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Feinde

Gruppenstunde | Alter: 8-12 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Wir leben in einem Umfeld, das wohl den meisten von uns gestattet, ohne tatsächliche Feinde existieren zu können. Aber es sind auch viele Mechanismen wirksam, denen zufolge wir unzählige Feindbilder aufbauen; Feindbilder, die auch abbaubar sind, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass ihnen kaum oder nur wenig Realität entspricht. Dass dem so ist, merken wir - wenn wir dazu bereit sind - während der tiefergehenden Beschäftigung mit den Personen, die von uns - gewollt oder nicht - eingesetzt worden sind, unsere Feinbilder zu verkörpern.

Ziel

Da wahrscheinlich schon unzählige Gruppenstunden, Einheiten des Religionsunterrichtes oder anderer Diskussionsrunden dem Abbau von Feindbildern, wie sie etwa Ausländer, Angehörige ethnischer oder religiöser Minderheiten, Außenseiter der Gesellschaft usw. darstellen, gewidmet wurden, soll in dieser Gruppenstunde einmal ein irrealer Repräsentant eines Feindbildes als Grundlage der Arbeit dienen: ein Drache.

Material

  • Tonband, ev. mit Mikrofon

 

Ein Hörspiel


Die Gruppe vertont die kurze Geschichte Edith Nesbits "Der letzte Drache" in Form eines Hörspiels.

