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Westwind

Gruppenstunde | Alter: 10-12 | Aufwand: niedrig

Hintergrund

Als Impuls für diese Spielesammlung diente das Buch "Mein Gegenteil" von Christine Nöstlinger. Darin findest du verschiedene Gedichte, die von unterschiedlichen Themen handeln. Die Bausteine orientieren sich vor allem am Gedicht "Westwind".

Du kannst das Gedicht vorlesen und anschließend mit den Kindern darüber sprechen. Wer könnte diesen Brief verfasst haben? Warum fühlt sich die Person oder das Lebewesen einsam und nicht geliebt? Möchtest du das Gedicht nicht vorlesen, könntest du auch jede Strophe auf einen anderen Zettel schreiben und mit den Kindern gemeinsam versuchen, es selbst zusammenzufügen.

Das Gedicht handelt davon, dass sich jemand einsam und nicht geliebt fühlt. Die Spiele, die zu dem Gedicht ausgewählt wurden, sollen hingegen Gruppenstärke vermitteln und einander zeigen, dass jede/r wertvoll und besonders ist. Die Spiele ergeben keine komplette Gruppenstunde. Du kannst sie so zusammensetzen, wie du möchtest und wie du es für deine Gruppe am besten hältst! Du kannst dich auch gerne noch von anderen Gedichten in Christine Nöstlingers Buch inspirieren lassen und Spiele und Methoden dazu entwickeln.

Material

  • steht bei den jeweiligen Spielen

 

Westwind


"War einmal einer,
den liebte keiner.
Schrieb er auf ein Blatt Papier:
"Bin einsam! Wer ist nett zu mir?
Faltete einen Flieger daraus,
warf ihn zum Fenster hinaus.
Westwind trug ihn zum Wald,
fand ihn ein Häschen bald.
Wär zur Liebe bereit gewesen,
konnt aber leider nicht lesen."
(Nöstlinger, 1996)

Bei all diesen Spielen ist es für dich als Gruppenleiter/in wichtig, gut darauf zu schauen, dass es für Kinder nicht zu unangenehmen Situationen kommt. Wenn etwa einem Kind nichts einfällt oder es nicht gut lesen oder schreiben kann, ist es wichtig, das Kind entsprechend zu unterstützen. Vielleicht merkst du auch, dass die Kinder nach einem anstrengenden Schultag nicht mehr viel Lust auf Buchstabenrätsel haben — in dem Fall wäre es gut, noch ein paar Ideen für Spiele parat zu haben, bei denen sie sich austoben können.

Spiel 1 — Unsere kreative Geschichte


Material: evtl. ein Ball oder anderer Gegenstand

Um die Kreativität deiner Gruppe anzuregen, bietet sich folgendes Spiel im Kreis an: Ihr stellt euch gemeinsam auf und jemand beginnt einen Satz, bei dem der Anfangsbuchstabe des ersten Wortes mit "A" beginnt. Der/die Nächste soll nun einen passenden Satz darauf finden, der mit dem Buchstaben "B" beginnt. Das Ziel ist, eine zusammenhängende und phantasievolle Geschichte entstehen zu lassen.

Der Schwierigkeitsgrad kann verändert werden, indem ihr das Spiel nicht nach der Reihe spielt, sondern einander z. B. einen Ball zuwerft. Ist dies auch noch zu einfach, so kannst du ein bestimmtes Zeitlimit setzen.
Beispiel
Kind 1: Auf der Straße fährt ein Auto.
Kind 2: Bald schaltet die Ampel auf die Farbe rot.
Kind 3: Clevere Autofahrer/innen bleiben jetzt stehen.

Spiel 2 — Laufendes Buchstabieren


Material: A4-Zettel mit jeweils einem Buchstaben darauf, evtl. ein Klebestreifen, um eine Linie zu kennzeichnen

Für dieses Aktivierungsspiel braucht ihr viel Platz. Du bereitest große A4-Zettel vor, auf denen jeweils ein großer Buchstabe draufsteht. Diese Zettel werden im Raum verteilt und ihr stellt euch nun hinter einer Linie auf. Es werden immer Zweierteams gebildet. Eine/r der beiden hat nun die Aufgabe, sich ein Wort auszudenken und dieses mithilfe der im Raum verteilten Buchstaben zu buchstabieren. Dazu läuft der-/diejenige von Buchstabe zu Buchstabe und nach dem letzten Buchstaben zurück zum/r Partner/in. Diese/r steht hinter einer Linie und versucht das Wort zu erkennen. Wurde das Wort erkannt, so findet ein Wechsel statt. Mit der Zeit können auch die Partner/innen gewechselt werden.

