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Kajaphas und der Hohe Rat

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Am Geschehen rund um den Tod Jesu waren viele verschiedene Personen und Gruppierungen beteiligt. Außerdem spielten auch viele politische und religiöse Realitäten eine bedeutende Rolle.

Um das Ostergeschehen, das das zentrale Ereignis für uns Christ/innen ist, besser verstehen zu können, ist es sinnvoll, sich mit diesen komplizierten Verhältnissen auseinander zu setzen.

Es sind heute nicht alle Fakten rund um den Prozess Jesu bekannt oder völlig unumstritten. Diese Gruppenstunde versucht mit historischen Fakten das Geschehen für die Gruppenmitglieder plastischer und so leichter verständlich zu machen.

Material

  • Ein großer Koffer, in dem sich befinden:
  • evtl. Verkleidungen für alle Gruppenmitglieder (große, weiße T-Shirts bzw. Leintücher als Togen und (bunte) Tücher)
  • Kassettenrekorder
  • Schreibzeug
  • ein Brief
  • Fragebogen
  • Zeittafel
  • 2-3 Pläne von Jerusalem (ein Plan von den Pfarrräumlichkeiten und deren nähere Umgebung beschriftet mit Ortsangaben in Jerusalem)
  • Zettel mit Informationen
  • Taschenlampe
  • Tücher oder Ähnliches für den Bau einer Zeitmaschine
  • 2 USB-Sticks oder CDs mit Botschaften (siehe unten)
  • CD-Player oder MP3-Player

Aufbau

Zu Beginn der Gruppenstunde findet ihr eine Koffer mit einem Brief, der dazu aufruft, in die Vergangenheit zu reisen. Im Jerusalem des Jahres 30 n. Chr. finden die Kids verschiedene Informationen, mit deren Hilfe sie Fragen klären können. Gemeinsam wird wieder zurück in die Gegenwart gereist und die gesammelten Infos werden z.B. in Form einer Collage aufbereitet.

 

Vorbereitung:


In einem Eck des Gruppenraumes oder in einem Nebenraum richtest du z.B. mit Decken und Tüchern eine "Zeitmaschine" ein. Drinnen befindet sich ein Zettel mit der Aufschrift "Nächste Reise in das Jahr ___ nach ___". Einen Zettel mit den gesuchten Datumsangaben versteckst du in der Zeitmaschine.

Nimm die folgenden beiden Dialoge auf (und speichere sie auf einem USB-Stick oder auf CD, so dass sie die Kinder abspielen können).

Dialog zweier Mitglieder des Hohen Rates


A: Weißt du, warum uns Kajaphas heute Nacht zusammengeholt hat?
B: Ja, wegen dieses Jesus aus Galiläa. Der hat so viel Aufsehen erregt, dass es schon gefährlich wird. Heute ist er verhaftet worden, und er wird jetzt wegen Gotteslästerung angeklagt.
A: Aber für einen solchen Prozess müssen mindestens 23 der 71 Mitglieder des Hohen Rates kommen. Und ob das in der Nacht möglich ist?
B: Es muss möglich sein, denn wir wollen ihn heute noch zum Tod verurteilen.
A: Was? Aber das dürfen wir doch gar nicht! Du weißt doch, dass nur die Römer Todesurteile fällen dürfen.
B: Wenn wir diesen Jesus erst einmal verurteilt haben, werden sich schon Gründe finden, dass ihn Pontius Pilatus verurteilt.
A: Aber...das Ganze verstößt doch gegen die Vorschriften für den Hohen Rat: Die Sitzung am Feiertag, in der Nacht, im Haus des Kajaphas, das schnelle Urteil...
B: Es muss schnell geschehen! Denn zum Paschafest sind sehr viele Leute in Jerusalem, und da kann es leicht zu Unruhen kommen. Jesus muss rasch beseitigt werden, sonst könnten die Römer einschreiten, und du weißt, was das für uns bedeutet.

Zeugenaussagen über Joseph Kajaphas


A: Joseph Kajaphas hat die Tochter von Hannas, der vor einigen Jahren Hoher Priester war, geheiratet. Er hat so Zugang zu den einflussreichsten Familien Jerusalems erhalten. Hannas wurde vor 15 Jahren von den Römern abgesetzt. Warum das passiert ist, ist eine sehr undurchsichtige Geschichte.

B: Vor 12 Jahren ist dann Kajaphas Oberster Priester geworden, hauptsächlich deshalb, weil er es versteht, sich bei den Römern, die ja unser Land besetzt halten, beliebt zu machen. Man redet auch von Bestechung und solchen Sachen.

