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Für wen haltet ihr mich?

Messmodelle

Hintergrund

Das völlig andere, neuartige der christlichen Botschaft wird sowohl in Lesung wie in Evangelium dieses Sonntags betont. Und auch heute noch hat diese Botschaft den Charakter des Neuen, ermuntert uns, neue, andersartige Varianten in Erwägung zu ziehen. Dieser Ermunterung soll in diesem Modell vor allem im Hinblick auf die Beziehung zwischen Kindern und Erwachsenen nachgegangen werden.

Material

  • Großes Plakat
  • Ansichtskarten (Anzahl soll der Kinderzahl entsprechen)

Aufbau

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Evangelium
  • Lesung
  • Fürbitten
  • Vater unser

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sach 12,10-11; 13,1

So spricht der Herr: Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen. Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen Sohn klagt: sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird die Totenklage in Jerusalem so laut sein wie die Klage um Hädad-Rimmon in der Ebene von Megiddo.
An jenem Tag wird in Jerusalem eine Quelle entspringen, die die Nachkommen Davids und die Bewohner der Stadt von der Befleckung durch Schuld und Ungehorsam reinigt.

2. Lesung: Gal 3,26-29

Schwestern und Brüder! Ihr seid alle durch den Glauben Kinder Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus als Gewand angelegt. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid "einer" in Christus Jesus. Wenn ihr aber zu Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben kraft der Verheißung.

Evangelium: Lk 9,18-24

In jener Zeit, als Jesus in der Einsamkeit betete und die Jünger bei ihm waren, fragte er sie: Für wen halten mich die Leute? Sie antworteten: Einige für Johannes den Täufer, andere für Elija; wieder andere sagen: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Petrus antwortete: Für den Messias Gottes. Doch er verbot ihnen streng, es jemand weiterzusagen.
Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.

Hintergrund Evangelium:

Zwei entscheidende Fragen


Jesus und seine Jünger halten sich in der Gegend von Betsaida, nahe bei Kafacnaum auf. Sie haben sich in die Einsamkeit zurückgezogen, und Jesus betet. In dieser Situation richtet sich Jesus mit einer Frage zu seiner Person an die Jünger. Diese Frage besteht aus zwei Teilen. Zuerst will Jesus wissen, für wen ihn die Volksmenge hält. Danach fragt er nach den Vorstellungen der Jünger. ("Für wen haltet ihr mich?") Diese zweite Frage ist wohl die zentrale, die durch die erste vorsichtig eingeleitet wird.

Das Volk über Jesu


In Lk 9,7 wird erzählt, wie Herodes seine Berater nach der Identität Jesu fragt. Diese antworten, dass manche Menschen ihn für den wiedererstandenen Johannes den Täufer halten, manche für Elija und andere wieder für einen alten Propheten. Fast dieselbe Antwort geben die Jünger Jesus auf seine Frage, mit dem kleinen Unterschied, dass sie von Johannes dem Täufer reden, ohne auf dessen schon früher von Lukas geschilderte Ermordung einzugehen.

Frage an die Jünger


Die Frage nach dem Glauben der Jünger wird durch die Einleitung "Ihr aber" deutlich herausgestellt. Sie gibt zu erkennen, dass Jesus von seinen Freunden, die er erwählt hat und die ihm nahestehen, mehr erwartet. Fast mutet die Situation wie eine Art "Bewährung" an, die eine klare Entscheidung und Aussage fordert.

Christus-Bekenntnis


Petrus antwortet gleichsam stellvertretend für alle Jünger. Er bezeichnet Jesus als den "Messias Gottes". Dieser Titel wird in alttestamentlich-jüdischer Weise als "Repräsentant des einen und einzigen Gottes" verstanden. In diesem Bekenntnis kommt also die besondere Nähe Jesu zu Gott zum Ausdruck. Jesus selbst lässt, wenn er von sich als dem Messias spricht, den Zusatz "Gottes" weg. So soll wohl vermieden werden, dass er bloß als der "Stellvertreter Gottes auf Erden" betrachtet wird. Doch sichert umgekehrt der Zusatz gegen eine Verwechslung mit Gott selbst oder mit einem nationalen Revolutionär.

