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Was ist ein Prophet?

Messmodelle

Hintergrund

Von der Vielfalt der Bedeutungen, die Propheten im AT (und auch heute noch) zukamen (oder zukommen würden), ist im allgemeinen Verständnis nur mehr eine einzige - und die sehr verkürzt - zurückgeblieben: Propheten sagen die Zukunft voraus, so die landläufige Meinung. Aus Propheten wurden so im Laufe der Zeit eher Wahrsager, und - obwohl im Gottesdienst häufig von ihnen die Rede ist - weiß man eher weniger, was Propheten eigentlich wirklich waren und was sie taten.
Die Frage " Was ist ein Prophet?" soll im Mittelpunkt des heutigen Gottesdienstes stehen: Die Fülle der Bedeutungen, die dem Wort Prophet" zukommen, soll für die Kinder folgendermaßen deutlich werden: Gott wollte immer schon - und will es immer noch -, dass es den Menschen gut geht. Nur handeln die Menschen oft so, dass sie einander und sich selbst schaden. Propheten sind Menschen, die in solchen Situationen eingreifen, die die anderen darauf aufmerksam machen, dass sie jetzt eigentlich gegen den Willen Gottes handeln, das heiß, dass das, was sie im Augenblick tun, eher nicht dazu beiträgt, dass es ihnen in ihrem Zusammenleben gut geht. Propheten dienten sich für diese Aussagen auch oft sehr drastischer Mittel.
Genauso gehört es aber zur Aufgabe der Propheten, dort, wo Menschen traurig und hoffnungslos waren, zu trösten und wieder neue Hoffnung zu machen. (In diesen Zusammenhängen entstanden dann auch oft großartige Zukunftsvisionen) Darüber hinaus soll in diesem Gottesdienst auch deutlich werden, dass ähnliches, was die Propheten früher taten, ja heute auch noch geschieht: nämlich dass Menschen einander darauf aufmerksam machen, wie man Situationen verbessern kann und einander dabei helfen.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Dtn 18, 15-20

Mose sprach zum Volk: Einen Propheten wie mich, wird dir der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. Der Herr wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den Herrn, deinen Gott, gebeten hast als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des Herrn, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. Damals sagte der Herr zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen, und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.
Einen Mann aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft. Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht aufgetragen habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben.

Evangelium: Mk 1, 21-28

In Kafarnaum ging Jesus am Sabbat in die Synagoge und lehrte: Und die Menschen waren sehr betroffen von seiner Lehre: denn er lehrte sie wie einer, der göttliche Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.
In ihrer Synagoge saß ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreiben: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazareth? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Geist.
Da befahl ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei.
Da erschraken alle, und einer fragte den andern: Was hat das zu bedeuten? Hier wird mit Vollmacht eine ganz neue Lehre verkündet. Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl.
Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

Hintergrund 1. Lesung:

Deuteronomium


Das Deuteronomium begann zu entstehen - wie so viele andere Bücher und Schichten des Alten Testamentes - als Reaktion auf geänderte Zeitumstände. Im Text der heutigen Lesung spiegeln sich die Zeitumstande des 7.Jh.v.Chr. wieder. Das Deuteronomium wehrt sich - indem es seine Worte Mose in den Mund legt - gegen die okkulten und esoterischen Praktiken der Israel umgebenden Völker.

Ein Prophet wie Mose


"Einen Propheten wie mich" (Vers 15) wird Gott erstehen lassen. Hiermit wird die befreiende Botschaft des Mose, der an der Spitze Israels ins verheißende Land gezogen ist, zum Kriterium für die Botschaft aller anderen Propheten gemacht.

Gott lasst ihn erstehen


Allerdings ist dieser Prophet nicht von den Menschen "machbar", Gott lässt ihn erstehen ("mitten unter ihren Brüdern" (Vers 15,18) - also mitten in der Gemeinde) und er ist Verursacher einer Dynamik, die sich - immer wieder - auch gegen die eingerichteten Institutionen richten kann und richtet.

Die Botschaft der Propheten


Denn die Aufgabe des Propheten - "ihm werden meine Worte in den Mund" (Vers 18) gelegt, "und er wird Ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage" - ist es, das Wort
Gottes immer neu ins Bewusstsein zu rufen, zu aktualisieren, den Menschen in den immer neuen geschichtlichen Situationen zu sagen, "wo's lang geht".
Jahwe verheißt dem Volk, in jeder Zeit neue Propheten erstehen zu lassen.

Richtige und falsche Propheten


Das Deuteronomium reagiert in diesem Text aber auch auf die Tatsache, dass es oft einen ganzen "Wust" von Propheten gab und sich die Menschen folgerichtig die Frage stellten, wie sich denn nun die "richtigen" von den "falschen" Propheten unterschieden? (Vers 21).
Bei richtigen Propheten erfüllt sich ihr Wort, das Wort des Mose ("an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.... "). Falsche Propheten disqualifizieren sich selbst. Sie "sterben" (Vers 20), das heißt, sie werden aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, denn ihr Wort trifft nicht ein (Vers 22).

