• Jungschar vor Ort
  • Corona
  • Über uns
  • Angebote
  • Modelle
  • Gruppe
  • Pfarre
  • Gott & die Welt
  • Wildegg

Die Stimme in der Wüste

Messmodelle

Hintergrund

Im Mittelpunkt dieses Gottesdienstes steht Johannes der Täufer, der von sich sagt, dass er die Stimme in der Wüste sei. Wir wollen davon ausgehend überlegen, wie wichtig es ist, "seine Stimme zu erheben" und sich mitzuteilen.

Material

  • Adventkalender

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, sollte wegen des Zusammenhangs mit dem Evangelium jene aus dem Alten Testament gewählt werden.

Die gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Einleitung zur Lesung
  • Verkündigung
  • Text zum Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Jes 40,1-5. 9-11

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und verkündet der Stadt, dass ihr Frondienst zu Ende geht, dass ihre Schuld beglichen ist; denn sie hat die volle Strafe erlitten von der Hand des Herrn für all ihre Sünden. Eine Stimme ruft: Bahnt für den Herrn einen Weg durch die Wüste! Baut in der Steppe eine ebene Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hügelig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des Herrn, alle Sterblichen werden sie sehen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen. Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Seht, da ist euer Gott. Seht, Gott der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Seht, er bringt seinen Siegespreis mit: Alle, die er gewonnen hat, gehen vor ihm her. Wie ein Hirt führt er seine Herde zur Weide, er sammelt sie mit starker Hand. Die Lämmer trägt er auf dem Arm, die Mutterschafe führt er behutsam.

2. Lesung: 2 Petr 3,8-14

Das eine, liebe Brüder und Schwestern, dürft ihr nicht übersehen: dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind. Der Herr zögert nicht mit der Erfüllung der Verheißung, wie einige meinen, die von Verzögerungen reden; er ist nur geduldig mit euch, weil er nicht will, dass jemand zugrunde geht, sondern dass sich alle bekehren. Der Tag des Herrn wird aber kommen wie ein Dieb. Dann wird der Himmel prasselnd vergehen, die Elemente werden verbrannt und aufgelöst, die Erde und alles, was auf ihr ist, werden nicht mehr gefunden. Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, den Tag Gottes erwarten und seine Ankunft beschleunigen! An jenem Tag wird sich der Himmel im Feuer auflösen, und die Elemente werden im Brand zerschmelzen. Dann erwarten wir, seiner Verheißung gemäß, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Weil ihr das erwartet, liebe Brüder und Schwestern, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler und in Frieden angetroffen zu werden.

Evangelium: Mk 1,1-8

Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes: Es begann, wie es bei dem Propheten Jessika steht: Ich sende meinen Boten vor dir her; er soll den Weg für dich bahnen. Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen! So trat Johannes der Täufer in der Wüste auf und verkündigte Umkehr und Taufe zur Vergebung der Sünden. Ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems zogen zu ihm hinaus; sie bekannten ihre Sünden und ließen sich im Jordan von ihm taufen. Johannes trug ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften, und er lebte von Heuschrecken und wildem Honig. Er verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren. Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

Hintergrund Evangelium:

Ein Versprechen


586 v.Chr. war der Tempel von Jerusalem zerstört worden und ein Großteil des Volkes nach Babylon in Gefangenschaft geraten. Seit damals gab es in Israel immer Gruppen, denen der Gehorsam des Volkes Gott gegenüber besonders wichtig war. Es sollte nicht noch einmal zu einer derartigen Katastrophe kommen wie damals, als die Worte der Propheten nicht gehört wurden. Bereits die Rückkehrer aus dem Exil verpflichteten sich, "das Gesetz Gottes zu befolgen, das durch Mose, den Diener Gottes, gegeben wurde, und alle Gebote des Herrn, unseres Gottes, seine Vorschriften und Satzungen zu beachten und zu erfüllen" (Neh 10,30).

Zunehmendes Arrangement


Doch im Laufe der Zeit entdeckten die Juden, dass man auch ein anständiger Mensch sein konnte, ohne nach dem Glauben der Väter zu leben. Der Kontakt mit anderen Völkern (Babyloniern, Persern, Ägyptern und Römern, unter denen auch ausgewanderte Juden lebten), die Erfahrungen durch den zunehmenden Handel und die Berührungen mit anderen Philosophien trugen dazu bei, dass es nicht lange dauerte, bis sich ein nicht unbedeutender Teil des Volkes mit den Heiden zu arrangieren begann. Doch gab es dazu auch die verschiedensten Gegenbewegungen, wie etwa die Makkabäer. Je länger diese Auseinandersetzungen um den richtigen Weg des Volkes währten, umso stärker wurde gerade unter den Frommen die Überzeugung: So wie jetzt kann es nicht mehr lange weitergehen.

