• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Marta und Maria

Messmodelle

Hintergrund

Das durchgehende Thema dieses Gottesdienstes ist das, was Jesus an Maria gefällt, was er lobt, das HÖREN. Es wird überlegt, was das Hören für einen Wert hat und daß aus dem Hören auf Gott, für uns Christen Konsequenzen erwachsen.

Material

  • Plakat mit einem Ohr
  • 2 Plakate mit einer Hand

Aufbau

Folgende Elemente des Gottesdienstes sind gestaltet:

  • Kyrie
  • Predigt
  • Friedensgruß
  • Schlußgebet

 

Bibelstellen

1. Lesung: Gen 18,1-10a

In jenen Tagen erschien der Herr Abraham bei den Eichen von Mamre. Abraham saß zur Zeit der Mittagshitze am Zelteingang.
Er blickte auf und sah vor sich drei Männer stehen. Als er sie sah, lief er ihnen vom Zelteingang aus entgegen, warf sich zur Erde nieder und sagte: Mein Herr, wenn ich dein Wohlwollen gefunden habe, geh doch an deinem Knecht nicht vorbei! Man wird etwas Wasser holen; dann könnt ihr euch die Füße waschen und euch unter dem Baum ausruhen. Ich will einen Bissen Brot holen, und ihr könnt dann nach einer kleinen Stärkung weitergehen; denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen. Sie erwiderten: Tu, wie du gesagt hast.
Da lief Abraham eiligst ins Zelt zu Sara und rief: Schnell drei Sea feines Mehl! Rühr es an, und backe Brotfladen! Er lief weiter zum Vieh, nahm ein zartes, prächtiges Kalb und übergab es dem Jungknecht, der es schnell zubereitete. Dann nahm Abraham Butter, Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er wartete ihnen unter dem Baum auf, während sie aßen.
Sie fragten ihn: Wo ist deine Frau Sara? Dort im Zelt, sagte er. Da sprach der Herr: In einem Jahr komme ich wieder zu dir, dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.

2. Lesung: Kol 1,24-28

Schwestern und Brüder! Ich freue mich in den Leiden, die ich für euch ertrage . Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt. Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige, jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war.
Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart; Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.
Ihn verkündigen wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen.

Evangelium: Lk 10,38-42

In jener Zeit kam Jesus in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu.
Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, daß meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überläßt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!

Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden.

Hintergrund Evangelium:

Jesus auf dem Weg nach Jerusalem


Jesus ist mit seinen Jüngern unterwegs nach Jerusalem. ln einem Dorf wird er von Marta in ihr Haus eingeladen. Nach der johanneischen Überlieferung (Joh 11,1 und 11,1 8 ) dürfte es sich bei dem Dorf um Betanien handeln, das am Ostabhang des Ölbergs, 1 5 Stadien (3 km) östlich von Jerusalem auf dem Weg nach Jericho liegt. Heute heißt dieses Dorf El-Azarije (Koseform von Lazarus). Jesus befand sich auf dem Weg nach Jerusalem. Er dürfte in dem etwas abgelegenen Ort etwas Ruhe gesucht haben, weit entfernt von den Menschenmengen, die ihn sonst dauernd in Anspruch nahm.

Die Frau in Palästina


In Palästina ist es fast undenkbar, daß eine Frau Männer (Jesus und die Jünger) in ihr Haus einlädt. Marta tut das. Maria, die Schwester Martas, setzt sich zu Jesus und hört ihm zu. Auch das ist in Palästina kaum möglich, ein richtiger Rabbi lehrt keine Frau. In der Gemeinde Jesu ist die Frau ein vollwertiger Mensch. Die Tätigkeit der Frauen beschränkt sich nicht nur aufs Dienen. Im Judentum unterweist der Rabbi nur Männer in der Tora, in der Gemeinde von Jesus sind Frauen wie Männer eingeladen, auf das Evangelium zu hören. Diese Begebenheit im Leben von Jesus zeigt uns die Gleichwertigkeit von Mann und Frau in der urchristlichen Gemeinde.

