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Worte bewegen

Messmodelle

Hintergrund

Sowohl Worte im Alltag, als auch Worte Gottes bewegen etwas. Ausgehend von der Überlegung, wie Worte im Alltag wirken können und wie verschiedene Worte gleiche Situationen ganz anders beeinflussen können, wird in diesem Gottesdienst ein Bogen zum Wort Gottes gespannt. In der alttestamentlichen Lesung geht es um das Wort, "das den Mund Gottes verläßt", und das für den Menschen so wichtig ist wie Regen und Schnee. Im Evangelium steht die Antwort des Menschen auf das Wort Gottes im Mittelpunkt("Wer Ohren hat, der höre!"); ob es auf einem bestimmten Boden nach der Saat aufgeht oder nicht. Auf jeden Fall - Worte bewegen.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 55, 10-11

So spricht der Herr: Wie der Regen und der Schnee vom Himmel fällt, und nicht dorthin zurückkehrt, sondern die Erde tränkt und sie zum Keimen und Sprossen bringt, wie er dem Sämann Samen gibt und Brot zum Essen, so ist es auch mit dem Wort, das meinen Mund verläßt: Es kehrt nicht leer zurück, sondern bewirkt, was ich will, und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe.

Evangelium: Mt 13, 1-9, 18-23

An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees. Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen.
Er sagte: Ein Sämann geht aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie auf.
Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hoch stieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
Wer Ohren hat, der höre.
Hört also, was das Gleichnis vom Sämann bedeutet. Immer, wenn ein Mensch das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und nimmt alles weg, was diesem Mensch ins Herz gesät wurde; hier ist der Samen auf den Weg gefallen.
Auf felsigen Boden ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort hört und sofort freudig aufnimmt, aber keine Wurzeln hat, sondern unbeständig ist; sobald er um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt wird, kommt er zu Fall.
In Dornen ist der Samen bei dem gefallen, der das Wort zwar hört, aber dann ersticken es die Sorgen dieser Welt und der trügerische Reichtum und es bringt keine Frucht.
Auf guten Boden ist der Samen bei dem gesät, der das Wort hört und es auch versteht; er bringt dann Frucht: hundertfach oder sechzigfach oder dreißigfach.

Hintergrund 1. Lesung:

Deuterojesaja


Innerhalb des Buches Jesaja gelten die Kapitel 40-55 als eigener Überlieferungsblock. Ihren namentlich nicht bekannten Verfasser nennt man üblicherweise den zweiten Jesaja oder Deuterojesaja. Er wirkte gegen Ende des Exils unter den Verbannten in Babylon. In seiner prophetischen Botschaft spiegelt sich die Umbruchssituation seiner Zeit. Cyrus hat in Babylon die Herrschaft übernommen und 538 v. Chr. für die Juden ein Befreiungsedikt erlassen. Für den Verfasser ist das ein Zeichen, daß Jahwe nun seinen universalen Heilsspruch durchzusetzen beginnt und er versucht , mit einer Vielzahl von Argumenten den Glauben an Jahwe neu zu begründen. Unter anderem beschäftigt er sich mit der Verläßlichkeit des Gotteswortes.

Das Wort Gottes ist zuverlässig


Der Prophet bringt einen Vergleich: Regen und Schnee fallen vom Himmel und ermöglichen dadurch das Leben. Bevor sie im Kreislauf des Wassers zum Himmel zurückkehren, bewässern sie die Erde, "um sie zum Keimen und Sprossen" zu bringen. Dadurch schenkt Regen und Schnee den Menschen unentbehrliche Nahrung. Daraus kann man sehen, wie es sich mit dem Wort Gottes verhält. Durch das Wort wendet Gott sich den Menschen zu. Es kommt so wie der Regen, nicht ohne seine Wirkung getan zu haben, zum Himmel zurück. Konkret geht es darum, ob Jahwe sein Volk aus der Not des Exils befreien wird. Ja, sagt der Prophet. Gottes Wort erfüllt sich immer, es ist zuverlässig. So zuverlässig der von Gott geschickte Regen auf der Erde wirkt, so zuverlässig wird sich die Rettungsbotschaft bewahrheiten.

"Wer Ohren hat der höre!"


Wie wir heute wissen hat die Geschichte dem Deuterojesaja Recht gegeben. Die Gewißheit der Wirksamkeit des Gotteswortes ist auch der Inhalt des heutigen Evangeliums (Mt 13, 1-23). In der Lesung geht es um das Wort Gottes und im Evangelium um den Aufnahmewillen des Gotteswortes durch den Menschen. Der zentrale Satz lautet "Wer Ohren hat der höre!" Das Wort Gottes hat aber nur dann eine Wirkung, wenn der Mensch es hört und aufnimmt. Dann jedoch ist ungeahnte Frucht und Wirkung zu erwarten.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Jesus, durch das Wort Gottes, das wir in der Bibel lesen, erfahren wir viel über dich und den Vater.