Johannes


So fand auch Johannes Aufmerksamkeit und offene Ohren, als er an einer verkehrsreichen Jordanfurt in der jüdischen Wüste zwischen Jericho und dem Toten Meer mit seiner Predigt begann. Doch unterscheidet sich sein Auftreten wesentlich von dem anderer Prediger.

Taufe und Predigt


Es war durchaus nicht unüblich, dass Menschen Tauchbäder nahmen, um sich (symbolisch) von allen Unreinheiten zu reinigen. Möglicherweise mussten sich sogar zur damaligen Zeit jene Heiden, die zum Judentum übertraten, einem Tauchboot unterziehen. Doch immer waren es dabei die Betroffenen, die selbst untertauchten. Sie taten dies von sich aus, wenn sie glaubten, es nötig zu haben. Johannes aber erhebt nun den Anspruch, dass nur er selbst diese Taufe spenden könne. Außerdem hätten alle im Volk sie nötig. Er ruft also nicht nur die Sünder dazu auf, er macht also nicht die übliche Unterscheidung zwischen den Gerechten und den Sündern, sondern er verlangt von allen im Volk, sich von ihren Sünden abzuwenden. In seinem Verständnis genügt es nicht mehr, wie bisher fromm zu sein. Anscheinend sehen das viele Leute ähnlich, da sie seinem Aufruf folgen.

"Mein Bote"


Johannes war sicher eine eindrucksvolle Gestalt. Die Beschreibung seiner Kleidung und Lebensgewohnheit soll ihn glaubwürdig als asketischen Wüstenbewohner ausweisen. Der Evangelist, der dieses Evangelium verfasst hat, sieht freilich noch mehr in ihm. Im Rückblick (lange nach Tod und Auferstehung Jesu) versteht er ihn als denjenigen, der auf das Kommen des Sohnes Gottes vorbereiten sollte und so stellt er die Verbindung zum Prophetenwort "Seht, ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen!" (Mal 3,1) her.

"Ich bin nicht wert"


Im Zusammenhang damit muss auch verstanden werden, dass sich Johannes als unwürdig bezeichnet, "ihm die Schuhe aufzuschnüren". Dahinter steckt die jüdische Tradition, dass jeder Schüler seinem Rabbi zwar alle Sklavendienste bereitwillig leisten sollte, ihm aber nicht die Riemen der Sandalen lösen sollte. Johannes wird also hier als noch demütiger als die Rabbi-Schüler beschrieben. Als Begründung dafür wird darauf hingewiesen, dass jener, der nach ihm kommt, mit dem Heiligen Geist taufen wird. Auch dies ist natürlich eine christliche Deutung aus dem rückblickenden Vergleich von Johannes und Jesus.

Befreiung


Eine besondere Bedeutung hat es für den Evangelisten, dass er diese Erzählung an den Beginn seines Evangeliums stellt. Wenn er berichtet, dass "ganz Judäa und alle Einwohner Jerusalems" zu Johannes in die Wüste hinausziehen, dann ist nicht nur ihm selbst, sondern sicher auch den Hörern und Lesern ein Bild lebhaft in Erinnerung: zweimal hat 'Israel in seiner Geschichte durch den Auszug in die Wüste die Freiheit gefunden - als es mit Mose aus Ägypten ins Gelobte Land kam, und als es aus der babylonischen Gefangenschaft nach Judäa und Jerusalem heimkehrte. Beide Male hat Gott sein Volk durch die Wüste in die Freiheit geführt. Dass dies nun auch durch Jesus geschehen soll, diese Grundaussage steht für Markus hinter dieser Stelle und damit auch über seinem ganzen Evangelium.

Parallelen


Zur Parallelstelle von Matthäus über Johannes den Täufer siehe auch die Erläuterungen in effata 2 (Lese jähr A/l), Seite 20f. (Sammelband 1). Zur Parallelstelle über Johannes den Täufer siehe auch die Erläuterungen zum 3. Adventsonntag.

Einleitung zu den Adventsonntagen


Um für die Kinder den Zusammenhang der vier Adventsonntage erlebbar zu machen und so zu verdeutlichen, dass der Advent die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest ist, haben die Modelle der vier Adventsonntage ein gemeinsames Element, nämlich einen Adventkalender. In der Eröffnung jedes Gottesdienstes wird eine der vier Türen dieses Kalenders geöffnet.
Der Adventkalender sollte im Altarraum aufgehängt bzw. aufgestellt werden. Er sollte so groß sein, dass die Bilder hinter den Türen von jedem gesehen werden können.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern

Eröffnung


Nach dem Kreuzzeichen und Begrüßung bittet der Priester ein Kind, nach vor zu kommen und die zweite Tür des Adventkalenders zu öffnen. Das hinter der Tür liegende Bild zeigt Johannes den Täufer (siehe "Einleitung zu den Adventsonntagen"). Der Priester fragt die Kinder, ob sie wissen, was dieser Johannes gemacht hat. Johannes war ein Bote, der von Jesus gesprochen hat und den Leuten gepredigt hat. Er hat sie aufgefordert, nichts Unrechtes mehr zu tun, sondern nur Gutes. Johannes wollte, dass sich die Menschen bessern und hat sie immer wieder dazu aufgefordert. Das war sein Beitrag zur Vorbereitung auf das Kommen Jesu.

