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Pharisäer und Zöllner

Messmodelle

Hintergrund

Im heutigen Evangelium weist uns Jesus darauf hin, daß Gott diejenigen liebt, die schwach sind und solche, die ihre Schwachheit bekennen. Dieser Gedanke ist der rote Faden durch dieses Gottesdienstmodell.

Material

  • Für die Ausstellung:
  • Ein Pharisäer, der aus einem schönen Stoff einen Umhang hat. Er hält ein Buch in der Hand (im Idealfall eine hebräische Bibel).
  • Eine Gesetzesrolle, auf der zu erkennen ist, daß es sich um die zehn Gebote des Moses handelt.
  • Ein fastender Pharisäer, der sein Gesicht mit Asche bedeckt hat und betet.
  • Ein großer Sack, auf dem geschrieben steht: DER ZEHNTE TEIL MEINES EINKOMMENS.
  • Ein Zöllner in einfachem Kleid mit Registrierschein, auf dem er verzeichnet hat, wer wieviel Ware eingeführt hat.
  • Eine Kassa
  • Eine Schriftrolle in lateinischer Sprache, die über den Kontakt zu den heidnischen Römern Auskunft gibt.
  • Glaubensbekenntnis (siehe unten) kopiert für alle

Aufbau

Die gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Predigt
  • Glaubensbekenntnis
  • Fürbitten
  • Dankgebetsform nach der Kommunion


Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs mit dem Evangelium jene aus dem Alten Testament gewählt werden.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir 35,15b-17.20-22a

Der Herr ist der Gott des Rechts, bei ihm gibt es keine Begünstigung. Er ist nicht parteiisch gegen den Armen, das Flehen des Bedrängten hört er. Er mißachtet nicht das Schreien des Waisen und der Witwe, die viel zu klagen hat.
Wer Gott wohlgefällig dient, der wird angenommen, und sein Bittruf erreicht die Wolken. Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter.

2. Lesung: 2 Tim 4,6-8.16-18

Mein Sohn! Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten.
Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten.
Bei meiner ersten Verteidigung ist niemand für mich eingetreten; alle haben mich im Stich gelassen. Möge es ihnen nicht angerechnet werden.
Aber der Herr stand mir zur Seite und gab mir Kraft, damit durch mich die Verkündigung vollendet wird und alle Heiden sie hören; und so wurde ich dem Rachen des Löwen entrissen.
Der Herr wird mich allem Bösen entreißen, er wird mich retten und in sein himmlisches Reich führen. Ihm sei die Ehre in alle Ewigkeit.
Amen.

Evangelium: Lk 18,9-14

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit überzeugt waren und die anderen verachteten, dieses Beispiel: Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.
Der Pharisäer stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke dir, daß ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten Teil meines ganzen Einkommens.
Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser kehrt als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Hintergrund Evangelium:

Gleichnis der Gegensätze


Dieses Gleichnis, das nur bei Lukas vorkommt, war an jene Jünger gerichtet, die sich für untadelig hielten und deshalb auf andere herabsahen. Die Beispielerzählung zeichnet zwei gegensätzliche Gestalten, den frommen Pharisäer und den sündigen Zöllner.

Pharisäer


Das Wort "Pharisäer" kommt aus dem Griechischen. "Pharisaios" heißt: der Getrennte; und zwar getrennt von der Sünde durch seine konsequente Lebensführung oder getrennt von den sündigen Menschen dadurch, daß er mittels des Gesetzes unterscheidet, was gut ist und was nicht gut ist.

Pharisäer waren Mitglieder einer Laienbewegung von Männern aus verschiedenen Berufsständen. Auch viele Gesetzeslehrer haben sich dieser Gruppierung angeschlossen. Nach einer Probezeit verpflichteten sie sich, sich an das Gesetz des Moses und die mündlichen Überlieferungen zu halten. Der Pharisäer im Gleichnis hält sich nicht nur an die Thora (613 Gebote und Verbote) und deren Auslegung, sondern er tut noch mehr: Er fastet nicht nur einmal im Jahr (am Versöhnungstag), wie es das Gesetz vorschreibt, sondern sogar zweimal in der Woche (montags und donnerstags), und er opfert sogar den zehnten Teil seines Einkommens. Der zehnte Teil des Ernteertrages (Korn, Wein, Öl usw.) mußte als Gabe an Gott und zum Unterhalt der Priester an das Heiligtum abgeliefert werden.