Der letzte Drache
Jeder weiß, dass Drachen früher ebenso alltäglich waren wie heute Omnibusse. Und sie waren fast ebenso gefährlich. Weil man aber von jedem gut erzogenen Prinzen erwartete, dass er einen Drachen tötete und seine Prinzessin rettet, gab es weniger und weniger Drachen. Ja, manchmal war es für eien Prinzessin ziemlich schwierig, überhaupt noch einen Drachen zu finden, vor dem man sie retten konnte.
Und schließlich gab es in Frankreich keinen einzigen Drachen mehr und keinen Drachen mehr in Deutschland und in Spanien und in Italien und in Russland. Nur in China waren noch ein paar übrig geblieben, und die kann man heute noch besichtigen. Doch sie sind kalt und aus Bronze.
In Amerika hat es natürlich nie und nirgends auch nur einen einzigen Drachen gegeben.
Aber der allerletzte Drache lebte in England, und das ist schon eine Weile her. Er hauste in den riesigen Höhlen zwischen den Felsen von Cornwall und war ein Prachtexemplar von einem Drachen. Von Ende seines schrecklichen Mauls bis zu seiner entsetzlichen Schwanzspitze war er volle siebzig Fuß lang. Er atmete Feuer und Rauch und rasselte beim Gehen mit seinen eisernen Schuppen. Seine Flügel sahen wie zwei halbe Regenschirme aus oder wie Fledermausflügel - nur eben ein paar tausendmal größer. Jeder im Land fürchtete ihn, und dazu hatten die Leute allen Grund.
Nun hatte der König von Cornwall eine Tochter, die sollte an ihrem sechzehnten Geburtstag dem Drachen gegenübertreten.
Solche Geschichten hat man seit den ältesten Zeiten in den königlichen Kinderzimmern erzählt, sobald es draußen dämmerte. Deshalb wusste die Prinzessin ganz genau, was ihr einmal bevorstand. Natürlich würde der Drache sie nicht aufessen - weil vorher der Prinz kommen und sie retten würde. Aber die Prinzessin wollte lieber gar nichts mit dem Drachen zu tun haben - nicht einmal vor ihm gerettet werden.
"Alle Prinzen, die ich kenne, sind dumme kleine Jungen", entgegnete der König, nahm die Krone ab und legte sie ins Gras. Die beiden waren nämlich allein im Garten, und selbst ein König muss manchmal ausspannen.
Die Prinzessin machte einen Kranz aus Gänseblumen und legte ihm den König auf den Kopf - dahin wo sonst die Krone war, "Lieber Vater", sagte sie nach einer Weile, "wollen wir nicht lieber einen von den dummen kleinen Prinzen am Felsen festbinden? Dann könnte ich hingehen und den Drachen töten und den Prinzen retten. Ich fechte viel besser, als alle Prinzen aus unserer Bekanntschaft."
"Was für eine unweibliche Idee!" sagte der König und setzte die Krone wieder auf. Er hatte gerade den Premierminister entdeckt, der einen Korb voll brandneuer Gesetzentwürfe brachte. "Schlag dir diesn Unsinn aus dem Kopf, mein Kind. Ich habe deine Mutter vor einem Drachen gerettet, wie es sich gehört. Willst du etwas besseres sein als sie?"
"Aber er ist doch der letzte Drache. Das macht ihn anders als die übrigen"
"Warum?" fragte der König.
"Weil er eben der letzte ist", sagte die Prinzessin und ging zum Fechtunterricht, den sie sehr ernst nahm. Sie nahm den Fechtunterricht immer ernst - denn der Gedanke an eine Kampf mit dem Drachen ging ihr nicht aus dem Kopf. Sie nahm ihn so ernst, dass sie die kühnste uns stärkste und geschickteste und vernünftigste Prinzessin in ganz Europa wurde. Die schönste und netteste war sie schon immer gewesen.
Und die Tage und Jahre vergingen, bis endlich ein ganz besonderer Tag kam. Der Tag vor dem Tag, an dem die Prinzessin vor dem Drachen gerettet werden sollte. Der Prinz, dem man diese Aufgabe zugedacht hatte, war ein blasser Prinz mit großen Augen. Er wusste alles über Mathematik und Philosophie, aber leider hat er seine Fechtstunden vernachlässigt. Er blieb über Nacht im Palast, wie das damals üblich war, und es gab ein Bankett.
Nach dem Abendessen schickte die Prinzessin ihren zahmen Papagei mit einem kleinen Brief zum Prinzen. Darin stand: "Komm bitte auf die Terasse, Prinz. Ich möchte unter vier Augen mit dir sprechen. Die Prinzessin."
Natürlich ging er hin - und ihr silbenes Kleid schimmerte im Schatten der Bäume wie Wasser im Sternenlicht. Und als er neben ihr stand, sagte er: "Prinzessin, zu deinen Diensten", und erbeugte sein goldbekleidetes Knie und legte die Hand auf sein goldbekleidetes Herz. "Glaubst du, dass du den Drachen töten kannst?" fragte die Prinzessin ernst.
"Ich werde ihn töten oder sterben", sagte der Prinz mit fester Stimme.
"Sterben hat keinen Sinn", entgegnete die Prinzessin. "Es ist das wenigste, was ich tun kann", sagte der Prinz.
"Ich glaube eher, es ist alles, was du tun kannst", sagte die Prinzessin.
"Wenn ich den Drachen nicht töte, ist es das einzige, was ich tun kann", entgegnete er.
"Ich verstehe nicht, warum du überhaupt etwas für mich tun sollst", sagte sie.
"Weil ich es will", sagte er. "Ich liebe dich mehr, als irgendetwas anderes auf der Welt."
Bei diesen Worten sah er so freundlich aus, dass ihn die Prinzessin ein klein wenig gern haben musste.
