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Wer Ohren hat, der höre

Messmodelle

Hintergrund

In der Verkündigung wird mit den Kindern das Gleichnis des Sämanns zuerst auf kindgerechter Ebene wiederholt und dann zuerst "in echt" umgesetzt und danach auf das Wort Gottes umgelegt. Wer das Wort Gottes gehört und verstanden hat, muss es in seinem Leben verwirklichen.

Material

  • zwei bis drei unbehandelte Getreidekörner für jedes Kind
  • Kartonquadrate
  • Folie
  • Blumentöpfe/Balkonkisterl
  • Erde
  • Schauferl
  • Gießkanne mit Wasser

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs mit dem Evangelium jene aus dem Alten Testament gewählt werden. Bei Gottesdiensten mit Kindern schlagen wir beim Evangelium die Kurzfassung (Mt 13,1-9) vor, die durch Schrägstriche im obigen Text gekennzeichnet ist.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Einleitung
  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten
  • Abschluss

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 55,10-11

So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

2. Lesung: Röm 8,18-23

Brüder und Schwestern! Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung: Auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes. Denn wir wissen, dass die gesamte Schöpfung bis zum heutigen Tag seufzt und in Geburtswehen liegt. Aber auch wir, obwohl wir als Erstlingsgabe den Geist haben, seufzen in unserem Herzen und warten darauf, dass wir mit der Erlösung unseres Leibes als Söhne offenbar werden.

Evangelium: Mt 13,1-23

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach. Wer Ohren hat, der höre! /
Da kamen die Jünger zu ihm und sagten: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Er antwortete: Euch ist es gegeben, die Geheimnisse des Himmelreichs zu erkennen; ihnen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Deshalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie sehen und doch nicht sehen, weil sie hören und doch nicht hören und nichts verstehen. An ihnen erfüllt sich die Weissagung Jesajas: Hören sollt ihr, hören, aber nicht verstehen; sehen sollt ihr, sehen, aber nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist hart geworden, und mit ihren Ohren hören sie nur schwer, und ihre Augen halten sie geschlossen, damit sie mit ihren Augen nicht sehen und mit ihren Ohren nicht hören, damit sie mit ihrem Herzen nicht zur Einsicht kommen, damit sie sich nicht bekehren und ich sie nicht heile. Ihr aber seid selig, denn eure Augen sehen und eure Ohren hören. Amen, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben sich danach gesehnt zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört. Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer, wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Menschen ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen. Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall. In die Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum, und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht, hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

Hintergrund Evangelium:

Die Gleichnisrede Jesu


Den Abschnitt Mt 13,1-53 bezeichnet man als die Gleichnisrede Jesu. Sie ist die dritte große Rede Jesu und handelt von der Verkündigung der Gottesherrschaft Jesu, von der Unterscheidung in Verstehende und nicht Verstehende und auch von der angedeuteten Loslösung der christlichen Gemeinde vom Judentum. In unserem Evangelium (Mt 13,1-23) — einem sogenannten "Wachstumsgleichnis" — geht es um die Gottesherrschaft Jesu, die Saat ist ausgestreut und reift trotz aller Widerstände. Es handelt sich dabei nicht um eine in sich geschlossene literarische Einheit: Nach der Einleitung zum Gleichnis (1-3a) folgt das Gleichnis vom Sämann (3b-9), das Mittelstück (10-17) bringt eine theoretische Erklärung über die Gleichnisrede allgemein, und in den Versen 18-23 wird das Gleichnis vom Sämann als Aussage der frühen Kirche erklärt. In den sieben Gleichnissen, die Matthäus aus verschiedenen Quellen in der Gleichnisrede miteinander verbindet und deren erstes das Gleichnis vom Sämann ist, entfaltet Jesus die Botschaft vom Reich Gottes, das sich in der christlichen Gemeinde realisiert.