C: Aber Kajaphas kann einem manchmal sogar leid tun. Denn Hannas, sein Schwiegervater, hat noch immer viel zu sagen und redet ihm auch häufig drein. Und Kajaphas ist so abhängig von der Gunst des römischen Statthalters, dass er kaum Hoher Priester bleiben wird, wenn Pontius Pilatus abgesetzt wird.

Die anderen Hinweise und die beiden CDs/USB-Sticks versteckst du in oder um die Pfarre und schreibst ungefähre Ortsangaben auf die jeweiligen Nachforschungsaufträge.

Ein Geheimauftrag


Zu Beginn der Gruppenstunde erfahrt ihr, dass ein Koffer für euch hinterlegt wurde. Gemeinsam öffnet ihr diesen und schaut, was sich alles darin befindet. Den Brief lest am besten laut vor.

Sehr geehrtes Forschungs-Team!
Unser Kriminalinstitut stieß durch Zufall auf einen höchst interessanten Fall, der einige ungeklärte Fragen aufwirft. Es handelt sich um eine Gerichtsverhandlung, bei der es zu einigen Ungereimtheiten und einem ungerechtfertigten Todesurteil gekommen ist. Auch der Vorsitzende des Gerichts, Joseph Kajaphas, spielt eine sehr undurchsichtige Rolle.

Im Zuge unserer Voruntersuchungen sind einige Fragen aufgetaucht, auf die wir von Ihnen gerne eine Antwort hätten.

Um Ihre Nachforschungen zu erleichtern, habe ich Ihnen diesen Koffer mit einigen hilfreichen Gegenständen zusammengestellt. Außerdem steht Ihnen unsere Zeitmaschine zur Verfügung. Dieser Fall hat sich schon vor einiger Zeit zugetragen, genauer gesagt: Es geschah in Jerusalem im 17. Regierungsjahr des Kaisers Tiberius (umzurechnen auf die aktuelle Zeit ist Ihre erste Aufgabe).

Viel Erfolg bei Ihrer Mission wünscht Ihnen

Geheimrat Dr. Schnüffler


Wenn ihr herausgefunden habt, in welches Jahr ihr wollt, dann macht euch (mitsamt des Koffers) auf zur Zeitmaschine und tragt Jahr (30. n. Chr.) und Ort (Jerusalem) für eure Zeitreise ein. Dann reist ihr (unter Geheule und Lichtgeblitze) in die Vergangenheit.

Bevor ihr die Zeitmaschine verlasst, verkleiden sich noch alle, damit ihr unter den Bewohner/innen unerkannt bleibt.

In Jerusalem


In Jerusalem angekommen, bittest du die Kids nun, sich in zwei bis drei Kleingruppen zu teilen. Jede Kleingruppe erhält nun zwei oder drei der folgenden Nachforschungsaufträge und jeweils einen Plan von Jerusalem (ein Plan von den Pfarrräumlichkeiten und deren näherer Umgebung beschriftet mit Ortsangaben in Jerusalem).

Nachforschungsaufträge:

  • Es ist euch gelungen, ein Abhörgerät in den Hohen Rat einzuschmuggeln. Leider wurde das Gerät kaputt, ehe die Verhandlung begann. Dennoch wurde ein sehr interessantes Gespräch zwischen den Mitgliedern des Hohen Rates aufgezeichnet. Die Kassette findet ihr im Hohen Rat.
  • Es wurde ein Angestellter des Tempels über Joseph Kajaphas befragt. Die Kassette mit den Aussagen dieses Zeugen findet ihr in dessen Haus.
  • Unser Kriminalinstitut schickt euch per Zeitmaschine einen Teil eines Kalenders. Neben den heutigen Datums-angaben sind auch Datumsangaben aus der damaligen Zeit zu finden. Beachtet, dass der Tag damals bei Sonnenaufgang begann und nicht um Mitternacht.
  • Ein weiser Rabbi hat euch einige Regeln für den Ablauf eines Prozesses im Hohen Rat aufgeschrieben. Diese Regeln findet ihr am Markt.
  • In den Archiven des Tempels gibt es ein Protokoll über eine interessante Sitzung des Hohen Rats.
  • In der Schreibstube des Tempels liegt ein Protokoll einer Sitzung des Hohen Rats, bei der es zu einem Urteil gekommen ist.


Haben alle ihre Aufträge erfüllt, trefft ihr euch wieder und tauscht eure Informationen aus. Versucht dann gemeinsam, die Fragen des Kriminalinstituts zu beantworten und den Fragebogen auszufüllen.

