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Ich weiß was!

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Seit fast 25 Jahren sind in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen die Rechte der Kinder festgehalten. Jedes Jahr hebt die Jungschar ein Recht besonders hervor. Dieses Jahr ist es das "Recht auf Bildung". Im Artikel zum Recht auf Bildung ist einerseits festgehalten, dass Kinder in die Schule gehen dürfen und andererseits aber auch die Möglichkeit zur der non-formalen/informellen Bildung bekommen müssen. Darunter versteht man das bedürfnisorientierte Lernen ohne Druck, Ziel und Erwartung, das in der Freizeit bei Spiel und Spaß mit Freund/innen und Familie oder in Vereinen/Gruppen passiert. Für euch als Jungschargruppe bedeutet das zum Beispiel, dass ihr lernt, Teil einer Gruppe zu sein, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen, bei einer Diskussion die eigenen Argumente zu formulieren, etc.

Ziel

Die Kinder haben in dieser Gruppenstunde die Möglichkeit, sich mit verschiedenen Fähigkeiten und wo wir diese erlernen, auseinanderzusetzen. Sie können erkennen, dass vieles von dem was wir können (und später für einen Beruf auch brauchen) nicht nur in der Schule lernen sondern auch in der Freizeit. Das Recht auf non-formale Bildung ist neben dem Recht auf Schulbildung ebenso wichtig.

Material

  • Verkleidung für den Bürgermeister/die Bürgermeisterin
  • Post Its
  • Stifte
  • Kärtchen mit Berufen
  • leere Kärtchen
  • Evt. Requisiten/Verkleidung für die Berufe
  • Symbole für Schule, Spiel, Freizeit, Familie, Menschen
  • Plakate
  • Eddinge, Filzstifte, Malfarbe

Aufbau

Nachdem die Kinder sich mit ihren eigenen Fähigkeiten beschäftigen und diese austauschen, erraten sie unterschiedliche Berufe und überlegen, was man für diese alles können muss. Ihr schaut euch an, wo man all diese Fertigkeiten lernt und entdeckt dabei, dass sowohl die Schule als auch die freie Zeit wichtig sind. Die Kinder nähern sich durch Forderungen und Wünsche an den/die Bürgermeister/in dem Recht auf non-formale Bildung an.

 

Besuch vom/von der Bürgermeister/in


Der/die Bürgermeister/in (ein/e verkleidete/r Gruppenleiter/in) kommt zu Besuch in die Gruppenstunde. Sie/Er und sein/ihr Team arbeiten gerade daran, herauszufinden, was es für ein "gutes Lernen" braucht. Sie/Er möchte wissen, wo die Kinder lernen und was dafür wichtig ist. Ist dafür mehr Schule notwendig oder braucht es mehr Freizeitangebote für die Kinder? Oder Zeit mit Freund/innen und in der Familie? Und wer kann das besser wissen, als die Kinder selbst!? Sie/Er hat ein paar Ideen mitgebracht, um das gemeinsam mit den Kindern herauszufinden.

Das kann ich


Jedes Kind überlegt sich, was es alles kann und schreibt jeden Einfall auf ein Post-It. Das kann von Lesen, Rechnen, Schwimmen, jemanden Trösten bis zu Zunge einrollen alles sein, was euch einfällt. Nun klebt es sich seine Fähigkeiten verteilt am Körper auf. Die Kinder gehen im Raum herum und bestaunen gegenseitig, was sie so alles können. In einer zweiten Runde könnt ihr bei der Talentetauschbörse eure Talente tauschen. So kann zum Beispiel ein Kind, das ein Vogelhaus bauen kann mit einem Kind, das knüpfen kann, das jeweilige Post-It tauschen wenn beide das möchten. Das kann aber muss nicht mit der Vereinbarung einhergehen, sich gegenseitig beim Erlernen der neuen Fähigkeit zu unterstützen. Wenn ihr fertig seid, legt die Post-Its zur Seite, aber hebt sie für später auf.

Berufe erraten


Begeistert darüber, was die Kinder alles wissen und können, will nun der/die Bürgermeister/in schauen, was man so braucht, wenn man in einem bestimmten Beruf arbeiten will. Pantomimisch (und je nach eurer Lust und Laune auch mit Requisite ausgestattet oder verkleidet) spielt ein Kind der Gruppe einen Beruf vor. Es kann sich entweder selbst einen Beruf überlegen oder eines der vorbereiteten Kärtchen ziehen. Die anderen Kinder versuchen zu erraten, um welchen Beruf es sich handelt. Wurde der Beruf richtig erraten überlegt ihr nun gemeinsam, was man alles können muss, um diesen Beruf auszuüben. Auch das können die Kinder pantomimisch vorzeigen wenn sie möchten. Jede Fertigkeit schreibt ihr auf ein Kärtchen, die ihr für später wieder aufhebt.