Spiel 3 — Rücken stärken


Material: Zettel, Stifte, Klebeband

Das Gedicht "Westwind" gibt den Anlass, einander etwas Gutes zu tun. Dazu bietet sich das Spiel "Rücken stärken" an. Hier bekommt jede/r Mitspieler/in einen Zettel an den Rücken geklebt. Mit einem Stift in der Hand geht die Übung auch schon los. Die Person im obigen Gedicht sagt, sie sei alleine und keiner liebe sie. Wir wollen einander zeigen, dass wir in der Jungschar nicht alleine sind und jede/r etwas Besonderes ist. Die Kinder gehen nun durch den Raum und schreiben einander etwas an den Rücken (genau genommen auf den Zettel am Rücken :-)), das sie besonders an dem-/derjenigen finden. Gib ihnen genügend Zeit dafür, denn diese Übung kann doch ein wenig länger dauern. Wenn du merkst, dass sich die Übung langsam selbst beendet, könnt ihr die Zettel abnehmen und lesen, was alles darauf steht.

Spiel 4 — Nette Worte


Material: Namensliste (nur Vornamen), Stifte

Für Geburtstage und andere Anlässe: Teile allen eine Liste mit den Namen der Kinder aus. Nun lass die Kinder zu jedem Namen etwas Nettes dazuschreiben: was jemand besonders gut kann, was bewundernswert an dem Kind ist oder wieso man es einfach gerne hat. Damit das Ganze auch anonym bleibt, können die Kinder auch etwas Nettes bei ihrem eigenen Namen dazuschreiben. Lass ihnen genügend Zeit und sammle die Listen anschließend ab.

Anhand der Listen kannst du jetzt für jede/n eine ganz individuelle und persönliche Geburtstagskarte oder eine Karte für sonstige Anlässe gestalten. Darin schreibst du die Gedanken, die die Gruppe gesammelt hat, als Text nieder.

Spiel 5 — Stille Zeichenpost


Material: Zettel, Stifte

Du teilst Zettel aus. Jedes Kind schreibt ganz oben einen Begriff auf und reicht den Zettel weiter. Der/die jeweilige Sitznachbar/in sieht sich das Wort an und faltet anschließend den Zettel so, dass der Begriff auf der Rückseite steht. Auf die Vorderseite zeichnet er/sie diesen Begriff. Nun wird der Zettel wieder weitergegeben und wieder gefaltet. Der/die nächste schaut sich nur die Zeichnung an, aber nicht den ursprünglichen Begriff. Die jetzige Aufgabe ist es, die Zeichnung mit einem Wort zu benennen. Dann wird der Zettel wieder weitergegeben, wieder gefaltet und wieder eine Zeichnung zum letzten sichtbaren Begriff angefertigt. Das Spiel funktioniert so lange, bis der Zettel zu Ende ist oder die Kinder einfach keine Lust mehr haben und es kaum mehr erwarten können, herauszufinden, was die Anfangsbegriffe waren. Du kannst das Spiel auch schwieriger gestalten, indem du sie kein einzelnes Wort aufschreiben lässt, sondern einen Satz. Dieser kann beispielsweise lauten "Ein Gorilla sitzt auf einem Sessel und trägt einen Hut auf dem Kopf, aus dem eine Blume wächst." — dies ist dann gar nicht mehr so leicht zu zeichnen und schon gar nicht leicht zu erraten!

Spiel 6 — Das gemeinsame Alphabet


Du kennst bestimmt das Spiel, bei dem als Gruppe durchgezählt werden soll, ohne dass eine Zahl doppelt vorkommt. Dieses Spiel kann abstrahiert werden, indem anstatt von Zahlen einfach Buchstaben verwendet werden. Das Alphabet soll aufgezählt werden, ohne dass sich ein Buchstabe wiederholt.

Spiel 7 — Wortsalat


Jedes Kind denkt sich ein viersilbiges (Phantasie-)Wort aus, z. B. Aus-los-bild-ner, Wa-la-wa-ba, Ap-fel-stru-del usw. und stellt das eigene Wort vor. Damit sich die Kinder ihre Wörter auch gut merken können, werden die Wörter ein paar Mal wiederholt. Dann überlegt ihr euch gemeinsam, in welchen Stimmungen ihr die Wörter sagen könntet, z. B. lustig, traurig, zornig, gelangweilt ... Sobald jemandem eine Stimmung einfällt, sagt er/sie diese laut. Dann sagen alle gleichzeitig ihr eigenes Wort in genau dieser Stimmung.

Für jüngere Kinder ist es ratsam, dreisilbige Wörter zu suchen.

Autor/in: Celina Grafl

Publikation: kumquat "Die Nöstlinger" 5/2018

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Schlagwörter: Spaß, Sprache, Spiel