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Steh auf

Messmodelle

Hintergrund

"Steh auf.'" ist der Befehl, den Jesus an den Jüngling von Nain richtet, als er sieht, wie dessen Mutter leidet. "Steh auf!" sagt Jesus auch zu uns, und so wie dem Jüngling von Nain schenkt uns Gott unser Leben licht nur für uns selbst, sondern im Zusammenhang mit anderen und für andere. . Dieser Gedankengang zieht sich durch den Gottesdienst des heutigen Sonntags.

Material

  • ein provisorisches Bett

Aufbau

  • Kyrie
  • Einleitung zum Evangelium
  • Predigt
  • Fürbitten
  • Gabenbereitung

 

Bibelstellen

1. Lesung: 1 Kön 17, 17-24

In jenen Tagen erkrankte der Sohn der Witwe, bei der Elija wohnte. Die Krankheit verschlimmerte sich so, dass zuletzt kein Atem mehr in ihm war. Da sagte sie zu Elija: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an meine Sünde zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen. Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach hinauf, in dem er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Dann rief er zum Herrn und sagte: Herr, mein Gott, willst du denn auch über die Witwe, in deren Haus ich wohne, Unheil bringen und ihren Sohn sterben lassen? Hierauf streckte er sich dreimal über den Knaben hin, rief zum Herrn und flehte: Herr, mein Gott, lass doch das Leben in diesen Knaben zurückkehren! Der Herr erhörte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte in den Knaben zurück, und er lebte wieder auf.Elija nahm ihn, brachte ihn vom Obergemach in das Haus hinab und gab ihn seiner Mutter zurück mit den Worten: Sieh, dein Sohn lebt. Da sagte die Frau zu Elija: Jetzt weiß ich, dass du ein Mann Gottes bist, und dass das Wort des Herrn wirklich in deinem Mund ist.

2. Lesung: Gal 1,11-19

Ich erkläre euch, Brüder: Das Evangelium, das ich verkündigt habe, stammt nicht von Menschen; ich habe es ja nicht von einem Menschen übernommen oder gelernt, sondern durch die Offenbarung Jesu Christi empfangen. Ihr habt doch gehört, wie ich früher als gesetzestreuer Jude gelebt habe, und wisst, wie maßlos ich die Kirche Gottes verfolgte und zu vernichten suchte. In der Treue zum jüdischen Gesetz übertraf ich die meisten Altersgenossen in meinem Volk, und mit dem größten Eifer setzte ich mich für die Überlieferungen meiner Väter ein. Als aber Gott, der mich schon im Mutterleib auserwählt und durch seine Gnaden berufen hat, mir in seiner Güte seinen Sohn offenbarte, damit ich ihn unter den Heiden verkündige, da zog ich keinen Menschen zu Rate; ich ging auch nicht sogleich nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte dann wie-der nach Damaskus zurück. Drei Jahre später ging ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennenzulernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. Von den anderen Aposteln habe ich keinen gesehen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn.

Evangelium: Lk 7,11-17

In jener Zeit ging Jesus in eine Stadt namens Nain; seine Jünger und eine große Menschenmenge folgten ihm. Als er in die Nähe des Stadttors kam, trug man gerade einen Toten heraus. Es war der einzige Sohn seiner Mutter, einer Witwe. Und viele Leute aus der Stadt begleiteten sie. Als der Herr die Frau sah, hatte er Mitleid mit ihr und sagte zu ihr: Weine nicht! Dann ging er zu der Bahre hin und fasste sie an. Die Träger blieben stehen, und er sagte: Ich befehle dir, junger Mann: Steh auf! Da richtete sich der Tote auf und begann zu sprechen, und Jesus gab ihn seiner Mutter zurück. Alle wurden von Furcht ergriffen; sie priesen Gott und sagten: Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten: Gott hat sich seines Volkes angenommen. Und die Kunde davon verbreitete sich überall in Judäa und im ganzen Gebiet ringsum.