Hier ein paar Ideen und welche Fertigkeiten diese Personen brauchen:

  • Bauingenieurin: Rechnen, Kombinieren, Planen, Genauigkeit, Teamfähigkeit
  • Lehrer: Fachwissen (Schreiben, Rechnen....), Methoden wie er dieses Wissen an die Schüler/innen weitergibt, erkennen, welche/r Schüler/in was kann und wo Hilfe braucht, Einfühlungsvermögen, erklären können
  • Krankenpfleger: Hilfsbereitschaft, Einfühlungsvermögen, kommunikativ, Wissen über Hygiene und Pflege, Schreiben, Verantwortungsbewusstsein
  • Fußballspielerin: Laufen, Kondition, Regeln, Strategie, Rücksichtnahme auf andere, Teamfähigkeit
  • Arzt: Wissen über Krankheiten und Medikamente, Verantwortungsbewusstsein, Umgang mit Patient/innen, kommunikativ, Einfühlungsvermögen
  • Künstlerin: Malen, Kreativität
  • Tischlerin: Kraft, Fingerspitzengefühl, räumliches Vorstellungsvermögen, Umgang mit Holz und Werkzeug, Rechnen, Abmessen

Wo lernen wir?


Nun fragt der Bürgermeister die Kinder, wo sie überhaupt Dinge lernen. Vielleicht fallen euch neben der Schule auch noch andere Orte/Zeitpunkte ein, wo man etwas lernt.

Jetzt benötigt ihr die Post-Its mit euren aufgeschriebenen Talenten und allen Fähigkeiten, die ihr für die Berufe gesammelt habt. Ihr überlegt euch nun, wo man diese Dinge lernt/lernen kann (Schule, Familie/Zuhause, Spielen/Freizeit/Bewegung, mit anderen Menschen). Dafür legst du in die Mitte symbolisch für jede Kategorie einen Gegenstand auf: zum Beispiel Tafel und Kreide oder Schulheft für die Schule, ein Spielhaus für das Zuhause, einen Ball für Spielen/Freizeit und kleine Figuren für die Dinge, die man lernt, wenn man mit anderen Menschen gemeinsam ist (wie zb in der Jungschar). Manche Kärtchen werden sich vielleicht auch nicht ganz eindeutig in nur eine Kategorie zuordnen lassen, diese könnt ihr in die Mitte/dazwischen legen.

Bestimmt fällt euch (und dem/der Bürgermeister/in) auf, dass man einiges in der Schule lernt und vieles außerhalb der Schule. Beides ist also wichtig!

Das Recht auf Bildung


Der/die Bürgermeister/in hat eine gute Nachricht für die Kinder: Sie haben, so steht es in der Kinderrechtskonvention, ein Recht auf Bildung. Das bedeutet Kinder dürfen zur Schule gehen (die "formale Bildung"). Aber es bedeutet auch, dass sie ein Recht haben, Dinge nach ihren eigenen Interessen und ihrer Persönlichkeit zu lernen, auch in ihrer Freizeit, also ein Lernen, das gar nicht wie Lernen wirkt, weil es nebenher und automatisch passiert und richtig Spaß macht.

Damit aber auch das ganze Team noch einmal an dieses "Recht der non-formalen Bildung" erinnert wird, bittet sie/er die Kinder ihre Wünsche und Forderungen für ein Lernen bei dem die Kinder sich wohl fühlen, aufzuschreiben oder aufzumalen: Was braucht ihr um neue Dinge lernen zu können? z.B: Wir brauchen genügend freie Zeit. Wir wollen Zeit mit unseren Freunden verbringen. Wir wollen uns in der Natur bewegen können. Wir brauchen am Nachmittag auch Zeit, um in die Jungschar gehen zu können. Wir wollen Spiele spielen, die wir uns selbst aussuchen. Etc. Gestaltet Plakate und gebt sie dem/der Bürgermeister/in mit, der/die sich schließlich für die großartige Hilfe bei den Kindern bedankt und mit Freude die Ideen in seine/ihre Arbeit mitnimmt.

Autor/in: Martina Triebl

Publikation: kumquat "Ein Recht auf Herzensbildung" 4/2018

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Schlagwörter: Kinderrechte, Schule, Freizeit