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Jesus ist tolerant

Messmodelle

Hintergrund

Für einen Gottesdienst mit Kindern am 13. Sonntag im Jahreskreis schlagen wir vor, als Evangelium Lk 9,51-56 zu verwenden, da die Verse 57-61 für Kinder nur sehr schwer verständlich sind. Im Mittelpunkt der Verkündigung steht das Auf-dem-Weg-Sein von Jesus, als Jakobus und Johannes das samaritische Dorf, das Jesus nicht aufnimmt, mit Feuer vom Himmel vernichten wollen.

Material

  • Verkleidungen für Kinder als Jesu, Jünger und Samariter
  • Projektion einer Flamme oder Fackel an der Wand

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Kyrie
  • Verkündigung
  • Fürbitten

 

Bibelstellen

1. Lesung: 1 Kön 19, 16b.19-21

In jenen Tagen sprach der Herr zu Elija: Salbe Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, zum Propheten an deiner Stelle. Elija ging vom Gottesberg weg und traf Elischa, den Sohn Schafats. Er war gerade mit zwölf Gespannen am Pflügen, und er selbst pflügte mit dem zwölften. Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel über ihn. Sogleich verließ Elischa die Rinder, eilte Elija nach und bat ihn: Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben; dann werde ich dir folgen. Elija antwortete: Geh, aber komm dann zurück! Bedenke, was ich an dir getan habe.
Elischa ging von ihm weg, nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie. Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch und setzte es den Leuten zum Essen vor. Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst.

2. Lesung: Gal 5,1.13-18

Schwestern und Brüder! Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen. Ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder und Schwestern. Nur nehmt die Freiheit nicht zum Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander in Liebe! Denn das ganze Gesetz ist in dem einen Wort zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn ihr einander beißt und verschlingt, dann gebt Acht, dass ihr euch nicht gegenseitig umbringt.

Evangelium: Lk 9,51-56

Als die Zeit herankam, in der Jesus in den Himmel aufgenommen werden sollte, entschloss er sich, nach Jerusalem zu gehen. Und er schickte Boten vor sich her. Diese kamen in ein samaritisches Dorf und wollten eine Unterkunft für ihn besorgen. Aber man nahm ihn nicht auf, weil er auf dem Weg nach Jerusalem war. Als die Jünger Jakobus und Johannes das sahen, sagten sie: Herr, sollen wir befehlen, dass Feuer vom Himmel fällt und sie vernichtet? Da wandte er sich um und wies sie zurecht. Und sie gingen zusammen in ein anderes Dorf.

Hintergrund Evangelium:

Der Weg nach Jerusalem


Der Evangelist Lukas hat eine Vorliebe für die Zeitwörter "gehen, reisen, wandern". So kommt eines dieser drei Zeitwörter im Lukas-Evangelium 25mal in Bezug auf Jesus vor. Wir können daraus ersehen, wie wichtig dem Evangelisten das Unterwegs-Sein, das Auf-dem-Weg-Sein Jesu ist. Dem entspricht die Eigenart des Lukas, den neuen Lebensstil der Nachfolge Jesu mit Weg (hodos) zu charakterisieren und im auferstandenen Jesus den "Anführer ins Leben" (Apg 3,15) zu sehen, der seine Jünger auf den Weg zum Vater führt. Jesus ist unterwegs auf seinem unaufhaltsamen Weg nach Jerusalem - zum Kreuz und zur Auferstehung.

Die Samariter und die Juden


In einem samaritanischen Dorf bekommt Jesus keine Unterkunft. Um das zu verstehen, muss man einen kurzen Blick auf die Geschichte des samaritischen Volkes werfen: Die Samaritaner waren die Nachkommen der ehemaligen Bewohner des Nordreiches, die sich durch Heirat mit den Angehörigen fremder Völker vermischt hatten, die nach der Wegführung der Israeliten (722 v. Chr. Geburt) dort angesiedelt worden waren. Ihre Bindung an das Südreich Juda war nie sehr stark gewesen, und zur Zeit Nehemias wurde die Entfremdung offensichtlich. Die Samaritaner bauten sich dann ihren eigenen Tempel auf dem Garizim oberhalb von Sichern. Seither herrschte erbitterte Feindschaft, so dass der jüdische König Johannes Hyrkan im Jahr 128 v.Chr.Geb. den Tempel der Samaritaner zerstören ließ. Die Juden betrachteten die Samaritaner als Heiden und ihren Kult als illegitim. Die Samaritaner erwiderten diese Ablehnung. Wie wir wissen, hat Jesus sich ihnen zugewandt und ihnen das Evangelium verkündet, gerade weil sie als Heiden und Ausgestoßene galten (z.B. Jesus und die Frau am Jakobsbrunnen - Joh 4). Jesus bekommt also in diesem samaritischen Dorf keine Unterkunft, weil es zwischen den Juden und den Samaritern große Gegensätze und sogar Feindschaft gibt.

