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Rettet Prinzessin Eloquenta!

Gruppenstunde | Alter: 8-14 | Aufwand: hoch

Ziel

"Rettet Prinzessin Eloquenta!" ist ein Geländespiel, bei dem es darum geht, gemeinsam märchenhaften Spaß zu haben!

Material

  • Verkleidungen für einen Prinzen, eine Prinzessin und eine alte Zauberin
  • magische Symbole, auf Karton kopiert, mit einem Locher gelocht und an eine Wollschnur gehängt - in der Anzahl der Kinder
  • 3 bis 5 Symbole für das magische Schloß
  • viele Zauberblumen - auf helles, buntes Papier kopierte, beidseitig auf 10 Groschen-Stücke geklebte, gezeichnete Blumen
  • ein großes, möglichst alt aussehendes Buch, aus dem das Märchen von Prinzessin Eloquenta vorgelesen wird
  • ein Schrein - eine mit Buntpapier beklebte Schuhschachtel mit einem Schlitz
  • Papier und Stifte für die Liebesbriefe
  • eine lange Schnur und buntes Kreppapier, um den Turm zu kennzeichnen

Aufbau

Der/die Gruppenleiter/in erzählt ein Märchen (bzw. liest es vor), das Märchen von Prinzessin Eloquenta und ihrem Prinzen. Leider kommen die beiden durch verschiedenste Schwierigkeiten am Ende der Geschichte nicht zusammen. Mit Hilfe der Kinder soll der Geschichte zu einem gutem Ausgang verholfen werden, wie es sich für ein richtiges Märchen gehört. Deshalb begeben sie sich in den Wald, in dem die Geschichte spielt. Der/die Gruppenleiter/in schlüpft in die Rolle von Eloquentas böser Stiefmutter, einer Zauberin. Die Kinder haben nun die Aufgabe, Prinzessin Eloquenta, die im Turm des Schweigens gefangen ist, mit ihrem ängstlichen Prinzen zusammenzubringen, indem sie Elfenwurz sammeln, mit dem sie vom Prinzen befreit werden kann. Dabei gilt es jedoch, der Stiefmutter nicht über den Weg zu laufen - diese kann einen nämlich mit einem Bann belegen.

 

Das Märchen von Prinzessin Eloquenta


Die Gruppenleiterin (der Gruppenleiter), die später die Stiefmutter spielen wird, begrüßt die Kinder zur Jungscharstunde. Sie erzählt, dass sie ein sehr altes Märchenbuch gefunden hat, aus dem sie gerne ein Märchen vorlesen würde (wenn die Kinder in einem Alter sind, in dem sie Märchen als kindisch empfinden, wird einfach aus einem "Geschichtenbuch" vorgelesen), das Märchen von...

Prinzessin Eloquenta


Es war einmal eine wunderschöne und herzensgute Prinzessin, Eloquenta. Sie lebte in einem tiefen Wald, zusammen mit ihrer Stiefmutter, einer Zauberin. Diese war alt und verbittert, sie haßte die Menschen und wollte deshalb auch keiner Seele begegnen. So wollte sie auch nicht, dass Eloquenta den Wald verließ, sie dachte, alle Menschen wären böse, und man müßte Eloquenta vor ihnen schützen. Eloquenta ahnte von alledem nichts, sie dachte, dass sie und ihre Stiefmutter die einzigen Menschen auf der Welt wären. So unterhielt sie sich viel mit den Tieren des Waldes und spielte mit ihnen, Einhörner und Eichhörnchen, Eichelhäher und Erdferkel waren ihre besten Freunde.

Eines Tages geschah etwas Besonderes: ein Prinz hatte sich in den Wald verirrt, Eloquenta, die mit den Eichhörnchen fangen spielte, sprang gerade von einem Baum, da stand sie ihm plötzlich gegenüber. Die beiden verliebten sich auf den ersten Blick ineinander, sie erkannten, dass sie die selbe Sprache sprachen und der fremde Prinz erzählte seine Geschichte: er war gerade auf der Flucht vor einem Einhorn, das ihn erschreckt hatte, und hatte sich so in den Wald verirrt. Eloquenta lachte, sie erklärte dem Prinzen, dass er vor den Einhörnern keine Furcht zu haben bräuchte. Doch der Prinz war weiterhin sehr furchtsam. Eloquenta wollte ihn zu ihrer Stiefmutter mit nach Hause bringen, sie erzählte von der alten Frau und sie erzählte von ihren Zauberkräften. Der Prinz wollte sie nicht begleiten, er hatte große Angst vor der Zauberin, so verabredeten sie, sich später wieder an der selben Stelle zu treffen. Zum Abschied gab Eloquenta dem Prinzen einen Kuß, und in dem Moment wußten sie beide, dass sie füreinander geschaffen waren.

