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Was muss anders werden?

Messmodelle

Hintergrund

Ausgehend von der heutigen Lesung (Jes 63, 16b-17.19; 64, 3-7), in der die Juden Gott beschwören, er soll doch endlich "den Himmel aufreißen" und auf die Erde "herabkommen", sollen die Kinder Situationen aus dem Leben aufschreiben oder aufzeichnen, in denen Menschen Not, Hoffnungslosigkeit oder Angst verspüren, Situationen, in denen Menschen zu Gott aufschreien müssten.
Dies ist der erste Gottesdienst einer Adventreihe unter dem Schwerpunkt "Was muss anders werden?" Die Adventreihe findet ihre Fortsetzung am 2. Adventsonntag mit dem Schwerpunkt " Wie soll es werden?"

Material

  • Stifte
  • Kleber
  • ein großes Rufzeichen aus Papier für jedes Kind oder jede kleine Kindergruppe
  • ein Plakat mit der groß ausgeführten Zeichnung "Was muss anders werden?"

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 63, 16b-17.19b; 64, 3-7

Du, Herr, bist unser Vater, "Unser Erlöser von jeher" wirst du genannt. Warum lässt du uns, Herr, von deinen Wegen abirren und machst unser Herz hart, so dass wir dich nicht mehr fürchten? Kehre zurück um deiner Knechte willen, um der Stämme willen, die dein Eigentum sind. Reiß doch den Himmel auf, und komm herab, so dass die Berge zittern vor dir.
Seit Menschengedenken, hat man noch nie vernommen, kein Ohr gehört, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt außer dir, der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. Ach,kämest du doch denen entgegen, die tun, was recht ist, und nachdenken Über deine Wege-Ja, du warst zornig; denn wir haben gegen dich gesündigt, von Urzeit an sind wir treulos geworden. Wie unreine Menschen sind wir geworden, unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, unsere Schuld trägt uns fort wie der Wind.
Niemand ruft deinen Namen an, keiner rafft sich dazu auf, festzuhalten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen und hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen.
Und doch bist du, Herr, unser Vater. Wir sind der Ton, und du bist unser Töpfer,
wir alle sind das Werk deiner Hände.

Evangelium: Mk 13,33-37

Jesus sprach zu seinen Jüngern: In jenen Tagen, nach der großen Not, wird sich die Sonne verfinstern, und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels.
Lernt etwas aus dem Vergleich mit dem Feigenbaum! Sobald seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, wisst ihr, dass der Sommer nahe ist. Genauso sollt ihr erkennen, wenn ihr all das geschehen seht, dass das Ende vor der Tür steht.
Amen, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis das alles eintrifft. Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen. Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel im Himmel, nicht einmal der Sohn, sondern nur der Vater.
Seht euch also vor, und bleib wach! Denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist. Es ist wie mit einem Mann, der sein Haus verließ, um auf Reisen zu gehen: Er übertrug alle Verantwortung seinen Dienern, jedem eine bestimmte Aufgabe; dem Torhüter befahl er, wachsam zu sein.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst nicht, wann der Hausherr kommt, ob am Abend oder um Mitternacht, ob beim Hahnenschrei oder erst am Morgen. Er soll euch, wenn er plötzlich kommt, nicht schlafend antreffen.
Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Seid wachsam!

Hintergrund 1. Lesung:

Tritojesaja (=Dritt-Jesaja)


Tritojesaja nennt man den oder die Verfasser der Jesaja-Kapitel 56-66. Man ist unschlüssig, ob Deuterojesaja oder ein Schüler von ihm, oder mehrere Verfasser in verschiedenen Jahrhunderten diese Worte verkündet haben. Sie entstanden in Jerusalem in einer Zeit tiefer Enttäuschung über die von Deuterojesaja angekündigte, aber ausgebliebene Endoffenbarung Gottes und die damit verbundene Verherrlichung Jerusalems anlässlich der Heimkehr aus dem Exil. Obwohl das Volk der babylonischen Bedrohung entrannen war, gab es keinen Anlass, überschäumend zu jubeln. Die politische Lage war instabil, die Wirtschaft im Aufbau, der Glaube in der Krise. Die Zahl der Menschen, die Gott nicht mehr glaubten, übertraf jene, die Gott ernst nahmen als den "Erlöser von jeher".

