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WasDaLos in Xaberut?

Gruppenstunde | Alter: 7-14

Hintergrund

Die Kinderrechtskonvention teilt die formulierten Rechte in drei Bereiche ein. Basierend auf ihren Anfangsbuchstaben im englischen Original, wird auch von den 3Ps gesprochen: dem Recht auf Förderung und Entwicklung (provision), dem Recht auf Schutz (protection) und dem Recht auf Beteiligung (participation).

Ziel

In dieser Spielekette sollen Kinder auf spielerische Weise mit den drei Grundprinzipien der Kinderrechtekonvention und ihren Rechten vertraut gemacht werden.

Material

  • Ein weißer Laborkittel für Professorin ein Plakat, Stifte, Scheren und Klebstoff
  • durchnummerierte Zettel für 1,2 oder 3
  • Fragen für 1,2 oder 3
  • Kärtchen mit Megafon, Jausenbox und Regenschirm
  • kleine Zettel zum Sammeln von Begriffen
  • viele Bälle (am besten Softbälle)
  • ein dunkles Tuch als Symbol für den/die Fänger/in

 

Spielgeschichte


Im Land Xaberut ist Chaos ausgebrochen. Die Erwachsenen sind sehr verwirrt, weil die Kinder des Landes ständig über "Kinderrechte" reden und diese auch durchsetzen wollen. Niemand hat je davon gehört oder versteht, was die Kinder damit meinen. Um etwas gegen die entstehende Unruhe in der Bevölkerung zu unternehmen, wurde Professorin WasDaLos von der Präsidentin des Landes beauftragt herauszufinden, was "Kinderrechte" eigentlich sind. Nachdem ihr Computer nur unzureichende Informationen ausgespuckt hat, sucht sich die Professorin Hilfe von Kindern aus einem Land, in dem die Kinderrechte bereits in die Verfassung aufgenommen wurden. Im Laufe der Gruppenstunde erstellt Professorin WasDaLos gemeinsam mit den Kindern ihren Forschungsbericht.

Beginn


Zu Beginn der Gruppenstunde begrüßt Professorin WasDaLos unglaublich aufgeregt die Kinder. Sie erzählt von ihrem Auftrag und bitte die Kinder um ihre Unterstützung. Sie hat auch etwas mitgebracht. Bevor sie sich auf den Weg nach Österreich gemacht hat, hat sie ihren Computer um Rat gefragt. Dabei hat sie sehr unterschiedliche und auch widersprüchliche Informationen erhalten. Sie hätte gerne die Einschätzung der Kinder, welche Antworten die Richtigen sein könnten.

Spiel: Hilfe, wir haben keine Ahnung!


Auf dem Boden liegen drei Zettel, die von 1 bis 3 durchnummeriert sind. Du stellst den Kindern Fragen, zu denen es jeweils drei Antworten gibt. Die Kinder versuchen die richtige Antwort zu erraten und sich zur richtigen Ziffer zu stellen.

Ein paar Beispiele:

Wem gehört ein Kind?
1. den Eltern
2. dem Geburtsland
3. niemanden, nur sich selbst

Wann findet der Kinderrechte-Tag statt?
1. am 20. November
2. am 17. April
3. am 8. Dezember

Sollten Kinder immer ihre Meinung sagen dürfen?
1. Ja, aber nur leise.
2. Ja, aber nur wenn die Eltern damit einverstanden sind.
3. Ja, jedes Kind darf seine Gedanken und Meinung frei aussprechen.

Weitere Ideen für Fragen findest du hier ...

Die richtigen Antworten werden auf ein Plakat geschrieben und ergeben im Laufe der Gruppenstunde den Forschungsbericht von Professorin WasDaLos.

Professorin WasDaLos hat auch die Bildersuche ihres Computer bemüht. Zum Thema "Kinderrechte" hat dieser 3 Bilder ausgespuckt. Eine Jausendose, einen Regenschirm und ein Megafon. Sie kann mit diesen Bildern gar nichts anfangen und versucht mit den Kindern das Rätsel zu lösen. (Die Jausendose steht für das Recht auf Förderung und Entwicklung, der Regenschirm für das Recht auf Schutz und das Megafon für das Recht auf Beteiligung.)

Methode: Den Grundprinzipien auf der Spur


Du hast drei Kärtchen mit den drei Symbolen ausgedruckt und sammelst mit den Kindern Ideen dazu, was diese denn mit den Kinderrechten zu tun haben könnten. Ihr könnt die Kärtchen und eure gesammelten Ideen auf dem Plakat ergänzen. So wächst langsam euer Forschungsbericht.

Spiel: Wir reden mit!


