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Der gläubige Thomas

Messmodelle

Hintergrund

In diesem Gottesdienst steht der Apostel Thomas im Mittelpunkt der Überlegungen. Dabei sollen die Aspekte des Zweifelns und der letztlich überwältigende Glaube des Apostels in den Vordergrund treten. Der Zweifel gehört genauso zum Glauben wie das Vertrauen.

Material

  • ein aus Papier ausgeschnittenes großes Auge
  • eine aufgezeichnete oder echte kleine Pflanze
  • eine leuchtende Sonne

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, raten wir wegen der leichteren Verständlichkeit für die Kinder zur Lesung aus dem Petrusbrief.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Während des Evangeliums
  • Anregungen zur Verkündigung
  • Glaubensbekenntnis
  • Fürbitten
  • Vaterunser

 

Bibelstellen

1. Lesung: Apg 2,42-47

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle wurden von Furcht ergriffen, denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens. Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

2. Lesung: 1 Petr 1,3-9

Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird eurem Glauben Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil.

Evangelium: Joh 20,19-31

Joh 20,19-31

Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türe verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, dass sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert. Thomas, genannt Didymus - Zwilling -, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind, hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

Hintergrund Evangelium:

Furcht vor den Juden


Im ersten Moment erscheint es eigenartig, dass sich die Jünger vor den Juden verschließen, wo sie doch selbst Juden sind. Es ist wohl so, dass sie vor allem Angst vor den führenden Männern der Juden haben. Durch die Betonung, dass die Türen verschlossen sind, können wir annehmen, dass es zur Zeit Jesu durchaus üblich war, die Türen des eigenen Hauses offen zu halten, sodass jede/r eintreten konnte. Davor wollen sich die Freund/innen Jesu schützen. Der Erzähler spricht hier aber in erster Linie die Situation der johanneischen Gemeinde an. Er hat den Bruch zwischen der wachsenden christlichen Gemeinde und der jüdischen Mutter-Gemeinde erlebt. Er möchte damit zeigen, dass die Jünger in einer vergleichbaren Situation sind mit der jungen Gemeinde in Ephesus, für die der Erzähler schreibt.

Schalom!


Der hebräische Gruß "Schalom alekem" ist zur Zeit Jesu ein sehr gebräuchlicher. Wörtlich übersetzt heißt er "Friede über euch". Jesus verleiht diesem Gruß eine weitere Dimension. Er wird zum österlichen Gruß als Zuspruch von Heil und Rettung. Jesus sagt später noch einmal "Friede sei mit euch". Er leitet damit seine Sendungsworte ein. Diese Wiederholung zeigt, dass der Gruß zum intensiveren Zuspruch und zur Gabe wird.

Sendung


Mit den Worten "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" konkretisiert Jesus seinen Zuspruch. Er überträgt den Jüngern Autorität und Vollmacht, seine Botschaft selbst zu verkünden. Durch den Zuspruch von Heil und Rettung im Zusammenhang mit der Sendung zeigt Jesus, dass er denjenigen, die mit ihm gelebt haben, zutraut, nun allein das Evangelium zu verkünden. Das Ziel dieser Sendung wird nicht genannt. Im Mittelpunkt steht das Gesendetsein der Freund/innen Jesu.

Übertragung des Geistes


Indem Jesus die Jünger anhaucht, überträgt er ihnen den Heiligen Geist. Das Anhauchen war von jeher der Ausdruck dafür, dass Leben gespendet wird. Der Besitz des Geistes ist für die Glaubenden Zeichen und Gewähr dafür, dass sie an der neuen Welt Gottes teilhaben; er äußert sich in zahlreichen verschiedenen Geistesgaben (siehe 1 Kor 12). Aber schon, dass jemand Christus als seinen Herrn erkennen und an ihn glauben kann, ist das Werk des Geistes. Jesus gibt den Jüngern also die Zusicherung, dass sie an der Welt Gottes teilhaben. Johannes schließt die Übertragung des Geistes an die Osterereignisse an, während sie bei Lukas am Pfingsttag stattfindet. Geist und Sündenvergebung gehören traditionell zusammen. Auf welchem Weg die Sündenvergebung vermittelt werden soll - Taufe, Fürbitte, Sündenbekenntnis -, bleibt unklar; auf jeden Fall ist sie an die Gemeinde gebunden.