Gott, unser Vater


Die heutige Lesung ist eingerahmt in die Darstellung Gottes als "Herr, unser Vater" (Vers 63,16b und 64,7). Nicht erst seit Jesus wird unser Gott als "Vater" bezeichnet, sondern schon im Alten Testament wird damit eine große Hoffnung verbunden. Ein guter Vater verlässt seine Kinder nicht, sie können ihm blindlings vertrauen. Wenn sich die Kinder bittend an ihren himmlischen Vater wenden, können sie sich darauf verlassen, dass er sich um sie annimmt.

Reiß doch den Himmel auf


Der Prophet beschwört Gott als Vater, dass er endlich etwas unternehmen sollte, damit die Kinder nicht weiter von ihm abweichen. Ja, eine Andeutung von Anklage wird laut: Anscheinend hat Gott selbst sich zurückgezogen. Wenn Gott wieder zurückgekehrt ist, dann haben die Menschen wieder einen festen Halt. Bildlich meint er: "Reiß doch den Himmel auf, und komm herab!" Die Dringlichkeit dieser Bitte finden wir in dem auch heute nach oft gesungenen Adventlied "Oh Heiland, reiß die Himmel auf", das das Warten auf den Erlöser ausdrückt. Obwohl die Gemeinde weiß, warum sie vom Weg abgekommen ist und Gott ihnen fern erscheint, bitten sie ihn dringend, er möge "den Himmel aufreißen" und so die Schranken zwischen oben und unten durchbrechen und zu den Menschen kommen.

Sündenbekenntnis der Gemeinde


In den Versen 4-6 legt der Schreiber ein öffentliches Sündenbekenntnis der Gemeinde ab. Er weiß, dass nicht alles in Ordnung ist, was die Menschen machen. Immer wieder fällt das Volk von Gott ab, immer wieder beschmutzt es seine Rechtschaffenheit. Da gibt es für sie nur einen Ausweg: der Vater selbst muss eingreifen. Im Vers 6b "Du hast uns der Gewalt unserer Schuld überlassen" wird der Widerspruch zwischen göttlicher Bestimmtheit und Freiheit des Menschen beklagt. Gleich im nächsten Vers (7) nimmt der Schreiber das Bekenntnis zu Gott als dem Vater wieder auf und erbittet damit indirekt einen neuen Anfang: einen Gott als Töpfer zwischen Gott, dem Vater, und seinem Volk. Gott als Töpfer, der seinen Geschöpfen die Freiheit lässt, sie aber auch formt, ist eigentlich gegenüber dem Bild des Vaters eine Abschwächung.

Zusammenhang mit dem Evangelium


Gott ist der Vater. Wenn er auch nicht immer in gleicher Weise hilft, verhallen die Appelle an ihn nicht. Zur rechten Zeit wendet er sich seinen Kindern zu, wenn sie auf sein Kommen geduldig warten. Um das wachsame Warten auf den Harm geht es auch im heutigen Evangelium (Mk 13,24-37) In diesem apokalyptischen Text wird Wachsamkeit von den Dienern gefordert auch für jene Zeit, in der der Herr nicht da ist. Das ist ein Gleichnis für Gott und sein Volk. Wie in der Lesung scheint Gott mitunter abwesend. Obwohl auch Gott für viele Menschen heute nicht spürbar ist, warten wir im Advent auf sein Kommen: Gott, der Vater, wird Mensch durch seinen Sahn.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Gott unser Vater, wenn wir oft im Fernsehen miterleben, was auf unserer Welt Schlimmes passiert, möchten wir am liebsten zu dir schreien.