Eloquenta kam nach Hause, sie erzählte der Zauberin von dem Menschenwesen, das sie getroffen hatte und von ihren wunderbaren Gefühlen für ihn. Da wurde die Zauberin sehr böse, sie fürchtete um Eloquenta, weil sie alle Menschen für böse hielt. So wurde sie sehr wütend und belegte Eloquenta mit einem Bannfluch, verbannte sie in den Turm des Schweigens mitten im Wald, wo Eloquenta nun saß, kaum noch sprechen konnte, wie versteinert.

Der Prinz wartete am nächsten Tag auf Eloquenta, aber sie kam nicht zum vereinbarten Treffpunkt, auch die Tage darauf wartete er, aber sie kam nicht. So kam er immer seltener, und irgendwann dachte er, Eloquenta hätte ihn vergessen. Zum Haus der Zauberin zu gehen, wagte der schüchterne und ängstliche Prinz nicht. Eloquenta blieb so im Turm gefangen, schwach und kraftlos durch den Fluch, von ihrer Stiefmutter streng bewacht. Der Turm war versperrt mit einem magischen Schloß.

So sitzt Eloquenta schon viele Jahre im Turm gefangen, und manchmal kommt der Prinz in den Wald, weil er immer noch hofft, sie zu treffen.

So kann ein Märchen doch nicht ausgehen! Ein richtiges Märchen braucht ein gutes Ende (und eine ganz normale Geschichte sollte natürlich auch nicht auf so eine Weise enden!), so schlägt der/die Gruppenleiter/in nun den Kindern vor, in den nahegelegenen Wald (Park, Wiese...) zu gehen. Dort soll sich nämlich, so hört man, die Geschichte wirklich zugetragen haben und Eloquenta gefangen sein. Der/die Gruppenleiter/in führt die Kinder zum Turm des Schweigens, wo Eloquenta schon sitzt - stumm und regungslos. (Der Turm des Schweigens ist ein mit Schnur und Kreppapier deutlich abgegrenzter Bereich mit einem Durchmesser von ca. drei bis fünf Metern.)

Die Gruppenleiterin (der Gruppenleiter) erklärt, dass die Kinder helfen können, Eloquenta zu befreien. Zunächst beschreibt sie, was die Kinder zu tun haben und gibt allen ein Amulett, das sie entweder in der Hand halten oder um den Hals hängen können. Auf jedem Amulett befindet sich ein magisches Symbol, das die Kinder später brauchen werden, um in den Turm des Schweigens hineinzukommen. Die Symbole sind: ein magischer Ring, ein Zauberdrachen, eine schwarze Katze, ein Zauberschwert und ein fünfblättriges Kleeblatt. (Spielen 6-10 Kinder mit, so gibt es insgesamt drei verschiedene Symbole, bei über 10 mitspielenden Kindern vier Symbole, bei mehr als 24 Kindern fünf.)
Dann verkleidet sich der/die Gruppenleiter/in vor den Kindern in die Stiefmutter, damit diese sehen können, wer sich hinter der Verkleidung verbirgt und sich nicht zu fürchten brauchen. Bevor das Spiel wirklich beginnt, läßt er/sie den Kindern auch noch Zeit, sich zu verstecken.

Prinzessin Eloquenta und die Zauberblumen


Der Prinzessin kann mit Elfenwurz, einer Zauberblume, geholfen werden, die den Bann löst, der auf ihr liegt. Diese Blumen findet man im Wald (es sind beidseitig auf 10 Groschen-Stücke geklebte, gezeichnete Blumen). Man kann sie aber nur zu Eloquenta bringen, indem man vorher das magische Schloß des Turms öffnet.

Der Turm des Schweigens


Beim Eingang zum Turm des Schweigens hängt das magische Schloß. Um dieses zu öffnen, braucht man verschiedene magische Symbole, die auf den Amuletten der Kinder zu finden sind.
Wenn mehr als 10 Kinder mitspielen, besteht das Schloß aus drei, sonst nur aus zwei Symbolen, die, auf festen Karton kopiert, an einem Baum hängen.

Wenn nun das Schloß z.B. gerade aus einem Ring, einem Drachen und einem Schwert besteht, so können drei Kinder, die gemeinsam genau diese drei Symbole auf ihren Amuletten haben, den Turm betreten und der Prinzessin Zauberblumen bringen. Das Schloß wird regelmäßig von der Stiefmutter ausgewechselt, damit alle Kinder die Chance haben, zu Eloquenta zu kommen.

Die Zauberblumen


Je mehr Blumen Eloquenta erhält, desto leichter fällt ihr das Sprechen. Als sie schon wieder stärker ist und den Kindern etwas erzählen kann, bittet sie sie, im Wald nach dem Prinzen zu suchen, der von einem/r dritten Gruppenleiter/in gespielt wird. Die Kinder sollen ihm einen Liebesbrief von ihr bringen, damit er weiß, daß ihr Herz noch immer für ihn schlägt. Da Eloquenta aber noch immer vom Zauberbann beeinflußt ist, fällt ihr das Formulieren sehr schwer, so müssen die Kinder ihr helfen, Liebesbriefe an den Prinzen zu verfassen, die sie ihm dann bringen.

