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Natur pur!

Lager Gruppenstunde Ausflug | Alter: 8-15 | Aufwand: mittel

Ziel

Gerade ein Sommerlager bietet Gelegenheit, den Wald, die Wiese, die ganze Natur, die das Lager umgibt, einmal nicht nur von der Ferne zu betrachten (oder als Spielgebiet für Geländespiele zu nützen), sondern auf Waldexpedition zu gehen, genauer zu schauen, zu horchen, zu riechen und dabei Neues zu entdecken und auszuprobieren. Die Kinder können so aus erster Hand, nämlich durch das Selber-Erleben, Erfahrungen sammeln mit einem uns immer weniger vertrauten aber lebenswichtigen Lebensraum.

Material

  • Die Materialien, die Ihr für die Expedition in den Wald braucht, sind bei den einzelnen "Bausteinen” angegeben. Prinzipiell wären für das Beobachten ausreichend (gute) Lupen, ein Mikroskop und vielleicht ein Fernglas toll.
  • Die optimale Gruppengröße für die einzelnen Aktionen ist fünf bis acht Kinder.

Aufbau

 

Den Wald mit allen Sinnen erleben



"Fundstücke”:


Aus dem Waldstück, das Du mit den Kindern genauer unter die Lupe nehmen möchtest, hast Du einige Dinge mitgebracht - Blätter, Nadeln, Zapfen, Früchte, Blüten, vielleicht ein Bild von einem Ameisenhaufen, einem Bach, einer Futterkrippe,... Gemeinsam macht Ihr Euch nun auf die Suche nach den möglichen Fundorten.
Material: Fundstücke aus dem Wald, ev. Photos von markanten Punkten

"Horch einmal!”


Es lohnt sich, sich einmal ganz still irgendwo im Wald hinzusetzen und zu lauschen - vielleicht sogar mit geschlossenen Augen, damit Ihr Euch noch mehr aufs Hören konzentrieren könnt. (Es sollte allerdings nicht zu lange dauern, damit die Geduld Deiner Kinder nicht zu sehr auf die Probe gestellt wird.) Was ist alles zu hören? Kennt Ihr alle Geräusche?
Anschließend berichtet Ihr Euch gegenseitig, was Ihr alles gehört habt und was Euch besonders aufgefallen ist. Ihr könnt auch versuchen, gemeinsam eine möglichst vollständige Aufzählung von Geräuschen im Wald zu sammeln und aufzuschreiben.
Material: ev. Plakat, Stifte

"Waldduft live”


Um eine Duftsammlung mit Wald- und Wiesendüften zu machen, braucht Ihr verschließbare Gläser oder (Film-)Dosen. Die duftenden Materialien (Moos, Rinde, Farn, Harz, Gräser,...) werden gesammelt, zerrupft, zerrieben - manchmal kann man erst dann den Duft deutlicher wahrnehmen - und in die Sammelgefäße gefüllt. Vielleicht wollt Ihr auch auf Etiketten dazuschreiben, was im jeweiligen Doserl drinnen ist und Euch gegenseitig raten lassen.
Material: verschließbare Gläser oder (Film-)Dosen, duftende Materialien, ev. Etiketten und Stifte

"Den Wald spüren”


Zuvor im Wald gesammelte Materialien (kleine Äste, Blätter, Sand, Erde, Steine, Zapfen, Nadeln, Rinde, Beeren, Moos, Schneckenhäuser,...) werden in Schachteln (z.B. Schuhkartons) gefüllt, an deren Seite ein Loch geschnitten ist.
Jedes Kind, das Lust hat, in die Box zu greifen, schreibt nachher auf einen angehefteten Zettel ein für es passendes Eigenschaftswort (feucht, trocken, rund, eckig, schwer, leicht, rauh, glatt, borstig, komisch,...). Zum Schluß wird gemeinsam nachgeschaut, was sich nun tatsächlich in jedem der Kartons befindet.
Material: Schachteln, verschiedene Materialien aus dem Wald, Zettel, Tixo, Stifte

"Barfuß im Wald”


In einem kleinen Stück Wald können die Kinder mit offenen oder geschlossenen Augen barfuß eine kurze Strecke zurücklegen und genau spüren, wie sich der Waldboden (im Vergleich zur Wiese) unter den Füßen anfühlt. Zuvor solltest Du mit den Kindern das Stück auf mögliche Dornen, Scherben oder ähnlich gefährliche Dinge kontrollieren.
Ihr könnt auch eine Art Tastweg anlegen, bei dem Ihr die Möglichkeit habt, ganz unterschiedliche "Waldmaterialien” mit den Füßen (oder Händen) zu begreifen.

