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Wer ist ein Apostel?

Messmodelle

Hintergrund

Berufungserlebnisse, Bekehrungserlebnisse haben oft den Nimbus des Unerklärlichen, des Außerordentlichen. Meist sind diese Erlebnisse aber im Leben der betroffenen Menschen etwas ganz normales, dazu Passendes. So wird es auch bei Paulus gewesen sein. Er wusste sich von Jesus geliebt, er hat gespürt, dass er lebt, und er hat den Auftrag in sich gespürt, apostolisch tätig zu sein, die Botschaft von Jesus weiterzusagen. In diesem Sinn sind wir eigentlich alle Apostel.

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • vor der Lesung
  • Evangelium
  • Lied
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

2. Lesung: 1 Kor 15, 1-11

Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet, wenn ihr an dem Wortlaut festhaltet, den ich euch verkündet habe. Oder habt ihr den Glauben vielleicht unüberlegt angenommen? Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe:
Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf.
Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Als letztem von allen erschien er auch mir, dem Unerwarteten, der "Mißgeburt".
Denn ich bin der geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir.
Ob nun ich verkündige oder die anderen: das ist unsere Botschaft, und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

Evangelium: Lk 5,1-11

In jener Zeit, als Jesus am Ufer des Sees Genesaret stand, drängte sich das Volk um ihn und wollte das Wort Gottes hören, Da sah er zwei Boote am Ufer liegen. Die Fischer waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Jesus stieg in das Boot, das dem Simon gehörte, und bat ihn, ein Stück weit vom Land wegzufahren. Dann setzte er sich und lehrte das Volk vom Boot aus.
Als er seine Rede beendet hatte, sagte er zu Simon. Fahr hinaus auf den See! Dort werft eure Netze zum Fang aus! Simon antwortete ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen. Doch wenn du es sagst, werde ich die Netze auswerfen.
Das taten sie, und sie fingen eine so große Menge Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten. Deshalb winkten sie ihren Gefährten im anderen Boot, sie sollten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und gemeinsam füllten sie beide Boote bis zum Rand, so dass sie fast untergingen.
Als Simon Petrus das sah, fiel er Jesus zu Füßen und sagte: Herr, geh weg von mir; ich bin ein Sünder. Denn er und alle seine Begleiter waren erstaunt und erschrocken, weil sie so viele Fische gefangen hatten; ebenso erging es Jakobus mit Johannes, den Söhnen des Zebedäus, die mit Simon zusammenarbeiteten.
Da sagte Jesus zu Simon: Fürchte dich nicht! Von jetzt an wirst du Menschen fangen.
Und sie zogen die Boote an Land, ließen alles zurück und folgten ihm nach.

Hintergrund 2. Lesung:

Paulus verkündet das Evangelium


Die Gemeinde in Korinth wurde von Paulus gegründet. Er hat dort die Botschaft vom Tod und der Auferstehung Christi gepredigt. Dann ist er wieder weitergezogen um auch noch an anderen Orten das Evangelium zu predigen. Zur Zeit des Paulus hat es aber noch nicht das Evangelium in schriftlicher Form gegeben, so wie wir das heute kennen, sondern es wurde mündlich überliefert. Es ist ein Empfangen und ein möglichst getreues Wiedergeben. Er, Paulus, steht mit der Autorität seiner Person als Apostel hinter seiner Botschaft. Er verbürgt sich dafür, dass er die Botschaft vom Heil, ungekürzt und unverfälscht weitergibt so wie er sie empfangen hat.

Paulus ist Apostel


Die Berechtigung dafür leitet er davon ab, dass auch "ihm der Herr erschienen" ist. Darum ist auch er Apostel.
So erreicht eines Tages Paulus die Nachricht, dass in Korinth einiges unklar sein dürfte. Einige behaupten dort nämlich, es gebe gar keine Auferstehung, obwohl sich doch alle Christen in Korinth darüber einig waren, dass Gott Jesus von den Toten auferweckt hat. Das war wohl der Anlass für diese Zeilen im 1. Korintherbrief. Paulus erinnert an das Evangelium, das er verkündigt hat und das die Korinther auch angenommen haben. Oder hätten sie das etwa voreilig getan?

Treue Überlieferung


Er meint, dass sie sich schon an das wahre Evangelium halten müssen, und dass es nicht in Ordnung ist, sich selber etwas zusammenzureimen. Auch Paulus selbst hat sich nicht irgendetwas zusammengedacht und das dann als Evangelium für die Korinther ausgegeben, sondern er hat treu überliefert, was auch er empfangen hat. Und so fasst er noch einmal kurz zusammen, was der Kern seiner frohen Botschaft ist: Christus ist gestorben, er wurde auferweckt und es gibt Zeugen dafür.

Er ist Zeuge


Dieser Zeuge gewesen zu sein, dabei gewesen zu sein, ist für die frühe Kirche wichtig. Diese Zeugen werden Apostel genannt.
In der Apostelgeschichte wird von der Wahl des Matthias berichtet. Dieser Matthias soll die frei gewordene Stelle des Judas einnehmen, um die Zahl Zwölf zu vervollständigen. Als Kriterium für den, der das sein könnte, gilt: Er muss vom Anfang an dabei gewesen sein. Er muss erlebt haben, wie Jesus bei den Aposteln ein und aus ging. Er muss aber auch die Auferstehung bezeugen können. Darin liegt allerdings ein kleines Problem. Bei der Auferstehung war keiner dabei. Die Apostel haben eigentlich nur das leere Grab gesehen. Aber eines, das sich allerdings nicht materiell messen lässt, können sie doch bezeugen: Sie haben den auferstandenen Herrn erlebt.