Gott, unser Vater, wenn wir die vielen Ungerechtigkeiten, die tagtäglich passieren, sehen. möchten wir am liebsten zu dir sagen: "Reiß doch den Himmel auf und komm herab zu uns."

Gott, unser Vater, wen es uns schlecht geht, tut es gut, dich Vater zu nennen und auf deinen Sohn zu warten.

Verkündigung


In der heutigen Lesung schreien die Menschen zu Gott, dem Vater, aus ihrer Not, dass sie

  • vom richtigen Weg abgekommen sind
  • ein hartes Herz haben
  • gegen Gott gesündigt haben
  • treulos waren...


Auch in der heutigen Zeit ist vieles nicht in Ordnung, gehört vieles geändert, sind viele Menschen verzweifelt. Wir versuchen, in einer kurzen (meditativen) Pause nachzudenken, was uns in der heutigen Zeit Angst macht, was schlecht ist, was wir ändern müssten. Jedes Kind (oder jede kleine Kindergruppe) bekommt ein großes Rufzeichen aus Papier.
Überlegt euch jetzt (allein oder in der Gruppe):

  • Wovor fürchten die Menschen sich?
  • Was macht den Menschen Angst?
  • Was macht mir Sorgen?
  • Was möchte ich zu Gott schreien?
  • Was ist nicht in Ordnung in unserer Welt?


Schreibt oder zeichnet dann auf das große Rufzeichen, das ihr bekommen habt, eure Antworten. Während ihr zeichnet oder schreibt, singt die Gemeinde das Lied "Oh Heiland, reiß die Himmel auf" (Gotteslob Nr. 105), Die beschriebenen oder bezeichneten Rufzeichen werden auf ein Plakat mit der groß ausgeführten oder mit einem Kopierer vergrößerten Zeichnung "WAS MUSS ANDERS WERDEN?" geklebt.
Wir feiern heute den 1. Adventsonntag. Wir warten auf die Ankunft Jesu. Genau wie die Juden in der heutigen Lesung, schreien, bzw. zeichnen oder schreiben wir Gott unsere Nöte, Probleme und Ängste. Wir werden jetzt das, was auf die Rufzeichen geschrieben wurde, vorlesen und uns die Zeichnungen gemeinsam anschauen:
Wir haben jetzt gehört, was in unserer Welt anders werden müsste. Wie das geschehen soll, werden wir am 2. Adventsonntag weiterüberlegen.
Am Anfang und am Schluss der heutigen Lesung wird Gott als unser Vater angesprochen. Wir dürfen auch in aller Not und Sorge auf ihn vertrauen. In diesem Vertrauen warten wir im Advent wie jedes Jahr auf das Fest der Geburt seines Sohnes Jesu. Um dieses Warten geht es auch im heutigen Evangelium: Mk 13,24-37.

Fürbitten


Es gibt Dinge in unserer Welt, die wir selbst verändern können. Aber es gibt auch vieles, das wir aus eigener Kraft nicht ändern können. Das macht uns dann mutlos. So tragen wir unsere Mutlosigkeit vor Gott:

Für alle, die mutlos sind, weil niemand sie gern hat:
Hilf uns, ihnen Liebe und Zeit zu schenken.

Für alle, die mutlos sind, weil ihnen etwas nicht gelingt:
Hilf uns, genau zu schauen, was sie nicht können und ihnen dann zu helfen.

Für alle, die mutlos sind, weil ihnen niemand etwas zutraut:
Lass uns Menschen sein, die an die Fähigkeiten von anderen glauben.

Für alle, die mutlos sind, weil! sie die Hindernisse auf ihrem Weg überhaupt nicht wegräumen können:
Hilf uns, solche Menschen nicht allein zu lassen.

Priester: "Gott, unser Vater, höre unser Schreien zu Dir. Durch Christus unseren Herrn. Amen."

Publikation: effata

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Jahreskreis: Advent

Lesejahr: B

Sonntag im Jahreskreis : 1. Sonntag im Advent

Schlagwort: Advent/Weihnachten

 

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