Ich seh vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr!



"Wieviele Bäume könnten das wohl sein?”


Du hast ein etwa 10 x 10 Meter großes Stück Wald abgesteckt und läßt die Kinder nun schätzen (nicht zählen!), wieviele Bäume (große wie kleine) innerhalb der Abgrenzung stehen. Nachher könnt Ihr gemeinsam abzählen , wieviele es tatsächlich sind, oder Du verrätst den Kindern die "richtige” Lösung.
Material: Stricke, Kreppapier o.ä. zum Abgrenzen des Waldstückes

"A, be, bu, wie alt bist du?”


An einem (kürzlich gefällten) Baumstumpf im Wald könnt Ihr die Jahresringe abzählen, um das Alter des Baumes zu bestimmen (ein Ring = ein Jahr). Übersichtlicher ist es, wenn Ihr alle 10 oder 20 Jahresringe eine Stecknadel in den Ring steckt. (Eventuell kannst du vorher die Schnittfläche mit einem Schmirgelpapier ein wenig abschleifen, damit man die Ringe besser sieht.)
Anschließend könnt Ihr Fähnchen mit bestimmten (vielleicht markanten und den Kindern bekannten geschichtlichen) Ereignissen oder Dingen aus dem Leben der Kinder (Geburtsdaten,...) bei den entsprechenden Jahresringen plazieren. Auch die Himmelsrichtungen lassen sich an den Jahresringen mitunter ablesen: Süden - dickerer Steifen, Norden - schmälerer Streifen.
Material: Stecknadeln, Fähnchen, Stifte, Geschichte-Lexikon

Ist ein Baum noch nicht gefällt, könnt Ihr sein ungefähres Alter mittels seines Umfanges bestimmen: Ein Baum nimmt jedes Jahr ca. 2 - 3 cm an Umfang zu.
Ein Beispiel: Der Umfang eines Baumes beträgt 100 cm. 100:2 = 50 Jahre bzw. 100:3 = 33 Jahre
Der Baum ist demnach zwischen 33 und 50 Jahren alt, oder eben ca. 40 Jahre.
Da das Wachstum aber von vielen Faktoren abhängt (Lichtverhältnisse, Waldbrände, Wassermangel...) könnt Ihr bei einem Baum mit guten Lichtverhältnissen, etwa auf einer Lichtung, eher etwas weniger Jahre annehmen, da er pro Jahr mehr an Umfang zulegen kann, bei schlechten Lichtverhältnissen eher etwas mehr Jahre.

"Was krabbelt denn da?”



"Ameisen!”


Es lohnt sich auch, einen Ameisenhaufen (so Ihr auf Eurer Waldexpedition einen entdeckt habt) genauer zu betrachten und die fleißigen Tiere auf dem Haufen und in nächster Umgebung genauer zu beobachten:

  • Wie werden Gegenstände transportiert?
  • Wie werden Hindernisse überwunden? (ev. ein kleines Stöckchen in eine Ameisenstraße legen)
  • Ein totes "Beutestück” (eine Fliege, eine Raupe,...) wird in Nestnähe deponiert - was passiert?
  • Aus welchen Materialien besteht ein Ameisenhaufen?
  • Kurz ein Taschentuch auf den Ameisenhaufen legen und dann daran riechen - riecht ihr die Ameisensäure?