Der Sämann


Das Gleichnis vom Sämann erzählt die Geschichte der Saat nach dem Aussäen durch den Sämann. Man muss dieses Gleichnis im Zusammenhang mit den verschiedenen Bodenverhältnissen, die es in Galiläa gab, sehen: Laut der geologischen Karte weist Galiläa fünf unterschiedliche Bodenarten auf, deren Entstehung bis in die Kreidezeit (vor 20 Millionen Jahren) und in das Tertiär (vor 10 Millionen Jahren) zurückgeht. Eine kurze Aufzählung der fünf verschiedenen Bodenarten soll das veranschaulichen:
1. Rotbrauner Kalkstein: schwer bearbeitbar, geringe Tiefe, aber sehr fruchtbar, vor allem für Getreide
2. Weiße Kreide: leicht bearbeitbar, für Obst, Wein und Körnerfrüchte
3. Grauer Kalkstein: wenig fruchtbar, wirtschaftlich uninteressant
4. Basalt: idealer Ackerboden, aber viele Felsblöcke, keine Bäume, ideal für Weizen
5. Alluvialboden: sehr fruchtbar, für Weizen, Gerste, Hirse, Mais
Jesus geht also im Gleichnis auf die reale Situation der Menschen ein. Für die Menschen damals ist es ganz klar gewesen, dass Saat auf dem einen Boden aufgeht, auf einem anderen nicht.

Der festgetretene Weg


Die Saat, die auf den festgetretenen Weg fällt, wird von den Vögeln aufgepickt. Wenn bei Markus (14,14) noch steht "der Mann sät das Wort", schreibt Matthäus im Vers 19 "wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und es nicht versteht ..., ist der Samen auf den Weg gefallen". Das gesäte Wort unterliegt den Aufnahmebedingungen bei dem/der Hörer/in.

Felsiger Boden mit wenig Erde


Der zweite Fall von dem auf felsigen Boden gesäten Samen erklärt das schnelle Versagen des/der Hörers/Hörerin mit mangelnder innerer Verwurzelung. Gemeint sind "Augenblicksmenschen", deren rasche Begeisterung in Not oder Verfolgungssituationen sogleich wieder verschwindet.

Dornen und Disteln


Im dritten Fall bringt der Samen keine Früchte, weil er in die Dornen und Disteln gefallen ist, was so viel bedeutet wie, dass der Mensch in den Sorgen der Welt und im trügerischen Reichtum erstickt ist und so keine Früchte bringen kann.

Der gute Boden


Diesen drei Boden- bzw. Menschentypen steht am Schluss der gegenüber, bei dem das Wort auf guten Boden fällt, der es versteht und der 100-, 60- oder 30-fache Frucht bringt. Den guten Boden mit seinem reichen Fruchtertrag sieht Matthäus bei dem gegeben, der das Wort "hört und versteht", in sein Herz aufnimmt und so wirken lässt, dass es im Tun Frucht bringt.

Zusammenhang


Matthäus verdeutlicht durch die enge Zusammenbindung von Verstehen des Wortes vom "Reich Gottes und Frucht-Bringen, dass sich echtes Verstehen notwendigerweise im Praktizieren des Erkannten realisieren muss. Die Erfahrungen und auch Misserfolge der Missionsarbeit und innerhalb der Gemeinde sollen die Christ/innen ermahnen, nicht zur toten Gemeinde zu erstarren. Matthäus will die Gemeinde trotz aller Schwierigkeiten ermutigen, eine lebendige Gemeinschaft von glaubwürdigen Zeug/innen und Verkünder/innen zu bilden, in der die Botschaft vom Reich Gottes klar spürbar und erlebbar wird.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Einleitung


Zur Einleitung werden die Kinder schon beim Eingang der Kirche begrüßt und bekommen zwei bis drei unbehandelte Getreidekörner in die Hand, mit den Worten, besonders gut auf diese Körner zu achten, da sie später in der Messe noch ganz wichtig werden.

Kyrie


Herr, Jesus Christus, wie ein Sämann säst du das Wort Gottes aus. Wir aber wollen sehr oft gar nicht hören.

Herr, Jesus Christus, wie ein Sämann säst du das Wort Gottes aus. Wir aber sind oft zu bequem, die Folgen des Christseins auf uns zu nehmen.

