• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Vom Heiligen Geist erfüllt

Messmodelle

Hintergrund

Zu Pfingsten feiern die Juden die Übergabe der zehn Gebote am Berg Sinai, für die Christ/innen ist es das Fest der Geistsendung. Zu den Geboten und Vorschriften ist also eine weitere, ausschlaggebende Dimension dazugekommen: der Geist, der begeistert, der betroffen und staunend macht, der zum Miteinander der Menschen, zum gegenseitigen Verstehen beiträgt. Dieser Gedanke ist Kern der Verkündigung dieses Gottesdienstes.

Material

  • Wollknäuel
  • Schere

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, empfehlen wir dafür jene aus der Apostelgeschichte. Wegen des Festtages beziehen sich die Erklärungen und das Gottesdienstmodell diesmal auf die erste Lesung.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Verkündigung (zwischen Lesung und Evangelium)
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 2,1-11

Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. Sie gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Lybiens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.

2. Lesung: 1 Kor 12,3b-7.12-13

Brüder und Schwestern! Keiner kann sagen: Jesus ist der Herr!, wenn er nicht aus dem Heiligen Geist redet. Es gibt verschiedene Gnadengaben, aber nur den einen Geist. Es gibt verschiedene Dienste, aber nur den einen Herrn. Es gibt verschiedene Kräfte, die wirken, aber nur den einen Gott: Er bewirkt alles in allen. Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt. Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden, so ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven wie Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Evangelium: Joh 20,19-23

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben und wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert.

Hintergrund 1. Lesung:

Der Verfasser


Als Verfasser der Apostelgeschichte können wir Lukas annehmen. Er gehörte nicht zur ersten Christengeneration, war weder ein Augenzeuge des Lebens Jesu noch ein unmittelbarer Zeitgenosse jener Zeit der Urkirche, die in der Apostelgeschichte dargestellt wird. Seine Schreibweise und sein Umgang mit Überlieferungen lassen einen gebildeten Griechen erkennen. Lukas schreibt für Heidenchrist/innen, aber auch für nicht christliche Leser/innen. Er möchte für Jesus Christus und seine Kirche Menschen gewinnen, Sympathie und Verständnis wecken. In Zeiten der Unruhe und der Unsicherheit in Glaubensfragen und um den Glauben der Christengemeinden der jungen Kirche soll der/die Leser/in durch die Besinnung auf den Ursprung Sicherheit und Zuversicht bekommen.

Pfingstfest der Juden


Das Pfingstfest ist eines der drei Wallfahrtsfeste der Juden. Ursprünglich war es ein bäuerliches Fest zur Zeit der Weizenernte. Charakteristisch für die Zeremonie am Pfingstfest ist die Opferung von zwei Broten, die mit Sauerteig gebacken sind. Im Großen und Ganzen war das Pfingstfest ein fröhliches Fest, bei dem sich gewaltige Pilgerscharen in Jerusalem versammelten. Es wurde am 50. Tag nach dem Pessach gefeiert, und so wurde aus der griechischen Ziffer Fünfzig der Ausdruck Pfingsten. Der jüdische Name dieses Festes war Nazarteh, das heißt (Schluss-)Versammlung (des Pessach). Das Fest hatte noch eine zweite wesentliche Bedeutung, es wurde zur gegenwartsbestimmenden Erinnerung an die Sinaigesetzgebung, die auf den 50. Tag nach dem Aufbruch aus Ägypten festgelegt wurde.

Zeitpunkt für die Christ/innen


Die Bedeutung dieses Ereignisses ist nur vor dem Hintergrund der jüdischen Tradition zu verstehen. Auch die Heiden, für die Lukas schrieb, wussten, dass sich zu diesem Zeitpunkt Juden aus allen Landstrichen in Jerusalem versammelten. Dazu kommt die von Lukas angestrebte Verbindung mit Ostern und damit mit dem Auferstandenen. Was Jesus verheißen hat, erfüllt sich: die Ausstattung seiner Zeugen mit dem Heiligen Geist.

Das Kommen des Geistes


Das Kommen des Heiligen Geistes ist plötzlich und erfüllt alles wie ein Sturm, der nicht zu überhören ist. Diese Beschreibung zeigt Parallelen zur alttestamentarischen Theophanievorstellung (= Vorstellung der Gotteserscheinung), wo ebenfalls von Sturm, Feuer und Getöse gesprochen wird. Der Geist Gottes ergreift den/die Einzelne/n, der/die zum Zeugnis der göttlichen Wirklichkeit befähigt wird. Lukas benutzt das religiöse Phänomen der Glossolalie, um darzustellen, wie aus dem Hörvorgang ein Seh- und Verstehvorgang fast aller Anwesenden wird.