Thomas


Der griechische Name Thomas ("Wunder") fiel mit dem aramäischen Thoma ("Zwilling") zusammen. So bekam der Jünger den Beinamen "der Zwilling". Gesondert genannt wird Thomas nur im Johannesevangelium; einmal als der, der Jesus bis in den Tod folgen will (Joh 11,16) und einmal als Zweifler. Der Apostel genoss im syrische Raum besondere Verehrung, wie apokryphe (= nicht in die Heilige Schrift aufgenommene) Schriften zeigen, in denen er als Empfänger geheimer Offenbarungen erscheint, weil man, seinen Namen missverstehend, den "Zwilling Jesu" in ihm sah.

Der Glaube des Thomas


Bei Johannes haben die Begriffe "Vertrauen" und "Glaube" eine besonders große Bedeutung. Glaube ist die Antwort auf die Offenbarung Gottes durch seinen Sohn Jesus Christus. So finden wir in diesem Evangelium auch die Worte "erkennen" und "sehen" sehr häufig. Wenn wir uns die Situation des Thomas vor Augen führen, so müssen wir zunächst feststellen, dass er seinen Freund/innen gegenüber im Nachteil ist: Er hat weniger Informationen und Erlebnisse als sie. Warum Thomas an jenem Abend der ersten Erscheinung nicht anwesend ist, wird nicht erwähnt. Klar ist, dass er für seinen Glauben dieselben Voraussetzungen haben will wie die anderen Jünger. (Nur in diesem Zusammenhang erfahren wir übrigens, dass Jesus - zumindest mit den Händen - an das Kreuz genagelt worden war.) Ob Thomas das Angebot Jesu, in dessen Wunden zu greifen, annimmt oder nicht, wird nicht erzählt. Es geht vielmehr um die Erkenntnis des Apostels. Thomas findet die Gnade des Glaubens, so wie viele andere Menschen diese Gnade finden sollen. Er ist es schließlich, der die volle Anwesenheit Gottes in Jesus erkennt, als er ihn anspricht mit "mein Herr und mein Gott". Thomas ist damit der Erste, der den vollen Glauben an den Sohn Gottes erlangt.


Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Zwei Personen treten vor den Altar und sprechen:

Sprecher/in 1: Manchmal komme ich am Sonntag in die Kirche und hoffe, dass ich hier Gott sehen kann.
Sprecher/in 2: Wie meinst du das, Gott sehen?
Sprecher/in 1: Ich finde, es ist schon ganz schön schwierig, an etwas zu glauben, das man noch nie gesehen hat.
Sprecher/in 2: Hm ... da hast du Recht ...
Sprecher/in 1: Es passiert so viel Schlechtes: Wir streiten uns, und es gibt so viele arme Menschen, Unglücke geschehen, und ich hab das Gefühl, dass Gott das doch eigentlich verhindern sollte. Weißt du, wenn wenigstens Jesus vor mir stehen würde, so zum Angreifen und mit ihm Reden, dann wär das alles viel leichter.
Sprecher/in 2: Leichter schon. Aber mir geht es auch ohne, dass ich ihn berühren kann, ganz oft so, dass ich mich behütet und beschützt fühle. Da weiß ich ganz sicher: Da passt jemand auf uns auf.

Sprecher/in 3: Guter Gott! Es ist nicht immer leicht, zu glauben und zu vertrauen.
Herr, erbarme dich!

Während des Evangelium


Beim Verlesen des Evangeliums wird nach Vers 25 ("Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in die Male der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht") unterbrochen.

Priester: Thomas war also nicht dabei, als Jesus das erste Mal zu den Jüngern kam. Ihm wird zwar von dem Ereignis erzählt, aber er kann es noch nicht so recht glauben. Jetzt überlegen wir einmal, was sich Thomas gedacht haben könnte, nachdem ihm seine Freunde von dem Besuch des auferstandenen Jesus erzählt hatten. Was meint ihr? Was ist so alles in seinem Kopf vorgegangen? Was könnte er sich gedacht haben?

(Zu diesem Gespräch sollten auch die Erwachsenen eingeladen werden.)
Danach wird mit Vers 26 fortgesetzt.

