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Jona ist wütend

Messmodelle

Hintergrund

Manchmal passiert es uns, dass wir Dinge tun müssen, von deren Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit wir alles andere als überzeugt sind. Widerwillig tun wird manches dann doch. Freude haben wir keine daran, ganz gleich wie die Sache auch ausgeht. Wenn es dann noch dazu gar nicht so läuft, wie wir uns das vorgestellt haben, dann ist der Ärger noch größer.
Besonders Kinder können das leicht erleben, weil sie doch vieles tun sollen, dessen Sinn für sie so weit weg und so unwichtig ist, dass sie nicht einsehen können, wozu.
Helfende Hinweise, auf das Wann und Wozu werden Ihnen von den Erwachsenen nicht zu oft gegeben. Und so wird manches nur getan, damit Ruhe ist, damit ich dann wenigstens spielen gehen kann, damit ich dann das tun kann, was mir Spaß macht. Geht es uns da nicht so ähnlich wie Jona?

Material

  • Kärtchen mit einer Sonne, einer Wolke und einer Gewitterwolke in jeweils der Anzahl der gekommenen Kinder - jedes Kind hat somit drei Kärtchen

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Lesung
  • Friedensgruß
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jona 3, 1-5. 10

Zum zweiten Mal sagte der Herr nun zu Jona: Geh nach Ninive, der großen weltbekannten Stadt, und rufe dort aus, was ich dir aufgetragen habe!
Diesmal gehorchte Jona dem Herrn und ging nach Ninive. Die Stadt war ungeheuer groß; man brauchte drei Tage, um von einen Ende zum anderen zu kommen. Jona ging eine Tagesreise weit in die Stadt hinein, dann stellte er sich hin und rief: Noch vierzig Tage, und Ninive ist ein Trümmerhaufen!
Die Leute von Ninive wandten sich Gott zu und setzten ihre Hoffnung auf sein Erbarmen. Sie beschlossen zu fasten; und alle, Reiche wie Arme, legten zum Zeichen der Reue den Trauerschurz an.
Gott sah, dass sie sich von ihrem bösen Treiben abwandten. Da tat es ihm leid, sie zu vernichten, und er führte seine Drohung nicht aus.

Evangelium: Mk 1, 14-20

Nachdem man Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium! Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.
Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Hintergrund 1. Lesung:

Geschichtsbuch


Das Prophetenbuch Jona will kein Geschichtsbuch im heutigen Sinn sein. Es findet sich auch keine Angabe, zu welcher Zeit denn diese Geschichte mit dem widerspenstigen Propheten spielen soll. Es ist eine Lehrerzählung, die wahrscheinlich aus der Zeit nach der Rückkehr der Israeliten aus der babylonischen Gefangenschaft (also 430 v.Chr.) entstanden ist. Die Bewohner von Ninive (ausgerechnet die, die als die Verruchtesten galten) sollen den Israeliten als Beispiel vor Augen geführt werden.

Widerspenstiger Prophet


Jona entspricht nicht unbedingt unseren Vorstellungen eines "braven" Propheten. Manchmal zieren sich die Propheten, Gottes Auftrag anzunehmen, manchmal versuchen sie Gott einzureden, sie seien noch zu jung oder überhaupt ungeeignet. Jona erklärt gar nichts, er flüchtet, er läuft Gott einfach davon, kauft sich eine Schiffskarte und ist weg, wie er glaubt. Er will nicht nach Ninive gehen. Gott aber will doch, dass er geht. So lasst er die berühmte Geschichte mit dem Fisch geschehen. Im Bauch des Fisches wird Jona weich, und nachdem ihn der Fisch wieder an Land ausgespien hat, ist er doch bereit, Gottes Auftrag zu erfüllen.

Gottlose Stadt


Ninive war ein Begriff. Wenn jemand Ninive sagte, verstanden die anderen: weltberühmte Groß-Stadt, dort ist was los, aber mit Gott haben die Niniviter nicht allzu viel im Sinn (Niniviter war wie ein Schimpfwort). Ninive galt als gottlose Stadt, ja sogar als Inbegriff der Bosheit und der Gottlosigkeit. Und genau dort soll Jona hin.