Die Zurechtweisung


In der Begegnung mit den ablehnenden Samaritern wird eigentlich die Reaktion der Jünger gezeichnet. Die Boten, die Jesus vor sich her geschickt hat, bekommen keine Unterkunft für ihn. Aufgrund dieser Ablehnung wollen die beiden Zebedäussöhne Jakobus und Johannes (-sie werden auch "Donnersöhne" genannt - nomen est omen), dass - so wie es Elija in 2 Kön 1,10 ff befohlen hat - "Feuer vom Himmel fällt und die Samariter vernichtet". Sie wollen also die Samariter dem göttlichen Strafgericht unterziehen und sie vernichten. Aber Jesus weist die beiden rachsüchtigen und gewalttätigen Jünger zurecht und betont, dass er nicht gekommen ist, zu vernichten, sondern um den Menschen Heil zu bringen und sie zu retten. Wenn im 55. Vers steht "Da wandte er sich um und wies sie zurecht", ist Jesus der Jüngergruppe vorausgegangen. Er lehnt die Vergeltungsgedanken der Zebedäussöhne total ab, toleriert die ablehnende Haltung der Samariter und geht auf ein anderes Dorf zu.

Die Nachfolge


Die Jüngergruppe, die hinter Jesus auf dem Weg ist, symbolisiertdie ihm nachfolgende Kirche. Drei verschiedenen Jüngern antwortet Jesus auf Fragen nach Charakter und Grundhaltungen christlicher Nachfolge. Wie soll man Jesus auf seinem Weg folgen? (vgl. die noch folgenden Verse Lk 9,57-62). Ein anonymer Mann - bei Matthäus ist es ein Schriftgelehrter - will Jesus unbedingt nachfolgen ("wohin du auch gehst"):
Jesus stellt ihm die Heimatlosigkeit und Ungeborgenheit des Menschensohnes dar. Einen anderen (Jünger) fordert Jesus zur Nachfolge auf, doch dieser will zuerst seinen toten Vater beerdigen: Jesus zieht eindeutig das Reich Gottes dem Gesetz vor. Er soll gleich mitkommen. Ein dritter Mann erklärt sich zur Nachfolge bereit, will aber zuerst sich noch von einer Familie verabschieden: Jesus aber fordert zwischenmenschliche Bindungen ruhen zu lassen und entschieden nach vorn zu blicken auf das Reich Gottes hin, so wie der Pflüger stets nach vorne blickt auf die Zielgerade der Furchenführung. Die "Tauglichkeit" für den Verkündigungsdienst des Reiches Gottes wird zwar von Jesus an radikale Entscheidungen und Lebensstile gebunden (den toten Vater nicht zu beerdigen, die Familie zu verlassen, keine Ruhestatt zu haben für sein Haupt), was den Jüngern (auch heute) aber noch lange nicht das Recht gibt, diejenigen, die Jesus nicht aufnehmen wollen (Vers 53-55), zu verurteilen. Jesus verlangt viel, aber lässt die Entscheidung des einzelnen stehen und akzeptiert sie. Deswegen dürfen die Jünger den Samaritern nichts antun.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Kyrie


  • Jesus, unser Bruder, du bist geradlinig deinen Weg nach Jerusalem gegangen.
  • Jesus, unser Bruder, du zwingst keinem Menschen deine Botschaft auf, sondern lässt ihn frei entscheiden.
  • Jesus, unser Bruder, du verzeihst uns immer wieder, wenn wir etwas falsch gemacht haben.


Verkündigung


Vor dem Evangelium wird ein Dia mit einer Abbildung von Feuer Verkündigung an die Wand projiziert oder eine Fackel angezündet. Die Kinder werden aufgefordert, genau aufzupassen, was das Feuer bzw. die brennende Fackel mit dem heutigen Evangelium zu tun hat.