Hintergrund Evangelium:

Tod


Stärker noch als für andere Völker der Antike war für die Juden der menschliche Körper ein Werk Gottes, von ihm als sein Ebenbild geschaffen. Sie empfanden daher auch vor dem Tod große Ehrfurcht. Die Heilige Schrift (Altes Testament) sagt auch ganz unmissverständlich, dass kein Leichnam unbeerdigt bleiben darf, nicht einmal der des schlimmsten Feindes oder des zum Tod Verurteilten

Begräbnis


Der Tote musste innerhalb von acht Stunden begraben werden; eine Vorschrift, die mit dem heißen Klima zusammenhängt. Die Verwendung von Särgen war bei den Juden nicht üblich. Der Leichnam wurde gewaschen, auf eine Bahre gelegt und mit Tüchern bedeckt, manchmal auch mit Leinenbinden umwickelt. Die Begräbnisliturgie führte dann vom Haus des Toten aus dem Ort hinaus. Gräber mussten nach dem alten Gesetz mindestens 50 Ellen von jeder Siedlung entfernt sein. Die Berührung mit dem Tod zog nämlich eine sehr schwere gesetzliche Unreinheit nach sich, vergleichbar mit der Berührung eines Aussätzigen. (Deshalb wurden die Gräber auch jedes Jahr weiß getüncht, als Zeichen für die Lebenden: ihr sollt euch nicht nähern. - Jesus schimpft die Pharisäer einmal: Ihr seid wie getünchte Gräber ...)

Nachkommen


Nachkommenschaft bedeutete für die Juden sehr viel, mehr noch als für andere Völker der damaligen Zeit. Konnte doch unter den eigenen Kindern oder deren Nachkommen der erwartete Messias sein. Kinderlos zu bleiben oder alle Kinder zu verlieren, war daher ein besonders schwerer Schlag.

Witwe


Natürlich hatten Kinder für ihre Eltern - wie überall in der Antike -die sehr wichtige Funktion der Altersversorgung. Ganz besonders Witwen waren darauf angewiesen, von ihren Kindern versorgt zu werden. Wenn eine Witwe also ihren einzigen Sohn verliert, ist das ein ganz besonders tragischer Fall.

Situation


Auf einen solchen Begräbniszug trifft Jesus vor Nain. Da, anders als bei uns heute, damals laut geweint und geklagt wurde, war den Hinzukommenden die Situation sofort begreiflich. Jesus berührt die Bahre, was ihn in den Augen der Frommen unrein macht; doch darüber setzt er sich hinweg. Der Tote richtet sich auf und beginnt zu sprechen. Damit zeigt er, dass er lebt. Unbeweglichkeit und Stummheit dagegen sind Boten des Todes, mit denen sich Jesus auch sonst auseinandersetzt. Jesus gibt dem jungen Mann seiner Mutter zurück und weckt damit auch in ihr wieder Leben und Zuversicht. Er erhält sein Leben nicht nur für sich selbst zurück, sondern im Zusammenhang mit und für andere. Lukas stellt diesen Bericht in einen sehe klaren Zusammenhang, der sich aus dieser Stelle allein nicht unmittelbar zeigt. Gleich anschließend berichtet er, dass Johannes von diesen Ereignissen hört und Jesus fragen lässt, ob er der erwartete Messias sei. Er erhält zur Antwort: "Blinde sehen, ..., Tote stehen auf, ..." (das sind Jesaias Zitate). Lukas möchte ganz deutlich zeigen, dass Jesus der von den Propheten verheißene Messias ist. Deshalb gestaltet er auch seinen Bericht bewusst sehr ähnlich dem über Elija (1. Lesung). Dem damaligen Leser war die damit gemachte Aussage verständlich: Jesus ist der neue Elija. Zugleich aber wird auch der Unterschied ganz deutlich: Jesus handelt ohne Ritual, er betet nicht um die Erweckung - er handelt aus eigener Vollmacht. Er ist mehr als Elija, er ist der Messias, was auch dem Johannes im Anschluss bezeugt wird.

Elemente für einen Gottesdienst mit Kindern


Kyrie


1. Gott, du schenkst uns das Leben auf dieser Erde, um es mit anderen zu teilen. Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.
2. Wenn wir leiden, möchtest du uns beistehen.
Christus, erbarme dich unser.
Alle: Christus, erbarme dich unser.
3. Wenn wir sterben, schenkst du uns ein neues Leben bei dir.
Herr, erbarme dich unser.
Alle: Herr, erbarme dich unser.

Einleitung zum Evangelium


Im heutigen Evangelium kommt Jesus in die Stadt Nain, das liegt südlich von Nazareth. Dort trifft er auf Menschen, die gerade zu einem Begräbnis gehen, weil ein junger Mann gestorben ist. Er kennt den Mann zwar nicht, geht aber trotzdem nicht einfach vorbei. Und was er da Besonderes tut, das hören wir jetzt gleich.