"Pass auf", sagte sie, "morgen ist außer uns beiden kein Mensch unterwegs. Du weißt, dass sie mich an einen Felsen binden und dort allein lassen. Dann laufen alle nach Hause und schließen die Fensterläden und machen sich erst wieder auf, wenn du im Triumph durch die Stadt reitest und rufst, dass du den Drachen getötet hast. Und ich sitze hinter dir auf dem Pferd und weine vor Freude."
"Ich habe davon gehört", sagte der Prinz.
"Liebst du mich so sehr, dass du ganz schnell kommst und mich losschneidest - damit wir gemeinsam mit dem Drachen kämpfen?"
"Das wäre zu gefährlich für dich."
"Wenn ich frei bin und ein Schwert in der Hand habe, ist es für uns beide nicht halb so gefährlich, wie wenn ich gefesselt und hilflos bin. Sag ja."
Und weil er ihr keinen Wunsch abschlagen konnte, willigte er ein.
Am nächsten Tag geschah alles, was die Prinzessin wollte. Als er die Stricke zerschnitten hatte, die sie an den Felsen fesselte, standen die beiden an dem verlassenen Bergabhang und sahen einander in die Augen.
"Ich glaube", sagte der Prinz, "diese Zeremonie kann auch ohne den Drachen stattfinden."
"Ja", sagte die Prinzessin, "aber da sie nun einmal mit dem Drachen stattfinden soll-"
"Es ist ein Jammer, den Drachen zu töten", sagte der Prinz. "Den allerletzten in der Welt."
"Dann tun wir es eben nicht", sagte die Prinzessin. "Wir werden ihn zähmen, bis er keine Prinzessinen mehr isst, sondern ihnen aus der Hand isst. Es heißt, mit Güte kann man jedes Geschöpf zähmen."
"Wenn wir ihn mit Güte zähmen wollen, müssen wir ihm etwas zu essen geben", sagte der Prinz. "Hast du irgend etwas dabei?"
Das hatte sie nicht, abe der Prinz hatte ein paar Kekse eingesteckt. "Das Frühstück ist schon so lange her", sagte er. "Ich dachte, du würdest nach dem Kampf in Ohnmacht fallen."
"Wie klug du doch bist", sagte die Prinzessin und nahm in jede Hand einen Keks. Dann sahen sie hierin und dorthin, doch nirgends konnten sie den Drachen entdecken.
"Dort ist seine Fährte", sagte der Prinz und zeigte auf eine Stelle, wo der Felsen zerkratzt und zerschrammt war. Die Drachenfährte führte in eine dunkle Höhle und ähnelte den Radspuren auf einer Landstraße in Sussex, vermischt mit den Spuren von Möwenfüßen am Strand.
"Schau, hier hat er seinen eisenen Schwanz entlanggeschleift und seine stählernen Krallen eingegraben."
"Lass uns vergessen, wie hart sein Schwanz ist und seine Krallen sind", sagte die Prinzessin, "sonst habe ich Angst. Und wer Angst hat, kann niemanden zähmen, nicht einmal mit Güte. Komm, jetzt oder nie."
Sie nahm den Prinzen bei der Hand und lief mit ihm den Pfad entlang zum schwarzen Eingan der Höhle. Aber es war so schrecklich dunkel darin, dass sie sich nicht hinenwagten. Sie standen draußen, und der Prinz rief: "He, du Drache dort! He, du dort drin!" Aus der Höhle hörten sie eine Stimme und lautes Rasseln und Klirren und Knarren. Es klang, als ob eine ziemlich große Baumwollspinnerei sich streckte und langsam erwachte.
Der Prinz und die Prinzessin zitterten, doch sie rührten sich nicht vom Fleck.
"Drache - hör mal, Drache!" sagte die Prinzessin. "Komm doch heraus und sprich mit uns. Wir haben dir ein Geschenk mitgebracht."
"Danke - ich kenne eure Geschenke", brummte der Drache, und seine Stimme dröhnte gewaltig. "Bestimmt ist es eine von diesen kostbaren Prinzessinen. Und ich soll herauskommem und um sie kämpfen. Ehrlich gesagt - ich denke nicht daran. Nicht gegen einen fairen Kampf. Ein fairer Kampf und keine Gnade. Aber einen von diesen abgekarteten Kämpfen, die man verlieren muss - nein danke! Das schreibt euch hinter die Ohren. Wenn ich unbedingt eine Prinzessin haben will, dann hol' ich sie mir - aber ich will keine. Was würde ich denn mit ihr tun, wenn ich sie hätte? Na, was meint ihr wohl?"
"Sie aufessen, nichft wahr?" fragte die Prinzessin, und ihre Stimme zitterte ein wenig. "So ein Quatsch", sagte der Drache ziemlich unverschämt. "Ich würde das widerliche dürre Ding nicht einmal anrühren."
"Magst du Kekse?" fragte die Prinzessin.
"Nein" brummte der Drache. "Nicht einmal die teuren kleinen mit Zuckerguss"? "Nein" brummte der Drache. "Was magst du dann?" fragte die Prinzessin. "Dass ihr weggeht und mich in Ruhe lasst", brummte der Drache.
Er wälzte sich herum, und das Echo seiner klirrenden rasselnden Schuppen klang wie der Dampfhammer im Zeughaus von Woolwich. Der Prinz und die Prinzessin sahen scih an. Was sollten sie nur tun? Sie konnten doch nicht einfach heimgehen und dem König erzählen, dass der Drache sich nichts aus Prinzessinen machte. Seine Majestät war leider altmodisch und würde nicht glauben, dass ein neumodischer Drache ganz anders als ein altmodischer war. Aber sie konnten auch nicht in die Höhle gehen und den Drachen töten. Solange er die Prinzessin nicht angriff, kam es ihnen ausgesprochen schäbig vor, ihn zu überhaupt zu töten.
"Er muss doch irgendetwas mögen", flüsterete die Prinzessin und sie rief mit einer Stimme so süß wie Honig und Zuckerrohr: "Drache! Lieber Drache!"