Gottlose Predigt


Im Text der heutigen Lesung steht kein Wort davon, dass Jona bei seiner Predigt auch nur einmal den Ausdruck "Gott" verwendet. Er sagt nur: "Noch 40 Tage und Ninive wird zerstört", das ist alles, was er herausbringt. Kein Wort darüber, warum, wer das tun wird, wie man das vielleicht doch noch verhindern könnte, nichts dergleichen, Ninive wird zerstört und basta. Eine geradezu vorbildliche Erfüllung des Auftrages.

Das Unerwartete geschieht


Aber die Menschen kapieren offensichtlich doch, was los ist. Sie "wandten sich Gott zu und setzten ihre Hoffnung auf sein Erbarmen", lesen wir im Text. Sie glauben plötzlich an Gott. Gott sieht ihren guten Willen, das angedrohte Unheil tut ihm leid. Er beschließt die Stadt doch zu verschonen.

Jonas Reaktion


Das wiederum gefällt Jona überhaupt nicht. Jetzt hat er sich doch so bemüht, den Auftrag Gottes - halbherzig und widerwillig zwar - zu erfüllen. Und dann das! Statt des Strafgerichtes Erbarmen. Anstatt es den Ninivitern einmal so richtig zu zeigen, wird Gott schwach und tut gar nichts, nur weil die so tun, als würden sie sich bessern. Jonas Selbstgerechtigkeit wird herb enttäuscht. Er ist so frustriert, dass er am liebsten gar nicht mehr weiterleben möchte. Gottes Kommentar: "Hast du ein Recht, so zornig zu sein?"

Zusammenhang mit dem Evangelium


Auch Jesus fordert wie Jona zur Umkehr auf: aber er droht nicht, sondern verkündet Heil und Nähe Gottes. Das macht ihn zu einem besonderen Propheten.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Für die Kinder sind Kärtchen mit folgenden Symbolen vorbereitet:
eine Sonne für beste Stimmung ...
Eine Wolke für na ja, so lala ...
Eine Gewitterwolke für Gewitterstimmung ...


Jemand liest eine Geschichte vor und lädt die Kinder ein - mit Hilfe der Kärtchen - ihre Meinung über die jeweilige Stimmungslage kundzutun.