Bei den Beobachtungen sollte unbedingt darauf geachtet werden, daß möglichst keine Ameisen zertrampelt bzw. die Ameisen nicht unnötig gestört werden. Sich ruhig zu verhalten, kommt den Beobachter/innen selbst zu gute, da sich Ameisen für Bewegtes eher interessieren...
Material: ev. Taschentücher und ein "Beutestück” (Fliege, Raupe)

"Pfui, Spinne!”


Wenn Ihr auf Eurer Reise ein Spinnennetz entdeckt, dann könnt Ihr genau anschauen, wo und wie es liegt, Ihr könnt die Befestigungspunkte zählen und das Netz dann vielleicht sogar abzeichnen. Beobachtet, was im Netz zu finden ist und schaut, wo sich die Spinne gerade aufhält - vielleicht könnt Ihr der Spinne mit ein wenig Geduld auch beim Fressen zusehen.
Nach eingehender Beobachtung könnt Ihr dann auch versuchen, spinnengerecht ein Netz mit Garn z.B. zwischen Bäumen nachzubauen.
Material: A4-Blätter, Stifte, Garn

"Schneckentempo”


"So langsam wie eine Schnecke” heißt es im Sprichwort, aber wie schnell ist eine Schnecke wirklich? Sucht Euch eine Schnecke und stoppt die Zeit, die sie für eine bestimmte Strecke braucht. Wer noch Lust hat, kann bei der nächsten Schnecke wieder die Zeit für eine ebenso lange Strecke nehmen, vielleicht ist ja die eine Schnecke schneller als die andere?
Material: Stoppuhr oder Uhr mit Sekundenzeiger

Unter die Lupe genommen



Abschluß Eurer Beschäftigung mit dem Wald könnte das genaue Betrachten von Fundstücken unter dem Mikroskop sein. Dafür sammelt Ihr Dinge, die sich mikroskopieren lassen oder die Ihr gerne einmal unter der Lupe betrachten wollt. Das können (bei der Lupe) auch Insekten oder Käfer sein. Bitte laßt sie aber am Leben und bringt sie nach dem Anschauen wieder in den Wald zurück!
Material: Dinge, die Ihr genauer betrachten wollt, Lupen, Mikroskope

Erinnerungsstücke



Am Ende Eurer Waldexpedition(en) könnt Ihr natürlich auch noch...

... "ein Naturmemory machen”


Material: Naturgegenstände in doppelter Ausführung, Joghurtbecher oder Papierstanitzeln zum Drüberstülpen - und los geht’s!

... "eine Blattkachel anfertigen”


Salzteig zu "Fladen” ausrollen und ein Blatt mit der Seite, auf der die Nerven zu sehen sind, hineindrücken. Hat sich die Struktur abgezeichnet, kann es wieder entfernt werden. Die Blattkachel wird zwei Stunden im Backofen bei schwacher Hitze gebrannt und kann dann bemalt oder lackiert werden.
Material: Salzteig, Blätter, Backofen, Malfarben oder Lacke

... "ein Blätterbuch basteln”


Sammelt Blätter, preßt sie (z.B. zwischen Telefonbüchern) und klebt sie auf stärkeres Papier oder Karton auf. Mit Hilfe eines Bestimmungsbuches (und eines/r kundigen/r Gruppenleiters/in) lassen sich bestimmt auch die Namen der Blätter dazuschreiben. Die einzelnen Seiten könnt Ihr dann lochen und mit Wolle zu einem Buch zusammenbinden.
Material: verschiedene Blätter, Telefonbücher (oder andere schwere Gegenstände) zum Pressen der Blätter, Papier oder Karton, Bestimmungsbücher, Locher, Wolle

... "einen Wettervorhersage-Zapfen aufhängen”


Kiefernzapfen entfalten sich, wenn es trocken ist, schließen sich aber, wenn es feucht ist. Mal sehen, ob der Zapfen Euch das Wetter auch wirklich richtig ansagt!

... einfach verschiedenes mit den von Euch gesammelten Naturmaterialien basteln und den Nachmittag im Wald im Geiste noch einmal an Euch vorbeiziehen lassen.

Autor/in: Daniela Reichel

Publikation: KiK 106

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Lager-Kategorie: Geländespiele

Schlagwörter: Lager, Natur, Sinne