"Nur eines ist notwendig"


Wir sollten uns fragen, was ist das eine Notwendige? In der Erzählung, die vor "Maria und Marta" liegt, geht es um die Geschichte vom barmherzigen Samariter, durch den das Gebot der Nächstenliebe beispielhaft realisiert wird. Die "Maria-Marta-Erzählung" konkretisiert das Gebot der Gottesliebe als Hören auf das Wort Jesu Christi. Maria und Marta verhalten sich genau entgegengesetzt. Marta kümmert sich um das Aufwarten für die Tischgemeinschaft, und Maria sitzt zu Füßen von Jesus und hört ihm zu. Darüber ärgert sich Marta und beschwert sich bei Jesus. Jesus kritisiert aber das viele Sorgen und Mühen Martas und sagt "Nur eines ist notwendig". Dieses "Eine" besteht eben im intensiven Hinhören auf das Wort von Jesus. Die Geschäftigkeit Martas läßt sie das Wesentliche versäumen.

Zusammenhang


In der Gemeinde des Lukas scheint sich ein geschäftiger, christlicher Aktivismus breitgemacht zu haben. Die Prioritäten in der Gemeinde dürften falsch gesetzt worden sein. In der Gestalt Marias erkennt Lukas eine Haltung, die in seiner Gemeinde vernachlässigt worden ist: Das soziale Engagement ist gut und notwendig, es darf aber nicht zu Lasten des Gebetes gehen. Für viele Menschen ist heute Gottesdienst, das Hören auf das Wort Gottes bzw. das Beten überhaupt sinnlos und überflüssig geworden. Gottesliebe und Nächstenliebe sind nicht einander konkurrierende Erfordernisse des Christseins, sondern sie stehen in wechselseitiger Beziehung zueinander. Das Hören auf das Wort Gottes muß Konsequenzen im menschlichen Bereich nach sich ziehen. Ohne Besinnung auf Gott, ohne Innehalten, Stillwerden und Beten, ohne sich des Wesentlichen wieder innezuwerden, wird einem umgekehrt bald die Kraft verlorengehen. Es geht nicht darum, Tun und Beten gegeneinander auszuspielen - was Marta tut, ist gut und wichtig - doch wenn Jesus da ist, gilt es zuzuhören und innezuhalten.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Kyrie


Im heutigen Evangelium hören wir, was Jesus für notwendig hält, was er wichtig findet: es ist das ZUHÖREN. Darum wollen wir auch jetzt darüber nachdenken.

(Ein Kind hält ein Plakat in die Höhe, auf dem ein großes Ohr abgebildet ist.)

1.: Lieber Gott, es fällt uns oft schwer, anderen richtig zuzuhören, zu hören, was ein anderer sagt und meint, zu hören, was Du uns sagen willst.
Herr, erbarme Dich unser.

(Ein zweites Kind hält ein Plakat in die Höhe, auf dem eine große Hand abgebildet ist.)

2.: Lieber Gott, wir hören zwar vieles, was uns wichtig erscheint, aber handeln dann oft ganz anders als Jesus es uns vorgelebt hat. Christus, erbarme Dich unser.

(Ein drittes Kind hält ein Plakat in die Höhe, auf dem eine große Hand abgebildet ist.)

3.: Lieber Gott, Du willst, daß das, was wir von Dir und von Menschen hören, für unser Tun wichtig ist.
Herr, erbarme Dich unser.

Predigtskizze


Vor uns sitzen zwei Frauen, es sind Marta und Maria. Jede hat ein auf Karton aufgezogenes Packpapierplakat in der Hand. Wir versuchen nun, aufgrund dessen, was wir im Evangelium gehört haben, die beiden Frauen noch einmal kurz in unseren Worten zu beschreiben.
Die Charaktermerkmale, auf die wir im Gespräch mit den Kindern kommen, schreibt jede der beiden auf ihr Plakat (z.B. Marta: fleißig, geschäftig, gastfreundlich, anstrengend, streng - Maria: sanft, neugierig, still, zärtlich).