"WAS?" schrie der Drache. "Sag das noch mal!" Und sie hörten, wie er durch die dunkle Höhle langsam näher kam. Die Prinzessin zitterte, und sie sagte leise: "Drache - lieber Drache!"
Da kam der Drache heraus. Der Prinz zog sein Schwert, und die Prinzessin zog ihres - das schöne mit dem silbernen Griff, das der Prinz im Auto mitbegracht hatte. Aber sie kämpften nicht, sie wichen langsam zurück. Und der Drache kam in seiner ganzen riesigen Länge heraus und legte sich auf den Felsen. Die großen Flügel hatte er nur halb ausgebreitet, und der Silberschimmer seiner Schuppen glänzte in der Sonne wie lauter Diamanten. Schließlich konnten die beiden nicht weiter zurückweichen - so standen sie da, die Schwerter in der Hand und warteten. Näher un dnäher kam der Drache - und jetzt sahen sie, dass er weder Feuer noch Rauch atmete. Langsam kroch er zu ihnen hin und schwänzelte ein bisschen wie ein junger Hund, der spielen will und nicht recht weiß, ob man ihm böse ist. Und dann sahen sie, dass ihm dicke Tränen über die Wange liefen.
"Was ist denn?" fragte der Prinz.
"Noch nie hat mich jemand 'lieb' genannt", schluchtze der Drache. "Nicht weinen, lieber Drache", sagte die Prinzessin. "Wir nennen dich 'lieb' so oft du willst. Wir möchten dich zähmen". "Ich bin zahm", sagte der Drache, "das ist es ja. Und du bist der erste Mensch, der es gemerkt hat. Ich bin so zahm, dass ich dir aus der Hand esse." "Was isst du lieber Drache?" fragte die Prinzessin. "Keine Kekse?". Der Drache schüttelte den dicken Kopf. "Keine Kekse?" wiederholte die Prinzessin zärtlich. "Was dann, lieber Drache?" "Deine Güte bringt es fertig, dass ich mich gar nicht mehr wie ein Drache fühle", sagte er. "Niemand hat mich je gefragt, was ich essen möchte. Immer hat man mir Prinzessinen vorgesetzt und sie dann gerettet. Noch nie hat mich jemand gefragt: 'Womit willst du auf die Gesundheit des Königs trinken?' Das ist grausam" und wieder weinte er.
"Und womit willst du auf unsere Gesundheit trinken?" fragte der Prinz. "Wir heiraten heute. Nicht wahr, Prinzessin?"
"Ich glaube, dass tun wir", sagte sie. "Womit ich auf eure Gesundheit trinken will?" fragte der Drache. "Sie sind wirklich ein Kavalier, mein Herr. Ich habe nichts dagegen, mein Herr. Im Gegenteil. Ich möchte gerne auf Ihre Gesundheit und die der schönen jungen Dame trinken mit einem kleinen Tropfen Bb-bb-bb-bb-benzin - da-das tut einem Drachen gut, mein Herr-"
"Ich hab welches im Auto", sagte der Prinz und verschwand wie ein Blitz. Er kannte sich mit Menschen und Tieren gut aus, und wusste, dass die Prinzessin bei dem Drachen gut aufgehoben war.
"Während der junge Kavalier Kavalier fort ist, könntest du mir einen großen Gefallen tun", sagte der Drache. "Bitte, nenn mich noch ein einziges Mal 'lieber' - nur damit die Zeit schneller vergeht. Und wenn du einem armen alten Drachen, der immer nur sein eigener Feind gewesen ist, die Klaue schütteln würdest - dann wird der letzte Drache der stolzeste Drache sein, den es je gegeben hat."
Er streckte eine riesige Pfote aus, und die mächtigen stählernen Haken umschlossen die Hand der Prinzessin so sanft, wie sich die Krallen des Himalayabären um ein Stück Rosinenbrot schließen, das man im Zoo durch sein Gitter steckt. Und so kehrten der Prinz und die Prinzessin im Triumph in den Palast zurück, und der Drache folgte ihnen, wie ein Schoßhund. Und während der ganzen Hochzeitsfeier trank niemand eifriger auf das Glück von Braut uand Bräutigam als der Lieblingsdrache der Prinzessin - dem sie den Namen Fido gegeben hatte.
Und als das glückliche Paar in sein eigenes Königreich gezogen war, erschien Fido eines Tages bei ihnen und bat um die Erlaubnis, sich nützlich zu machen.
"Es muss doch irgendeine Kleinigkeit geben, die ich tun kann", sagte er. "Meine Flügel und Klauen und alles übrige müssen doch irgendeinen Sinn haben - ganz zu schweigen von meinem dankbaren Herzen." Und er rasselte mit den Flügeln und streckte die Klauen. Da ließ der Prinz einen ganz besonderen Sattel für ihn machen, eine Art Elefantensitz - nur eben viel länger - als ob man viele Tramdächer aneinander gelötet hätte. Einhundertfünzig Sitze wurden auf dem Riesensattel festgeschraubt, und der Drache, der nichts Schöneres mehr kannte, als anderen eine Freude zu bereiten, brachte Kinder ans Meer. Ruhig und leicht flog er mit seinen kleinen Passagieren dahin. Dann lag er geduldig im Sand und wartete, bis alle hundertfünzig wieder heim fliegen wollten. Die Kinder mochten ihn gern und nannten ihn 'lieber Drache', ein Wort, das ihm jedesmal Tränen der Rührung und Dankbarkeit in die Augen trieb.
So lebte er nützlich und geachtet, bis er eines Tages hörte, dass Drachen unmodern seien - weil immer neuere Maschinen erfunden wurden. Das bekümmerte ihn sehr, und er bat den König, ihn ein wenig zu modernisieren. Und der freundliche Monarch tat ihm den Gefallen. So wurde aus dem letzten Drachen das erste Flugzeug.

