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Messmodelle

Hintergrund

Ein Gottesdienst für Fronleichnam.
Hochfest des Leibes und Blutes Jesu Christi

Sonntag für Sonntag treffen sich die Christen einander, um sich gemeinsam zu erinnern: Zu erinnern an Jesus, der gesagt hat "Tut dies zu meinem Andenken" und "Ich bin das Brot des Lebens". Auch das Volk Israel ist eine Gemeinschaft, die immer wieder aus der Erinnerung an seinen Anfang; die Befreiung aus Ägypten durch Jahwe, neues Leben schöpft. Erinnerungen wollen, ja müssen wachgehalten werden. Sich an wichtige Ereignisse zu erinnern, diese gemeinsam zu feiern, und einander auf das, was "damals passiert" ist, aufmerksam zu machen, ist ganz wichtig für das Menschsein und das menschliche Zusammenleben, um die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen. Erinnerungen erlaubt, neue Situationen zu meistern, verbinden Menschen und werden - wenn sie gemeinsam betrachtet und bedacht werden - Grundlage fürs Zusammenleben.
Das Buch Deuteronomium verfolgt diese Absicht. Und wenn zu Fronleichnam die Eucharistie in den Mittelpunkt gestellt wird, bei einer Prozession vielleicht auch "hergezeigt" wird, und damit ihre Bedeutung zum Ausdruck kommt, dann ist auch das ein gemeinsames Erinnern, das das Wesentliche und Grundlegende für das gemeinsame Zusammenleben zum Ausdruck bringt.
Elemente, Dinge, Haltungen, die wichtig sind für die Gemeinschaft, sollen heute nach der Lesung in den Mittelpunkt gestellt werden und die Wichtigkeit des gemeinsamen Sich-Erinnerns und des "Herzeigens", des "Veröffentlichens" dieser Erinnerung verdeutlichen.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Dtn 8, 2-3. 14b-16a

Mose sprach zum Volk: Du sollst an den ganzen Weg denken, den der Herr, dein Gott, dich während der vierzig Jahre in der Wüste geführt hat, um dich gefügig zu machen und dich zu prüfen. Er wollte erkennen, wie du dich entscheiden würdest: ob du auf seine Gebote achtest, oder nicht.
Durch Hunger hat er dich gefügig gemacht und hat dich mit dem Manna gespeist, das du nicht kanntest und das auch deine Väter nicht kannten. Er wollte dich erkennen lassen, daß der Mensch nicht nur vom Brot lebt, sondern daß der Mensch von jedem Wort lebt, daß aus dem Mund des Herrn hervorgeht.
Nimm dich in Acht, daß dein Herz nicht hochmütig wird und du den Herrn, deinen Gott, nicht vergißt, der dich aus Ägypten, dem Sklavenhaus, geführt hat; der dich durch die große und furchterregende Wüste geführt hat, durch Feuernattern und Skorpione, durch ausgedörrtes Land, wo es kein Wasser gab; der für dich Wasser aus dem Felsen der Steilwand hervorsprudeln ließ; der dich in der Wüste mit dem Manna speiste, das deine Väter noch nicht kannten.

Evangelium: Joh 6, 51-58

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot ißt, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht eßt und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am letzten Tag. Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank.
Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat, und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich ißt, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit.

Hintergrund 1. Lesung:

Deuteronomium


Das Buch Deuteronomium ist sehr vielschichtig und vielgestaltig. Es will beim ersten Hinsehen den Anschein erwecken, als sein es eine Abschiedsrede, eine Art Vermächtnis des Mose. So würden zumindest der Anfang und das Ende des Buches vermuten lassen. Das Deuteronomium ist aber viel mehr. Es entstand durch Jahrhunderte hindurch und enthält in sich Redenssammlungen, vertragsartige Passagen, die auf den Bund von Jahwe und Israel Bezug nehmen, es ist weiters eine Art Archiv.

Zweck des Bundes


Das Deuteronomium will eine Antwort, eine Orientierungshilfe für Israel geben, das jetzt bereits seit Jahrhunderten im "gelobten Land" lebt und dessen Lebensbedingungen sich seit der Landnahme gründlich geändert haben. Das Kernstück des Deuteronomiums, die Kapitel 5-28, dürften im Rahmen eines großen Festes, der Erneuerung des Bundes zwischen Jahwe und Israel 622 v Chr. unter König Joschia beim Tempel von Jerusalem, vorgelesen worden sein. Hier kommt der wichtigste Aspekt des Deuteronomiums zum Ausdruck. Es enthält die Gesellschaftsordnung, nach der das Volk Jahwes miteinander leben soll.

Israel eine Lerngemeinschaft


Das Deuteronomium arbeitet mit starken pädagogischen Akzenten. Einerseits wird Jahwe immer wieder als der Lehrer seines Volkes in Erinnerung gerufen und vorgestellt. Andererseits sind die Texte gezielt für ein Auswendiglernen - der damaligen Form des Lernens - geschrieben: Sie dienten also der Weitergabe des Wissens um die Geschichte des Volkes mit und vor Jahwe.

