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Der Richter und die Witwe

Messmodelle

Hintergrund

Durch das Gleichnis vom ungerechten Richter beschreibt uns Jesus, wie Gott ist. Darum betrachten wir in diesem Gottesdienst die Person des Richters und dessen Eigenschaften, um etwas von Gott zu erfahren.

Aufbau

Die gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Evangelienspiel
  • Predigt
  • Akklamation zum Hochgebet

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs mit dem Evangelium jene aus dem Alten Testament gewählt werden.

 

Bibelstellen

1. Lesung: Ex 17,8-13

In jenen Tagen kam Amalek und suchte in Refidim den Kampf mit Israel. Da sagte Mose zu Josua: Wähl uns Männer aus, und zieh in den Kampf gegen Amalek! Ich selbst werde mich morgen auf den Gipfel des Hügels stellen und den Gottesstab mitnehmen. Josua tat, was ihm Mose aufgetragen hatte, und kämpfte gegen Amalek, während Mose, Aaron und Hur auf den Gipfel des Hügels stiegen.
Solange Mose seine Hand erhoben hielt, war Israel stärker; sooft er aber die Hand sinken ließ, war Amalek stärker. Als dem Mose die Hände schwer wurden, holten sie einen Steinbrocken, schoben ihn unter Mose, und er setzte sich darauf. Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine rechts, der andere links, so daß seine Hände erhoben blieben, bis die Sonne unterging. So besiegte Josua mit scharfem Schwert Amalek und sein Heer.

2. Lesung: 2 Tim 3,14-4,2

Mein Sohn! Bleibe bei dem, was du gelernt und wovon du dich überzeugt hast. Du weißt, von wem du es gelernt hast; denn du kennst von Kindheit an die heiligen Schriften, die dir Weisheit verleihen können, damit du durch den Glauben an Christus Jesus gerettet wirst
Jede von Gott eingegebene Schrift ist auch nützlich zur Belehrung, zur Widerlegung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit; so wird der Mensch Gottes zu jedem guten Werk bereit und gerüstet sein.
Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus, dem kommenden Richter der Lebenden und der Toten, bei seinem Erscheinen und bei seinem Reich: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.

Evangelium: Lk 18,1-8

In jener Zeit sagte Jesus den Jüngern durch ein Gleichnis, daß sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm. In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!
Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht; trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie läßt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt. Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern? Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen.
Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfinden?

Hintergrund Evangelium:

Die Situation


Die arme Witwe, der ein Reicher Geld schuldet, kommt immer wieder zum Richter, der ihr Recht verschaffen soll. Der Richter, "der Gott nicht fürchtet und auf keinen Menschen Rücksicht nimmt", denkt vorerst überhaupt nicht daran, der armen Witwe zu helfen. Er läßt der armen Frau die Übermacht seiner sozialen Position spüren. Die Witwe ist also dem Dorfrichter total ausgeliefert. Schließlich ist ihm aber die lästige Witwe zuwider, und er läßt sich durch ihr unermüdliches, zudringliches Bitten umstimmen. Wenn der Richter sagt: "Sonst kommt sie noch und schlägt mich ins Gesicht", ist hier im übertragenen Sinn gemeint: " ...und macht mich total fertig". Nicht, weil er einsieht, daß die Witwe im Recht ist, will er ihr helfen, sondern weil er seine Ruhe haben will.

Eine Witwe


In den Gesetzen der Juden war die Schutzbedürftigkeit gegenüber Witwen genau geregelt: "Nutzt die Schutzlosigkeit der Witwen und Waisen nicht aus. Wenn ihr es dennoch tut und sie zu mir um Hilfe schreien, werde ich, der Herr, bestimmt darauf hören." (Ex 22,21 f) oder "Er verhilft den Witwen und Waisen zu ihrem Recht,.." (Dt 10,18a) Einer Witwe zu helfen, die oft der Ungerechtigkeit und dem Elend preisgegeben war und ohne Rückhalt lebte, war nach dem Gesetz ein wesentlicher Akt der Frömmigkeit. Eine Witwe lebte nach dem Tod ihres Mannes mit ihren Kindern in der Familie des Mannes, von der sie, besonders finanziell, abhängig war. In den ersten christlichen Gemeinden war es eine Selbstverständlichkeit, sich um die Witwen zu kümmern (siehe Apg 6,1; 1 Tim 5,3f; Jak 1,27).

Bild von Gott


Bei diesem Gleichnis handelt es sich der Form nach um eine Parabel. Der springende Punkt ist der Vers 8: "Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen." Wenn schon der rücksichtslose Richter, der Gott nicht fürchtet und auf keinen Menschen Rücksicht nimmt (dieser Satz kommt in diesem Evangelium zweimal vor), schließlich zu helfen bereit ist, wird umsomehr Gott den Bedrängten gegen ihre Verfolger Recht verschaffen, und zwar unverzüglich, ohne lange zu zögern. Drei Gegensätze kennzeichnen dieses Gleichnis:
1. der ungerechte Richter - der gerechte Gott
2. die Witwe bedeutet für den Richter nichts - Gott hat lebendiges Interesse an den Seinen
3. der Richter hört die Witwe zunächst gar nicht an Gott hat immer ein offenes Ohr für die Seinen

Zusammenhang


Die Parabel vom gottlosen Richter zeigt Gott als Autorität, der auf das Gebet der Menschen reagiert. Es geht dem Evangelisten also um die Notwendigkeit des Betens, besonders in einer Zeit (wie heute), in der die Christen die Naherwartung der Wiederkunft Christi oft schon aufgegeben haben. Gebet ist für den Christen die Kraftquelle seines Glaubens und seines Lebens überhaupt, damit "der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde noch Glauben vorfindet".

