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Der barmherzige Samariter,ein Wortgottesdienst am Lager

Lager Messmodelle | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Ein Wortgottesdienst am Lager bietet die Möglichkeit, mehr auf die Kinder einzugehen als dies in einer normalen Sonntagsmesse der Fall ist. Dabei haben auch die persönlichen Erfahrungen und Ideen der Kinder Platz, und es muß auch bei einem Gottesdienst nicht immer nur todernst zugehen. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter wird den meisten Kindern bekannt sein. Gerade deshalb kann es spannend sein, Parallelen zum eigenen Leben zu ziehen.
Anhand der Geschichte vom barmherzigen Samariter soll erkennbar werden, dass es Situationen gibt, in denen wir verschiedene Handlungsmöglichkeiten haben und wir uns in einigen davon entscheiden können, wie wir handeln.

Material

  • Liederbücher
  • Gitarre
  • Verkleidung für die Spieler/innen
  • Plakate mit Situationen
  • Klebepunkte rot und grün

Aufbau

Die Bibelstelle vom barmherzigen Samariter (Lk,10,25-37) wird vorgespielt
In Kleingruppen werden Handlungsmöglichkeiten überlegt und...
anschließend bewertet.
Nach den Fürbitten...
wird zum Abschluß ein Vater Unser gebetet.

 

Beginn des Wortgottesdienstes



Nach dem Kreuzzeichen könnt ihr z.B. das Lied "Zwischen Jericho und Jerusalem" singen.


Die Geschichte vom barmherzigen Samariter



Du erzählst den Kindern, daß es heute um die Geschichte vom barmherzigen Samariter geht, die wahrscheinlich die meisten schon kennen werden. Neu daran ist, daß an allen entscheidenden Stellen der Geschichte eine Pause eingelegt wird und du gemeinsam mit den Kindern überlegst, wie es denn jetzt weitergehen könnte. Wichtig dabei ist, daß es nicht um die richtige Antwort, sondern um ein Sammeln möglichst vieler verschiedener Alternativen geht.
Dann beginnst du die Geschichte zu erzählen. Unterstützend dazu können einige Gruppenleiter/innen die Szene passend zur Geschichte mitspielen.

Die Geschichte



Mit STOP sind Stellen bezeichnet, an denen du unterbrichst und die Kindern nach ihrer Meinung fragst.

In jener Zeit wollte ein Gesetzeslehrer Jesus auf die Probe stellen. Er fragte ihn: Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?
STOP
Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst dem Herrn dienen, Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagt zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach, und du wirst leben. Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?
STOP
Darauf antwortet ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder, dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen. Zufällig kam ein Priester des Weges.
STOP
Er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle. Er sah ihn und ging weiter. Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goß Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am anderen Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme. Was meinst du? Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?
STOP
Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!

Anschließend könnt ihr das Lied "Liebe ist nicht nur ein Wort" singen.


Und was würdest du tun?



Um gemeinsam auszuprobieren, wie es denn so mit unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten ist, teilt ihr euch in Kleingruppen von etwa 5 bis 8 Kindern, wobei es sinnvoll ist, wenn bei jeder Kleingruppe ein/e Gruppenleiter/in dabei ist. Jede Kleingruppe erhält ein Plakat, auf dem eine Situation beschrieben ist. Gemeinsam soll sich die Kleingruppe nun überlegen, was man in dieser Situation so alles tun könnte und ihre Ideen auf das Plakat schreiben. Dabei geht es wieder darum, viele verschiedene Handlungsalternativen zu entdecken, und nicht darum, die "richtige" Antwort zu finden.

Die Situationen



Je nach Alter und Interesse der Kinder solltest du die Situationen, die hier vorgeschlagen sind, auswählen, verändern oder ergänzen.

Eine Freundin / ein Freund erzählt Dir, daß ihr / ihm heute nachmittag furchtbar fad ist.
Was könntest Du tun?

Du siehst im Fernsehen einen Bericht, wo gesagt wird, daß alle Menschen Müll trennen sollen und auf unnötige Verpackungen verzichten, um die Umwelt zu schützen.
Was könntest Du tun?

Du kommst von der Schule nach Hause und hast Hunger. Deine Eltern sind aber gerade mit etwas anderem beschäftigT und noch dazu ist die Mikrowelle kaputt.
Was könntest Du tun?

Deine Klasse bekommt die Schularbeiten zurück. Deine Freundin / Dein Freund hat eine schlechte Note bekommen, obwohl andere mit den gleichen Fehlern eine bessere Note bekommen haben.
Was könntest Du tun?

In deiner Klasse ist ein Mädchen /ein Bub, das/der starken Mundgeruch hat. Die anderen Kinder in der Klasse machen sich ständig über sie/ihn lustig.
Was könntst du tun?

In der Lager-Disco fordert ein Mädchen/ein Bub zum Tanzen auf, das/den du nicht besonders magst.
Was könntest du tun?

Du hast vergessen in deinen Kalender zu schauen, bevor du dir einen Treffpunkt mit einer Freundin/einem Freund ausgemacht hast. Eine Stunde davor fällt die ein,dass du zur gleichen Zeit bei deiner Oma zu Besuch sein solltest.
Was könntest du tun?


Das würd ich auch tun!



Nachdem alle Kleingruppen fertig sind, hängst du alle Plakate gut verteilt im Raum auf. Im nächsten Schritt geht es darum festzustellen, was jede und jeder persönlich in der Situation tun würde.

Du kanns das etwa mit folgenden Worten einleiten:
"Wir alle wissen meist, was in der jeweiligen Situation das "beste" Handeln wäre. Leider tun wir das aber oft aus verschiedenen Gründen nicht: sei es, dass wir uns nicht trauen, weil wir vielleicht nicht wissen, wie die/der andere darauf reagieren wird oder weil wir keine Lust dazu haben. Nun soll es daher nicht darum gehen, die einzig "richtige" Handlungsweise zu finden, sonder zu entscheiden, welche Möglichkeiten wir uns tatsächlich vorstellen können."

Zu diesem Zweck erhält jedes Kind rote und grüne Klebepunkte.Es sollte genügend Zeit sein, alle Plakate in Ruhe zu lesen, dabei kann jede/r zu der perönlich passenden Antwort eine grünen Punkt kleben und zu denen, die für ihn/sie nicht in Frage kommen, einen roten.

Sind alle mit der Bewertung fertig, kannst du zusammenfassend noch sagen, dass es nicht nur in der Geschichte vom barmherzigen Samariter verschiedene Handlungsmöglichkeiten gegeben hat, sondern auch wir uns in ähnlichen Situationen in unserem Leben entscheiden können, wie wir handeln. Dabei ist es wichtig, unter verschiedenen Möglichkeiten einen auszusuchen, die den /der anderen gut tut und auch für mich selbst passend ist.


Fürbitten



Du kannst die Kinder auffordern sich Fürbitten zu überlegen, die ihr dann gemeinsam vortragt oder du hast Fürbitten vorbereitet die von Gruppenleiter/innen oder Kindern vorgelesen werden. Dabei kannst du auch konkret auf Situationen und Erlebnisse am Lager eingehen.


Vater Unser



Zum Abschluß könnt ihr gemeinsam das Vater Unser beten und den Wortgottesdienst mit dem Lied "DU bist da" beschließen. Vielleicht sprichst du vor dem Kreuzzeichen auch einen passenden Segensspruch.

Autor/in: Christina Schneider

Publikation: KiK 106

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 15. Sonntag

Schlagwörter: Lager, Gottesdienst, Bibel, Religiöses

 

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