Bitte um die Beantwortung folgender Fragen rund um den Prozess:

  • Datum:
  • ungefähre Uhrzeit:
  • Ort:
  • Name des Angeklagten:
  • Grund für die Verhaftung und
    Verurteilung:
  • Wurde gegen die Prozessordnung verstoßen? (Wie?)
  • Vorsitzender des Gerichts (inkl. näherer Informationen):

Zurück in der Zukunft


Wenn ihr den Auftrag erledigt habt, könnt ihr wieder zurück in die Zeitreisemaschine. Dort stellt ihr wieder die richtige Jahreszahl und den gewünschten Ort ein und reist mit viel Getöse zurück.

In der Gegenwart angekommen, findet ihr vor der Zeitmaschine einen kurzen Dankesbrief von Dr. Schnüffler vor.

Abschließend könnt ihr euch nun überlegen, ob ihr die Ergebnisse eurer Nachforschungen z.B. in Form einer Collage nicht auch anderen zugänglich machen wollt.

Material

Zeittafel der römischen Kaiser


Caesar Augustus: 31 v. Chr. - 14 n. Chr.
Tiberius: 14 - 37 n. Chr.
Caligula: 37 - 41 n. Chr.
Klaudius: 41 - 54 n. Chr.
Nero: 54 - 68 n. Chr.
Galba: 68 - 69 n. Chr.
Otho: 69 n. Chr.
Vitellius: 69 n. Chr.
Vespasian: 69 - 79 n. Chr.
Titus: 79 -81 n. Chr.
Domitian: 81 - 96 n. Chr.
Nerva: 96 - 98 n. Chr.
Trajan: 98 - 117 n. Chr.
Hadrian: 117 - 138 n. Chr.
Antonius Pius: 138 - 161 n. Chr.
Mark Aurel: 161 - 180 n. Chr.

Regeln für den Ablauf eines Prozesses im Hohen Rat


1) Der Hohe Rat tagt vom Morgengrauen bis zum Abend-opfer im Tempel von Jerusalem.
2) Am Sabbat und an Feiertagen finden keine Sitzungen statt.
3) Bei Prozessen über schwere Verbrechen (Mord, Gotteslästerung,...) darf die Verurteilung frühestens am zweiten Verhandlungstag erfolgen.
4) Bei schweren Verbrechen gibt das jüngste Mitglied zuerst seine Stimme ab.
5) Für ein Todesurteil sind mindestens 23 der 71 Mitglieder des Hohen Rates erforderlich.
6) Bei Prozessen über Gotteslästerung befragt man den Ältesten der Zeugen und sagt zu ihm: "Sage, was du gehört hast!" Und er sagt es, und die Richter erheben sich und reißen ihre Gewänder ein als Zeichen für ihr Entsetzen über die Gotteslästerung, die der Zeuge wiederholen musste.

Protokoll einer Sitzung des Hohen Rates


Da beriefen die führenden Priester mit den Pharisäern eine Sitzung des Hohen Rates ein und sagten: "Was sollen wir machen? Jesus tut so viele Wunder. Wenn wir ihn weitermachen lassen, werden sich ihm noch alle anschließen. Dann werden die Römer einschreiten und uns die Verfügungsgewalt über Tempel und Volk entziehen."
Kajaphas, einer von ihnen, der in jenem Jahr der Oberste Priester war, sagte:
"Wo habt ihr euren Verstand? Seht ihr nicht, dass es günstiger ist, wenn einer für alle stirbt, als wenn das ganze Volk vernichtet wird?"

Protokoll der Sitzung des Hohen Rates in der Nacht vom 14. Nissan vor dem Hahenschrei
Die Männer, die Jesus verhaftet hatten, brachten ihn in das Haus des Obersten Priesters Kajaphas, wo schon die Gesetzeslehrer und Ratsältesten versammelt waren.

Es wurden viele Zeugen vorgeführt, doch deren Aussagen reichten nicht für eine Verurteilung.

Schließlich kamen zwei und sagten: "Dieser Mann hat behauptet: Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und ihn in drei Tagen wieder aufbauen!" Das stand der Oberste Priester auf und fragte Jesus: "Hast Du nichts gegen diese Anklagen vorzubringen?" Aber Jesus schwieg.

Der Oberste Priester sagte:
"Ich stelle dich unter Eid und frage dich im Namen des lebendigen Gottes: Bist du der versprochene Retter? Bist du der Sohn Gottes?"

Jesus antwortete: "Ja!"

Da zerriss der Oberste Priester sein Gewand und sagte: "Das ist eine Gotteslästerung! Wir brauchen keine Zeugen mehr! Ihr habt es ja selbst gehört. Wie lautet euer Urteil?"

"Er hat den Tod verdient!" riefen sie.

Publikation: Fasten- & Osterzeit

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Jahreskreis: Fastenzeit

Schlagwörter: Fastenzeit, Ostern, Bibel