Geschichte zur Jonaerzählung


Die Frau Lehrerin der 3b hat etwas im Lehrerzimmer vergessen. Sie will es holen. Sie bittet die Kinder in der Zwischenzeit friedlich zu sein und gibt ihnen eine ganz furchtbar fade Geschichte, die sie schon fünfmal gelesen haben, zu lesen. Dann entschwindet sie Richtung Lehrerzimmer.*
Kaum ist sie draußen, beginnt ein Schüler einen anderen zu zwicken. Der lässt sich das natürlich nicht gefallen und zwickt zurück, der eine zwickt wieder hin und so entsteht eine nette Rauferei. Schließlich greifen die Freunde der beiden auf der jeweils entsprechenden Seite ein, das ganze entartet zu einer kleinen Völkerschlacht. Es geht ganz schon zu. Plötzlich kommt die Lehrerin zurück.*
Sie ist, wie man ihr eindeutig ansieht, alles andere als erbaut Über das, was offensichtlich passiert ist. Sie möchte wissen was los war, und wer mit dem hirnverbrannten Blödsinn angefangen hat, und meint, dass das nicht so weitergeht, und dass das Ganze sowieso eine Frechheit ist. Alle ziehen die Köpfe ein. Keiner rührt sich. Die Frau Lehrerin wird wohl nie erfahren, was wirklich los war. Daraufhin kommt ihr die glorreiche Idee über alle eine sogenannte "Sonderhausübung" in Form eines Aufsatzes zu verhängen.*
Auch diese Stunde geht zu Ende. In der Pause entwickelt sich eine höchst aufgeregte Diskussion über die Ungerechtigkeit dieser Welt im Allgemeinen und über die im Klassenzimmer im Besonderen. Es ist doch wirklich eine bodenlose Frechheit, wegen dieser beiden alle zu bestrafen, nur weil wir ein bisschen laut waren, das ist der Grundtenor der Meinungen. Plötzlich bemerken einige Kameraden wie sich eine/r klammheimlich davonschleicht. Letzten Meldungen zufolge soll er/sie in Richtung Lehrerzimmer verschwunden sein.*
Tatsächlich, der selbsternannte "Sonderkurier" ist im Lehrerzimmer aufgetaucht und berichtet nun haarklein wie alles angefangen hat, und dass doch bloß die beiden schuld sind, wenn jetzt alle Strafe schreiben müssen, und überhaupt seien die beiden ja immer so blöd .....
Die Pause ist zu Ende. Das Eintreten der Lehrerin beendet jäh die hitzige Debatte. Widerwillig gehen alle auf ihre Platze. Mittlerweile hat es sich schon zu allen herumgesprochen, auf welchen Pfaden der selbsternannte Sonderkurier unterwegs war. Doch dieser sitzt scheinbar völlig unbeteiligt auf seinem Platz. Was wird jetzt passieren, werden die beiden Zwicker noch extra bestraft, na ja einerseits verdient hatten sie es ja. Aber tratschen? Aber wir alle eine Sonderhausübung?*
Was wird sie jetzt wohl sagen? Sie sagt, dass sie die allgemeine Sonderhausübung aufhebt. Das gilt für alle! Auch für unsere beiden Helden! Sie bittet sie nur, sich das nächste Mal besser zu benehmen. Aber sie tut noch etwas: Sie meint, dass sie es zwar besser gefunden hatte, wenn die beiden es selber zugegeben hätten, und dass sie dann die Strafe sowieso zurückgezogen hätte, auch und gerade für die beiden, dass sie es aber doch schade fände, dass eine/r getratscht hätte. Und genau dabei schaut sie den "Sonderkurier" so eigenartig an. Wie geht es jetzt unserem Sonderkurier"?

* bedeutet: Die Kinder werden eingeladen, durch die Symbole die jeweilige Stimmungslage auszudrücken.

Nach der Geschichte wird - eventuell nach einem Lied - die Lesung vorgetragen. Auch da sollen die Kinder die Stimmungslage des Jona und der Niniviter feststellen.

Lesung


Nach der Lesung versucht der Gottesdienstleiter oder ein/e anderer mit den Kindern herauszubekommen, warum Jona so zornig ist. Hat Gott einen Fehler gemacht, weil er so gut ist, oder ist Jona zu eingebildet und selbstgerecht? Und warum geht es dem "Sonderkurier" aus der Geschichte so schlecht, als ihn die Lehrerin anschaut. Hat er nicht das Beste getan, oder ist er nicht auch ein bisschen zu selbstgerecht gewesen? Schön wäre es ja schon gewesen, wenn die Frau Lehrer die zwei ordentlich bestraft hätte.
Vielleicht ist Jona im Grunde auch "nur" eifersüchtig und neidig, weil er nicht der einzige ist, den Gott mag und dem er vergibt. Und unser Sonderkurier hat sich offenbar erwartet, dass ihn die Lehrerin nun besonders mag. Aber sie mag auch die beiden "Streithähne". Das tut weh.

Friedensgruß


Zum Friedensgruß wäre es vielleicht ganz nett, wenn wir jemandem, über den wir uns in letzter Zeit einmal geärgert haben, unser Kärtchen mit der Sonne schenken würden.

Fürbitten


Guter Gott, hilf allen Menschen, die glauben, mit Gewalt das Richtige durchzusetzen, zu erkennen, dass es doch besser ist, liebevoll miteinander umzugehen.

Hilf den Erwachsenen, uns zu erklären, warum sie etwas von uns wollen.

Manchmal müssen wir uns furchtbar ärgern. Hilf uns daran zu denken, dass der andere vielleicht doch recht haben könnte.

Publikation: effata

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Jahreskreis: Neujahr

Lesejahr: B

Sonntag im Jahreskreis : 3. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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