Schweigegebot


Jesus weiß wohl, dass die Jünger noch nicht die endgültige Botschaft seines Lebens- und Leidensweges verstehen können. Das Schweigegebot trägt also dem Unverständnis der Jünger Rechnung. Sie könnten letztendlich ebenso wenig wie die Volksmenge das Leiden müssen des Messias schon jetzt begreifen. Um die Verbreitung noch nicht begreifbarer Worte und damit die möglichen Missverständnisse zur Person Jesu zu vermeiden, verbietet Jesus den Jüngern vorerst, anderen von diesem Gespräch zu erzählen. Zudem möchte er sicher auch, dass seine Worte in den Herzen der Jünger erstmals Wurzeln bekommen. Dies vollzieht sich immer nur in Stille und ohne viel Gerede. Sie sollen vorerst schweigen, um verstehen zu lernen.

Leiden und Auferstehung


Jesus ergänzt das Bekenntnis der Jünger durch den Hinweis, dass der Menschensohn leiden müsse und getötet werde, am dritten Tag aber auferstehen werde. Ankündigung des Leidens und Zusage der Auferstehung bilden eine Einheit und stellen die Vollendung der Messiasoffenbarung dar.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Im Eröffnungsteil werden die Kinder aufgefordert, sich ein wenig in der Kirche umzusehen. Der Leiter der Verkündigung fragt sie, wie alt diese Kirche wohl sei. Was sind ältere Teile, was neuere in der Kirche? Die Kirche als Gemeinschaft ist nun schon fast 2000 Jahre alt - und immer wieder entsteht in dieser Gemeinschaft auch Neues - neue Kirchenhäuser, neue ldeen._
Über Alt und Neu wollen wir in diesem Gottesdienst besonders nachdenken.

Kyrie


  • Jesus Christus, was wir einmal als angenehm erlebt haben, tun wir immer wieder. Da passiert es dann, dass wir nicht mehr daran denken, auch einmal etwas Neues auszuprobieren. Du hast dich oft in neue Erlebnisse eingelassen. Herr, erbarme dich unser.
  • Jesus Christus, wenn etwas "immer schon so war", haben wir oft wenig Mut, es zu ändern, auch wenn wir eigentlich nicht zufrieden damit sind. Du hast es gewagt, auch Ungewöhnliches zu sagen und zu tun. Christus, erbarme dich unser.
  • Jesus Christus, wenn jemand eine neue Idee hat, haben wir oft Angst, sie einmal auszuprobieren, weil wir noch nicht wissen, was daraus wird. Du bist selbst einer, der viele neue Ideen hatte. Herr, erbarme dich unser.


Evangelium


Im Ablauf dieses Gottesdienstes empfehlen wir, diesmal das Evangelium vor der Lesung zu lesen, da sich die Verkündigung in ihrem Kern vor allem aus der Lesung ableitet.
Zum Evangelium werden die Kinder darauf hingewiesen, dass Jesus selbst jemand ganz "Neuer" war. Er war kein alter Prophet, der von den Toten wiedergekehrt war, jemand besonderer, der auch völlig Neues und Besonderes sagte, tat und erlebte. Das war so neu, dass es viele nicht verstanden haben, darum sagte er seinen Jüngern auch, sie sollen es niemandem erzählen. Erst später werden die Menschen verstehen, was Jesus mit seinen neuen Ideen gemeint haben könnte.

