir können alle gewinnen!

1. SAG WENN DIR ETWAS NICHT PASST!
Leute aus Judäa - bekehrte Pharisäer - kommen in die Gemeinde von Antiochia und "lehren die Brüder", sie müssten sich wie die Juden beschneiden lassen. Darauf sagen die Gemeindemitglieder, dass sie das nicht wollen, dass ihnen das nicht passt. So gab es in der Gemeinde "große Aufregung und heftige Auseinandersetzungen".

2.WER WILL WAS UND WARUM?
Die Pharisäer meinten, dass die Beschneidung und das Gesetz für das Heil der Christen notwendig wäre, wer Christ werden will, müsse zuerst Jude werden. Paulus und einige andere Christen meinten hingegen, daß es genüge, als Christ getauft zu sein. So traf man sich in Jerusalem und stritt die Frage aus. Man sieht daran, dass Streiten manchmal gut und notwendig sein kann, um verschiedene Standpunkte zu klären.

3.WIR KÖNNEN ALLE GEWINNEN!
Die Apostel haben heftig um diese Frage gestritten. Sie haben miteinander geredet, haben einander zugehört und so eine Lösung gefunden, mit der beide Teile zufrieden sein konnten: Die Judenchristen müssen anerkennen, dass die Beschneidung nicht wichtiger sein kann als die Taufe und dass die Heiden nicht erst über den Umweg des Judentums zu Christen werden können.

Die Heidenchristen allerdings sollen in drei konkreten Dingen die Lebensart der Juden respektieren und damit sichtbar von heidnischer Lebensweise Abstand nehmen.

- Kein Fleisch essen, das von Götzenopfern stammt.
- Keine Heirat unter Blutsverwandten.
- Kein Genuss von Blut

So sollten Christen verschiedener Herkunft und religiöser Prägung und Überzeugung aufeinander Rücksicht nehmen. Juden sollten sich nicht mehr an getauften Heiden stoßen, diese wiederum für Juden kein Ärgernis erregen. Beide gewinnen so Freiheit von alten Gewohnheiten, gegenseitigen Respekt und Frieden.
Wenn Jesus im heutigen Evangelium sagt: "Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch", dann haben die Apostel das nicht so verstanden, dass sie nicht streiten dürften, sondern haben das auf die Art und Weise bezogen, wie sie ihre Streitigkeiten lösen sollen.
Jesus meint nicht einen "Frieden, wie die Welt ihn gibt", der oft auch ein sogenannter "fauler Friede" ist oder ein Waffenstillstand in Kriegsgebieten, der kurze Zeit später wieder gebrochen wird, sondern Jesus meint einen echten Frieden, bei dem alle Beteiligten nach einem Konflikt als Gewinner hervorgehen können.

Fürbitten


Gib uns die Kraft, ehrlich und fair miteinander zu streiten.

Hilf den Familien, dass es ihnen gelingt, Konflikte offen auszutragen und ehrlich miteinander zu reden.

Gib allen Mächtigen dieser Erde, die für Kriege mitverantwortlich sind, die Kraft einen echten Frieden zu schließen.

Stärke unsere Kirche, dass es uns gelingt, Meinungsverschiedenheiten in menschlicher Art und Weise auszutragen.

Gib allen Christen den Mut und die Geduld, einen echten Frieden zu suchen, bei dem alle Beteiligten gewinnen können.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 6. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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