Glossolalie


Glossolalie als ekstatisches unartikuliertes Reden kommt in vielen Religionen vor. Eine religiöse Situation kann sich so verdichten, dass Menschen davon völlig überwältigt nur noch Laute der Ergriffenheit von sich geben und in für Außenstehende unverständlichen Worten reden. Das Wirken des Heiligen Geistes äußert sich darin, dass die Hörer/innen dieses Sprechen verstehen können, und zwar jede/r in seiner/ihrer Muttersprache. Dies soll wohl ein Zeichen dafür sein, dass sich die Lehre Jesu Christi weltweit verbreiten soll.

Verwirrung und Glaube


Die Menschen, die diesem Ereignis beiwohnen, haben ganz unterschiedliche Erfahrungen mit dem Glauben. Die Liste reicht von den zwölf Aposteln über Juden aus Jerusalem und fromme Diasporajuden aus allen Völkern bis hin zu Prosyleten. So werden Juden bezeichnet, die es durch Konversion und nicht durch Geburt sind. Ebenso unterschiedlich ist die Art, wie dieses Ereignis aufgenommen wird. Das Pfingstereignis zusammen mit dem Sprachenwunder schafft zunächst einmal Verwirrung. Die einen fragen nach der Bedeutung des Erlebten, die anderen spotten. Interesse und Ablehnung als grundsätzliche Verhaltensweisen gegenüber der christlichen Wirklichkeit werden angedeutet. Damit wird die Pfingstrede des Petrus vorbereitet, die eine klärende Antwort bringen wird. Die Pfingsterzählung lebt von der Erfahrung des Glaubens, dass der Auferstandene durch seinen Heiligen Geist gegenwärtig ist, und dass dieser Geist das Leben der Kirche Jesu Christi begleiten soll.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Eröffnung


Nach Kreuzzeichen und Begrüßung erklärt der Priester den Kindern: Pfingsten, das Fest, das wir heute feiern, ist schon ein sehr altes Fest. Schon zur Zeit Jesu feierten die Juden Pfingsten — sie dachten dabei an das, was Mose auf dem Berg Sinai widerfahren war, als er die zehn Gebote erhielt. Diese zehn Gebote und andere, die in der Bibel niedergeschrieben sind, sind bis heute wichtig für uns. Denn ein Gebot oder ein Gesetz sagt einem, was man tun oder nicht tun sollte, damit es einem selbst und den anderen gut geht.

Der Priester holt nun ein locker aufgewickeltes Wollknäuel hervor und zeigt es den Kindern. Gebote und Gesetze sind ein bisschen so wie dieses Wollknäuel. Wenn ich mit der Wolle nicht richtig umgehe, dann kann ich mich drin verstricken. (Er demonstriert das, indem er die Wolle etwas abwickelt und sich mit den Händen in dem Knäuel verstrickt.) Genauso kann es einem mit den Geboten gehen — wenn man nicht aufpasst und damit richtig umgehen kann, wenn man nicht weiß, welches Gebot wichtiger als ein anderes ist, wenn ich zwar alle Vorschriften erfüllen will, aber gar nicht nachdenke, was der Sinn der Vorschrift ist, dann kann ich mich auch verstricken und den Überblick verlieren.

Aber mit der Wolle kann man auch ganz andere Sachen machen, z.B. einen Pullover stricken. Mit den Geboten ist es genauso: Sie können sehr gut und nützlich sein, wenn ich sie richtig anwende. Denn so wie die Wolle da ist, um einen schönen Pullover für jemanden zu machen, so sind die Gebote da, um das Zusammenleben der Menschen schöner und besser zu machen.

Und noch etwas Gutes kann ich mit der Wolle machen, das die Gebote auch können. (Er bittet einige Kinder nach vorne und beginnt mit ihnen, ein Spinnennetz aus der Wolle zu machen, in dem sie sich gegenseitig die Wolle zuwerfen und beim Werfen abwickeln und festhalten.) Die Gebote verbinden uns, genauso wie die Wolle hier. Das könnte man auch mit allen machen, die heute hier in der Kirche sind, und mit allen Menschen auf der Welt. Die Gebote sind etwas, woran wir uns alle halten.

Kyrie


Jesus Christus, du willst, dass wir gut miteinander auskommen. Oft kommt es aber zu Streitigkeiten — das gute Auskommen fällt uns nicht immer leicht.
Herr, erbarme dich.

Jesus Christus, wichtiger als alle Vorschriften ist das Gebot, dass wir einander lieben sollen. Das vergessen wir manchmal.
Christus, erbarme dich.

Jesus Christus, deine Gebote sollen für uns keine Last sein, sondern eine Hilfe, besser zusammenzuleben. Manchmal wollen wir diese Hilfe nicht annehmen.
Herr, erbarme dich.