Die Kinder deiner Gruppe teilen sich in zwei Gruppen und stellen sich in einigem Abstand voneinander auf. Die eine Gruppe überlegt sich Dinge, denen sie mehr Gehört verschaffen möchte. Also Dinge, die sie als Kinder bewegen, aber von den Erwachsenen nicht berücksichtigt werden. Die andere Gruppe überlegt sich klassische "Erwachsenensprüche" (z.B. "Dafür bist du noch zu klein.", "Räum dein Zimmer zusammen!"), die sie regelmäßig zu hören bekommen. Die Gruppe mit den "Erwachsenensprüchen" bildet nun eine Schreiwand, indem sie ihre gesammelten Aussagen möglichst laut ruft, bzw. noch zusätzlichen Lärm macht. Professorin WasDaLos steht auf der anderen Seite der Schreiwand. Nun versucht die erste Gruppe gemeinsam ihre Überlegungen Professorin WasDaLos hinüberzurufen. Die Gruppe in der Mitte versucht die Kommunikation zwischen den beiden zu übertönen. Die Schreiwand wird lauter und leiser, sodass die Kinder testen können, ab welcher Lautstärke noch Kommunikation möglich ist. Die Rollen werden nach einiger Zeit gewechselt. Ihr könnt das Spiel solange spielen, solange es auch Spaß macht. Am Ende könnt ihr den Forschunsgbericht noch um eure neuen Überlegungen ergänzen.

Professorin WasDaLos hat zwar ein paar Dinge verstanden , so richtig überzeugt hat sie das laute Schreien aber nicht. Vielleicht klappt es ja auch ganz ohne zu sprechen?!

Spiel: Zeig mir was du brauchts!


Du überlegst gemeinsam mit deiner Gruppe was Kinder brauchen könnten (z.B. ein Zuhause, Essen, Zuneigung...) und auch Dinge die Kinder garnicht brauchen (z.B. Beschimpfung, harte Arbeit...). Die Begriffe, die ihr gefunden habt, schreibt ihr auf kleine Zettel. Dann bildet ihr wieder zwei Gruppen und die Gruppen ziehen abwechselnd einen Zettel und versuchen den gezogenen Begriff der anderen Gruppe pantomimisch zu erklären. Die erratenen Begriffe könnt ihr Professorin WasDaLos im Anschluss mitgeben und auf euren Forschungsbericht kleben.

Ihr habt jetzt schon gesehen, dass Kinder viele Dinge zu sagen haben, denen Gehör verschafft werden sollte und dass Kinder viele positive Dinge brauchen, um gut aufwachsen zu können. Zum Abschluss soll es noch darum gehen, dass Kinder manchmal auch Schutz brauchen.

Spiel: Rettungsball


Du zeigst den Kindern, dass du eine ganzen Sack voller Bälle entdeckt hast, deren Wirkung du gerne ausprobieren würdest. Dir wurde nämlich erzählt, dass es sich dabei um sogenannte "Schutzbälle" handeln würde, die Kinder vor Unheil bewaren. Du grenzt in der Folge ein Spielfeld ab und ein Kind wird zum/r Fänger/in bestimmt und erhält als Zeichen ein dunkles Tuch. Dieses Spiel wird wie jedes andere Fangspiel gespielt, das heißt alle Kinder laufen im Raum herum und ein/e Fänger/in versucht die anderen Kinder zu fangen. Wer gefangen ist, wird neue/r Fänger/in. Bei "Rettungsball" funktioniert es ähnlich, nur dass die Spieler/innen mit den Bällen nicht gefangen werden können. Die Spieler/innen mit dem Ball versuchen alle anderen Spieler/innen in Sicherheit zu bringen, indem sie ihnen bei Gefahr den Ball zuspielen. Wenn die "Retter/innen" oder "Fänger/innen" nicht mehr wollen, können sie einfach den Ball, bzw. das Tuch in die Mitte des Raumes legen und neue Kinder können in diese Rollen schlüpfen. Im Laufe des Spiels bringst du immer mehr Bälle ins Spielgeschehen, bis keine Kinder mehr gefangen werden können. Zum Abschluss sammelt ihr gemeinsam die Bälle ein und überlegt euch für jeden Ball, den ihr zurück in den Sack gebt, eine Sache, die wichtig ist, um Kinder zu schützen, und notiert sie auf eurem Forschungsbericht.

Abschluss


Professorin WasDaLos bedankt sich ganz herzlich bei den Kindern für ihre Unterstützung und freut sich darüber, dass sie der Präsidentin ihres Landes Xaberut so tolle Ergebnisse präsentieren kann. Euren Forschungsbericht könnt ihr im Gruppenraum aufhängen, um auch anderen Menschen in der Pfarre von den Kinderrechten zu erzählen. Damit die Erwachsenen in Österreich nicht auch das selbe Problem haben, wie die Bewohner/innen in Xaberut.

Autor/in: Ines Zecha, Celina Grafl, Veronika Schippani, Florian Bischof

Publikation: kumquat "Jetzt wird's politisch" 3/2019

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Schlagwort: Kinderrechte