Zöllner


Die Zollstellen in Palästina wurden zur Zeit Jesu an den Meistbietenden verpachtet. Die Pächter ihrerseits hatten wieder Unterpächter angestellt, die einen bestimmten Betrag abliefern mußten, aber natürlich auch in die eigenen Taschen kassierten. Deswegen waren die Zolleinnehmer, die noch zusätzlich mit den feindlichen heidnischen Römern zusammenarbeiteten, bei den Juden Dieben und Räubern gleichgestellt. Da sie durch ihren Beruf viel Kontakt mit Nichtjuden hatten, galten sie bei frommen Juden als unrein und wurden von diesen verachtet.

Gegenüberstellung


Im Gleichnis stehen einander der selbstgerechte, den Zöllner verachtende Repräsentant der jüdischen Gesetzesreligion und der öffentliche Sünder, der von den Frommen gemieden wird, gegenüber. Beide stehen zur Gebetsstunde um 15 Uhr betend im Tempel; der eine weiter vorn, der andere weiter hinten. Der Pharisäer betet leise, sein Dankgebet ist eigentlich ein Selbstgespräch, das er mit sich führt, er weist auf seine Sündenlosigkeit ("...daß ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.") und seine Frömmigkeitsleistungen hin. Der Zöllner hat nichts, um sich brüsten zu können, er bereut seine Sünden und bittet Gott um Vergebung (vgl. auch Psalm 51,3).

Zusammenhang


Die urchristliche Gemeinde hat in dieser Beispielserzählung vom "Pharisäer und Zöllner" ihre eigene Berufungsgeschichte wiedergefunden: Genauso wie der Zöllner sind auch die ersten Christen in die Gemeinschaft Jesu aufgenommen worden und haben alles von Gott erwartet. Das Verhalten der beiden hier geschilderten Menschen dient als Beispiel, wie man sich als Christ verhalten soll: "Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt und ..." Dieser letzte Satz verdeutlicht nochmals die durchgehende Redaktionsabsicht des Lukas, nämlich daß es eine Umkehrung aller Werte im bereits begonnenen Reich Gottes gibt, Jesus zeigt uns immer wieder seinen Vater als einen Gott der Schwachen.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Gott ist gut zu uns. Darüber dürfen wir uns freuen, und wir wollen ihn um sein Erbarmen bitten.
1. Du liebst die Schwachen. Gott, hab' Erbarmen mit mir.
Alle: Gott, hab' Erbarmen mit mir.

2. Du liebst die Armen. Gott, hab' Erbarmen mit mir.
Alle: Gott, hab' Erbarmen mit mir.

3. Du liebst die Verachteten. Gott, hab' Erbarmen mit mir.
Alle: Gott, hab' Erbarmen mit mir.

Predigt


Schon vor Beginn des Gottesdienstes wurde im Kirchenraum eine Ausstellung aufgebaut. Die letzten drei "Ausstellungsstücke" - nämlich drei Personen, die wie Statuen stehen - kommen hinzu, dann ist die Ausstellung vollständig. Sie sieht folgendermaßen aus:

  • Ein Pharisäer, der aus einem schönen Stoff einen Umhang hat. Er hält ein Buch in der Hand (im Idealfall eine hebräische Bibel).
  • Eine Gesetzesrolle, auf der zu erkennen ist, daß es sich um die zehn Gebote des Moses handelt.
  • Ein fastender Pharisäer, der sein Gesicht mit Asche bedeckt hat und betet.
  • Ein großer Sack, auf dem geschrieben steht: DER ZEHNTE TEIL MEINES EINKOMMENS.
  • Ein Zöllner in einfachem Kleid mit Registrierschein, auf dem er verzeichnet hat, wer wieviel Ware eingeführt hat.
  • Eine Kassa
  • Eine Schriftrolle in lateinischer Sprache, die über den Kontakt zu den heidnischen Römern Auskunft gibt.