Gott ist Lehrer seines Volkes


Gott hat Israel "vierzig Jahre in die Wüste geführt". Gott "prüfte" sein Volk. Er hat sein Volk "gefügig" gemacht. Für den damaligen Leser wurde daraus deutlich, daß Gott sich um sein Volk gekümmert hat, es erzogen hat. Das Ergebnis solcher Prüfungen sind beiderseitige Erkenntnisse. Gott lernt sein Volk kennen und das Volk lernt seinen Gott kennen. So lernt Israel, daß es von seinem Gott, von seinen Geschenken, von seiner Gnade abhängig ist, daß es Gott braucht und Gott es liebt. Und Gott lernt sein Volk immer mehr lieben und kennen.

Erinnerung an die Zehn Gebote


Diese Erfahrung Israels kommt am deutlichsten in den zehn Geboten - an die jüdischen Leser durch diesen Text immer wieder erinnert werden - zum Vorschein. Die zehn Gebote sind Antwort auf ein Geschenk Gottes. Das Geschenk Gottes: Die Freiheit und das Land Israel, kann nur dann bleiben, wenn man nach Gottes Gesellschaftsordnung und nach deren Kernstück - den zehn Geboten - lebt. Es war also lebensnotwendig für Israel, das Zusammenleben nach der "Gesellschaftsordnung Gottes" zu richten, wenn sie im Land Israel weiterleben sollten. Die Botschaft der heutigen Lesung traf mahnend mitten hinein in die Krisen ihrer Zeit.

Die Not des Exils


Gottvergessenheit und Mißbrauch des Wohlstandes hatten - so die theologische Deutung der Zerstörung Jerusalems 587 v. Chr. - zum Untergang des Reiches geführt.
In dieser Exilszeit entstand die Bearbeitung des Textes der heutigen Lesung. Israel hat viel verspielt und nun sitzt man hoffnungslos in Babylon und weiß nicht mehr weiter. Gerade in dieser Situation ist das Vertrauen auf Jahwe, die Erinnerung an die eigenen Wurzeln, von ganz besonderer Bedeutung. Wie beim Exodus, so kann auch diesmal nur das Vertrauen auf Jahwe aus der Misere heraushelfen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Nach der Lesung


Heute hörten wir eine Lesung, in der das Volk Israel an all das erinnert wird, was es erlebte, als es aus Ägypten herausgeführt wurde. (An Hand der Lesung kann man hier versuchen, die wichtigsten Ereignisse der Geschichte des Exodus und die 40 Jahre in der Wüste kurz gemeinsam mit den Kindern darzustellen)
Der Text dieser heutigen Lesung wurde in einer Zeit geschrieben, als es den Israeliten gerade wieder einmal sehr schlecht ging.
Jerusalem war zerstört worden, viele Israeliten hatten das Land verlassen müssen. Und gerade in dieser Situation war es wichtig, nicht zu verzweifeln, sondern sich daran zu erinnern, daß Gott sein Volk noch nie im Stich gelassen hatte und es auch jetzt nicht tun würde. Diese gemeinsame Erinnerung war wichtig: Es gab den Israeliten wieder Mut und Hoffnung. Sie gaben nicht auf zu versuchen, so zu leben, wie Gott wollte, daß sie zusammenlebten.
Auch wir erinnern uns immer wieder gemeinsam an die verschiedensten Dinge:

Zum Beispiel an unserem Geburtstag: Es ist wichtig, diesen Tag zu feiern, denn dadurch drücken wir aus, daß wir uns darüber freuen, daß es uns gibt.

Zum Beispiel an die Geburt Jesu: Wir feiern jedes Jahr Weihnachten, weil wir nicht vergessen wollen, wie wichtig es ist, daß Jesus zu uns Menschen gekommen ist.

Wir erinnern einander auch immer wieder an die verschiedensten Sachen. Zum Beispiel daran, wie wir miteinander umgehen sollen; wie wir einander Freude machen können. Und es ist wichtig, daß wir das auch alle voneinander wissen.

(Die Kinder werden nun eingeladen, aus vorbereiteten Texten diejenigen herauszusuchen und auf Transparente zu kleben, die besonders wichtig sind, um gut miteinander leben zu können.)
Die Texte können in etwa so lauten:

... nichts herborgen
... die eigene Meinung sagen
... Witze machen
... einander beschenken
... die Schularbeit abschreiben lassen
... sich Zeit füreinander nehmen
... den anderen sagen, was sie tun müssen

(Die Texte könnten auch in der Messe bei Gelegenheit gemeinsam mit den Kindern vorbereitet worden sein.)
Heute, zu Fronleichnam, erinnern wir uns ganz besonders an etwas. Eigentlich tun wir das ja jeden Sonntag, aber heute in ganz besonderer Art und Weise: Jesus hat beim letzten Abendmahl seinen Freunden Brot und Wein gegeben. Dazu hat er gesagt: "Tut dies zu meinem Gedächtnis". Das heißt so viel wie: "Tut dies, damit ihr euch an mich erinnert". Im Brot der Eucharistie ist Jesus ganz bei uns. Und um zu zeigen, wie wichtig das für uns ist, werden wir heute gemeinsam eine Prozession mit der Eucharistie machen. Jesus hat uns gezeigt, wie wir miteinander

Publikation: effata

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Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : Fronleichnam

Schlagwörter: Gottesdienst, Ostern

 

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