Kyrie


Jetzt ist Advent und wir bereiten uns auch auf das Kommen von Jesus vor. Aber oft verwenden wir unsere Stimme nicht so wie Johannes. Darum wollen wir beten:

Jesus Christus, mit spöttischen und verächtlichen Worten verletzen wir oft andere - anstatt zu trösten, spotten wir. Deine Worte aber sind tröstende Worte.
Herr, erbarme dich unser

Jesus Christus, mit angeberischen und großspurigen Reden wollen wir uns oft vor anderen aufspielen, um mehr als sie zu gelten anstatt die Wahrheit zu sagen, übertreiben wir. Deine Worte aber sind wahrhaftige Worte.
Christus, erbarme dich unser.

Jesus Christus, manchmal fehlen uns auch die Worte und wir sind stumm anstatt gegen Unrecht aufzutreten, schweigen wir und wer schweigt stimmt zu. Deine Worte aber sind mutige Worte gegen Unrecht und Böses.
Herr, erbarme dich unser.

Einleitung zur Lesung


Beim Reden kann man vieles falsch machen: mit Worten kann man verletzen, oder etwas Unwahres als wahr hinstellen. In der Lesung wird beschrieben, wie Gott möchte, dass wir sprechen. Wir sollen trösten und sein Kommen ankündigen, damit sich alle Menschen freuen können.

Verkündigung


Der Priester bittet die Kinder, nach vorn zu kommen. Dann soll jedes Kind zwei Kinder, die links und rechts neben ihm stehen, an der Hand fassen, so dass eine Kette entsteht. Folgendes Spiel wird nun erklärt: Das erste Kind der Kette sagt laut einen Vornamen, z.B. "Susi". Das zweite Kind dem das erste die Hand reicht, sagt einen Vornamen, der mit dem Buchstaben beginnt, mit dem der erste Name geendet hat, z.B. "Ingrid". Das dritte Kind setzt mit einem weiteren Namen fort, z.B. "Dieter". So sagt jedes Kind bis zum letzten einen Namen. Nach diesem Spiel setzen sich die Kinder wieder. (Sitzen die Kinder ohnehin gemeinsam auf den vorderen Bänken, dann kann dieses Spiel auch problemlos in der Bank sitzend gespielt werden).

Was hat dieses Spiel aber nun eigentlich mit dem Evangelium zu tun, das wir gehört haben? Es soll uns helfen, uns einmal mit Johannes dem Täufer zu vergleichen, der von sich sagt, er sei eine "Stimme, die in der Wüste ruft". Wie sollen wir uns mit so einem Menschen vergleichen? Auch jeder von uns sollte etwas zu sagen haben, oder besser: jeder hat etwas zu sagen. Wir haben alle eine Stimme und haben in diesem Gottesdienst auch schon darüber nachgedacht, wie wir sie nicht verwenden sollen. Bei dem Spiel aber haben wir gemerkt, dass es wichtig war, dass jeder etwas gesagt hat. Was der eine gesagt hat, hat dem anderen weitergeholfen, wieder etwas zu sagen. So geht es mit vielem, was wir sagen: es kann anderen wieder weiterhelfen. Darum ist es wichtig, uns zu überlegen, was wir sagen wollen und dass wir das dann anderen erzählen. Wenn Johannes seine Weisheiten nur für sich behalten hätte, wäre damit niemandem geholfen gewesen. Das soll für uns ein Beispiel sein, damit wir einander recht viel erzählen. Aber so wie Johannes sich gut überlegt hat, was er sagte, so wollen auch wir vorher denken, bevor wir reden, damit wir nicht anderen mit unüberlegten Worten vielleicht weh tun oder sie kränken.

Friedensgruß


Jesus sagte: der Friede sei mit euch. Aber das war nicht nur so dahingesagt, das waren nicht nur leere Worte. Er hat nicht nur gesagt, ich weiß, wie dir geholfen werden kann, er hat auch geholfen. Auch wir wollen es nicht beim Reden belassen. Unsere Worte sollen keine leeren Versprechungen sein, sondern wir wollen auch tun, was wir gesagt haben. Wenn wir jetzt einander den Frieden wünschen, dann ist das wie ein Versprechen, diesen Frieden auch zu tun.

Publikation: effata

Share |

 

Jahreskreis: Advent

Lesejahr: B

Sonntag im Jahreskreis : 2. Adventsonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

Mit Kindern Gottesdienst feiern ist eine besondere Herausforderung. In dieser Publikation der Jungschar gibt es neben einigen grundsätzlichen Überlegungen eine Reihe von praktischen Anregungen für die Arbeit in pfarrlichen Kindergruppen ...