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Wer wird ihn mehr lieben?

Messmodelle

Hintergrund

Die Zuwendung einer Frau zu Jesus, wie sie uns im Evangelium berichtet wird, soll Anlass sein, Begegnung zwischen Menschen - Hintergründe und Ausdrucksformen - in den Mittelpunkt der Verkündigung dieses Gottesdienstmodells zu stellen.

Material

  • kleine, eventuell selbstklebende Papierherzen in der Anzahl der Anwesenden

Aufbau

  • Eröffnung
  • Kyrie
  • Lesung
  • Verkündigung
  • Friedensgruß

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sir 18,15-18

Mein Kind, wenn du einem anderen hilfst, dann mach ihm nicht gleichzeitig Vorwürfe! Begleite deine Gabe nicht durch Worte, die ihn verletzen! Ein Wort kann mehr aufmuntern als eine Gabe, genauso wie der Tau an heißen Tagen Erleichterung schafft. Ja, ein gutes Wort ist wertvoller als ein reiches Geschenk. Und nur, wer wirklich helfen will, gibt beides! Nur ein Dummkopf macht lieblose Vorwürfe, und eine Gabe, die ungern gegeben wird, macht niemand Freude.

2. Lesung: Gal 2,16.19-21

Schwestern und Brüder! Wir haben erkannt, dass der Mensch nicht durch Werke des Gesetzes gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus; denn durch Werke des Gesetzes wird niemand gerecht. Ich aber bin durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich für Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich für mich hingegeben hat. Ich missachte die Gnade Gottes in keiner Weise; denn käme die Gerechtigkeit durch das Gesetz, so wäre Christus vergeblich gestorben.

Evangelium: Lk 7,36-50 Kurzfassung

In jener Zeit ging Jesus in das Haus eines Pharisäers, der ihn zum Essen eingeladen hatte, und legte sich zu Tisch. Als nun eine Sünderin, die in der Stadt lebte, erfuhr, dass er im Haus des Pharisäers bei Tisch war, kam sie mit einem Alabastergefäß voll wohlriechendem Öl und trat von hinten an ihn heran. Dabei weinte sie, und ihre Tränen fielen auf seine Füße. Sie trocknete seine Füße mit ihrem Haar, küsste sie und salbte sie mit dem Öl. Als der Pharisäer, der ihn eingeladen hatte, das sah, dachte er: Wenn er wirklich ein Prophet wäre, müsste er wissen, was das für eine Frau ist, von der er sich berühren lässt; er wüsste, dass sie eine Sünderin ist. Da wandte sich Jesus an ihn und sagte: Simon, ich möchte dir etwas sagen. Er erwiderte: Sprich, Meister!
Jesus sagte: Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Denare schuldig, der andere fünfzig. Als sie ihre Schulden nicht bezahlen konnten, erließ er sie beiden. Wer von ihnen wird ihn nun mehr lieben? Simon antwortete: Ich nehme an, der, dem er mehr erlassen hat. Jesus sagte zu ihm: Du hast recht. Dann wandte er sich der Frau zu und sagte zu Simon: Siehst du diese Frau? Als ich in dein Haus kam, hast du mir kein Wasser zum Waschen der Füße gegeben; sie aber hat ihre Tränen über meinen Füßen vergossen und sie mit ihrem Haar getrocknet. Du hast mir zur Begrüßung keinen Kuss gegeben; sie aber hat mir, seit ich hier bin, unaufhörlich die Füße geküsst. Du hast mir nicht das Haar mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrem wohlriechenden Öl die Füße gesalbt. Deshalb sage ich dir: Ihr sind ihre vielen Sünden vergeben, weil sie mir so viel Liebe gezeigt hat. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe. Dann sagte er zu ihr: Deine Sünden sind dir vergeben. Da dachten die anderen Gäste: Wer ist das, dass er sogar Sünden vergibt? Er aber sagte zu der Frau: Dein Glaube hat dir geholfen. Geh in Frieden!

Hintergrund Evangelium:

Der Bericht


Lukas hat diese Szene an dieser Stelle seines Berichtes eingefügt, da er so einen Zusammenhang zu dem zuvor berichteten Vorwurf, Jesus sei ein Freund der Zöllner und Sünder, herstellen kann. In seinem Bericht werden verschiedene Traditionen miteinander verquickt und ineinander geschoben: die Salbungsszene (auch bei Markus und Matthäus knapp vor der Passion berichtet), die Szene von der reuigen Sünderin und eine Gleichniserzählung.