Predigt


Ein Begräbnis ist früher anders abgelaufen als heute. So haben die Menschen zur Zeit Jesu in Israel keine Särge verwendet. Sie haben die Toten gewaschen, auf eine Bahre gelegt und mit Tüchern bedeckt. Der Begräbniszug ging vom Haus des Toten aus dem Ort hinaus zu den Gräbern. Damals haben auch die Menschen bei einem Begräbnis laut geweint und geklagt. So konnte Jesus, als er an den Ort kann, sofort erkennen, dass da ein Mensch begraben wurde, dessen Mutter sehr traurig über seinen Tod war. Es handelte s.ch naml.ch dabei um eine besonders arme Frau. Sie war eine Witwe, das heißt, sie hatte kernen Mann mehr. Und ihr Sohn ist nun auch gestorben. Damals gab es noch keine Witwenpension oder Altersrente, deshalb mussten die Kinder für ihre Eltern sorgen, wenn diese nicht mehr selbst ihr Geld verdienen konnten. Jetzt könnt ihr euch vorstellen, dass die Frau sehr unglücklich war weil sie gar niemanden mehr hatte, der für sie sorgen konnte, der für sie da war. Und da hat Jesus Mitleid mit ihr gehabt und ihren Sohn wieder zum Leben erweckt. Das heißt, Jesus hat den Sohn seiner Mutter zurückgegeben und hat ihr eine große Freude damit gemacht. Was konnte denn der Sohn alles für die Mutter gemacht haben, dass sie ihn so nötig zum Leben braucht.
Die Kinder sammeln einiges dazu. Zum Beispiel: Er konnte Geld verdienen, damit die Mutter etwas zu essen hatte. Wenn sie gebrechlich war, musste ihr der Sohn aus dem Bett helfen. Sie hatte in ihrem Sohn einen Menschen, der bei ihr war, damit sie nicht allein war. ... Der Sohn hat also sein Leben nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine Mutter zurückbekommen. Auch wir haben unser Leben nicht nur für uns selbst. Das, was wir können, was wir tun, kann und soll auch für andere Menschen nützlich sein Da sollen wir nicht unbeweglich und stumm sein wie ein Toter. Da sagt Jesus auch zu uns: "Steh auf! Setze das, was du kannst, auch für andere ein!" Überlegen wir einmal, was wir eigentlich alles können, und wie wir damit anderen Menschen helfen oder eine Freude machen können.
Vor uns steht ein Klappbett, oder zwei halten eine Bahre in der Hand. Ein Kind, dem etwas einfällt, legt sich auf die Bahre (oder auf das Bett). Die anderen rufen dann: "Steh auf!" Dann steht das Kind auf und sagt, was es gut kann und wem das etwas nützen kann. (Zum Beispiel: "Ich kann gut rechnen und kann damit meiner Nachbarin in der Schule bei ihren Hausaufgaben helfen." Oder: "Ich kann gut kochen. Ich koche einmal jemandem etwas Gutes." ...)
Es wäre schön, wenn wir nicht nur im Gottesdienst daran denken, dass wir unsere Fähigkeiten zu Gunsten aller haben. Wir wollen versuchen, unter der Woche öfter daran zu denken.

Fürbitten


  • Lieber Gott, schenk allen Trost, die traurig sind, weil ein lieber Mensch gestorben ist.
  • Lieber Gott, hilf uns, uns aufzurichten und nicht stumm zu bleiben, wenn wir erleben, dass jemand ungerecht ist.
  • Lieber Gott, hilf den Menschen, denen es schlecht geht, die arm sind und unterdrückt werden, dass sie sich wieder aufrichten können.
  • Lieber Gott, lass die Toten gut leben.


Gabengebet


Gott, unser Vater, du schenkst uns unser Leben, und du holst uns nach unserem Tod zu dir, damit wir für immer bei dir leben können. Wir bringen Wein und Brot zum Altar, um miteinander die Auferstehung deines Sohnes zu feiern. Lass auch uns einmal auferstehen. Das bitten wir dich durch Jesus, unseren Bruder. Amen.

Anmerkung


Dasselbe Gottesdienstmodell lässt sich auch hervorragend für das Fest Allerseelen verwenden.

Publikation: effata

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Lesejahr: C

Sonntag im Jahreskreis : 10. Sonntag

Schlagwort: Gottesdienst

 

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