Paulus hat den Herrn erlebt


Und genau da knüpft Paulus an. Auch er hat erlebt, dass Jesus lebt. Er ist zwar nicht vom Anfang an "dabei", er war eher von Anfang an "dagegen". Er hat versucht den "Neuen Weg" als den falschen Weg zu überführen. Als gesetzestreuer Jude hat er versucht die Christen zu verfolgen. Damit hat er sich aber zwangsläufig mit der neuen Lehre auseinandergesetzt. Aber schließlich hat auch er erlebt, dass Jesus lebt. Wie er das erlebt hat, lässt sich aber wie all unser Erleben nur sehr schwer beschreiben. Dieses Bekehrungserlebnis des Paulus kann daher nicht von seiner ganzen Lebensgeschichte abgehoben betrachtet werden. Die Begegnung, die er als Erscheinung beschreibt, ist kein Blitz aus heiterem Himmel, sondern der Höhepunkt bzw. Wendepunkt in der Geschichte des Paulus. Von diesem Geschehen gilt, dass Paulus erfahren hat: Jesus lebt.
Dieses Erlebnis zu materialisieren, zu beschreiben, den anderen zugänglich zu machen, ist sehr schwer. Die Apostel und auch Paulus verwenden dafür ein Bild: Er ist uns erschienen. Diese Erscheinungen sind aber Erlebnisse von ganz konkreten Menschen in ihrer Zeit. Das Erlebnis, dass Jesus für sie da ist, ist nicht nur für sie erfahrbar, sondern für alle, die die Botschaft von Jesus annehmen.
Paulus weiß sich als Apostel dazu berufen, die Botschaft weiterzusagen, seine Erfahrung mit Jesus weiterzuerzählen, damit auch andere seinen Weg gehen können.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Herr Jesus, Paulus hat dich als lebendigen Gott erleben dürfen. Herr, erbarme dich unser.

Herr Jesus, auch wir dürfen dich als Auferstandenen erleben. Christus, erbarme dich unser.

Herr Jesus, du lädst uns ein, deine Jünger heute zu sein. Herr, erbarme dich unser.

Vor der Lesung


Paulus nennt sich gerne Apostel. Er ist zwar kein typischer Apostel wie die anderen Zwölf Apostel, aber er fühlt sich doch so, hat er doch, wie die anderen Jesus als Lebendigen erlebt. Er weiß sich auch von Jesus beauftragt, die Frühe Botschaft den Menschen weiterzuerzählen. Deshalb ist auch er ein Apostel.

Zum Evangelium


Im Evangelium geht es heute auch um Apostel. Auch für sie ist Apostel werden nichts Außergewöhnliches, sondern sie begegnen in einem besonderen Menschen Gott, der sie in seine Nachfolge ruft.

Lied


eventuell LOB Nr. 247:: Ja, wenn der Herr Apostel braucht.

Zwei Kinder, die das gerne tun, versuchen den anderen Kindern von einem für sie ganz wichtigen und tollen Erlebnis zu berichten. Nachher versuchen sich die anderen Kinder in ihre Lage zu versetzen und herauszubekommen, wie sich die beiden denn gefühlt haben. Wahrscheinlich können sich die Kinder mit viel Phantasie die Situation ganz gut vorstellen und sich hineindenken. Aber wie fühlt man sich, wenn man etwas Besonderes erlebt? Wie kann man ein tolles Gefühl beschreiben? Eigentlich gar nicht. Man gebraucht dafür Wörter wie "irrsinnig", oder verwendet dafür Bilder, oder Vergleiche. Das ist so wie ... Die Kinder können das, wenn sie wollen gleich versuchen.
Beschreibe, wie du dich fühlst, wenn irgendwas toll oder super ist. Versuch das Deinem Nachbarn oder Deiner Freundin zu erzählen. Ihr werdet sehen, dass das gar nicht so einfach ist.
Oft versteht der andere auch ein bisschen etwas anderes, weil er sich nämlich auch manchmal toll fühlt und dabei auch etwas eigentlich Unbeschreibliches erlebt.
Auch Paulus spricht von seinen Erlebnissen in Bildern. Wir können vielleicht ein bisschen verstehen, wie er sich gefühlt hat, und auch wie schwer er sich getan hat, sein Erlebnis weiterzugeben.

Fürbitten


Guter Gott, du hast auch uns dazu berufen, Dein Evangelium zu hören und auch weiterzusagen. Bitte hilf uns, gute Apostel zu sein.

Manche Menschen sind, so wie Paulus von Beruf Apostel. Hilf ihnen, dass sie deine Botschaft so verkünden, dass wir sie verstehen und annehmen können.

Apostel zu sein heißt auch, dich zu spüren und zu erleben. Hilf uns, für dich offen zu sein, hilf uns, dich zu spüren und uns nicht selber im Weg zu stehen.

Du bist immer für uns da und bietest uns deine Freundschaft an. Hilf uns, diese große Chance für unsere Leben anzunehmen.

Publikation: Effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 5. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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