Lesung


Weil Jesus Christus jemand Besonderer war - mit neuen Ideen Lesung und Taten - so soll es auch bei den Christen immer etwas Neues, Besonderes geben. Paulus nennt das: "einer" sein in Christus. Das Neue unter den Christen ist, dass es nicht mehr die alten Unterschiede gibt: nicht mehr Juden und Griechen - also die Unterschiede zwischen den Völkern - und nicht mehr Sklaven und Freie - also Unterschiede zwischen denen, die anschaffen und denen, die gehorchen - und nicht mehr Mann und Frau - also Unterschiede in den Rechten von Männern und Frauen. Dennoch gibt es auch heute noch Völker, die einander Feinde sind, gibt es Mächtige, die andere beherrschen und gibt es unterschiedliche Behandlung von Männern und Frauen. Darum ist die Idee, die Paulus beschreibt, immer noch neu. Wir wollen diese neue Idee besonders bei einem Unterschied untersuchen der euch besonders betrifft: Beim Unterscheid zwischen Kindern und Erwachsenen. Eigentlich sollten auch Kinder und Erwachsene "einer" sein in Christus, wie Paulus sagt. Wir könnten vielleicht sagen: einig sein. Gerade bei uns Christen sollte das so sein.

Nun sind ja jetzt bald Ferien. Das ist eine Chance für Kinder und Erwachsene, das Zusammenleben ein bisschen anders zu gestalten als sonst im grauen Alltag. Was würdet ihr euch denn von den Erwachsenen wünschen? Was sollen sie in den Ferien anders machen als sonst, damit Kinder und Erwachsene "einer" in Christus sind, damit sie ein stückweit einiger sein könne? Mehr miteinander spielen, mehr miteinander reden, gemeinsam einen Film anschauen, einander Geschichten erzählen, Spazierengehen...

Die Vorschläge und Wünsche der Kinder könnte man auf ein großes Ferienplakat schreiben, das beim Altar hängt und auf dem viele Ferienfotos zu sehen sind: Sonne, Meer, spielende Kinder, lachende Familien... Zum Abschluss bekommt jedes Kind eine Ansichtskarte, die es an seine Eltern schicken kann, mit einem Wunsch für die Sommerferien.(Eventuell könnte der Leiter der Verkündigung auch ein Wort an die Erwachsenen richten:)

Paulus hat mit seinen Worten keine Änderung im politischen Sinn gefordert. Aber er hat sehr wohl das Wertesystem seiner Zeit verkehrt: ein Sklave, auch wenn er die gleiche Arbeit wie immer verrichtet, braucht sich nicht minderwertiger zu fühlen als ein Freier. So sind auch die Überlegungen zum Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen gemeint: Die Kinder sollen wissen und erfahren können, dass sie genauso viel zählen wie die Erwachsenen. Eine alte, neue Idee - und gerade die Christen sollten sich bemühen, sie bald Wirklichkeit werden zu lassen.

Fürbitten


  • Guter Gott, wir bitten für alle Kinder, die von ihren Eltern beschimpft, Fürbitten verprügelt und erniedrigt werden. Gib uns den Mut, dagegen etwas zu unternehmen, wenn wir davon erfahren. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Guter Gott, wir bitten für alle Kinder, deren Eltern sich oft streiten. Gib uns die Kraft, für sie gute Freunde zu sein. Wir bitten dich, erhöre uns.
  • Guter Gott, wir bitten für alle Kinder, die nicht ernst genommen werden, weil man sie mehr dressieren will, als in ihnen die vollwertigen Menschen anerkennen. Gib uns die Entschlossenheit, immer wieder dagegen zu sein, wenn Kinder so behandelt werden.
  • Guter Gott, wir bitten für alle Kinder, die keine Freunde gewinnen, weil sie eine andere Sprache sprechen als wir. Gib uns die Einsicht daß jemand, der anders spricht, nicht schlechter ist, sondern gerade das Neue bringt.


Vater Unser


Die Kinder machen zum "Vater unser" einen Kreis um den Altar. Die anwesenden Erwachsenen werden zum Friedensgruß gebeten, konkret darüber nachzudenken, was sie in der Beziehung zu Kindern neu und anders machen könnten. Als Zeichen, dass sie zu den Kindern stehen, können sich Erwachsene in den Kreis der Kinder einordnen und mit ihnen gemeinsam das Vater unser beten. Zum Abschluss bekommt jedes Kind eine Ansichtskarte, die es an seine Eltern schicken kann, mit einem Wunsch für die Sommerferien.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 12. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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