Verkündigung

(zwischen Lesung und Evangelium)
Der Priester schneidet einen etwa 80 cm langen Faden vom Wollknäuel ab und bindet die beiden Enden zusammen. Er fragt die Kinder, ob sie sich noch erinnern, dass am Anfang die Wolle mit den Geboten verglichen wurde. Dieser Faden könnte nun für ein Gebot stehen. Er legt nun den Faden um seine Hände und wickelt ihn so herum, wie das für das Spiel "Fadenabnehmen" notwendig ist (oder lässt dies eines der Kinder tun). Dann soll ein anderes Kind den Faden abnehmen (das Spiel ist unter Kindern sehr bekannt, sodass sich sicher Kinder finden werden, die es spielen können). Der Priester fordert die Kinder auf, das Spiel untereinander weiterzuspielen.

Wenn man den Faden richtig hingehalten bekommt, ist es nicht schwer, ihn abzunehmen. Das Spiel kann also nur mit jemandem anderen gespielt werden — alleine geht das nicht. So ist es auch mit den Geboten. Auch sie sind nur sinnvoll, wenn sie helfen, mit anderen Menschen besser auszukommen. Aber interessant wird das Spiel erst, wenn man den Faden nicht immer nur auf die gleiche Art und Weise abnimmt. So ist es auch mit den Geboten. Es reicht nicht aus, die Gebote nur zu befolgen. Es reicht nicht aus, nicht nur nichts Schlechtes zu tun, sondern wir sollen auch schauen, ob wir nicht etwas Gutes füreinander tun könnten.

Das haben die Apostel zu Pfingsten verstanden. Wie wir in der Lesung gehört haben, haben sie den Heiligen Geist empfangen. Heute können wir sagen: sie waren begeistert. Wer begeistert ist, der tut mehr als nur das, was Vorschrift ist. Der bemüht sich um die anderen Menschen. Ein bisschen etwas von dieser Begeisterung bräuchte jede und jeder von uns — ein bisschen Ideen und Phantasie, damit wir nicht nur gut miteinander auskommen, sondern unser Zusammenleben auch lustig und aufregend ist und Spaß macht. Aber das ist nicht so einfach, da kann auch allerhand schiefgehen!

Der Priester fordert die Kinder auf, auszuprobieren, was geschieht, wenn eines den Faden nicht richtig abnimmt. Er verwickelt sich, es bildet sich vielleicht ein Knoten.

Wenn man den Faden nicht richtig aufnimmt, wenn man einen Fehler macht, dann ist das nicht nur schlimm für mich, sondern für alle, die bei dem Spiel mitgemacht haben, denn dann kann ja nicht mehr weitergespielt werden.

So ist es auch, wenn wir im Zusammenleben mit anderen einen Fehler machen. Denn wenn mir zum Beispiel ein anderes Kind wehtut, dann muss ich vielleicht weinen, und dann sind auch meine Freundinnen und Freunde traurig oder zornig, und das Spiel, das wir gerade gespielt haben, wird unterbrochen und vielleicht kommt mein Papa, um mich zu trösten usw. Darum ist es für alle wichtig, dass ich mich auch wieder mit jemandem versöhnen kann. Aber das heißt nicht, dass ich einfach darüber hinwegsehe, wenn andere mir oder meinen Freundinnen und Freunden wehtun oder sie ärgern oder ihnen sonst etwas nicht sehr Freundliches antun. Zu denen kann ich dann schon sagen: Das finde ich aber nicht richtig, was ihr da tut! Hört auf damit!

Mit den Fehlern und schlechten Seiten der anderen — mit ihren Sünden, wie das im Evangelium heißt — umzugehen, ist nicht so einfach. Aber wenn wir den richtigen "Geist" haben, die Begeisterung für Jesus und das, was er gesagt hat, dann werden wir lernen, anderen zu verzeihen und dabei nicht nur einen faulen Frieden zu schließen. Hören wir nun das Evangelium, in dem erzählt wird, was Jesus aufgetragen hat:

Friedensgruß


Zwei Sprecher/innen stehen vor dem Altar:

Sprecher/in 1: Frieden heißt: nicht streiten, niemandem wehtun, niemanden beleidigen.
Sprecher/in 2: Frieden heißt aber auch: meine Meinung sagen dürfen, den anderen einmal eine Freude machen, Freundschaft schließen.
Sprecher/in 1: Frieden heißt: verzeihen, vergeben, vergessen.
Sprecher/in 2: Frieden heißt aber auch: einander auf Fehler aufmerksam machen, einander helfen, füreinander da sein.

Priester: Frieden kommt nicht von selbst, Frieden müssen wir machen! Geben wir einander ein Zeichen dieses Friedens.

Publikation: effata

Share |

 

Jahreskreis: Pfingsten

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Pfingstsonntag

Schlagwörter: Gottesdienst, Pfingsten

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...