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Guter Gott, weil wir um deine Größe und Güte wissen, dürfen wir dich um dein Erbarmen bitten.
1. Gott ist gerecht.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

2. Gott hat Interesse an uns.
Alle: Christus erbarme dich unser.

3. Gott hat ein offenes Ohr für unsere Anliegen.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Evangelienspiel


Mitwirkende Personen in diesem Spiel sind die Witwe, über die uns im Evangelium erzählt wird, und der Richter, zu dem sie mit ihrem Anliegen kommt. Der Dialog könnte sich folgendermaßen abspielen:

Witwe: Ich bin eine arme Frau. Mein Mann ist gestorben, und Kinder habe ich auch keine. Ich muß von einem ganz kleinen Einkommen leben und habe oft nicht genug zu essen. Und nun ist mir etwas ganz Schlimmes passiert. Ich habe einem unserer mächtigen und reichen Männer einige Körbe geflochten. Das war eine mühselige Arbeit, und das Material dafür hat mich viel Geld gekostet. Und nun will mir dieser Schuft mein verdientes Geld nicht auszahlen. Richter, du mußt mir helfen, zu meinem Recht zu kommen!
Richter: Ach, du alte Frau; laß mich doch mit deinen Sorgen in Ruhe. Ich habe wichtigeres zu tun.
Witwe: Richter, du mußt mir helfen, ich bin auf deine Unterstützung angewiesen. Ich brauche das Geld, um mir etwas zu essen zu kaufen. Nach unseren religiösen Gesetzen mußt du einer Witwe wie mir einfach helfen.
Richter: Was scheren mich religiöse Gesetze? Ich halte nichts davon. Geh doch fort, ich will nichts mit dir zu tun haben!
Nebenbei: Ich kenne diesen reichen Mann. Es ist mir unangenehm, wenn ich mit ihm verhandeln muß. Und außerdem ist mir das Schicksal dieser Frau egal.
Witwe: Es ist deine Aufgabe, mir zu helfen. Ich sage dir, ich werde nicht locker lassen, bis du mir zu meinem Recht verholfen hast.
Richter: Die macht mich noch fertig mit ihrer Jammerei. Gut, gut, ich werde dir helfen. Aber wage es ja nicht, mich dann noch einmal zu belästigen.
Priester: Diese Geschichte erzählte Jesus den Menschen, und dann fügte er noch hinzu: Merkt auch gut, was dieser unangenehme, bestechliche Richter sagt. Wird Gott, der gut ist und uns mag, nicht erst recht seinen Erwählten zu Hilfe kommen, wenn sie ihn Tag und Nacht anflehen? Wird er zögern? Ich versichere euch: Er wird ihnen sehr schnell ihr Recht verschaffen.

Predigt


Es ist schon eigenartig, daß Jesus eine Geschichte über einen ungerechten Richter erzählt, wo er doch den lieben Gott beschreiben will. Aber vielleicht haben das Menschen damals gebraucht, und vielleicht brauchen wir das heute auch, daß uns ein Mensch beschrieben wird, der gar nicht gut ist, damit wir verstehen: Gott ist genau das Gegenteil davon. Das wollte Jesus nämlich mit seinem Gleichnis sagen. Also, wenn Gott das Gegenteil von diesem Richter ist, wenn er nur mit ihm gemeinsam hat, daß auch er den Menschen hilft, wie könnte Gott dann sein?

(Gemeinsam versuchen wir nun herauszufinden, welche Eigenschaften der Richter hat und was das Gegenteil davon sein könnte. Zum Beispiel: Der Richter hatte kein Interesse an dem Schicksal der Frau - Gott hat Interesse an uns, siehe den vorigen Dialog!)
Jetzt wissen wir wieder ein bißchen besser, wie Gott ist. Wir brauchen nicht so lästig zu sein, wie die Witwe, weil Gott uns ja gerne zuhört. Aber er kann uns natürlich nur zuhören, wenn wir ihm etwas sagen. Ja, und dieses "dem lieben Gott etwas sagen", das nennen wir beten. Was es mit dem Beten auf sich hat, davon hören wir nächsten Sonntag ein Stück aus der Bibel. Vielleicht kann sich dann noch jemand an das erinnern, was wir heute miteinander geredet haben.

Akklamation zum Hochgebet


Nach den einzelnen Absätzen des Hochgebetes singen wir gemeinsam:

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 29. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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