Was vordergründlich anmuten mag wie die ein wenig oberflächliche Beschäftigung mit dem Thema "Feinde", ist genauer betrachtet die Übung der Fertigkeit, den nicht der Wahrheit entsprechenden Hintergründen eines Feindesbildes auf die Spur zu kommen, sie zu reflektieren und Strategien zu dessen Abbau umzusetzen. Intensiver, als das beim bloßen Lesen oder Hören des Textes der Fall ist, setzt sich die Gruppe mit ihm und seiner Botschaft auseinander, verinnerlicht die Perspektiven und Handlungsvarianten der Protagonisten und macht sie so für ihr eigenes Leben nutzbar.

Während ihr diese Geschichte gemeinsam vertont, könnt ihr euch folgendes dazu überlegen:

  • Welche Textanteile werden, wie sie vorhanden sind, übernommen und einfach vorgelesen?
  • Wird der Erzähltext von einer einzelnen Person oder auf mehrere verteilt rezitiert?
  • Wer leiht den handelnden Figuren die Stimme?
  • Soll der Drache vielleicht von allen im Chor gesprochen werden?
  • Was wird betont?
  • Wird direkte Rede ergänzt?
  • Wird das eine oder andere Wort durch ein verständlicheres ersetzt?
  • Wie wird die nötige Geräuschkulisse erzeugt?
  • Wird Hintergrundmusik verwendet? (Welche? An welchen Stellen? Andauernd oder nur an bestimmten Stellen?)
  • Werden andere Texte/Lieder mit eingeflochten?
  • ...

Publikation: fremdsein

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