Herr, Jesus Christus, wie ein Sämann säst du das Wort Gottes aus. Wir aber schaffen es nicht immer, es gut aufzunehmen und in uns auf fruchtbaren Boden fallen zu lassen.

Verkündigung


Die Geschichte des Sämanns wurde in Etappen aufgeteilt. Jede Etappe ist auf einem Kartonquadrat aufgezeichnet. Die Kartonquadarate liegen mit der Abbildung nach unten am Boden. Immer ein Kind deckt eines der Kartonquadrate auf und erzählt, was es darauf sieht. Es lässt das Kartonquadrat dann offen liegen und setzt sich wieder auf seinen Platz. Nach und nach werden so alle Bilder aufgedeckt. Nun bittet der Priester zwei bis drei Kinder, die Geschichte in die richtige Reihenfolge zu ordnen, danach erzählen entweder die Kinder oder der Priester noch einmal die Geschichte nach (in Kurzfassung) und hebt/heben dabei die Bilder hoch. Je nach Alter der Kinder können zwischendurch auch schon erklärende Elemente eingefügt werden.

Heute habt ihr beim Hereinkommen etwas ganz Besonderes bekommen. Wer kann sich noch erinnern? (Kinder zeigen die Getreidekörner.) Und wer weiß, was das ist? Ich habe noch eine Frage an euch. Wenn ich möchte, dass aus diesem kleinen Getreidekorn (auch der Priester hat ein Getreidekorn in der Hand und hält es jetzt hoch) eine Pflanze wird, was braucht dann dieses Getreidekorn? (Eventuell auch auf die verschiedenen Böden im Evangelium anspielen: Wenn ich dieses Getreidekorn auf den Kirchenboden lege, wird es dann wachsen?)

Gemeinsam werden nun die Getreidekörner eingepflanzt. Dazu bereiten ein paar Kinder die schon bereitgelegten Materialien (Folie, Blumentöpfe/Balkonkisterl, Erde, Schauferl, Gießkanne mit Wasser) vor: Sie geben Erde in das Gefäß geben und stellen Wasser zum Gießen bereit. Dann kommen alle Kinder nach vorne und geben ihre Getreidekörner in den Topf.

Vielleicht sehen wir nächste Woche schon, ob die Getreidekörner tatsächlich wachsen!

Aber wir müssen uns noch fragen, wer in der Geschichte mit dem Sämann mit der Saat, und wer mit dem Boden gemeint ist. Was glaubt ihr? (Die Kinder antworten bzw. raten.) Mit dem Sämann ist Gott gemeint, der das Wort Gottes aussät. Unsere Bereitschaft und Möglichkeit, das Wort Gottes aufzunehmen, ist der Boden, auf dem etwas wächst oder nicht. Was braucht es denn für uns, damit wir so handeln können, wie Gott es von uns möchte? (Antworten der Kinder sammeln.) Eventuell auch noch mehr ins Detail nachfragen: Wenn ihr euch die Ohren beim Evangelium zuhaltet, könnt ihr dann das tun, was Gott von uns möchte? usw.

Wenn wir das Wort Gottes hören und es verstehen, heißt das, wir müssen auch in unserem Leben entsprechend dem Wort Gottes handeln.

Fürbitten


Der Sämann ging aus, um zu säen. Dein Wort, Herr, möge nicht auf den Weg fallen, wo es verdorrt.

Der Sämann ging aus, um zu säen. Dein Wort, Herr, fasse Wurzeln in möglichst vielen Menschen und bringe reiche Frucht.

Der Sämann ging aus, um zu säen. Dein Wort, Herr, ist oft nicht leicht für uns zu verstehen. Gib den Christinnen und Christen die Kraft, dein Wort in die Tat des Alltags umzusetzen.

Abschluss


Damit die Kinder das Wachstum eines kleinen Getreidekorns auch zu Hause beobachten können, werden an alle Kinder am Ende der Messe ein paar Getreidekörner und kleine Blumentöpfe ausgeteilt, eventuell auch mit einer kleinen Anleitung zum Anbauen.

Publikation: effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 15. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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