Gedankengänge in der Predigt

  • Jesus findet es nicht gut, daß Marta sich über Maria, die ihm zuhört, Gedankengänge beschwert. Er will nicht, daß das Hören und das Tun gegeneinander in der Predigt ausgespielt wird. Er sagt uns, daß beides wichtig ist. Nur sollen wir genau aufpassen, was in welcher Situation notwendig ist. Manchmal ist es wichtiger so richtig anzupacken; aber oft ist es einfach notwendig, dem anderen einmal gut zuzuhören, wie es Maria getan hat.
  • Wenn es wichtig ist, daß wir einander zuhören, muß es etwas Gutes sein. Überlegen wir einmal: Kann es mir vielleicht helfen, wenn ich jemand anderem zuhören. Vielleicht habe ich dadurch einmal einen guten Tip bekommen. ... (Gespräch mit den Kinder)
  • Wenn ich Jemandem zuhöre, dann kann das nicht nur für mich, sondern auch für den anderen sehr schön sein. Überlegen wir einmal, was es jemand anderem helfn könnte, wenn ich zuhöre. Ist mir das schon einmal passiert? (z.B. Hat es jemandem Freude gemacht, daß er mir eine Neuigkeit erzählen konnte? Jemandem ist es schlecht gegangen und es hat ihm geholfen, daß er mir das erzählen konnte. Unsere Überlegungen könnten wir gemeinsam in ein großes Ohr schreiben, das bei der Gabenbereitung von den Kindern zum Altar gebracht wird.


Wenn wir uns das überlegen, dann merken wir, wie gut es sein kann - für mich und für andere wenn ich zuhören kann, wenn ich so richtig hinhöre auf das, was mir ein anderer sagt und es auch verstehen möchte. So hat es Jesus auch gemeint, wenn er sagt: "Es ist notwendig, daß Menschen gut hören können."

Abschluß der Predigt mit der Geschichte von MOMO.
Einleitung dazu: Es gibt eine Geschichte von einem Mädchen, das sehr gut zuhören kann, die möchte ich euch jetzt vorlesen.

MOMO oder DIE KUNST DES ZUHÖRENS [Michael Ende]

Was die kleine Momo konnte wie kein anderer das war: ZUHÖREN. Das ist doch nichts Besonderes, wird nun vielleicht mancher sagen - zuhören kann doch jeder! Aber das ist ein Irrtum. Wirklich zuhören können nur ganz wenige Menschen. Und so wie Momo sich auf's Zuhören verstand, war es ganz einmalig.
Momo konnte zuhören, daß dummen Leuten plötzlich sehr gescheite Gedanken kamen. Nicht etwa, weil sie etwas sagte oder fragte. Nein, sie saß nur da und hörte einfach zu, mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Dabei schaute sie den anderen mit ihren groBen, dunklen Augen an und der Betreffende fühlte, wie in ihm auf einmal Gedanken auftauchten, von denen er nie geahnt hatte, daß sie in ihm steckten.

Sie konnte so zuhören, daß ratlose oder unentschlossene Leute auf einmal ganz genau wußten, was sie wollten. Oder, daß Schüchterne sich plötzlich frei und mutig fühlten. Oder, daß Unglückliche und Bedrückte zuversichtlich und froh wurden. So konnte Momo zuhören. Momo hörte allen zu, den Hunden und Katzen, den Grillen und Kröten, ja, sogar dem Regen und den Bäumen. Und alles sprach zu ihr auf seine Weise. An manchen Abenden, wenn alle ihre Freunde nach Hause gegangen waren, saß sie noch lange allein in dem großen steinernen Rund des alten Theaters, über dem sich der sternenfunkelnde Himmel wölbte, und lauschte einfach auf die große Stille. Und wer nun immer noch meint, Zuhören sei nichts Besonderes, der mag nur einmal versuchen, ob er es auch so gut kann.

Friedensgruß


Heute haben wir schon viel vom guten Hören geredet. Darum wollen wir beim Friedensgruß einander nicht nur die Hände reichen, sondern auch einander etwas ins Ohr flüstern. Etwas, daß ich vielleicht schon länger sagen möchte, das wichtig ist, wenn wir wirklich in Frieden miteinander leben wollen; oder einfach etwas Liebes, das dem Freude macht, der es hört.

Schlußgebet


Lieber Gott, wir haben das Mahl gefeiert, zu dem Jesus uns eingeladen hat.
Von Jesus, Deinem Sohn, wissen wir, daß es wichtig ist aufeinander und auf Dich zu hören. Hilf uns, daß wir auch verstehen können, was Du uns sagen willst, damit wir so leben können, wie es Jesus gezeigt hat.
Das bitten wir Dich durch Christus, unseren Bruder. Amen.

Publikation: effata

Share |

 

Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 16. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...