Evangelium Lk 9,51-56

Was passiert im heutigen Evangelium? Die Kinder versuchen das Evangelium nachzuerzählen. Dabei sollten drei Schwerpunkte herausgearbeitet werden:

  1. Jesus geht konsequent seinen Weg nach Jerusalem. Lässt sich nicht abhalten.
  2. Wie reagieren Jakobus und Johannes auf die Samariter, die den Juden Jesus ablehnen? - Mit Feuer!
  3. Jesus weist die beiden Apostel aufgrund ihrer gewaltvollen Haltung zurecht.

Die Verweigerung der Gastfreundschaft ist schlimm. Zur Zeit Jesu, als es keine Hotels gab, war das Übernachten im Freien in den sehr kühlen Nächten der samaritischen Berge sehr unangenehm. Unterkunft geben heißt aber zugleich Gemeinschaft haben.

Der Evangelist will aufzeigen, dass die beiden Jünger dieselbe feindselige Haltung aufweisen wie die Samariter. Sie meinen, Gott solle Feuer vom Himmel fallen lassen und das samaritische Dorf vernichten. Jesus weist sie daraufhin zurecht, wendet sich um und geht einsam davon. Er ist von ganz anderer Gesinnung. Wenn die Welt anders werden soll, muss jeder anfangen, anders zu sein, wie Jesus zu sein. Die Jünger müssen mit Jesus in ein anderes Dorf gehen, obwohl sie schon sehr müde sind.

Was können wir aus dem Evangelium herauslesen? - Auch wir gehen unseren Weg, sind unterwegs. Oft stoßen wir auf Schwierigkeiten und würden am liebsten diejenigen, die uns Schwierigkeiten bereiten, (oft mit Gewalt/Feuer) beiseiteschaffen bzw. vernichten. (Beispiele aus der Kinderwelt: Jemand findet eine Serie im Fernsehen blöd, die ich über alles liebe; meine Freunde wollen nicht mit mir das Spiel spielen, das ich vorgeschlagen habe; die Blöden aus der A-Klasse finden unsere Zeichnungen schlecht, ... usw.). Das ist alles verständlich. Es tut weh, wenn etwas, das einem wichtig ist, abgelehnt wird. Auch die Enttäuschung der Jünger ist verständlich, sie waren schon müde und wollten in dem samaritischen Dorf übernachten. Wir können sehr gut verstehen, dass sie das Problem mit Feuer aus der Welt schaffen wollen. Doch das ist nicht der Weg Jesu. "Da wandte er sich um und wies sie zurecht", steht im heutigen Evangelium. Ganz klar lehnt Jesus die Lösung, die mit Gewalt reagiert, ab. Er geht weiter seinen konsequenten Weg nach Jerusalem, in die Stadt, in der er ans Kreuz geschlagen und drei Tage später auferstehen wird.

Als Abschluss könnte man fragen, ob sich 3 Kinder finden, die diese Geschichte - natürlich mit der Fackel - spielen wollen. Wenn sich mehr finden, sind die übrigen die Samariter oder es gibt mehr Jünger. Natürlich sind dafür auch ein paar Verkleidungen (Decken, Stöcke, Fackeln...) vorbereitet, die das Spiel schöner machen.

Fürbitten


  • Für alle Menschen, die in ihrem Leben nichts haben, woran sie sich orientieren können: dass sie wieder Sinn in ihrem Leben finden.
  • Für alle Menschen, die konsequent ihren Weg gehen: dass sie dabei den Mut und die Kraft nicht verlieren.
  • Für alle Menschen, die die Botschaft Jesu nicht annehmen können: dass sie Konflikte und Streit auch gewaltlos lösen können.
  • Für alle, die Verantwortung tragen: dass sie unter dieser Last nicht zusammenbrechen.
  • Für alle Menschen, die ihren Weg aus den Augen verloren haben: dass sie ihn wieder finden.
  • Für uns alle: dass wir es aushalten, wenn jemand unsere Überzeugung ablehnt.
  • Für alle Menschen, die die Botschaft Jesu verkünden: da sie niemanden zwingen oder gar mit Feuer vernichten wollen.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 13. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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