Jesus, durch das Wort Gottes werden wir in unserem Leben als deine Nachfolger gestärkt.

Jesus, durch das Wort Gottes erfahren wir immer mehr, wie wir unser Leben in deinem Sinne gestalten können.

Rollenspiel


Das Thema unseres heutigen Gottesdienstes ist "WORTE BEWEGEN". Im ersten Teil wollen wir uns überlegen, wie verschiedene Worte gleiche Situationen ganz anders beeinflussen können. Vier Beispiele, die die Ursache und Wirkung von verschiedenen Worten darstellen, werden vorgespielt (oder erzählt).
Ausgangssituation für alle vier Szenen: Monika und Markus sitzen nebeneinander in ihrer Klasse. Markus wirft unabsichtlich die Füllfeder von Monika zu Boden. Sie ist kaputt.


1. Szene: Monika (anklagend): Paß doch auf, du blöder Kerl, immer ruinierst du mir etwas." Sie beginnen einen heftigen Streit.
2. Szene: Markus (sich verteidigend, anklagend): "Ich kann nichts dafür. Immer bist du so schlampig und läßt deine Sachen überall herumliegen." Monika stürzt sich wütend auf Markus und eine Rauferei entsteht.
3. Szene: Monika (beschwichtigend): "Ich bin eigentlich selber schuld, weil ich immer alles so schlampig herumliegen lasse. Außerdem hast du es ja nicht absichtlich getan."

Markus: "Ich borge dir inzwischen meine Füllfeder." Monika nimmt die Füllfeder von Markus und schreibt.

4. Szene: Markus (einsichtig) "Es tut mir wirklich leid, daß ich deine Füllfeder ruiniert habe. Ich werde sie zum Reparieren tragen."

Monika:" Gut, ich schreibe inzwischen mit meinem Kuli."

Verkündigung


Warum enden alle vier Szenen anders? - Kinder antworten. Durch verschiedene Worte wurden alle vier Szenen in eine andere Richtung geprägt. Worte können Situationen in ganz verschiedene Richtungen lenken. In der Lesung haben wir heute gehört, wie wichtig für uns Menschen das Wort Gottes ist.

Wer kann sich erinnern, womit das Wort, das aus Gottes Mund kommt, verglichen wird? Kinder antworten. Das Wort Gottes ist für uns so wichtig wie Regen und Schnee, der dafür notwendig ist, daß für uns etwas wachsen kann, was wir dann essen können. Um den Samen, der aufgeht oder auch nicht, geht es dann auch im heutigen Evangelium. Wir Menschen können das Wort Gottes annehmen oder auch nicht. Jesus sagt: "Wer Ohren hat, der höre!" Was meint er damit?
Das heißt, daß wir aufmerksam zuhören sollen, uns Zeit nehmen, um das Gehörte in uns Wurzeln schlagen zu lassen und dann auch entsprechend zu handeln. Jesus möchte zum Beispiel, daß wir einander verzeihen. Das heißt nicht, daß wir sofort, wenn jemand uns etwas Böses getan hat, wehgetan hat, automatisch verzeihen müssen. Wir dürfen böse sein, wir dürfen verletzt sein. Wir dürfen das dem anderen auch mitteilen. Aber irgendwann sollten wir in Betracht ziehen, einen Streit, eine Verletzung, die uns jemand zugefügt hat, auch zu verzeihen. Das tut auch uns gut, denn ewig böse zu sein, ist sehr anstrengend und macht unglücklich. Dabei hat jeder sein eigenes Tempo. Versuch zu verzeihen - aber in Deinem Tempo, wenn du das Gefühl hast. Jetzt geht's! Und laß die Zeit. Verzeihen braucht Zeit.

Es hängt von uns ab, ob das Wort Gottes in unserem Tun und Handeln etwas bewirkt, ob wir es hören wollen oder nicht. Oft gibt es auch eine Wirkung, die man nicht gleich merkt. So kann das Wort Gottes bei jedem einzelnen von uns, in unserer Gemeinde und in unserer Kirche sehr viel bewirken, wenn wir es hören.

Fürbitten


Hilf uns zu verstehen, was du uns eigentlich sagen möchtest.

Gib allen Menschen, die nicht mehr an dich glauben, die Möglichkeit, etwas von dir zu hören.

Laß uns nicht vergessen, wie wichtig es für uns Menschen ist, von dir zu hören und zu lesen.

Publikation: Effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 15. Sonntag im Jahreskreis

Schlagwort: Gottesdienst

 

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