Jesus, ein Prophet wie Mose


Diese Stelle wurde immer wieder auf Jesus hin gedeutet, dies deshalb, weil all die Auswahlkriterien für einen Propheten wie sie hier im Deuteronomium angeführt werden, auf Jesus zutreffen.

Zusammenhang mit dem Evangelium


Das Evangelium zeigt: Jesus ist mehr als ein Prophet - er ist göttlich. Er heilt Kranke, die von unreinen Geistern besessen sind - und das am Sabbat! Er hat göttliche Vollmacht!

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Als vergrößerte Kopien (oder Zeichnungen) sind ein paar Situationen vorbereitet. Hier fünf Vorschläge für mögliche Situationen. Jede der Situationen soll kurz beschrieben werden, bevor man dann damit weiterarbeitet. (Mögliche Variante: Statt die Situationen gezeichnet zu präsentieren, werden sie als kurzes Rollenspiel vorgespielt)

In der Schule: Die Lehrerin erklärt den Kindern, dass sie in der Pause nicht in den Pausenhof dürfen. Das dauert nämlich immer zu lange, und außerdem seien die Kinder so laut.

Bei einem Schulausflug: Ein Kind hat von zu Hause kein Taschengeld mitbekommen. Es möchte sich aber auch so gern wie alle anderen ein Cola kaufen.

Auf dem Spielplatz: Die Kinder, die sich immer zum Spielen treffen, sehen dort auch immer auf einer Bank eine alte Frau sitzen, die offensichtlich sehr allein ist.

Zu Hause in der Küche: Sabine beschwert sich bei ihrer Mutter, dass immer nur sie und nie ihr Bruder abtrocknen muss.

Beim Fernsehen: Der Vater sagt den Kindern in ziemlich ärgerlichem Ton, dass sie beim Spielen ruhig sein sollen, da er sonst nicht fernsehen kann.

Es ist für den folgenden Verlauf nicht notwendig, alle Szenen zu verwenden.

Nun wird weitererklärt:
Diese Szenen haben alle eines gemeinsam: Irgendetwas ist auf jedem dieser Bilder nicht in Ordnung. Gemeinsam wird nun mit den Kindern für jede der ausgewählten Szenen überlegt: Was kann geschehen, damit sich die Situation zum Besseren verändert.
Was müsste man wem sagen?
Was müsste man vielleicht tun?
Die dabei genannten Vorschlage - sie können auch durchaus unkonventionell sein - werden nun aufgeschrieben und jeweils zum besprochenen Bild dazugeklebt:
- Dinge, die man sagt, werden in Sprechblasen hineingeklebt, und
- Dinge, die man tut, werden auf Papierovale geschrieben.

In der heutigen Lesung haben wir von "Propheten" gehört. Ein Künstler, der einmal eine Zeichnung von einem Propheten gemacht hat, hat sich ihn so vorgestellt:
Nun wird das Bild des Propheten hergezeigt.

An dieser Stelle kann man die Kinder auch fragen, ob sie schon von solchen Menschen, die "Propheten" heißen, gehört haben, und was das für Menschen waren? Es kann an dieser Stelle leicht geschehen, dass Propheten bekannt sind als Menschen, die die Zukunft voraussagen. Man sollte diesen Aspekt aufgreifen, aber als Überleitung zu dem nun folgenden betonen, dass die Propheten vor allem noch sehr viel anderes getan haben. Dinge, die uns eigentlich gar nicht so unbekannt sind, weil! wir selbst oft ähnliches tun.
Propheten waren nämlich Menschen, die gewusst haben, dass Gott will, dass es den Menschen gut geht. Nun ist es aber immer wieder auch passiert, dass die Menschen Böses getan haben. Oft sind Sachen passiert, durch die es vielen Menschen nachher gar nicht gut gegangen ist. Und die Propheten waren es dann immer wieder, die die anderen darauf aufmerksam gemacht haben, dass sie so eigentlich nicht miteinander umgehen dürften. Die Propheten haben aber auch die Leute, denen es schlecht gegangen ist, getröstet und ihnen wieder neue Hoffnung gemacht.
Als Beispiel möchte ich euch nun kurz von drei Propheten und dem, was sie getan oder gesagt haben, erzählen.
Zu jedem der Propheten, von denen nun im Folgenden erzählt wird, gibt es eine Sprechblase oder ein Papieroval, die - analog zu den Sprechblasen und den Situationen am Anfang des Gottesdienstes - und nach jeder der kurzen Geschichten rund um das Prophetenbild aufgeklebt werden.
NATAN: König David verliebte sich einmal in die Frau eines anderen. Und weil David diese Frau - Batseba - unbedingt heiraten wollte, schickte er ihren Mann während eines Krieges an eine ganz gefährliche Stelle, wo er von den Feinden getötet werden sollte. Und so geschah es auch. Als David erfuhr, dass der Mann von Batseba tot war, heiratete er sie. Natan, ein Prophet, wusste aber, dass David da sehr schlecht gehandelt hatte und er machte ihn darauf aufmerksam, indem er ihm eine Geschichte erzählte:

"Darum schickte der Herr den Natan zu David; dieser ging zu David und sagte zu ihm: In einer Stadt lebten einst zwei Männer; der eine war reich, der andere arm. Der Reiche besaß sehr viele Schafe und Rinder, der Arme aber besaß nichts außer einem einzigen kleinen Lamm, das er gekauft hatte. Er zog es auf, und es wurde bei ihm zusammen mit seinen Kindern groß. Es aß von seinem Stück Brot, und es trank aus seinem Becher, in seinem Schoß lag es und war für ihn wie eine Tochter. Da kam ein Besucher zu dem reichen Mann, und er brachte es nicht über sich, eines von seinen Schafen oder Rindern zu nehmen, um es für den zuzubereiten, der zu ihm gekommen war. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und bereitete es für den Mann zu, der zu ihm gekommen war. Da geriet David in heftigen Zorn über den Mann und sagte zu Natan: So wahr der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat, verdient den Tod. Das Lamm soll er vierfach ersetzen, weil er das getan und kein Mitleid gehabt hat. Da sagte Natan zu David: Du selbst bist der Mann." (2 Sam 12)

Amos: In der Zeit des Amos ging es den Israeliten recht gut. Allerdings oft nur deshalb, weil die Reichen die Armen ausnutzten und ungerecht behandelten. So wurden die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer. Amos war sehr wütend über diese Tatsache, und er schimpfte mit den Reichen mit ziemlich heftigen Worten.

"Ihr liegt auf Betten aus Elfenbein und faulenzt auf euren Polstern. Zum Essen holt ihr euch Lämmer aus der Herde und Mastkälber aus dem Stall. Ihr grölt zum Klang der Harfe/ihr wollt Lieder erfinden wie David. Ihr trinkt den Wein aus großen Humpen/ ihr salbt euch mit dem feinsten Öl/ und sorgt euch nicht über den Untergang Josefs. Darum müssen sie jetzt in die Verbannung, allen Verbannten voran./ Das Fest der Faulenzer ist nun vorbei." (Am 6)

Jeremia: In der Zeit des Jeremia ging es den Israeliten sehr schlecht. Ihr Land war zerstört worden. Viele Menschen waren umgebracht oder verschleppt worden. Alle waren sehr hoffnungslos und wollten lieber aufgeben. Aber Jeremia machte den Leuten wieder Hoffnung. Er kaufte nämlich einen Acker und zeigte den Leuten so, dass sie nicht aufzugeben brauchten.

"Tatsächlich kam Hanamel, der Sohn meines Onkels, dem Wort des Herrn gemäß zu mir: Kauf doch meinen Acker in Anatot (im Land Benjamin); denn du hast das Erwerbs- und Einlösungsrecht. Kauf ihn dir! Da erkannte ich, dass es das Wort des Herrn war. So kaufte ich von Hanamel, dem Sohn meine Onkels, den Acker in Anatot und wog ihm das Geld ab; siebzehn Silberschekel betrug die Summe." (Jer 32)

Man sollte versuchen, die Geschichten recht kurz und prägnant zu erzählen. Es wäre schon, die kurzen Bibeltexte, die auf den Sprechblasen stehen, und die dann rund um das Prophetenbild geklebt werden, mit eigenen Worten kurz zu paraphrasieren, da die Verkündigung sonst für die Kinder zu langweilig werden könnte.
Was wir jetzt von diesen Propheten und dem, was sie gesagt und gemacht haben, gehört haben, das ist gar nicht so unähnlich zu dem, was wir heute am Anfang des Gottesdienstes getan haben: Wir haben nämlich auch überlegt, wie es in den verschiedensten Situationen geschehen könnte, dass es den Menschen wieder besser geht. Wie wir gehört haben, waren die Propheten da recht einfallsreich. Genau das hat auch Jesus immer gemacht; im heutigen Evangelium hören wir, wie er einen Mann der Synagoge von Kafarnaum heilt.

Fürbitten


Für alle, die hoffnungslos sind und keine Freude mehr am Leben haben:
Lass Menschen bei ihnen sein, die ihnen wieder Mut machen.

Für alle, die von ihren Eltern geschlagen werden:
Lass ihre Eltern einsehen, dass das nicht gut ist, und dass sie mit dem Schlagen aufhören.

Für alle, die sich dafür einsetzen, dass das Zusammenleben auf unserer Welt besser wird.
Gib Ihnen viel Kraft und Mut für diese Arbeit.

Für uns alle:
Immer wieder geraten wir in Situationen, wo jemand schlecht behandelt wird. Hilf uns, dass wir nicht dabei zusehen, sondern denen, die schlecht behandelt werden,
helfen, so gut wir es können.

Für uns alle:
Lass uns mutig sein und Widerstand leisten, wenn Menschen so handeln, dass sie anderen schaden, sie unterdrücken oder ihnen wehtun.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Fasching

Lesejahr: B

Sonntag im Jahreskreis : 4. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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