Verkündigung


Der Priester führt mit den Kindern ein Gespräch, in dem folgende Fragen und Gedankengänge behandelt werden könnten:

  • Ist euch das schon einmal passiert, dass ihr etwas gehört habt, oder dass euch jemand etwas erzählt hat, und ihr habt das gar nicht glauben können? Will uns jemand so ein Ereignis erzählen?
  • Im Fernsehen oder auf Bildern sehen wir recht viel, von dem wir oft nicht wissen, ob das auch wahr ist, ob ein Trick dahintersteckt.
  • Also ist es oft gut, wenn wir nicht gleich alles glauben; blindes Vertrauen verlangt auch Jesus nicht von uns. Das heißt, wir sollen gut überlegen, bevor wir jemandem vertrauen.
  • Thomas hat seinen Freundinnen und Freunden auch nicht gleich geglaubt. Er wollte einen Beweis dafür haben, dass das auch wahr ist, was sie erzählen.
  • Wer kann sich noch erinnern, was Thomas zu Jesus gesagt hat, als er ihn gesehen hatte? ("Mein Herr und mein Gott.")
  • Thomas hat also gezeigt, dass er wohl zuerst gezweifelt hat, dass er aber dann ganz tief an Jesus und an seine Auferstehung geglaubt hat.
  • Wisst ihr noch, was Jesus Thomas geantwortet hat? ("Selig sind die, die nicht sehen und doch glauben.")
  • Der Glaube des Thomas war ein besonderer. Wenn Jesus also sagt, dass die selig sind, die nicht sehen und doch glauben, dann meint er auch uns damit. Wir können Jesus jetzt nicht sehen. Wenn wir aber daran glauben, dass er auferstanden ist, wenn wir uns Gedanken darüber machen, wie er gelebt hat, und wenn wir versuchen wollen, etwas von Jesus zu lernen, dann sind wir selig; das heißt, wir dürfen uns darüber freuen.

Glaubensbekenntnis


Beim Glaubensbekenntnis kann mit den Symbolen der Fasten- und Ostertage gearbeitet werden:

Wir glauben, dass Jesus der Sohn Gottes ist (ein Seil wird nach vorne getragen).Könnt ihr euch erinnern? In der Fastenzeit haben wir gehört, wie Gottes Stimme am Berg aus einer Wolke gerufen hat: Das ist mein geliebter Sohn.

Wir glauben, dass wir mit seiner Hilfe dazu beitragen können, dass alle Menschen auf der Erde ein gutes Leben haben können (ein aus Papier ausgeschnittenes großes Auge und eine aufgezeichnete oder echte kleine Pflanze werden nach vorne getragen). Könnt ihr euch erinnern? Die Geschichte vom Blinden, der sehend gemacht wurde von Jesus. Jesus öffnet uns die Augen, damit wir Gutes tun können. Und: Jesus möchte, dass wir gut wachsen können und ein gutes Leben miteinander haben. Dafür steht die Pflanze.

Wir glauben, dass Jesus auferstanden ist. (Eine leuchtende Sonne wird nach vorne getragen.) Das ist unser Zeichen für den Ostersonntag. Wir glauben, dass auch wir einmal auferstehen werden. Dann werden wir ganz bei Gott sein.

Daran glauben wir. Amen.

Fürbitten


Lieber Gott, weil wir daran glauben, dass du gut zu uns bist, sagen wir dir, welche Bitten wir haben.

Wenn wir traurig sind, weil etwas Schlimmes passiert ist, dann fällt es uns oft schwer, daran zu glauben, dass du uns beistehst. Bitte hilf uns in solchen Situationen und zeig uns, dass du bei uns bist.

Vielen Menschen geht es sehr schlecht, weil sie krank sind oder weil sie in einem Land leben, in dem sie unterdrückt werden. Bitte hilf ihnen, daran zu glauben, dass du es gut mit den Menschen meinst.

Bitte zeige den Menschen, die viel Einfluss auf das Leben anderer haben, Wege, wie sie deine Liebe zu uns sichtbar und spürbar machen können. Bitte hilf uns allen, wenn wir versuchen, so zu handeln, wie Jesus es uns gezeigt hat.

Vaterunser
Alle Kinder werden eingeladen, um den Altar einen Kreis zu machen.

Priester: Beim Vaterunser wollen wir das Gebet beten, das uns Jesus gelehrt hat. Es ist eine gemeinsame Bestätigung unseres Glaubens. (Falls sie noch nicht beim Altar liegen, holt der Priester die Symbole des Glaubensbekenntnisses in die Mitte des Kinderkreises.)

Publikation: effata

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Jahreskreis: Ostern

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 2. Sonntag der Osterzeit

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...