Der Prinz...


...ist gar nicht so leicht zu finden. Da er so ängstlich ist, versteckt er sich immer und versucht zunächst, vor den Kindern davonzulaufen. Als er die Liebesbriefe erhält, zweifelt er zunächst an ihrer Echtheit, da so viele Jahre vergangen sind, er möchte noch mehr von Eloquenta hören, da er sich noch immer nicht sicher ist, ob sie ihn wirklich liebt - ihn, den schüchternen, unbeholfenen und so ängstlichen Prinzen! Die Kinder müssen also immer wieder zu Eloquenta, um ihr mehr Blumen zu bringen und um neue Liebesbriefe mit ihr zu verfassen, mit denen sie bekräftigt, wie sehr sie ihren Prinzen liebt. Dieser huscht weiterhin im Wald herum, läuft immer wieder zuerst davon und versucht, sich zu verstecken.

Achtung vor der Stiefmutter!


Bei der Suche nach Zauberblumen und dem ängstlichen Prinzen müssen die Kinder nicht nur darauf achten, welche Symbole das Schloß des Turms gerade zeigt, damit sie ihn betreten können, sie müssen sich überall - außer im Turm - auch vor der Stiefmutter verstecken, die durch den Wald streift und den Turm bewachen will. Wenn sie ein Kind sieht, so ruft sie seinen Namen, dadurch wird das Kind verbannt und muß nun in den...

...Turm der Gefangenen


Dieser liegt direkt neben dem Turm des Schweigens und ist genauso abgegrenzt. Dort harren die verbannten Kinder aus, bis sie von einem anderen Kind befreit werden. Beim Eingang zum Turm der Gefangenen steht ein Schrein (eine mit Buntpapier überzogene Schuhschachtel mit einem Schlitz ) - um ein Kind zu befreien, muß man eine Zauberblume in den Schrein werfen, wodurch jeweils der Gefangene befreit wird, der sich schon am längsten im Turm aufhält. Befreien können aber nur Kinder, die nicht selbst gefangen sind.
Prinzessin Eloquenta, die ja in unmittelbarer Nähe sitzt, achtet darauf, daß wirklich immer das schon am längsten "gefangene" Kind freikommt und daß der Schrein nicht ausgeraubt wird - falls die Kinder sich nicht an die Regeln halten, verläßt sie kurzfristig ihre Rolle.

Die Zauberin hat nicht nur die Aufgabe, Kinder zu verbannen und das magische Schloß auszuwechseln, sie ist es auch, die im Laufe des Spiels nach und nach alle Zauberblumen verstreut, damit nicht gleich am Anfang alle gefunden werden. Außerdem leert sie regelmäßig den Schrein vor dem Turm der Gefangenen und streut die Zauberblumen wieder aus. Sie achtet auch darauf, daß nie zu viele Kinder im Turm der Gefangenen warten, und schaut daher, auch wenn sie Kinder unterwegs sieht, beim Verbannen manchmal weg.

Happy End!


Kurz vor dem Ende der Gruppenstunde erklärt Eloquenta, daß nun genug Blumen gefunden worden sind. Sie schickt die Kinder, die gerade bei ihr sind, los, um dem Prinzen alle Blumen zu bringen, denn die Kraft des Turms muß durch ihn von außen gebrochen werden. Dazu sollen sie alle anderen Helfer und Helferinnen verständigen und den Prinzen gemeinsam holen. So werden alle zusammengetrommelt, gemeinsam müssen sie den Prinzen überreden, die Prinzessin zu befreien. Schließlich kommt der Prinz zum Turm und die Prinzessin nennt ihm den Zauberspruch, mit dem er den Bann aufheben kann:

Spinnenkot am Regenwurm
Öffne Dich, du fester Turm
Elfenwurz die Tat hier schafft:
Nehm´ Dir alle Zauberkraft!

Als der Prinz den Spruch gerade sagen will, erscheint die Zauberin und kreischt, der Prinz will erst die Flucht ergreifen, doch dann sagt er den Spruch, Eloquenta kann den Turm verlassen und die Stiefmutter klagt laut, daß sie nun alle Zauberkraft verloren hätte. Da stellt ihr Eloquenta den noch immer schüchternen Prinzen vor, und die alte Hexe, die ohne Zauberkräfte gar nicht mehr so böse ist, findet ihn sympathisch. Als Eloquenta und ihr Prinz mit den Kindern den Wald verlassen, um aufs Schloß des Prinzen zu ziehen, kommt auch die Stiefmutter mit - sie hat erkannt, wie sehr Eloquenta und der Prinz sich lieben und will den Menschen noch einmal eine Chance geben.

Autor/in: Martin Lacroix

Publikation: KiK 104

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Schlagwörter: Märchen, Geländespiel, Spaß