Eine prinzipielle Auseinandersetzung


Lukas nennt keinen Ort und keine Namen der Hauptpersonen. Die Szene hat grundsätzliche Bedeutung. Der Pharisäer und die Sünderin repräsentieren Haltungen, mit denen sich Jesus auseinandersetzt. Insofern kann sich die Geschichte überall ereignen.

Skandal


Zu einem Gastmahl hatten damals durchaus auch Ungeladene als Zuschauer Zutritt. Die offene Bauweise der Häuser erleichterte das. Sie durften sich sogar am Gespräch beteiligen. Dass jedoch eine "Sünderin", womit eine stadtbekannte Prostituierte gemeint ist, in diese Männergesellschaft eindringt, ist ein Skandal. Sie stellt sich zum Fußende des Polsters, auf dem Jesus liegt. Dass sie nun seine Füße mit ihren Tränen nass macht, sie mit ihren Haaren trocknet, sie dann auch noch küsst und salbt, entspricht nun auch nicht gerade der Konvention. Nun hat man von der Dirne wahrscheinlich schon bei ihrem Eintreten erwartet, dass sie sich skandalös benehmen würde. Darum liegt der größere, der eigentliche Skandal auch nicht bei ihr, sondern, im Verhalten von Jesus: Er nämlich tut nichts, er lässt sie gewähren.

Ein Prophet


Das hat der Pharisäer natürlich sofort erkannt. Darum tut auch er als Gastgeber nichts, um die Frau von Jesus abzuhalten. Dazu kommt noch, dass das, was sie an ihm tut, nichts mit damals üblichen jüdischen oder antiken Höflichkeitszeremonien zu tun hat - es ist für die übrigen Anwesenden nur als Ausdruck persönlicher Zuneigung bzw. als erotische Geste verstehbar. So es ist dann nur logisch, dass der Gastgeber sich fragt: Wäre Jesus ein Prophet, so müsste er die Frau doch durchschauen und dürfte sich nicht in diese peinliche Situation bringen lassen bzw. sie vielleicht sogar genießen. Der Pharisäer stellt Jesus also auf die Probe, die er in seinen Augen nicht besteht.

Jesus reagiert


An Jesu Reaktion erkennen wir einmal mehr, wie gut und einfühlsam er mit Menschen umgeht. Er weist seinen Gastgeber nicht offen und schroff zurecht, sondern er erzählt zunächst eine Geschichte. Diese entspricht sogar durchaus dem Geist der jüdisch-pharisäischen Frömmigkeit, in der das Verhältnis zwischen Gott und Menschen stark in den Vorstellungen eines Rechtsgeschäftes gedacht wird. Er gibt auch nicht selbst die Antwort. Er schiebt sie dem befragten Gastgeber zu, was bei rabbinischen Diskussionen ganz üblich war. So soll der Fragende selbst zur Antwort und damit zur Überzeugung kommen.

Liebe ist mehr als korrekt sein


Nun vergleicht Jesus das Tun der Frau mit dem des Pharisäers. Doch Liebe ist mehr was sie getan und was er unterlassen hat, gehört keinesfalls zu den Pflichten eines Gastgebers oder zu erwartbaren Höflichkeitsformen. Er hat sich ganz korrekt verhalten. Ihm ist kein Vorwurf zu machen. Die Frau aber hat verstanden, was ihr widerfahren ist, was ihr geschenkt wurde. Ihr Tun ist unkorrekt, doch es ist das Zeichen der größeren Liebe.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Eröffnung


Kinder oder Jugendliche (jeweils ein Mädchen und ein Bub) stellen eine kleine Szene pantomimisch dar, die von Musik untermalt werden könnte: Das Mädchen steht zuerst allein da, wartet sichtlich, schaut auf eine Uhr. Dann sieht sie schon von Ferne den Buben auf sich zukommen, winkt. Sie begrüßen einander herzlich, er schenkt ihr Blumen und sie ihm auch eine kleine Kleinigkeit. Eng umschlungen gehen sie schließlich ab.
Nach dieser kleinen Szene (es könnte auch eine andere sein -vielleicht bereitet eine Kindergruppe etwas für den Gottesdienst vor) fragt der Leiter der Verkündigung die Kinder, wie die beiden wohl zueinander stehen.
Es ist nicht schwer zu erkennen gewesen, dass die beiden sich mögen. Um jemandem zu zeigen, dass man ihn gern hat, haben wir bestimmte Ausdrucksformen. Nicht große Geschenke sind dabei das wichtige, sondern ein nettes Wort oder eine herzliche Geste.