Der Priester oder ein/e Gruppenleiter/in machen nun mit den Kindern einen Gang durch diese Ausstellung, eine Führung mit Erklärungen zu den einzelnen Stücken. Dabei erklärt er, wer diese Menschen waren und was sie kennzeichnete. (Siehe dazu "Situation - Hintergründe - Bedeutung".)
Nach dieser Führung setzen sich wieder alle nieder. Wenn wir wissen, wie Pharisäer und Zöllner gelebt haben, verstehen wir besser, was das heutige Evangelium zu bedeuten hat. Das Evangelium wird nun gelesen.

Wichtig ist dabei zu bedenken, daß nicht alle Pharisäer bzw. nicht alle Zöllner so waren, wie die beiden in der Erzählung. Was Jesus uns sagen will ist, daß Gott eben diejenigen lieb hat, die schwach sind, die oft nicht wissen, was sie tun sollen, die daran zweifeln, daß sie ein gutes Leben führen wollen und nicht können oder gar wissen, wie. Gott liebt die Menschen, die sich eingestehen, daß sie schwach sind und nicht alles verstehen. Jesus kritisiert nicht, daß der Pharisäer ein Dankgebet spricht, sondern er meint, daß wir nicht deshalb gute Menschen sind, weil andere ein schlechteres Leben führen. Wir dürfen Gott schon danken, aber nicht, indem wir uns als Gegensatz von anderen Menschen darstellen. Zum Schluß versuchen wir gemeinsam, ein Dankgebet zu formulieren, wie es der Pharisäer auch sprechen könnte, ohne andere Menschen dabei schlecht zu machen: z.B. Danke, daß ich so viel Geld habe, daß ich ein Zehntel herschenken kann, ohne zu leiden.
Danke, daß ich so viel lernen konnte. Danke, daß ich so schönes Gewand habe.

Glaubensbekenntnis


Jeder hat auf seinem Platz einen Zettel liegen, auf dem folgendes Glaubensbekenntnis geschrieben ist.
Wir beten es gemeinsam:

Ich glaube an den einen Gott, der die Schwachen liebt.
Ich glaube an seinen Sohn Jesus Christus,
der zu allen Menschen gekommen ist,
auch zu den Sündern und Ungerechten.
Ich glaube, daß Jesus nach seinem Tod auferstanden ist.
Ich glaube, daß auch wir einmal auferstehen werden.

Fürbitten


Wenn wir wissen, wo unsere "Schwachstellen" sind, können wir auch wissen, worum wir Gott bitten wollen, wo wir seine Hilfe brauchen.

  • Guter Gott, wir bitten dich: Hilf uns zu erkennen, wo wir schwach ' sind, wo wir auf eine Hilfe und auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen sind.
  • Guter Gott, wir bitten dich: Laß die Mächtigen und Regierenden in unserer Welt einsehen, daß sie die Schwachheit anderer Menschen nicht ausnützen dürfen, um ihre eigenen Interessen mit Gewalt durchzusetzen.
  • Guter Gott, wir bitten: Hilf unserer Kirche, daß sie sich bemüht, besonders für die Schwachen da zu sein und sich für sie einzusetzen.
  • Guter Gott, wir bitten dich: Hilf allen, die schwach sind, Mut zu bekommen, sodaß sie ihre Anliegen ausdrücken können und ihr Leben selbst gestalten können.


Dankgebet nach der Kommunion


Wir haben heute viel über das Danken gesprochen. Nun wollen wir es auch tun. Wir alle überlegen uns, wofür wir Gott danken wollen. Wem etwas einfällt, der sagt das einfach; z.B.: "Ich danke Gott für die Blumen." oder: "Ich danke Gott für die vielen netten Menschen, die ich kenne." Nach ein paar Danksagungen singen wir:

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 30. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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