Kyrie


Jesus Christus, oft ist es nicht leicht für uns, einem anderen zu zeigen, dass wir ihn mögen und auf seiner Seite stehen. Du hast Dich stets zu denen bekannt, die besonders auf Dich gehofft haben. Herr, erbarme Dich unser. Jesus Christus, oft ist es nicht leicht für uns, einem anderen eine Chance zu geben, damit er uns seine Zuneigung, aber auch seine Bitten an uns zeigen kann. Du hast die Menschen an Dich herangelassen. Christus, erbarme Dich unser. Jesus Christus, oft ist es nicht leicht für uns, den richtigen Weg zum anderen zu finden - denn jeder unserer Freunde braucht etwas anderes von uns. Du hast jeden Menschen ernst genommen. Herr, erbarme Dich unser.

Lesung


Als Lesung im Rahmen dieses Modells empfehlen wir Jesus Sirach 18,15-18. Zur Einleitung könnte Folgendes erläutert werden:
Wir haben am Anfang gesehen, dass es nicht auf die Größe von Geschenken ankommt, um jemandem zu zeigen, dass man ihn mag. Im Gegenteil, ein großes Geschenk ist gar keine rechte Freude, wenn man nicht merkt, dass der Geber es einem gern geschenkt hat. Davon hören wir auch in der heutigen Lesung.

Verkündigung


Das Evangelium wird in zwei Teilen vorgelesen, zuerst die Verse Verkündigung bis zur Stelle: "... und salbt sie mit Öl."Anschließend fragt der Leiter der Verkündigung, was die Frau da tut und warum wohl. Dann erklärt er/sie, dass das eine Form von Zuwendung ist, die diese Frau Jesus gegenüber ausdrückt. (Siehe auch "Zum Evanglium: Situationen-Hintergründe-Bedeutungen"). Dann wird der zweite Teil des Evangeliums vorgelesen. Gedanken der Verkündigung dazu wären etwa folgende:
Wir haben heute schon einiges darüber nachgedacht, wie das mit der Zuwendung und der Begegnung von Menschen ist. Aber dabei geht es natürlich nicht nur darum, zu überlegen, wie ich mit jemandem umgehe, sondern auch, warum. Diese Frau aus dem Evangelium hat Jesus gern gehabt, weil er sie nicht verurteilt hat, dass sie in der Vergangenheit so viel falsch gemacht hat. Ihr Besuch bei Jesus hat ihm gezeigt, dass sie es ab jetzt ja besser machen will. Das braucht sie aber nicht zu sagen. Das sieht er an ihrem Verhalten. Sonst wäre sie ja nicht gekommen. Und das hat für Jesus gezählt. Der Gastgeber von Jesus aber, ein einflussreicher Mann, glaubte, besser zu sein und hat auf diese Frau herabgesehen. Da führt ihm Jesus vor Augen, wie unklug sein Verhalten ist. Denn wenn er von anderen geliebt werden will, dann darf er andere nicht verachten. So wie der Geldverleiher am meisten von dem geliebt wird, dem er auch am meisten Schuld nachgelassen hat. Das ist klar: Wir mögen ja die Leute am meisten, die uns zeigen, dass sie es gut mit uns meinen. Und wenn wir auch anderen zeigen, dass wir alte Schulden und Fehler vergessen können, werden uns das andere hoch anrechnen. Und gerade die, die am meisten falsch gemacht haben und denen daher auch am meisten vergeben werden muss, werden die sein, die die Großzügigkeit der anderen am meisten zu schätzen wissen werden. (Die Kinder können aufgefordert werden, zu erzählen, ob sie schon solche Erfahrungen gemacht haben. Habt Ihr schon einmal jemandem etwas verziehen, der etwas falsch gemacht hat? Wie hat derjenige reagiert?)

Friedensgruß


Zum Friedensgruß verteilen die Kinder kleine, eventuell selbstklebende Papierherzchen. Jeder kann darüber nachdenken, wen er/sie besonders mag und das Herzchen später demjenigen schenken.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 11. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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